Line6 Funkstrecken

  • Hallo zusammen


    Für (in meinem Rahmen) etwas komplexere Funksachen bin ich am Überlegen, ob es sinnvoll wäre, ein paar Line6 Stecken als Ergänzung dazuzunehmen. Die Überlegung ist die, dass beim Line6 mit den 2.4 GHz nix den klassischen Stecken in die Quere käme, was die ganze Frequenzberechnung vereinfachen würde.


    Ist das so, dass z.B. das XD-V55L "immer" 12 Strecken parallel funktionieren? Das System soll ja immun sein gegen fremde Wlan-Netze. Ist das so? Gibt es evtl. schon jemanden, der Langzeiterfahrungen damit hat?

  • Also ich kann das so nicht bestätigen. Wir betreuen eine Band, die eigene Funkstrecken von Line6 hatte. Nach immer mehr werdenden Ausfällen haben wir jetzt der Band Sennheiser EW300G3 Strecken vermietet. Gefühlt war es so, dass je näher ein Wohngebiet mit viel WLAN war, desto stärker waren die Aussetzer. Wenn man nur ein oder zwei Stecken betreibt, kann man natürlich schnell mal auf einen anderen Kanal ausweichen aber das wir bei mehreren Strecken und nur 12 Kanälen sehr schnell problematisch.

    Grüße

  • 12 (bzw. 14) Strecken würde ich nicht versuchen.

    Ich nutze die alten Line6-70er-Strecken hauptsächlich für Meßmikrofone, selten für ein einzelnes Handmikro oder Headset.

    Wenn ich größere Strecken (mehr als 10 Meter) überbrücken möchte, nutze ich die Richtantennen (P180) nebst Ecoflex-Kabel. Das funktioniert mit bis zu 4 Strecken ganz ordentlich, dann sind aber in der Umgebung auch alle 2.4GHz-WLANs außer Betrieb.

    Ein spezial-Set habe ich, 70er Taschensender plus eingetauschter Plastik-Empfänger (30er meine ich, hat nur 6 Kanäle, die mit den ersten 6 des Taschensenders kompatibel sind). Da sind die Reichweiten noch mal stark eingeschränkt, weil der Empfänger integrierte Antennen hat. Für mich allerdings praktisch für Flug- oder Bahn-Jobs, bei denen ich mein Meß-Rack nicht mitnehmen kann oder will.

  • Danke euch. Das klingt ernüchternd und weit weg von den Werbeversprechen. Das heisst für mich, dass die Line6 Funken mit 1-2 Strecken als Backup zu gebrauchen wären, jetzt aber nicht das System um 8-10 Strecken erweitern können. Schade eigentlich.

  • zegi

    Ganz so negativ wie die Kollegen sehe ich das nicht.

    Ich habe Karneval an verschiedenen Veranstaltungen bis 7 Strecken gleichzeitig eingesetzt. XD-V70/75

    Und das Problemlos!


    Aber natürlich wie bei allen Funksystem mit Antennensplitter und abgesetzten Antennen!


    Das geht Indoor in der Regel im kompletten 30m Saal und dann noch weiter im Foyer ums Eck.


    RF1 Mode benutzen (12 Kanäle Max)

    Und aufpassen das alle Line6 Geräte den gleichen Mode benutzen!

    Bei Bands auf die Gitarristen und Bassisten aufpassen!


    Ansonsten spielt das seit Jahren mit diversen Shure Kapseln problemlos und in bester Audio Qualität.


    Aber für die Jahreshauptversammlung der IT Branche ist das natürlich nix? (2,4GHz)

  • zegi

    Und aufpassen das alle Line6 Geräte den gleichen Mode benutzen!

    Bei Bands auf die Gitarristen und Bassisten aufpassen!

    Das floppt in der Praxis. Die kommen seltenst auf den Trichter dir von sich aus zu sagen dass sie 2,4GHz-Funk verwenden, schliesslich hat ihnen der Händler ja vollmundig versprochen dass mit den Teilen alle Interferenzprobleme mit den doofen Technikfuzzis (oder dem Alleinunterhalter in der Nebenhalle...) Geschichte sind. Und wenn es da zu Problemen kommt lassen sich dich mit Sicherheit nicht an ihren Krempel ran. DU bist der Profi und wirst dich doch von so was nicht stören lassen...;)

