Kopfhörer-Quest

  • Hallo zusammen,
    als Brillenträger habe ich leichte Probleme mit meinem alten AKG K141 (silber).
    die Muscheln passen nicht so gut zu meinen Ohren, nach längerem Tragen schmerzt es irgendwann.
    Allerdings gefällt er mir klanglich ganz gut, und deshalb bin ich nun auf der Suche nach einem Kopfhörer, der ähnlich klingt und auflöst (ein wenig mehr Höhen dürfte er haben), aber am besten Ohrumschließend ist. Auch die halboffene Bauart sagt mir zu.


    Mit dem K 240DF hab ich bisher nicht so gute Erfahrungen gemacht, könnte mir aber auch vorstellen, dass er mit seinen 600Ohm andere Ansprüche an den Verstärker stellt. Klang für mich irgendwie kraftlos und dünn.


    Und um das Feld an der anderen Seite auch noch abzustecken:
    ATH-M50 klingt für mich schon nach Stereoiden, unnatürlich kräftig und nicht wirklich "offen" und "räumlich".



    Vielleicht hat irgendwer einen Tipp für mich?

  • den M50 benutze ich nun seit ein paar jahren und bin damit sehr zufrieden. er klingt sauber und macht live genau das was ich benötige: er ist sehr stabil, kann laut (lauter als ich vertrage) und schirmt nach aussen gut ab. ausserdem sitzt er bequem und klanglich nervt nichts. das er untenrum ein ticken forscher zur sache geht, finde ich am mischpult eher hilfreich. ausserdem lässt er sich sehr kompakt zusammenfalten.


    aber wenn du auf halboffene hörer mit HiFi klang stehst, solltest du dich eher in der HiFi ecke umsehen.
    wie wärs denn mit DT990? den fand ich zu hause viele jahre sehr gut.


    geschlossene hörer werden deinen geschmack mit hoher wahrscheinlichkeit nicht befriedigen können. gerade die räumliche widergabe und die offenheit eines halboffenen hörers können sie nicht erreichen. dafür haben die halboffenen allerdings den nachteil, das sie nach aussen viel weniger abschirmen. will man sich aus irgendwelchen gründen mal einen einzelnen kanal während eines konzertes anhören, muss man sie schon sehr laut machen um feinheiten herauszuhören. ich finde hierfür geschlossene hörer am geeignetsten.

  • Danke Wora,
    einen m50 hab ich schon, für genau den von Dir beschriebenen Einsatzzweck.
    Um dann aber eine Mehrspuraufnahme vom letzten Auftritt einer Band zusammenzumischen oder einfach nur in Ruhe Musik zu hören ist er mir zu "grob". Ich habe das Gefühl, dass beim k141 ein gutes Stück mehr Details vorhanden sind.


    Vom DT990 gibt es zwei Versionen, meintest Du den Dt 990 Pro oder den DT 990 edition?


    guma "Stereoide" sind für Kopfhörer produzierte Steroide, die machen den Klang kräftiger, stärker, männlicher;-)
    Eine andere Erklärung wäre die Nachbarschaft der Buchstaben "e" und "r" auf der Tastatur in Kombination mit Schlafentzug-basierter Konzentrationsschwäche des Schreibers.

  • DT770pro (alte Version), DT990, K141, K240 und viele andere Studiokopfhörer haben leider den Nachteil der hohen Impedanz von 200 Ohm oder mehr; da reicht die niedrige Betriebsspannung heutiger Digitalpulte nicht mehr um ohne grossen Mehraufwand (DC/DC-Wandler) einen passenden Kopfhörerverstärker zu bauen. Genau das erklärt die Beliebtheit von M50, HD25, DT100/150/770M und ähnlichen Modellen die eigentlich klanglich nicht ganz mithalten können.
    Ich hab mir jetzt mal nen DT770pro in der neuen Version (80 Ohm) bestellt und hoffe das der den bekannten Sound des "pro" (meiner ist nach 10 Jahren intensivem Gebrauch wirklich durch) mit dem Bums des 770M vereint. Dann kann der Kopfhörerverstärker endlich permanent daheim bleiben 8)

  • "hias.h" schrieb:

    ...Vom DT990 gibt es zwei Versionen, meintest Du den Dt 990 Pro oder den DT 990 edition?....


