M5Stick-C als Tally Light für Blackmagic ATEM

  • Hallo zusammen,


    seuchenbedingt haben wir in den letzten Monaten die Technik fürs Streaming deutlich aufgestockt.

    Wo früher eine PTZ gereicht hat, sind jetzt 2 PTZ und 2 Camcorder am Start, die mit einem ATEM Television Studio HD umgeschaltet werden.


    Da kam recht schnell der Wunsch nach Tally Lights auf, damit die Akteure wissen, wohin sie gerade lächeln dürfen.

    Eine Suche im Internetz brachte ziemlich weit vorne in der Liste einen Blog, der sich mit diesem Thema beschäftigt hat.

    Also habe ich mir ein paar von den Sticks bestellt und versucht, die an den Start zu bringen.

    Das Ergebnis sieht so aus: Tally Light

    Leider ist das Foto an den entscheidenden Stellen überstrahlt - der Hintergrund und die leuchtende Ecke sind eigentlich rot.

    Der eigentliche Stick ist das orangene Teil.

    Er hat sogar einen integrierten Akku - der hält im WLAN aber leider nur eine Dreiviertelstunde.

    Also steckt das Teil in einer Base mit etwa 20-facher Kapazität, die mit Velcro an die Kamera geklettet ist.


    Was braucht man alles dazu:

    M5Stick-C und Base von M5Stack - die gibt es nicht nur aus Fernost, sondern sogar in D bei der Eckstein GmbH

    Am Besten einen Stick mehr als erforderlich - dann bleibt einer zum Basteln und Testen

    Ein Set kostet etwa 25 Euronen - das finde ich ziemlich überschaubar

    Ein WLAN, über das der ATEM erreichbar ist - idealerweise heisst der dort auch so

    Einen Rechenknecht mit Python in der Version 2.7.x

    Die aktuelle Arduino-IDE mit den im Blog genannten und angepassten Bibliotheken

    Und den passenden Sketch, der das alles zusammen bringt


    Was noch wichtig ist:

    Ein VCP-Treiber, der auch tatsächlich funktioniert - was längst nicht alle tun.

    Ich habe den von FTDI in der Version 2.12.28.0 vom 16.08.2017 im Klapprechner.

    Die Sticks müssen beim ersten Mal über das Kabel programmiert werden, bevor sie in die Base geschraubt werden.

    Die Base reicht nur den Strom durch und der Stick ist dann nur noch über WLAN erreichbar.

    Ein ATEM versorgt nur maximal 5 angeschlossene Klienten.

    Das ist ziemlich knapp, weil bei uns inzwischen die Cuts in der Regel mit einem Streamdeck XL von Elgato in der Regie gemacht werden.

    Dazu noch ein ATEM Software Control direkt am Mischer und schon reicht es nicht mehr für 4 Lichter.


    Allerdings unterhält sich das Streamdeck mit dem Videomischer über Companion von Bitfocus.

    Und das bringt einen Webserver mit, der so viele Clients versorgt wie der Rechenknecht und das Netzwerk hergeben.

    Nur habe ich bisher leider kein Beispiel gefunden, wie ich den Stick mit Companion zusammenbringen kann.

    Wenn hier also jemand mitliest, der Socket-Programmierung drauf hat: Immer her mit Code-Schnipseln zum Einbauen.


    Gruß

    Claus

    2 Mal editiert, zuletzt von thc () aus folgendem Grund: Umzug zu Github

  • Dann noch den M5 Stick C Plus, da ist dann das Display und der Akku größer.

    Die Größe des Display ist nicht wirklich wichtig - interessanter wäre eine Duo-LED.

    120mAh statt 95 sind jetzt auch nicht so dramatisch viel mehr.


    Selbstverständlich lässt sich die Nummer der Kamera über den Button A einstellen.

    Und noch so ein paar Erweiterungen, die in den Beispielanwendungen nicht drin sind, die ich so gefunden habe - z.B. wird die IP des Stick per DHCP und die des Atem über DNS - wenn verfügbar - geholt.


    Gruß

    Claus

  • Das Problem ist er der ESP32 der braucht Minimum 700mA.

    Zumal wie beim Switch die Anzahl der TCP/IP Verbindungen begrenzt ist. Ein ESP32 ist einfach die falsche Hardware wenn es um Stromverbrauch geht. Andere Boards brauchen da deutlich weniger....

  • Andere Boards brauchen da deutlich weniger....

    ...und haben WiFi, ein Farbdisplay und eine rote LCD alles fertig in einem Gehäuse?

    Welches käme denn da in Frage?

