Kleine PA auf 12V Basis für Basslastige Musik

  • Der erste Ansatz sollte sein, möglichst Systeme mit hohem Wirkungsgrad zu verwenden - sowohl vom Gehäuse her als auch von den Chassis her.


    Gerade im Sub-Bereich ist das icht trivial - aber der Cubo mit den dort genannten Chassis trifft AFAIK in keinem der beiden Bereiche das, was man will.


    ... sprich Du suchst nette Old-School-Konstrukte aus den 80ern mit passenden Chassis, die nicht gerade mit 800W++ angefahren werden müssen, um Pegel liefern zu können.

    Dummerweise sind gerade diese Konstrukte schon eh nicht stark im tiefen Tiefstbass :-) - damit also nochmals weniger Pegel oder mehr Material-Einsatz um das zu kompensieren.


    Daher würde ich im Bass auf ein System setzen und davon dann die Anzahl erhöhen - HD15 z.B - kann Pegel und kommt in Menge auch sowas wie runter. Mit passendem Chassis muss man ggf. auch nicht unendliche Mengen an Watte reinschieben, damit was raus kommt - QnD-Google (via https://forum.speakerplans.com…river-sims_topic2617.html) meint, beyma 15LW30 sein ein Kandidat.

    Leider kostet so ein Chassis dann ein wenig mehr als das Kappa-"Equivalent".


    -> Chassis mit recht viel X-Max bei recht wenig Leistung und einigermaßen passenden sonstigen Parametern für den Kübel suchen. Davon dann so viele, daß die untere Grenzfrequenz erreichbar ist, die man gerne hätte.


    Passende Tops zu finden dürfte wesentlich einfacher sein.


  • Und natürlich, dass es Zwecks der Effizienz Sinn ergeben könnte, ganz oldschool auf Hornlautsprecher zu setzen.

    Effizienz auf Lautsprecherebene ist eigentlich nur mit einem Horn zu erreichen.

    Tiefbass, Horn und transportabel schließen sich aber gegenseitig aus. Außer du baust dir einen Trichter aus abnehmbaren Holzplatten dran. Dann lässt sich das Horn zum Transport zusammenfalten hat im Betrieb aber die nötige Größe für die gewünschte niedrige Grenzfrequenz.

    Ich weiß nicht ob es irgendwo Baupläne für ein solches Konstrukt gibt. Es wäre aber wohl der zielführendste Ansatz.

  • Wie erreiche ich bei den gegebenen Vorraussetzungen, also

    - 12V Amping

    - 600-700 Ah vorhandene Bleiakkus für eine Nacht Rave

    Warum unbedingt 12V? Ich weiss schon, CarHifi-Endstufen mit gigantischen Fantasie-Leistungsdaten gibts billig beim schnellen Ali. Die sind aber in der Regel nicht annähernd Volllast-Dauerbetriebsfest (weil das im Auto eh keiner aushält...), haben aufgrund abenteuerlicher Netzteilkonzepte einen grauenhaft schlechten Wirkungsgrad und können auch klanglich (Dämpfungsfaktor...) nicht mal annähernd mit einer ganz normalen 2x500W-Mittelklasse-PA-Endstufe mithalten.

    Im ELA Bereich in Stadien und grossen Hallen ist es gängige Praxis Endstufen intern mit 24V oder 48 V zu betreiben damit man die bei totalem Stromausfall zur Notfallalarmierung einfach automatisch auf ein Regal voller Bleibatterien umschalten lassen kann. Und die wissen auch warum...

    Einfache Rechnung (gebrückte Ausgangsstufe):

    12V DC entsprechen mit Signal ca. 8,5Veff und damit an 4 Ohm mickrigen 18W Dauerleistung.

    Bei 24V sind es bereits 75W, damit ist zumindest im Hoch-/Mitteltonbereich schon was anzufangen.

    Bei 48V stehen 290W Sinus an 4 Ohm an, das macht mit einem Pärchen W-Bins oder ähnlichem schon ganz anständig Radau. Und das alles ohne anfällige, verlusterzeugende Spannungspumpenschaltungen.

  • Hi.


    Plane grad wieder ne mobile mini PA und bin über dein Thema gestolpert.

    Bin eigtl. sonst nur Mitleser, aber hierzu habe ich bissl Erfahrung.

    Habe selber ca. 10 Raves (Techno/House) mit 12V Technik gemacht.

    Wichtig ist ein möglichst hoher Wirkungsgrad der Amps und Lautsprecher.

    Hatte zeitweise auch ca. 600Ah, sprich 10 "Autobatterien" dabei.

