COVID-19, Aspekte ausserhalb der Veranstaltungswirtschaft

  • Bevor man wieder seinen Sarkasmus auspackt, sollte man vielleicht bedenken, dass man nicht jeden dahergelaufenen Helfer ein Beatmungsgerät mit der Anweisung "Mach mal!" in die Hand drücken muss. Es gibt auch durchaus Tätigkeiten, die ohne mehrjährige Ausbildung gemacht werden können.

    Auch in der VT wird nach dem Prinzip gearbeitet, dass man Know-How durch helfende Hände ergänzt. Und ja - Hands im Krankenhaus, da läuft einem direkt ein Schauer über den Rücken bekommen. Allerdings wird die Versorgung bei einem Mangel an qualifizierten Personal auch nicht besser.


    Fakt ist, sollten sich die schlimmsten Szenarien bewahrheiten, ist es besser schlecht als gar nicht qualifizierte Personen an der Hand zu haben.

    Und das nur unter dem Punkt, dass evtl. in einer nicht allzu fernen Zukunft überhaupt genug Beatmungsgeräte zur Verfügung stehen und der Personalmangel das Problem ist.

  • Das schmerzt mich jetzt sehr, dass ich ich treibsand und guma da Paroli bieten muss, aber tatsächlich ist es so, dass wir bei Massenanfall von Betroffenen das qualifizierte Personal von Trivialaufgaben entlasten müssen, um ihre Spezialfähigkeiten effektiv zu nutzen. Es geht nicht drum, dass der ungewaschene Hand intubiert; es geht drum, dass der (dann hoffentlich gewaschene) Hand Essen verteilt und Toilettenstühle reinigt, damit die examinierte Pflegefachkraft die „höherwertigen“ (bewusst in Anführungsstrichen) Aufgaben bewältigen kann.


    Das ist gar nicht so weit weg ist, sehen wir hier:


    Kreis Wesermarsch sucht freiwillige Helfer für Notfall


    Sollte die Zahl von Corona-Patienten in die Höhe schnellen, will der Landkreis Wesermarsch gerüstet sein. Landrat Thomas Brückmann richtet deshalb einen Appell an alle, die bei der Versorgung der Kranken helfen könnten. Wer sich registrieren lassen möchte, kann sich an das DRK wenden.


    Der Landkreis Wesermarsch bereitet sich auf die mögliche Behandlung einer Vielzahl von Corona-Patienten vor und richtet eine zentrale Meldestelle für Pflegefachpersonen und Hilfskräfte ein. Diese könnten in stationären und ambulanten Einrichtungen zum Einsatz kommen. Der Landkreis hofft dabei auf freiwilligen Helferinnen und Helfer mit Kenntnissen in den Bereichen medizinische Versorgung und Pflege.

    Von daher ist der Aufruf an die Meldung freiwilliger Helfer mit Minimal-Ausbildung oder nur Einweisungen durchaus sinnvoll.


    Ihr müsst aufhören, in Kategorien der Individualmedizin und der Maximalversorgung zu denken...


    Mit freundlichen Grüßen Tobias Zw.

  • es geht drum, dass der (dann hoffentlich gewaschene) Hand Essen verteilt und Toilettenstühle reinigt,

    Ich hoffe, der Hand wäscht sich zwischen diesen Aufgaben nochmals...


    Bitte nicht mißverstehen - ich bin da ganz dicht bei euch, wenn es um kurzfristiges Outsourcing von Hilfstätigkeiten geht.

    Das ist aber nicht das, wo es wirklich zu kneifen droht! Und um auf einer Intensivstation "mal eben nen Klostuhl abzuwischen", müsste man tatsächlich JETZT mit der Schulung potentieller Reinigungskräfte loslegen. Das Personal für die Intensivbetreuung müsste JETZT aus den normalen Stationen herausgeholt und weiterentwickelt werden, während JETZT deren Plätze von bereits medizinisch vorgebildeten Personen übernommen werden müssten.


