Großbeschallung Bühne 5000+ ohne Linearray - 2019 noch zeitgemäß? Aktuelle Systeme?

  • der beschaller ist da, leider, anderer meinung.

    ich hatte ja im vorfeld auch meine bedenken, aber ich war mir eben auch nicht sicher. angeblich sollte das ja "alles kein problem" sein.

    jetzt weiß ich es aber - und nun muss ich überlegen, wie ich mit der situation in zukunft umgehe :)

    man hat dir deine Zweifel angesehen, wora :-) hab sogar irgendwo noch ein Bild von dir mit dem Blick..

    in der Mitte wars ok, ich saß etwas rechts, da kams eher dünn. und die Bässe waren in der Toilette hinter dem Zelt druckvoller, als im Zelt......

    ich hab vorletztes Wochenende auf nem HD System Open Air gespielt ( kam von meinem Lieblingsverleiher). HD Pack No3 ( 4St. je Seite mit jeweils 3 Infra ), hat mich sehr überzeugt!

  • Es funktioniert sicher ohne Probleme bei Veranstaltungen bis 10000 Gästen, es hat allerdings ohne Delayline im Hochtonbereich nicht die Reichweite eines guten Linearrays, daher bieten sich eher quadratische oder breite Zuhörerflächen an.

    Frage wäre jetzt; wie (groß + schwer) das Setup (stellvertretend für ähnliche Systeme) aussehen müßte, um -sagen wir mal 100mal100 Meter- Tanzfläche EDM beschallen wollte.

    Das schafft man z.B. mit 4 20er Hangs K1 ohne Delay und 80 Bässen.

    Mit minimaler Verdeckung der Deko / minimaler flächenmäßiger Behinderung Laser / Licht / Feuer. (EDM >> Funktion folgt Form)

    Das größte Problem würde wohl sein, überhaupt soviel Material zusammen zu bekommen.

    Wie sieht das mit der Standardisierung der Amp-Racks und Kabel aus?

    Der Vernetzung der Amps? Wir reden da schnell mal von 300 zu managenden Kanälen...

    Und wenn; alleine das Zurücksortieren aller Komponenten würde Tage dauern, in einer entsprechenden Halle mit entsprechender Man-Power.

    Beim Abriss auf dem Acker aller Gewerke gleichzeitig hat man schon Mühe, überhaupt alle Kabel und Kisten unter den Konfettibergen wiederzufinden.

    Ich denke; auch dieses Thema sollte man nicht vernachlässigen bzw. kleinreden..

  • Man sollte aber zur Ehrenrettung der aktuellen Vertikalstapelschachtel-Arrays dazu sagen, dass viele Horntops wie Director auch nur mit daneben/dazwischen geflogenen Bässen im grösseren Setup funktionieren. Sonst wird es bei Trennfrequenzen von 120-140Hz eher unschön.

    das ist ja genau die "kunst" beim clustern. wer das nicht verstanden hatte, bekam viele und unschöne kammfilter. und viele haben es nicht mal bemerkt... ;-)

  • man hat dir deine Zweifel angesehen, wora :-) hab sogar irgendwo noch ein Bild von dir mit dem Blick..

    in der Mitte wars ok, ich saß etwas rechts, da kams eher dünn. und die Bässe waren in der Toilette hinter dem Zelt druckvoller, als im Zelt......

    ich hab vorletztes Wochenende auf nem HD System Open Air gespielt ( kam von meinem Lieblingsverleiher). HD Pack No3 ( 4St. je Seite mit jeweils 3 Infra ), hat mich sehr überzeugt!

    du warst das also ;-)

    dass die bässe ausserhalb des zeltes lauter erscheinen, ist aber normal. im zelt werden ja nur die mittleren und hohen töne reflektiert, das heisst auch nach aussen weniger übertragen. für bass ist so eine zeltwand dagegen kein nennenswerter widerstand. deshalb bleibt aussen verhältnismässig mehr bass übrig. diesen effekt kann man dem system also nicht anlasten :-)

  • es gibt übrigens duchaus nauch ein paar alte hornsysteme, die sich mit aktueller verstärker- und controllertechnik in ihrer performance überhaupt nicht hinter linearrays verstecken müssen. fragt mal den kollegen Rockline.