    Das andere Problem sind die Massen (Hunderte bis Tausende) an unkontrolliert sendenden 2,4 GHz-Endgeräten (vulgo Smartphones) auf jedem Event mit Publikum unterhalb des Rentenalters. Die lösen schon beim kleinsten Anzeichen eines erreichbaren öffentlichen WLANs einen dermassenen Funksturm aus das du mit deinen 7 Strecken auf Dauer eigentlich keine Chance hast. Im Karneval grenzt wohl die Kombination aus vorgerücktem Publikumsalter und stark erhöhtem Alkoholpegel die "Facebook Live"-Quote ein, was dir natürlich entgegen kommt; bei einem "richtigen" Clubgig mit "Freifunk" o.ä. um die Ecke hast du da aber auf ISM HF-technisch genauso verloren wie beim von dir richtigerweise genannten Kongress-/Industriejob.

  • Ich persönlich mache um diese WLAN Funken einen großen Bogen, allein schon wegen der Physik: höhere Dämfpung, schlechtere Beugung. Die Dinger funken schlechter um Ecken, so dass man auf Sichtverbindung angewiesen ist und sobald sich mal viele Wasserbeutel in der Örtlichkeit versammelt haben, dann werden die 2.4 GHz Wellen vornehmlich von diesen absorbiert und am Empfänger kommt dann nicht mehr viel an.


    Dazu dann noch die vielen Wisch-und-Drück-Kisten der versammelten Wasserbeutel und der ambitionierte Jungtechniker möchte seinen ohne-Knöpfe-Zaubermischkasten auch nur noch per WLAN bedienen.


    Für mich ist das reines Abenteuer und jugend forscht für Olympia.


    Alternativ dazu wäre der wieder eröffnete und freie VHF Bereich.

  • Da muss ich yamaha4711 zupflichten.


    Wir hatten die Line6 in verschiedenen Ausführungen (V35-55-75) mit max. 3 Stück gleichzeitig im Einsatz. An sich sind die Teile echt klasse, sobald aber die Sichtverbindung weniger wird, hatten wir sofort Aussetzer. Da reichten schon ein paar Gäste mehr zwischen Sender und Empfänger und die Verbindung brach weg.

  • Also wir fahren bis zu Acht Line 6 Strecken gleichzeitig und hatten bis jetzt nie Klagen. Ebenso füllen wir bei Theater Veranstaltungen zum feste verbauten Beyerdynamic System (5 Kanäle) mit 3 Kanälen Line 6 auf, problemlos. Da hatte ich mit UHF Strecken schon weit aus mehr Probleme.

    In meinem Lexikon fehlt das Wort unmöglich!


    ASR Computer & PA Technik
    André Ruhnau
    Rosenstr.6
    78598 Königsheim

  • So so ich gehöre mit Ende 40. zu Jugend forscht ??


    Also die Sängerin der Cover Band läuft auch schon mal durchs volle Festzelt inmitten von Hunderten WLAN suchenden Handys.

    Singt dabei und dann das ganze auch noch ohne Aussetzer!


    Physikalisch ja völlig unmöglich ?


    Für wichtige Sachen haben wir dann aber doch QLXD.

    Ganz verrückt bin ich ja dann auch nicht ?

  • Hi,


    ein Verleiher in meinem Umfeld hat die, leider weiß ich nicht welche Serie.


    Bei einer VA eines Faschingsvereins hat es im Freien bei gefühlt 10m Abstand zwischen Handsender und Empfänger immer Aussetzer gegeben, wenn sich der Redner "weg gedreht" hat. Sehr nervig...

    Dann war ich selbst mal bei einer VA, wo eine Strecke im Rack des Schlagzeugers und eine als Koffer mit bei ist. Das waren andere Serien als die Verleih-Koffer, aber auch da ist bei recht kurzen Distanzen (z.B. knapp vor der Bühne) schon Feierabend.

    Das was ich bisher mitbekommen habe ist so gar nicht toll!


    Einfach mal testen...

  • Eine Sache ist klar, gerade die Line6 profitieren von einem guten Frequenzmanagement (WLANs in der Umgebung kontrollieren, wenn möglich auf 5GHz migrieren) und Antennen-Setup (Richtantennen, sehr gute, relativ kurze Kabel, unbedingt freie erste Fresnel-Zone einhalten).

    Ich hatte zu Testzwecken mal eine YAGI angeschafft, die ist 1m lang, grau und hässlich. Mit 5m RG213 geht da aber auf Achse richtig was.

    Mein Maximum waren aber immer nur 4 Strecken (hatte mal 8, davon aber ein paar wieder abgegeben).