    In einer Kathastrophenlage mit diversen (einfachen) Verletzungen mag die Kette mit Hands (ich hab noch NIE einen gewaschenen getroffen...) funktionieren.

    Bei der aktuellen Schieflage fängt man sich aber so viele unnütze Probleme ein, deren man kaum Herr wird.

  • Leider liegt ihr bezüglich der Optionen für das Auslagern von weniger qualifizierten Tätigkeiten wieder falsch.
    Diese geniale Idee hatten nämlich klevere Klinikmanager schon lange vor euch und dem Ausbruch von Corona.

    Die Folge: auf den Intensivstationen, die ich so von innen kenne, ist der vorbestehende Pflegenotstand und die dadurch vorhandenen Einsparoptionen schon durch niedrig qualifizierte Hilfskräfte, Azubis, Stationssekretärinnen u.s.w. erschöpft.
    Euer Optimismus und eure Kreativität in Ehren aber ich und die Realität wir klinken uns jetzt hier mal aus.

  • Moin ihr Pessimisten

    Wenn sich jemand besser fühlen möchte , dann mal auf YouTube nach


    Profiteure der Angst


    suchen und sich eine Stunde Zeit nehmen .

    Einen direkten Link kann ich leider nicht setzen , da das Video dauernd neu eingestellt wird .

  • Obacht. Das ist ein milde verschwörungstheoretisches Video, das *keinerlei* Bezug zur aktuellen CoViD-Lage hat. Das wird schon mit Absicht immer wieder vom Rechteinhaber gelöscht.


    Es ist gefährlich und nicht zielführend, das H1N1 und die aktuelle Pandemie gleichzusetzen.


    Wer was aktuelles zur Lage von einer Wissenschaftlerin sehen will, sehe sich das aktuelle Video von Dr. Mai-Thi Nguyen Kim an. Das hat im Gegensatz zu zehn Jahre altem Geschwurbel von Wodarg, der inzwischen wegen seiner haltlosen Verschwörungstheorien vorwiegend im rechten Milieu gesellschaftlich immer weiter geächtet wird, Hand und Fuß und gründet auf aktuelle Daten und nachvollziehbare Quellen.


    Mit freundlichen Grüßen Tobias Zw.

  • Profiteure gibt es (leider) immer!

    Wenn man in der aktuellen Lage nur über Mundschutz-Masken nachdenkt, kann einem schlecht werden. Und damit meine ich nicht die Preissteigerungen auf das Dreissigfache, die u.a. durch den Zusammenbruch der Lieferketten entstanden sind, sonden Fakten wie Polizeibegleitung der Transporte und windige Internetzverkäufer, die Billigware rechtzeitig eingekauft haben und den "Müll" jetzt als qualitativ hochwertige Artikel zum fünfzig bis Hundertfachen verkaufen!


    Das Problem an solchen Geschichten ist immer der wahre Kern. Die aktuelle Pandemie ist leider Realität - inwiefern die Impfstoffe später mal relevant sind, oder ob der überlebende Teil der Menschheit von Haus aus eine SARS-CoVid2 Resistenz ausbildet, weiß man leider erst, nachdem es den nicht überlebenden Teil dahingerafft hat...

  • Internetzverkäufer, die Billigware rechtzeitig eingekauft haben und den "Müll" jetzt als qualitativ hochwertige Artikel zum fünfzig bis Hundertfachen verkaufen!

    Das Problem besteht, seit man an der Börse spekulieren kann. Durch die Profitgier Einzelner (oder der Einzeller) leidet dann eine Mehrheit. In diesem Zusammenhang empfehle ich die Episode "Blutig" von Marc Uwe Kling:


    (am besten ohne Bild hören)

  • Das hängt nicht mit der Börse zusammen, sondern ist einfaches wirtschaftliches Handeln. Gewinnmaximierung liegt dem Menschen einfach im Blut, egal ob im kleinen oder großen, von dem her sollte man vorsichtig sein mit einer Schwarz/Weißsicht.