    Und mit welcher passend vorbereiteten, aber trotzdem anpassbaren Software?


    Außerdem mag ich an die 700mA nicht so recht glauben.

    Der Akku hat laut Angabe auf der Händlerseite 95mAh und müsste dann nach 8 Minuten leer sein, hält aber etwa 45 Minuten.


    Gruß

    Claus

  • Das Problem sind die Spitzen und die haben es in sich. Probleme mit der Spannungsversorgung sind die häufigsten Ursachen wenn das Ding abschmiert. Der Rest am Code der IDE und des Users.


    Ein weiteres Problem besteht darin das im dem Ding das ganze Wlan Zeug per Software auf einem Core läuft. In den heute üblichen 2.4GHZ Umgebungen muss die winzige CPU alles verarbeiten um feststellen "war nichts für mich" . Die folge ist das dass Ding regelmäßig bei hoher Trafic auf den Bändern aussetzt oder sogar ganz abschmiert. Ich hatte die Dinger damals auch für den IOT Kram mit eigenen MQTT Stack. was das Ding können soll und dann wirklich machte war grausam. Zumal sich dann herausstellte das dass Problem in der Hardware liegt.. Mit dem ATWINC1500 lief es dann bis heute ohne ärger durch. Amazon wusste schon warum er einen großen Bogen um das Zeug machte.


    Dein Problem ist er das du zu jeder Lampe eine TCP/IP aufbaust zu dem Controller. Besser wäre es das nur einer das macht und dann es zu den Lampen z.Bsp auf den 800MHZ Band Module weiterleitet. Der TCP/IP Kram braucht viel Speicher und Strom...

  • In den heute üblichen 2.4GHZ Umgebungen

    Wir haben die Sticks jetzt ein paar Wochen ohne Probleme im produktiven Einsatz.

    Sie haben bei uns allerdings das WLAN auch fast immer für sich alleine.

    Und das WLAN hat den Kanal für sich alleine.


    Das Reizvolle ist tatsächlich, in einem fertigen Gerät alles zusammen zu haben (bis auf die Software), was man für den angedachten Zweck so braucht.

    Der im ersten Beitrag verlinkte Sketch ist übrigens zu Github umgezogen und hat inzwischen imho auch den Beta-Status verlassen.


    Was mir allerdings tatsächlich negativ aufgefallen ist:

    Beim Entwickeln = öfter mal neustarten zickt der Stick oder genauer der darin steckende ESP32 ab und an sowohl beim Aufbau der WLAN-Verbindung als auch bei der Verbindung zum Switcher.

    Das zeigt sich daran, dass in der seriellen Konsole beim WLAN-Connect nur Fehlerstati ausgegeben werden und dass nach dem Connect die aktiven Kameras als inaktiv angezeigt wird.

    Das erste Problem hat sich bisher nur durch abwarten (Timeout?) erledigt, das zweite immer durch einen Neustart.


    Gruß

    Claus

  • Noch ein Update:


    Unser Sticks haben dazu gelernt und das WLAN gar nicht mehr sowie Typ und IPv4 vom ATEM nur noch zum Teil fest einkompiliert.

    Beides ist mit Hilfe vom WiFi Manager frei konfigurierbar und überlebt auch einen Neustart.

    Damit sind sie in jeder Umgebung einsetzbar.


    Was mir allerdings aufgefallen ist: Es gibt eine Serienstreuung.

    Einer der M5StickC mochte praktisch gar nicht mehr zuverlässig ins WLAN - der ist in die Tonne gewandert.

    Als ich Ersatz ordern wollte, waren die Dinger nicht lieferbar.

    Also habe ich fünf M5StickCplus gekauft - Achtung: bei denen gehört das Ladekabel USB-A-C nicht zum Lieferumfang...

    Von den fünf war einer auch nicht ganz so gut wie die anderen und hatte deutlich schlechtere Werte im WLAN und hat auch regelmäßig den Connect verloren.

    Prima, habe ich gedacht - können wir doch gleich mal ausprobieren, wie der Service so läuft, wenn man in D und nicht woanders einkauft.

    Also den Händler angeschrieben, umgehend ein Versandticket erhalten und das Kartönchen zur Paketstation gebracht.

    Leider ist es auf dem Weg in den Harz bisher nachverfolgbar nur bis Bochum gekommen.

    Schade - da ist dann demnächst wohl mal eine Nachforschung angesagt.


    Die anderen laufen bisher solide.

    Mal abwarten, was der Langzeiteinsatz so mit sich bringt.

    BTW: Wir haben jetzt zwei M5StickC ohne Plus übrig...


    Gruß

    Claus