    Hatte z.B. für ne Goa Party 2 Dynacord dlite 15.3 an einer Steg QM310. 2 und dazu 4 Syrincs S3 154 Subwoofer an einer Class D Hifonics Colossus.

    Wie schon erwähnt sind die Amps nicht für Dauerbetrieb am Leistungslimit ausgelegt, aber wenn man auf Halblast fährt, geht da trotzdem ne Nacht am Stück.

    Auch mit weit weniger Akkus.

    Hatte aber wenn dann auch alle parallel wegen dem schön kleinen Innenweiderstand und weil ja dann die ges. Kapazität, durch geringere Stromentname pro Akku, steigt.

    Habe mir dazu auch nen Servernetzteil für 12V Betrieb umgebaut.


    Habe extra für die mobile Geschichte einen Leichtbau doppel 18" 6th order Bandpass als Fahrradanhänger mit Auflaufbremse gebaut.


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    Dem Syrincs BP218 / Eurosub nachempfunden.

    Wiegt mit 55Ah Akku, Amp, etc. ca. 95Kg.

    Als Topteil dazu ein modifiziertes "schwarzes Schaf"

    Läuft beides an einer Alpine MRX F30.

    Aber auch an einer Proline 3000 durfte "Spongebop Bassbox" schon ne Nacht atmen.

    Sicher, da gehts dann schon gewaltig mehr ab als an den ca. 100W aus zwei gebrückten Kanälen der 2,4Kg schweren Alpine MRX F30, aber auch das hat schon ne Party mit 100 Leuten beschallt (open air to go) und den einen 55Ah Akku in 2 Stunden von 12,6V auf 12,5V absinken lassen.


    Besorge dir große Boxen, dann gehts auch mit 12V...

  • Bei dem Thema werde ich richtig neidisch... hatte vor Jahren hier mal ähnliches gefragt: Fahrraddemo beschallen: Wir brauchen Bass!?!. Auch anderswo werden solche Themen besprochen: Solar Akku Soundsystem. Bei uns zeigte sich aber, dass nicht genug Interessenten oder engagierte Leute für solche Projekte vorhanden sind. Warum ist das, laut Video oben, in Sachsen-Anhalt anders als im Ruhrpott??

    Das Bass-Problem ist deswegen bis heute ungeklärt. Unsere größeren Anlagen laufen de facto ab 70-80 Hz und reichen bei DIN 15905-5 kompatiblen Pegel für 500-1000 Pax. Für ernsthafte Dub-Sessions braucht man jedoch 125 dB Dauerpegel ab 30 Hz. Weniger macht keinen Spaß, ich habs oft gemessen. Unter 115 dB hebst Du dich nicht von Soundboks, Teufel & Co ab.

    Aber da ihr nicht fahrrad-transportabel sein braucht, eröffnet das einige Möglichkeiten. Dann sehe ich das zuerst zu klärende Problem in den Transportmöglichkeiten für Akkus und Boxen.


    Hier am Ort gibt es in der Soundsystem-Szene ähnliches: Tuktuk Soundmobil. Die haben Akkus an Bord, die dienen aber meist für den Antrieb - die Soundtechnik zieht 10 kW und wird für längere Einsätze vom Benzingenerator versorgt. Ist übrigens 4x18" Eigenbau Bassreflex und 8xPH-2380/BM-D750. Das reicht für eine Fläche von 50-100 qm. Etwas größer ist die Anlage von Dsubsound mit 4x24" Subs, das füllt einen kompletten 7,5-Tonner Lastwagen. Technisch ist es überhaupt kein Problem, das mit 12V Elektrik anzutreiben.


    In Brasilien gibt es ganze Festivals mit so was:



    Ich weiss nicht, wie diese Leute so viel Geld investieren können... also rechne ich mal ein bisschen:

    TIefbass ist erwünscht, aber Lautstärke kann durchaus begrenzt sein. Ist sie ja allein wegen der Akkulaufzeit, wie ihr schon erwähnt habt

    Generell gilt mir: Qualität > Pegel


    12V gegenüber Generatoren aus mehreren Gründen:

    - Gute AGM Batterien mit insg. 600-700AH sind vorhanden

    Das ist eine Energiereserve von 7-8 kWh. Wenn das die Akkus in 10 Stunden voll ausnutzen soll, kann das nur eine Dauerleistung von 750 Watt für die gesamte Anlage geben. Oben hast Du was von 3 Nächten Festival gesagt, bei trübem Wetter ohne Nachladen also 250 Watt zulässiger Verbrauch. Bei einer hocheffizienten Class D Autoendstufe hast Du dann 100 Watt Dauerleistung an einem der Stereo-Lautsprecher. Peakleistung ist bei Dub vielleicht das doppelte, bei Hiphop eher das vierfache.