    Das Thema Hornkisten habe ich soeben erst zufällig entdeckt. Ha, wie Wora erwähnte nutzen wir solche Kästen nach wie vor. Konkret haben wir zehn Audio Performance SL-2 in der Bude rumstehen, die wir immer noch mit großem Eifer verwenden. Dazu gibt es ein paar gute Gründe:

    a) Kostet nix

    b) geht gestackt auf zwei quer liegende 218er ruckzuck auf Höhe

    C) guter Sound

    Die SL-2 ist eigentlich eine Meyer MSL-3, aber mit einem gescheiten Gehäuse. Während man eine MSL3 nicht gut packen und transportieren kann, hat die SL-2 hinten zwei Bockrollen verbaut und lässt sich wie eine Sackkarre fahren. Zudem ist der Griffabstand bei der SL-2 im Gegensatz zur MSL-3 so gewählt, dass ein normaler Mensch auch beide Griffe seitlich packen kann. Bei der MSL-3 muss man dazu 1,3 Meter breit greifen.

    Zu unseren SL-2 haben wir Controllereinstellungen die den Dingern zu beachtlich gutem Ton verhelfen, und dank sehr defensiver Limitereinstellungen nahezu ewig halten.

    Die Kisten haben mächtig, mächtig Grundton...die Teile machen sogar "Bass" dank tiefer cutoff Frequenz bei etwa 75Hz/24dB. Trennung der beiden 12er zum 1,4" ist 1K.

    Was tun wir damit? Viel, eigentlich zuviel. Aber die Kisten muss man erst mal adäquat ersetzt bekommen, denn zwei SL-2 pro Seite machen mehr Druck als beispielsweise 9 Karas je Seite. Wieviel Leute man damit volles Brett zupegeln könnte, kann ich nicht sagen. Wir machen damit viele große Sachen mit hohem Besucheraufkommen, und bei dem "fun" Preset mit progressiverer Limitereinstellung geht es unfassbar ab. Bei den "safe" Presets ist bei den 12er bei 400 Watt Ende - das ist die typische Stadtfest und Gastmischerkonstellation, die völlig ausreichend ist. Im Gegensatz zu Kara oder V spielt das SL-2 natürlich nicht so homogen gleich an jedem Platz, aber der Sound im Nahfeld bis ca. 20 Meter ist derart explosiv und lebendig - das kann eine Arraykonstruktion nicht in der Form wie solche Horntrichter. Weiter weg lässt die Reichweite deutlich nach, dennoch ist die Verständlichkeit selbst in großer Distanz noch verblüffend gut und laut. Alles in allem für alles zu gebrauchen, Zelte, Open-Air und große Stadthallen mit einem Sound, der mit hohem Drehmoment bei Autos zu vergleichen ist. Und wie zu Anfang erwähnt: altes Zeux kostet nix, und spielt nur noch Gewinne ein :)

  • wow, ihr habt mittlerweile 10 stück davon... respekt ;-)


    meine SL2 zeiten starteten etwa mitte der 90er jahre und waren nach 2003 leider vorbei, nachdem die disco, in der sie installiert waren, keine livemusik mehr machte (und kurz darauf komplett geschlossen wurde).

    die damals bei uns sehr verbreiteten C4 haben sie klanglich definitiv getoppt, aber das wollte ja damals keiner hören 8) egal, die zeit geht weiter!

    leider bin ich deutschlandweit nicht mehr unterwegs, seit ich den festen job angenommen habe. sonst hätte ich ja die hoffnung, mal wieder auf euren SL´s arbeiten zu können ;)

  • Dass dort dieses Jahr KV2 hängt, ist aber weniger in der Unzufriedenheit mit dem Sound begründet, sondern hat andere Gründe (die ich leider nicht näher erläutern kann / darf).


