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100V Technik

  • zegi
  • 10. Juni 2021 um 21:01
  • zegi
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    • 10. Juni 2021 um 21:01
    • #1

    Guten Tag zusammen

    Bis heute hatte ich noch keine Berührungspunkte mit 100V-Technik. Könnte mir bitte jemand erklären, wie das grundsätzlich funktioniert? verlegen*

    Sagen wir, ich habe Swissonic SA65 Verstärker und zwei Sirus Reflect 5 Lautsprecher, die ich gerne betreiben würde. Auf welche Position muss ich den Trafo stellen? Kann ich das Signal von der ersten Box einfach weiter ziehen? Wieviele Lautsprecher könnte ich an diesen Verstärker anschliessen?

    Ich habe mir einige Manuals von Verstärkern und Lautsprechern durchgesehen, aber zu dem Aspekt schweigen sich alle aus :rolleyes:


    Darf auch ins Hobby-Brett verschoben werden, wenns hier nicht passt.

    Der Ton macht die Musik.

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  • floger
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    • 10. Juni 2021 um 21:22
    • #2

    Ich hatte bisher selber auch noch keine 100V-Technik im Einsatz. Aber eigentlich ist das ganz einfach.

    - Du schiließt alles Parallel.

    - An jedem Lautsprecher stellst du mittels Abgriff oder Schalter die gewünschte Leistung ein.

    - Summe ausgewählter Lautsprecherleistungen <= Endstufenleistung.

  • kimix
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    • 10. Juni 2021 um 21:24
    • #3

    Hi!

    Ja, kannst durchschleifen.

    Trafo so einstellen, dass einerseits die benötigte Lautstärke erreicht wird, andererseits aber die Gesamtleistung die max. Leistung des Amps nicht übersteigt.

    Das heißt zB. Amp mit 100 W verträgt 10 LS mit je eingestellten 10 W oder 20 LS mit jeweils 5W

  • verstärkerberserker
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    • 10. Juni 2021 um 21:28
    • #4

    Das 100V Thema ist nicht wirklich kompliziert. Wenn man in die Tiefe einsteigt, gibt kann es aber sehr viele Details geben, die man auch falsch machen kann.

    Die einfachsten Punkte:

    -Der Vorteil gegenüber der "niederohmigen" Verkabelung (ohne Trafo dazwischen) ist, dass Du viele Lautsprecher parallel anschließen kannst und das mit vergleichbar niedrigen Kabelquerschnitten und großen Kabellängen

    -Die Einstellung am Lautsprecher bestimmt wie viel Leistung am jeweiligen Lautsprecher abfällt. Darüber kannst in beieinflussen wie laut ein System maximal geht und auch unterschiedliche Lautsärken an verschiedenen Lautsprechern realisieren, die am gleichen Versärker hängen

    -bei 100V gilt ganz klar: Die Summe der abgegriffenen "Leistungen" muss kleiner als die Leistung des Verstäkers sein. An einem 100W Verstärker könntest Du also 19 St. mit 5W anschließen aber nur 3 St. mit 30W

    Meine persönliche subjektive Meinung zum Klang:

    -der gleiche Lautsprecher klingt mit 100V immer schlechter als an 8 Ohm

    -je geringer die eingestellte Leistung, desto schlechter der Klang (der Unterschied muss nicht immer groß sein)

    -100V Lautsprecher schwächeln meist besonders bei tieferen Frequenzen

    ...Holz ist braun!

  • zegi
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    • 10. Juni 2021 um 21:35
    • #5

    Was würde denn passieren, wenn ich 4 Lautsprecher mit 30W an einen 100W Verstärker anschliessen würde?

    Bei den "normalen" PA-Sachen wäre das ja kein Problem, solange man die Endstufe nicht überfährt...

    Der Ton macht die Musik.

  • djvomght
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    • 10. Juni 2021 um 21:41
    • Hilfreichste Antwort
    • #6

    Ungefähr dasselbe, als wenn du 3 Lautsprecher mit 8 Ohm parallel an eine Endstufe anschließt, die nur 4 Ohm- tauglich ist. Wenn du Glück hast, kommt die Schutzschaltung.

  • wora
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    • 11. Juni 2021 um 00:57
    • #7

    ich habe in den letzten 30 jahren immer wieder mit 100V LS systemen zu tun gehabt.

    und ich darf bestätigen, dass die kollegen hier, die nicht so viel übung damit haben, bereits absolut richtige kommentare abgegeben haben.

    was bei einem zu schwachen 100V verstärker passieren könnte, weiß ich allerdings auch nicht. habe das noch nie ausprobiert, sondern immer entsprechend dimensoniert. frech*

    was den klang von 100V sytemen angeht:

    der schlechte ruf dieser technik kommt vor allem daher, weil da meist nur lautsprecher verbaut werden, die möglichst keine 20,- kosten dürfen ;)

    mit hochwertigen komponenten kann man aber sehr anständige sounds erreichen.

    dennoch sollte die 100V technik am besten nur dort eingesetzt werden, wo es wirklich nötig ist. denn die übertrager kosten ja zusätzliches geld, das dann von der qualität der komponenten (bei gleicher investitionssumme) abgeht.

    ausserdem schränkt man dann sich die mögliche auswahl an produkten ein, wenn man unnötigerweise auf 100V setzt.

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • TomyN
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    • 11. Juni 2021 um 08:37
    • #8

    100V klingt nicht per se schlecht, sondern wie Wora schon sagte, sind die schlechten auf Sprachwiedergabe ausgelegten Lautsprecher das Problem. Ansonsten ist es ein sehr schönes System wenn man viele Lautsprecher mit langen Leitungswegen anfahren muss. Hier arbeiten wir mit über 50 Speakern in 7 Kreisen (Delaylines) komplett über 100V. Ein Grund dafür ist auch die Galvanische Entkopplung, gerade in Hinblick auf die 'Unbilden' der Witterung.

    SIM II Operator und Dante Level I-II-III (Dante sogar dreimal :)
    Jugendschwimmabzeichen, Rettungsschwimmabzeichen in Bronze
    Meine kommerziellen Softwareprodukte SATlive und LevelCheck

  • audiobo
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    • 11. Juni 2021 um 09:14
    • #9

    noch etwas zu den Lautsprecherkabeln:

    Bei niederohmigen Systemen ist die Signaldämpfung (in dB oder %, bei gegebener Leitungslänge und-Querschnitt) relativ zur Impedanz des LS.

    Bei 100V hingegen orientiert man sich an der Leistung, da leistungshungrige Systeme durch die festgelegte Ausgangsspannung eine niedrigere Impedanz aufweisen als kleinere.

    Daher kann man die gerne genannte Pauschalaussage „man kann problemlos lange dünne Kabel verlegen“ nicht einfach so im Raum stehen lassen.

    Bei vielen kleinen LS an einem Verstärker macht sicherlich z.B., wenn möglich (Verteilung auf Fläche), eine sternförmige Verkabelung Sinn, mit einem dicken Hauptstrang und geringeren Querschnitten hinter den Abzweigungen.

    Aber meist hat man dann auch schon wieder mehrere Verstärker im Einsatz.

  • julian-k
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    • 11. Juni 2021 um 13:05
    • #10

    Hier gibt es ein bisschen was zu lesen https://www.monacor.de/magazin/100v-lautsprecher-technik

    Was ist ist, was nicht ist ist möglich

    http://www.unicque.de - Unicque Lighting Augsburg

  • MatzeRockt
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    • 11. Juni 2021 um 13:43
    • #11

    100V Technik ist die einzige, bei der man einen Lautsprecher nur einbeinig anschließen kann und trotzdem was hört - so mehrfach geschehen bei der Inbetriebnahme von größeren Baustellen mit 1000 Lautsprecher und mehr.

    Die induktive Kopplung über den Übertrager reicht zu ein leisen Signal wiedergeben zu können.

    "...stört es sie, wenn ich ein bisschen klatsche..."

  • josefbecker
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    • 11. Juni 2021 um 20:00
    • #12
    Zitat von verstärkerberserker

    Meine persönliche subjektive Meinung zum Klang:

    -der gleiche Lautsprecher klingt mit 100V immer schlechter als an 8 Ohm

    -je geringer die eingestellte Leistung, desto schlechter der Klang (der Unterschied muss nicht immer groß sein)

    -100V Lautsprecher schwächeln meist besonders bei tieferen Frequenzen

    immer schlechter als an 8 Ohm - ist abhängig von der Übertragerqualität. Gute Ringkernübertrager bieten beste Klangqualität verbunden mit geringen Leistungsverlusten.

    tiefe Frequenzen: natürlich gehen wir mal davon aus, dass wir einen Hochpass einstellen, und zwar bei etwa 50-80 Hz.

    Wenn ich eine Stadionbeschallung mit Lautsprechern plane, die mit 500 W-Übertragern bestückt sind, dann brauche ich keine tieferen Frequenzen. Wichtiger sind hier Leitungsverluste.

  • verstärkerberserker
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    • 11. Juni 2021 um 20:14
    • #13
    Zitat von wora

    der schlechte ruf dieser technik kommt vor allem daher, weil da meist nur lautsprecher verbaut werden, die möglichst keine 20,- kosten dürfen

    Das ist natürlich auch richtig. Grundsätzlich behaupte ich aber, dass der gleiche Lautsprecher für 20€ und bestimmt auch der für 100€ besser klingt, wenn ich ihn niederohmig (8 Ohm Einstellung) als über einen der 100V Abgriffe über den Trafo betreibe.

    Zitat von josefbecker

    immer schlechter als an 8 Ohm - ist abhängig von der Übertragerqualität. Gute Ringkernübertrager bieten beste Klangqualität verbunden mit geringen Leistungsverlusten.

    Das stimmt definitiv auch. Leider ist mir bisher kein Lautsprecher über den Weg gelaufen, bei dem der ab Werk verbaute Trafo diese Eigenschaften hatte. Ist für mich auch verständlich, weil die höhere Qualität meist nicht auf ganz oben auf der Prioritätenliste steht. Ich stimme absolut zu, dass man mit guten (externen) Übertragern gute Ergebnisse erzielen kann. Allerdings will man das in der Unsetzung oft nicht und fährt dann eventuell bei gleichem Aufwand und Kosten mit einem anderen System günstiger.

    Zitat von josefbecker

    Wenn ich eine Stadionbeschallung mit Lautsprechern plane, die mit 500 W-Übertragern bestückt sind, dann brauche ich keine tieferen Frequenzen.

    Das war auf jeden Fall mal Stand der Technik und hat auch funktioniert und ist auch noch oft verbaut. Die Vorgaben an Stadionbeschallungen was Pegel, Überwachung etc. angeht, habe aber dazu geführt, dass in den meisten Stadien aktuell keine 100V Technik mehr verbaut wird.

    ...Holz ist braun!

  • josefbecker
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    • 15. Juni 2021 um 10:59
    • #14

    Älterer Artikel von Anselm Goertz zum Grundverständnis 100V-Technik:

    https://www.professional-system.de/basics/lautspr…r-100-v-system/

    Als Anhang ein Leitfaden für 100 V-Lautsprecherinstallationen. Damit dürften die Eingangsfragen von zegi beantwortet werden.

    Dateien

    Planungshilfe_lr.pdf 554,82 kB – 674 Downloads
  • verstärkerberserker
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    • 15. Juni 2021 um 12:49
    • #15
    Zitat von josefbecker

    Älterer Artikel von Anselm Goertz zum Grundverständnis 100V-Technik:

    Sehr guter Artikel zur Vermittlung der Grundlagen.

    Der einzige Punkt, an dem ich wiedersprechen oder besser ergänzen muss, sind die Impedanzen. Ich kenne genug 100V Kisten von der Stange bei denen die angegebnen Impedanz je nach Leistungsabgriff zwischen ca. 150 Ohm und 700Ohm variiert. Da sollte man am Ende schon noch mal drüber schauen.

    ...Holz ist braun!

  • floger
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    • 15. Juni 2021 um 13:09
    • #16
    Zitat von verstärkerberserker

    Ich kenne genug 100V Kisten von der Stange bei denen die angegebnen Impedanz je nach Leistungsabgriff zwischen ca. 150 Ohm und 700Ohm variiert.

    Ja, logisch. Sind dann zwischen 15 und 60W. Passt doch.

  • verstärkerberserker
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    • 15. Juni 2021 um 16:20
    • #17

    Passt für mich klar. Im verlinkten Artikel entsteht aber schnell der Eindruck, dass man da grundsätzlich im Bereich von 1kOhm ist und sich um Impedanzen keinen Kopf machen muss.

    ...Holz ist braun!

  • floger
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    • 15. Juni 2021 um 16:27
    • #18
    Zitat von verstärkerberserker

    Im verlinkten Artikel entsteht aber schnell der Eindruck, dass man da grundsätzlich im Bereich von 1kOhm ist und sich um Impedanzen keinen Kopf machen muss.

    Achso. Wobei man sich ja auch nicht wirklich Gedanken machen muss. Für den Verstärker rechnet man mit Leistungen und solange man nicht gerade einen Kilometer mit Klingeldraht überbrücken will, passt das auch mit den Impedanzen. Man fährt ja selten mit nem Kilowatt auf einem Strang.

  • josefbecker
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    • 15. Juni 2021 um 19:41
    • #19

    Empfehlen würde ich den Einsatz eines einfachen Messknechts: Minirator MR-PRO / MR2

    Misst recht gut und einfach sogar für einen 100 V-Laien die elektrische Impedanz.

    Was auf jeden Fall empfehlenswert ist, ist die Überdimensionierung der Ausgangsleistung des Verstärkers. Lieber 40-50% mehr als die Last und das funktioniert.

  • verstärkerberserker
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    • 15. Juni 2021 um 21:11
    • #20

    Meistens geht sich das mit den Impedanzen wirklich gut aus, wenn es mit den Leistungen passt.

    Den Verstärker überzudimensionieren schadet definitiv nicht, auch um spätere Fehlbedienung zu vermeiden. Wenn die Abgriffe gleich mit höchster Leistung geplant sind, ist es nicht ganz so wichtig, da im Nachhinein keiner "höher schalten" kann.

    Der Minirator ist ideal zum Durchmessen:

    a) kann man damit schon mal die Installation überprüfen bevor der Verstäker dran kommt

    b) schreibe ich (auch für mich) die Werte in die Dokumentation

    Wo es blöd wird, ist wenn im Nachhinein schlaue Leute an den Abgriffen drehen, um eine andere Lautstärkenverteilung zu erzielen und mehr Leistung abrufen. Bei vielen Lautsprechern geht das sehr leicht über einen Drehschalter für den man höchstens einen Schraubenzieher braucht. Wenn dann jemand bei 15 Lautsprechern mit 5W Abgriff die Hälfte auf 20W umstellt ist auch die Leistungsreserve schnell aufgebraucht. Ist mir jetzt schon 2x passiert und war dank der Messung aber recht schnell zu finden. Ich behaupte, dass das nicht so oft passiert, wenn man zum ändern des Abgriffes die Drähte umklemmen muss.

    ...Holz ist braun!

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