    Ich erinnere meine Mutter, wenn sie mal wieder über die 'bösen Unternehmer' klagt, die vieles tun um ein paar Cent zu sparen, daran, wie sie mit uns Kindern zum lokalen Supermarkt gelaufen ist und wir im Eingangsbereich die Billigbutter bewacht haben, während sie zum zweiten (oder dritten) Mal in den Supermarkt gegangen ist, um nochmals die 'haushaltsübliche Höchstmenge' an Butter zu besorgen.

  • Ein kleines Update von der Intensiv-Front:


    Im Uniklinikum Tübingen stehen 110 Intensivbetten mit Beatmungsmaschinen zur Verfügung - kurzfristig erweiterbar auf ca. 150 Stück.

    Geschulte Fachkräfte sind nur noch an den Eisernen Lungen eingesetzt, die "einfacheren" Tätigkeiten werden von rekrutierten Ärzten in Pension bzw. Medizinstudenten erledigt, was wohl recht gut klappt. Personal steht hier also in ausreichender Anzahl zur Verfügung.


    Die "Covid-19-Betten" waren bis Sonntag zu einem Viertel belegt. Was Hoffnung macht; die Belegung ging seither um 10% zurück und bleibt konstant.

    Sollte das Ganze also demnächst nicht explodieren, werden die ganz schlimmen Befürchtungen eventuell doch nicht wahr.

  • Eine sehr gute fachliche und nüchterne Analyse nach Untersuchungen mit Kritik an aktuellen Maßnahmen


    Also aus betriebswirtschaftlicher Sicht wäre eine Planung bzw. eine Vorsorge gut, wenn die Intensivbetten auch zumindest zu 80 belegt sein. Alles was deutlich drunter liegt wird später jede Frage zur Verhältnismäßigkeit entsprechend beflügeln und gerade in Hinblick auf die Größe der Risikogruppe im Verhältnis zur tatsächlichen Gefahr und dem größten wirtschaftlichen Schaden seit dem 2. WK sehr viele berechtige Fragen aufwerfen. Es gibt zuviele Fragezeichen und Ungeklärtheiten, zuviel nachvollziehbare Wege und vorhergesagte/herbeigeführte Finanzcrashtheorien aus teilweise größerer Vergangenheit mit erschütternder Detailtreue zur jetzigen Situation, um nur eine der diversen Videos aufzugreifen.

  • jetzt muss ich uns allen mal einen kleinen schock versetzen, denn ich bin leider überzeugt, dass diese dame recht hat:







    sorry dafür, aber ich finde solche informationen allemal besser als dieses "wir wissen noch nicht..."

    nächste woche melde ich meinen transporter jedenfalls erstmal ab. jetzt heisst es kosten reduzieren für den langen atem.

  • Nein, das sind natürlich hochmoderne Teile (Weinmann, Dräger, Löwenstein etc.)


    Allerdings kenne ich einige Firmen, welche noch alte Schätzchen aus dem Kellerregal wieder hergerichtet haben...

    Komisch, ich finde nur Berichte wie: "wird seit 1970 nicht mehr gebaut","der letzte, der sie noch nutzt","der letzte, der darin gestorben ist"... Nichts aktuelles.

    Vor vielen Jahren hatte ich in einem TV bericht erstmalig so etwas gesehen. Da ging es, wenn ich mich recht erinnere, um die Geschichte, und das so etwas heute nicht mehr genutzt wird.

    Ich war damals ziemlich geschockt davon, dass Menschen z.T. fast ihr ganzes Leben in solch einer Röhre lagen.


    Oder ist hier umgangssprachlich etwas anderes gemeint, als die großen Stahlröhren?

  • Bin für die nächsten Stunden dort, wo diese Dinger im Einsatz sind, daher nur kurz; Bitte z.B. nach Dräger Evita V800 oder Löwenstein Leonie (für die Kleinen) googeln.


    Sorry, sollte ich durch eine Begrifflichkeit auf die falsche Fährte (Röhre) gelockt haben.