    Das vorherige (URPS-)Hornsystem hatte im Bassbereich natürlich deutliche Vorteile in Bezug auf Klang und Output gegenüber den verwendeten Doppel 21" Bandpässen.

  • Dass dort dieses Jahr KV2 hängt, ist aber weniger in der Unzufriedenheit mit dem Sound begründet, sondern hat andere Gründe (die ich leider nicht näher erläutern kann / darf).


    Das vorherige (URPS-)Hornsystem hatte im Bassbereich natürlich deutliche Vorteile in Bezug auf Klang und Output gegenüber den verwendeten Doppel 21" Bandpässen.

    na ja, was heißt darf man näher nicht erläutern, ich denke sowas nennt sich Werbung/Sponsoring, macht ja Sinn wenn man was recht neues unbekanntes am Markt hat.

    Das soll auch sicher nicht die Leistung des Systems aus dem letzten Jahr in frage stellen sondern nur zeigen das auch große Konzerte mit Point Source beschallt werden können.


    Wäre interessant zu wissen wie es war, gerade der Mittel/Hochton Bereich.

    Die Doppel 21“er sind wahrscheinlich deutlich unpräziser als die URPS, hab leider noch nie so ein System selbst gehört, stelle es mir aber spannend vor :)


    Für KV2 wäre es wahrscheinlich klanglich besser gewesen ein Rudel der neuen Doppel 18“ da hin zu fahren, aber das muss man logistisch und finanziell erst mal meistern.


    Warst du vor Ort ralle14 ? Wie groß ist das Gelände? Das ist auf den Fotos mit der ganzen Deko echt schwer zu sehen. Und was hing an den anderen Floors? Ein VHD 2.0 meine ich gesehen zu haben auf den Fotos?!?

  • Ja, solche Artikel sind natürlich auch „Werbung“ aber da wir ja gerade das Thema hier haben wollte ich euch das zumindest zeigen.


    Clean Bandit ein mittelmäßig bekannter internationaler Act spielt vor 4000 Leuten mit einem Point Source ( VHD 2.0 ).


    https://www.prosoundweb.com/ch…the-stage-with-kv2-audio/

    Hmm...in der Box sind 2 x8"er hinter kleinen Schallverteilern montiert, und obenrum spielt ein 1,4" von 18sound (NSD1480N vermute ich) auf ein 80 x 40° Horn. Die beiden Grundton 12er tun zum maximalen Pegel jetzt nicht so viel bei. Also insgesamt keine Raketenwissenschaft. Ich kenne die KV2 Sachen vom hören her, in Frankfurt auf der Freifläche. Das klingt super - aber das ist auf keinen Fall lauter als beispielsweise unsere alten SL-2. Für 4000 Peoples wird das, was da aus Jordanien beschrieben wird, aber kein echter Rock n Roll Pegel werden. Wir haben früher mit insgesamt vier GAE Director die Kapelle "Knorkator" mal bei einem Festival vor 5000 Besuchern beschallt - das ging und war auch laut, wenn der Abstand bis zur letzten Reihe überschaubar ist. Man sollte das einfach mal wieder 1:1 vergleichen, also gutes Hornzeug vs aktuelles Array.

  • Ich fände ein Dreier Vergleich cool, „alte“ Horn PA vs. LA vs. Modernes Single Source System, da am besten KV2 und Dannley :)


    Ich denke auch das bei den 4000 eher mäßiger Pop Pegel gefragt war in kein knorrkator Metal Brett :)

    Bei mir auf dem Profilbild und den 6000 war es auch kein Metal, man muss ja auch das richtige Werkzeug zum Job nehmen ;)


    Edit: ich stelle fest man kann hier im Forum das Profilfoto nicht vergrößern, daher hier von mir noch mal eine große Version:

  • Es geht in dem Fall noch etwas tiefer als Sponsoring.