    Erste Folgerung: Eine digitale Car-Endstufe mit echten 500 Watt pro Kanal reicht dicke. Im Dauerbetrieb sollte die aber nicht bis auf letzte ausgenutzt werden, besser nur das Doppelte der zulässigen Impedanz anschließen. Sieh auf den vielen Vergleichs-Webseiten also nach 1 kW pro Kanal. Die gibts übrigens auch mit eingebautem DSP.


    Zweite Folge: Ein Dauerpegel von 125 dB auf 1 Meter braucht einen Lautsprecher-Wirkungsgrad von 105 dB. Deine 4x15" Tiefton-Stack-Idee ist leistungsmäßig völlig drüber, aber wegen dem Wirkungsgrad musst Du das trotzdem immer mitschleppen! Obendrein ist für solche Systeme typisch, dass bei Einzelbetrieb die untere Grenzfrequenz deutlich ansteigt. Von diesem Cubo Extended kenne ich leider keine Daten. Die sonst empfehlenswerte Seite data-bass.com scheint gerade kaputt zu sein. Als Beispiel könntest Du auch bei Tom Danley nachlesen, dass die nötigen Werte z.B. auch mit einem einzigen 15" Tapped Horn erreichbar wären.


    Dritte Folge: Die Kickbässe und Mid/High-Tops brauchen wegen dem zu den Höhen abnehmenden Energiegehalt der Musik weniger zu arbeiten. Das wird aber völlig aufgefressen, wenn sie einen kleineren Wirkungsgrad als obige 105 dB haben. Gleichst Du das aktiv aus, bleibt für den Tiefton vielleicht nur noch ein Drittel der Gesamtleistung übrig! Dann reicht die Anlage wirklich nur noch für 10 bis 20 Leute.


    Vierte Folge: Wenn Du die Anlage per DSP trennen willst und dieser einen Rauschabstand von 103 dB hat (als Beispiel, MiniDSP HD für 12 Volt-Betrieb), dann wird eine 125 dBmax. Anlage mit 22 dB rauschen! Selbst wenn die Lautstärkeregelung hinter dem DSP läge (unüblich bei PA), hast Du in den Musikpausen störendes Geräusch. Dasselbe gilt übrigens auch für die Endstufen. Falls das unakzeptabel ist, brauchst Du edelstes Material wie Highend-D/A Wandler und vorgelagert rein digitale 24 bit Signalverarbeitung.


    Langer Rede kurzer Sinn: Dein Konzept wäre machbar, aber es gibt viel zu schleppen. Ich würde eher 18" Tieftöner im hocheffizienten Gehäuse nehmen plus ein komplett hornunterstütztes Zweiwege-Topteil. Kleinere Setups machen einfach keinen Spaß.

    -uli


    P.S.: Bitte Geduld mit meinen Antworten, bin nur alle paar Wochen online.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von der uli ()

  • Wow jetzt habe ich lange nicht mehr reingeschaut hier. Vielen Dank für eure Beiträge!

    Ich stecke mittlerweile mitten im Bau. Ich hab mit recht effiziente und hochwertige Class-D Car-Hifi Verstärker für Subwoofer (1500W Sinus an 4 Ohm) und Woofer (400W Sinus an 4 Ohm) gekauft und eine kleine Class-A (150W Sinus an 4 Ohm) für die Höhen. Dazu baue ich drei Komponenten:

    - ein Kernstück (das "Brain") mit den ganzen Verstärkern, nem DSP (Dayton Audio 408) als aktive Frequenzweiche und nem 500W Wechselrichter für DJ-Equipment

    - 2 18" Front-Loaded-Horns mit nem Bassreflexkanal in der Hornkamme. Von den Werten her sind das mit die effizientesten Subwoofer die ich gefunden habe. Sie kommen zwar nur bis 50 Hz runter linear (-8db bei 40 Hz) aber werde ich meinen Anspruch etwas zurück schrauben. Mal sehen ob uns das langfristig reicht. (https://www.lautsprechershop.de/hifi/mivoc_horn.htm)

    - und dann noch irgendwelche Horn-Tops, wobei ich echt unschlüssig bin weil ich noch keine Baupläne gefunden habe, die das Budget nicht sprengen. Mit allen Einzelteilen für das "Brain" und sie Subs, viel gebrauchtem aber halt auch viel Elektronikkleinteile (Relais, Schalter, Buchsen und so weiter) sind da bis jetzt ca. 2000€ reingeflossen.


    Hat wer Ideen für Baupläne oder gebrauchte sehr effiziente Horn-Tops, nach denen ich Ausschau halten könnte?