Funkgerät gesucht

  • Hallo zusammen,


    die Festival-Saison startet bzw. ist schon im Gange und mich nerven die verranzten Miet-Funkgeräte mit unklaren Akkuzustand nebst wenig hygienisch ansprechendem Hör-Sprech Zubehör.

    Daher will ich mir eigentlich mal was Eigenes anschaffen.


    Die Frage ist nun, wo die Geräte so rumfunken.

    Sind die alle im PMR 446-Band oder gibts da noch andere Sachen?

    Was nimmt man da am besten? Meistens sinds ja Motorola irgendwas.?

    Gerne darf es auch "mehr" können; wie etwa CB-Funk.


    MfG M.

  • Wenn das im Rahmen einer grösseren Veranstaltung zuverlässig tun soll kommst du um lizensierten Betriebsfunk nicht herum. PMR und CB sind da schon von zahllosen anderen Nutzern (Catering, Helfer, Privatleute) komplett verstopft.

  • Naja der Werdegang ist ja nun so; das man als Freelancer ins Produktionsbüro geht, das Gerät samt eines hinten draufgeklebten Zettels mit den relevanten Kanälen gegen seine Daten / Unterschrift in die Hand gedrückt kriegt, und nach der Schicht alles retour zum Akku Laden.

    Das kennen die Meisten hier sicherlich so oder so ähnlich.

    Daher habe ich halt keine Ahnung, mit welchen Frequenzen hantiert wird.

    Das weiß die Tussi hinterm Tresen ja auch nicht und auf den Funken selbst stehen nur Kanalnummern.


    Bleibt eben die Frage; ob es Geräte gibt, die alles erschlagen, was so üblich ist..

  • Die Dinger arbeiten bei grösseren Festivals immer auf Betriebsfunkfrequenzen mit Einzelgenehmigung durch die BNetzA. Kombigeräte mit PMR oder CB kann es aus lizenzrechtlichen Gründen nicht legal geben.

    Ich würde mir an deiner Stelle einfach einen Satz des Zubehörs (Headset, Rasierer, evtl. Ohrschlauch, Ersatzakku mit Ladegerät) mit dem passenden Stecker zulegen; damit bleiben dir die verseuchten Mietteile erspart...

  • Heißt also; das handelsübliche Scanner diese Frequenzbereiche "aussparen" ?
    Dachte mir irgendwie schon, dass das nicht so einfach ist.


    Heißt also, das es "geschlossene" Gerätesätze sind.

    Kein Wunder, warum es immer Theater gibt, wenn eins mal nicht zurück kommt und Geld kein Argument darstellt..

  • Die Kurzfassung zum Thema drahtlose Kommunikation -


    Billige Lösung: PMR446-Funkgeräte.


    Guckst Du Wikipedia.


    Pro:

    • Günstig im Einkauf
    • Gibt's inzwischen auch digital
    • einfache Bedienung
    • Anmelde- und Frequenznutzungsgebührenfrei
    • Gibt's inzwischen auch mit professioneller Hardware von Motorola
      (z. B. XT-460)

    Contra:

    • Sehr beschränkte Reichweite (wenige Dutzend Meter bis maximal 5-10km von Berggipfel zu Berggipfel ohne irgend etwas dazwischen)
    • Kurzfristig Geräte zumieten ist schwierig
    • Nicht abhörsicher
    • Professionelle Geräte und professionelles Zubehör (Headsets!) sind rar
    • Kann von jedem Horst mit PMR-Funke, Fahrschulfunk oder Babyphonen gestört werden
    • Nur (je nach Ausführung) acht oder 16 Kanäle, d. h. Gesprächsgruppen


    Ordentliche Lösung: Analoger Betriebsfunk im 2m- oder 70cm-Band


    Guckst Du Wikipedia.