    Im UHF-Spektrum gibt es oft genug Platz für Dutzende Strecken, man muß nur die Bänder sinnvoll wählen.
    Ein Beispiel aus der Praxis: Fernsehdreh auf dem Vorplatz Theater im Hafen / Theater an der Elbe. Knapp über 100 relevante belegte Frequenzen im UHF-Spektrum (Microports, Telex, Sprechfunk, Vorderhäuser). 9x DVB-T, diverse Hafenbarkassen.
    Ich konnte 20 Strecken EB realisieren, ABER ich musste sie Frequenzbänder vorher selektieren. Mit einem Mix aus A, B, G und C-Band für die 16 Sennheiser plus 4 Lectrosonics klappte es. Beim Setup musste ich noch eine Frequenz wechseln, dann spielte das den ganzen Tag stabil. Wir reden hier von Non-Diversity-Sennheiser EB-Strecken.

    Für Betriebssicherheit würde ich eher in den VHF-Bereich gehen, als in 2.4GHz oder 1.8GHz. VHF ist HF-seitig sehr stabil, die Audio-Qualität hat sich mit der neuen Hardware verbessert (was nötig war).

  • Für Betriebssicherheit würde ich eher in den VHF-Bereich gehen, als in 2.4GHz oder 1.8GHz. VHF ist HF-seitig sehr stabil, die Audio-Qualität hat sich mit der neuen Hardware verbessert (was nötig war).

    welcher namhafte hersteller stellten (noch) wieder im VHF her - wir hatte früher einiges an VHF ;(

    No, it's not too loud. You're just too old!
    winners have parties - and loosers have meetings
    Technik haben viele - WIR können sie auch bedienen :-)



    gebrauchtes von APHEX, BSS, KT und Turbosound siehe hier

  • welcher namhafte hersteller stellten (noch) wieder im VHF her - wir hatte früher einiges an VHF ;(

    Prominent wäre hier Shure zu nennen. ULX-D und QLX-D im Band V51. Beyerdynamic ist mit der TG100 am Start, die aber eher eine Einsteiger-Strecke ist. Ich tippe darauf, daß in den nächsten Jahren noch Einiges kommen wird, wo doch der Frequenzbereich zur Entlastung von UHF freigegeben wurde.

  • Shure QLXD im VHF Band (V51) haben wir. Trotz Flugplatz in der Nähe absolut unauffällig.


    Von den Beyerdynamic TG100 gibt es nur eins zu halten: Abstand!

    Hatte die Sängerin unserer Cover Band gekauft.

    Nach 15m Aussetzer (Empfänger war am FOH)

    Kapsel eine Katastrophe - Das ist fast eine Kugel - Der komplette Raum mit im Gesangskanal.

    Möchte ich nicht mehr sehen das Ding.


    Dagegen sind die Line6 XD-V75 Strecken Profi Liga:)

  • Wenn ein QLXD preislich noch drin ist, dann sollten doch Frequenzprobleme eh erst ab völlig abartigen Setups auftreten. z.B. 60 parallele Strecken ist nur im UHF Bereich noch weit weg von kritisch. Wieviele parallele Funken brauchst Du denn?


    und noch auch ergänzend: Auch ich kenne mit sämtlichen 2,4 GHz Versionen starke Probleme je nach Umfeld. Das intelligenteste scheint wohl noch das neue Shure GLXD Advanced zu sein. Da ich aber manchmal nur noch gerade ein GLXD "Normal" im Super Safe Modus an den Start bekomme, kann ich mir auch keine 8 Strecken in jeder Lebenslage vorstellen. Denn letztendlich profitiert das System ja "nur" von einem zentralen Frequenzmanagement im Splitter für alle Empfänger und Sender.


    Viele Grüße

    Tobias Kammerer

    Tobias Kammerer, Dipl Audio Engineer SAE
    Pro PA Veranstaltungstechnik
    (Inhaber)


    Musikhaus Kirstein GmbH
    (Produktmanager)

  • Servus,

    Denn letztendlich profitiert das System ja "nur" von einem zentralen Frequenzmanagement im Splitter für alle Empfänger und Sender.

    Hinter dem "nur" steht allerdings tatsächlich, dass 6 Kanäle GLXD Advanced so viel Spektrum belegen wie 2 "Standart-GLXD". Sprich 6 GLXDA spielen so robust wie 2 GLXD.


    Beste Grüße


    By the way - ich war vor kurzem bei SESSION in Frankfurt und habe ein Video über GLXD Advanced gedreht: