Hallo zusammen,
ich plane gerade einen möglichst leichten Single-21″-Subwoofer und würde gerne eure Einschätzung hören, bevor ich Holz bestelle und am Ende einen bassreflexabgestimmten Kleiderschrank mit Griffen baue.
Ziel ist ein leichter 21er mit grob 45–50 kg Endgewicht. Also bewusst kein 80-kg-Touring-Monster. Der Sub soll tief können, aber noch halbwegs tragbar bleiben.
Gehäuse / Grunddaten
Geplant ist ein Bassreflexgehäuse aus 15-mm-Pappel-Multiplex.
Außenmaße:
- Höhe: 885 mm
- Breite: 630 mm
- Tiefe: 680 mm
Innenmaße grob:
- Höhe: 855 mm
- Breite: 600 mm
- Tiefe: 600 mm
Das ergibt ungefähr:
- Außenvolumen: ca. 379 Liter
- Innenvolumen brutto: ca. 308 Liter
Die Front wird im Chassisbereich doppelt ausgeführt, also dort ca. 30 mm stark. Vorne ist die Front etwas zurückgesetzt, sodass Woofer und Port etwas geschützt sitzen.
Geschätztes Nettovolumen
Vom Innenvolumen gehen ungefähr ab:
- Portvolumen: ca. 73–75 Liter
- Portbretter / Porttrennsteg: grob 10–12 Liter
- doppelte Frontplatte innen: ca. 3–4 Liter
- 21″-Treiber: je nach Modell ca. 8–15 Liter
- Streben / Verstärkungen: grob 5–10 Liter
Damit komme ich grob auf ein tatsächliches Netto-Kammervolumen von ungefähr:
ca. 200–215 Liter netto
Je nach Treiber und tatsächlicher Verstrebung kann das natürlich etwas schwanken.
Port
Der Port sitzt unten als gefalteter Slotport.
Portdaten:
- Gesamtbreite: 600 mm
- Höhe: 125 mm
- Länge: ca. 1000 mm
- Portfläche ohne Mittelsteg: 750 cm²
- Portfläche mit 15-mm-Mittelsteg: ca. 731 cm²
- geplante Abstimmung: grob 29–31 Hz
Der Port soll dauerhaft mittig durch einen 15-mm-Steg geteilt werden. Es wären also praktisch zwei durchgehende Bassreflexkanäle, nicht nur vorne optisch getrennt.
Pro Kanal wären das ungefähr:
- Breite: 292,5 mm
- Höhe: 125 mm
- Länge: ca. 1000 mm
- Fläche pro Kanal: ca. 366 cm²
Zusammen also ca. 731 cm² effektive Portfläche.
Der Port ist einmal gefaltet. Der Mittelsteg läuft dauerhaft mit und soll gleichzeitig als Versteifung dienen. Die Idee ist, dass der lange Slotport dadurch nicht als große schwingende Fläche arbeitet und die Luftführung sauberer bleibt.
Mögliche Abstimmung / Bedenken
Nach grober Rechnung sollte das Gehäuse irgendwo um 30 Hz abgestimmt sein.
Mir ist bewusst, dass der Port mit ca. 1 m Länge recht lang ist. Deshalb frage ich mich auch, ob Portresonanzen ein Thema werden könnten. Eine grobe Viertelwellenresonanz läge bei rund 85 Hz, also durchaus im Nutzbereich oder in der Nähe der Trennung, je nachdem wie tief man trennt.
Geplant wäre vermutlich ein Betrieb mit DSP, z. B.:
- Highpass ca. 25–27 Hz
- Lowpass ca. 80–100 Hz, je nach Tops
Material / Stabilität
Material ist 15-mm-Pappel-Multiplex. Ich weiß, dass das nicht so steif ist wie 18-mm-Birke, aber Ziel ist eben Gewicht sparen.
Geplant sind:
- doppelte Front im Chassisbereich
- dauerhaft geteilter Port als zusätzliche Versteifung
- seitliche Griffe
- horizontale und vertikale Innenstreben
- hinten Speakon-Terminal
- eventuell oben ein M20-Flansch
- möglichst keine unnötig schweren Rollen oder übertriebenes Frontgitter
Die Frage ist: Reicht das stabilitätsmäßig für einen 21″-Sub, oder baue ich damit am Ende eine große Cajón, die zufällig auch Bass macht?
Gewichtsschätzung
Das Holz liegt nach aktueller Planung grob bei ungefähr 27–30 kg, je nachdem wie viele Streben und Verstärkungen am Ende noch dazukommen.
Mit Treiber wäre ich ungefähr hier:
- mit leichtem Neo-21″: eventuell 45–48 kg
- mit 18Sound 21LW1400 / LaVoce SAF214.50: eher 48–52 kg
- mit Lack, Griffen, Terminal, Gitter usw. vermutlich eher knapp über 50 kg, wenn ich nicht aufpasse
Das Ziel wäre also nicht „ultraleicht“, sondern eher „noch alleine bewegbar, ohne danach drei Tage wie ein Klappstuhl zu laufen“.
Treiberkandidaten
Bisher überlege ich:
- 18Sound 21LW1400
- LaVoce SAF214.50
- RedCatt 21NPW 4 Ohm
- oder etwas ganz anderes
Wichtig wäre mir:
- tief spielend
- bassreflextauglich
- halbwegs effizient
- nicht unnötig schwer
- geeignet für ca. 200–215 Liter netto
- geeignet für ca. 30 Hz Abstimmung
- eher Subbass-tauglich als reiner Kickbass
Fragen an euch
- Macht die Konstruktion grundsätzlich Sinn für einen leichten Single-21″?
- Ist 15-mm-Pappel-Multiplex mit doppelter Front, Portsteg und zusätzlichen Streben stabil genug?
- Ist das Nettovolumen von grob 200–215 Litern für einen 21er bei tiefer Abstimmung noch sinnvoll?
- Passt der Port mit ca. 731 cm² Fläche, 125 mm Höhe und ca. 1000 mm Länge?
- Sind die zwei getrennten Bassreflexkanäle sinnvoll, oder wäre ein großer ungeteilter Slotport besser?
- Ist die lange Portlänge wegen Resonanzen problematisch, besonders im Bereich um 80–90 Hz?
- Welchen Treiber würdet ihr für dieses Gehäuse nehmen?
Mir ist klar, dass ein leichter Single-21er immer ein Kompromiss ist. Ich will keinen unzerstörbaren Touring-Panzer bauen, sondern einen möglichst leichten, tief abgestimmten Sub, der noch transportabel bleibt.
Skizze ist angehängt. Ich hoffe, man erkennt die Idee mit dem gefalteten und mittig geteilten Port einigermaßen.
Danke schon mal für eure Einschätzungen zu Gehäuse, Stabilität, Port und Treiberwahl!
Hier die Skizze: https://postimg.cc/gallery/pn7Prc7