    Sicher lassen sich große VA mit Point Source beschallen, ich bin selber ausgesprochener PS-Freund. Aber dass 32x10" / 6x8" und 3x1,4" Treiber pro Seite auf einem 80x30° Horn in Punkto Wurfweite / Pegel auf Distanz mit 20x15" / 20x8" / 40x1" aus den Vorjahren gleichziehen, möchte ich nicht so recht glauben. Aber das soll jetzt keine Grundsatzdiskussion LA vs. PointSource werden.


    Ich war dieses Jahr nicht vor Ort, nur letztes. Dort standen auf dem Mainfloor 16 Bässe mit je 25x9" Pappen und insgesamt 23m² Abstrahlfläche. Das ergibt natürlich einen komplett anderen Klangeindruck als 21" Pappen mit Resonatoren, sehr präzise bis in den Tiefstbass und teilweise brutal laut / drückend.


    Der Floor hatte geschätzt 40x60m Fläche, war aber auch nicht klar abgegrenzt. Die Bevölkerungsdichte auf einer Goa ist anders, die Menschen stehen deutlich weiter auseinander als auf einem Konzert.


    Dieses Jahr wurde der zweite Floor mit VHD2.0 beschallt (letztes Jahr durch eine andere Firma mit Outline, gruselig...) und der dritte Floor mit ES1.0 und den dazugehörigen Doppel15" Bandpässen (letztes Jahr ebenfalls mit URPS, 100x9" + 2x LA-Modul wie auf dem Main pro Seite).

  • Also zeitgemäß und klanglich das Beste, was ich so gehört habe: Lambda Labs (und nicht nur Elektro). Ist halt auch nur als "Großbeschallung" zu verwenden und nicht für kleinere Sachen. So wie auch die 25° Turbos oder F1.

    Skalierbarkeit: also eine Linearray ist auch nur bedingt skalierbar (im Bereich von 8 oder 12 Elementen klar, darunter dann die oft gepriesene Grundtonschwäche, zumindest auf Distanz, da ja keine Zylinderwelle...)


    Naürlich funktioniert ein Hornsystem auch auf Distanz, das Problem ist nur: man muss vorne sehr laut machen um hinten noch was zu haben.


    Zur Schallverteilung für den Mischer: hab leider schon völlige Flops erlebt, bei dem die Linearray den Mischer und die hinteren Ränge wunderbar erwischt hat, nur das Hauptpublikum in der Mitte-Totalausfall


    Zu KV2. Echt brauchbare Systeme, doch ich möchte stark bezweifeln, dass ein HT Treiber mit 90° auch nur ansatzweise ausreicht. Da geht nicht viel mehr als 120 dB. Das ist auch bei F1 und Turbo so. Da hat das Arrayprinzip (wie es manche inzwischen auch mit klassischen Tops machen ) schon mehr Sinn oder halt die Alconsvariante, da geht auch über 130 dB noch was.


    P.S. Die Schalldruckangaben beziehen sich auf reale Werte, nicht kalkulierte

  • Naürlich funktioniert ein Hornsystem auch auf Distanz, das Problem ist nur: man muss vorne sehr laut machen um hinten noch was zu haben.

    An solchen Themen merkt man wie man selber alt wird und das Wissen

    der Vorgeneration so langsam im Nichts verschwindet .

    Ich stand seinerzeit immer fassungslos vor den riesigen Hornstacks ,

    bestehend aus einer Unzahl scheinbar zufällig hingestellter Systeme .

    Ganz oben waren diese seltsamen "Tröten" ,

    welche sich erstmal gegen jede Logig sträubten .

    Erst viel später erfuhr ich , daß dies longthrow Hörner waren ,

    welche dafür sorgten , daß hinten praktisch der selbe Pegel war wie vorn .

    Auf ganz großen Events wurde sogar mit mehreren Ebenen gearbeitet .

    Kurz gesagt , was man heute so gern hätte , gab es schon mal .

    Natürlich war der logistische Aufwand gigantisch und als Top/Sub in Mode kam ,

    ging das so nicht mehr , mit allen bekannten Auswirkungen .