    Pro:

    • Deutlich höhere Reichweiten als mit PMR
    • Weitgehend störungsfreie Nutzung, da Betrieb auf extra durch die BNetzA zugeteilten Betriebsfunkfrequenzen (sog. Wanderfrequenzen sind bundesweit verfügbar, ansonsten gibt's auch örtlich gebundene Zuteilungen)
    • Hardware (FuG und Zubehör) sind Industriestandard, z. B. die allseits beliebte Motorola GP- und GM-Serie sind, obwohl von Motorola abgekündigt, weit verbreitet weil unkaputtbar
    • Wird nicht von jedem Horst, der Fahrschule oder Babyphonen gestört
    • Zusätzliche Geräte sind in fast beliebiger Zahl kurzfristig mit Wunschfrequenzen und Zubehör bei den einschlägigen Anbietern (insbesondere Riedel und Kölnton) erhältlich
    • Betrieb mit Relais (Repeater) möglich, dadurch erhebliche Reichweitensteigerung - erfordert jedoch Fachwissen

    Contra:

    • Die Geräte kosten Geld - jedenfalls deutlich mehr als irgendwelche PMR-Baumarktfunken
    • Die Frequenzen müssen bei der Bundesnetzagentur beantragt werden, Frequenznutzungsgebühren werden pro Gerät und genehmigter Frequenz berechnet
    • Mit Funkscanner abhörbar
    • Es gibt nur wenige bundesweite Wanderfrequenzen, bei umfangreichen Funknetzen, die mehrere Gesprächsgruppen = Kanäle erfordern wird es rasch teuer und kompliziert

    Digitaler Bündelfunk (DMR bzw. motoTRBO)


    DMR Tier II, III oder IV (motoTRBO - Motorola-spezifisch). Guckst Du Wikipedia.


    Pro:

    • Der derzeitige Industriestandard für professionelle Funkanwendungen
    • Gerät-zu-Gerät-Verbindungen oder Nutzung von Repeatern möglich
    • Da die Repeater über IP vernetzt werden können, sind theoretisch unbegrenzte Reichweiten möglich (Ausbau eines zellulären Systems)
    • (Fast) unendliche Anzahl möglicher Gesprächsgruppen
    • 1:1-Verbindungen (wie Telefonie) möglich
    • Vorrangschaltungen / Notfalldurchsagen möglich
    • Durch Führen mehrerer Funkgespräche auf einer Frequenz bzw. einem Frequenzpärchen sehr frequenzeffizient
    • Für "Nichtkombattanten" mit Funkscannern nicht ohne weiteres abhörbar
    • Sehr große Anzahl an Features / Funktionen, Einbindung von Leitstellensystemen, GPS-Ortung, Datenversand, Funken über App auf Smartphone...
    • Die Hardware der Motorola DP- und SL-Serie ist leider geil
    • Zusätzliche Geräte sind in fast beliebiger Zahl kurzfristig mit Wunschprogrammierung und Zubehör bei den einschlägigen Anbietern (insbesondere Riedel und Kölnton) erhältlich

    Contra:

    • Kostet richtig Geld
    • Die Frequenzen müssen bei der Bundesnetzagentur beantragt werden, Frequenznutzungsgebühren werden pro Gerät und genehmigter Frequenz berechnet
    • Einrichten / Programmieren erfordert erhebliches Fachwissen


    Sollten Detailfragen bestehen - ich helfe da gerne...


    Mit freundlichen Grüßen


    Tobias Zw.

    - Käufer, Programmierer und regelmäßiger Nutzer digitaler Funkzellen -

  • Nachtrag: Mir sind ja die Funken egal; ich habe aber schon lange private Tarnheadsets mit Schallschlauch, die in meiner „Doktortasche“ mit mir reisen. Jeweils einmal Motorola GP 360-kompatibel, Motorola DP/Tetra-kompatibel, Kenwood-Norm und Motorola CP040, dazu noch einen Schallschlauchhörer mit 3,5mm Klinke für an die üblichen Faustmikrofone („Rasierer“). Damit hast Du dann 99,9% der Funken, die Dir begegnen erschlagen, und steckst Dir nix in Körperöffnungen, wovon Du nicht weißt, wie gut es vorher gewaschen wurde...


    Life is Simple ist da eine funktionierende Quelle für bezahlbare Nachbauten, wenn man nicht unbedingt 100% Motorola Platinpreis mit Blattgoldauflage bezahlen will.


    Mit freundlichen Grüßen Tobias Zw.

    - Funkgeräteästhet -