    ich hab mir mal in den 80ern einen DT990 gekauft und war damit immer sehr zufrieden ( zum musikhören)
    nach 20 jahren war er dann leider hinüber...
    ob das nun ein " pro" war oder nicht, weiss ich heute nicht mehr. ich weiss nur noch, das er mir viele jahre lang gut gefallen hatte, und damals waren meine ohren definitiv besser als heute ;-)


  • Der ist aber ohraufliegend, das wär (auch) für mich keine Alternative in punkto Tragekomfort und Aussenabschirmung. Und der Preis ist eine ziemliche Frechheit... :twisted:

  • "niggles" schrieb:

    ...
    Der ist aber ohraufliegend, das wär (auch) für mich keine Alternative in punkto Tragekomfort und Aussenabschirmung. Und der Preis ist eine ziemliche Frechheit... :twisted:


    zum preis kann ich nix sagen.
    aber "ohraufliegend" könnte für brillenträger in der tat die bessere variante sein.

  • Ich benutze den DT770pro. Isoliert sehr gut von der Umwelt (Wenn der Kopfhörerregler zugedreht ist, kommt das schon Ohrstopfen gleich), klingt sehr gut (nicht so gut wie der halboffene DT880 oder der offenen DT990, aber das ist der Preis, den man für die Isolierung zahlt) und sitzt dank der großen Auflagefläche lange Zeit gut auf dem Schädel, auch bei Brillenträgern wie mir.


    Nein, Ohraufliegend ist nicht die bessere Variante, da das Ohr gerade dadurch noch auf die Brille gepresst werden und da dann schnell wehtun.


    @ niggles: Dass in Digitalpulten geringere Betriebsspannungen herrschen als in analogen, halte ich aber mal für ein Gerücht. Die OP-Amps benötigen immer noch 15-18V und in der Menge auch nicht ganz wenig Strom, und die 48V für Phantomspannung sind auch weiterhin nötig.

    "It sounded like a million fire engines chasing ten million ambulances through a war zone and it was played at a volume that made the empty chair beside me bleed."


    Ich suche einen DSP-Programmierer!

  • "wora" schrieb:

    ...aber "ohraufliegend" könnte für brillenträger in der tat die bessere variante sein.


    Da muss ich als Brillenträger strikt widersprechen. Ich persönlich suche nach einer geschlossenen Ohrumschlieenden Variante.


    Beispiel:
    Hatte mal die HD25 geschenkt bekommen, die hab ich angezogen und es hatte keine Minute gedauert, bis mir beide Ohren weh taten durch den Anpressdruck auf die Ohrmuschel und so auf die Ohrbügel der Brille. Als Vergleich habe ich hier die K141 Studio, selbst nach 12 Stunden auf den Ohren tut da nix weh.


    Meine Suche nach Kopfhörern für Live ist immer noch im Gange, hab die HD25 gegen einen A&H X:One XD-53 getauscht, da die primär zum auflegen als DJ gedacht sein sollten damals. Da ich bisher sonst keine Hörer für Live gefunden habe, kommen die immer mit.

  • "niko remy" schrieb:


    Da muss ich als Brillenträger strikt widersprechen. Ich persönlich suche nach einer geschlossenen Ohrumschlieenden Variante...


    OK, dann ändern wir in meinem text das wort "könnte" und ersetzen es durch "geht nicht" :D:D


    wenn die anforderung bezüglich "luftigkeit" nicht in den HiFi bereich gehen, dann ist ein geschlossener hörer für livejobs eindeutig die beste wahl.

  • "Jens Droessler" schrieb:


    @ niggles: Dass in Digitalpulten geringere Betriebsspannungen herrschen als in analogen, halte ich aber mal für ein Gerücht. Die OP-Amps benötigen immer noch 15-18V und in der Menge auch nicht ganz wenig Strom, und die 48V für Phantomspannung sind auch weiterhin nötig.


    Das wird aber heutzutage eher an der unteren Grenze gefahren weil man ja durch die strikte Aussteuerungsobergrenze von 0 dBFS sehr genau festlegen kann wieviel Spannung das Pult maximal liefern können muss. Es wird eben kein Headroom mehr gebraucht damit der Ausgangsstufe auch bei Flächenbrand auf der Konsolenoberfläche in den Spitzen nicht hörbar die Luft ausgeht. Da gab es früher bei Analogpulten durchaus Railspannungen von bis zu +-24 V, und genau diese Differenz ermöglicht es auch Kopfhörer sauber voll auszufahren die eigentlich für den Betrieb an HiFi-Verstärkern gedacht sind.
    Dort gibts bekanntlich eher bei niedrigen Impedanzen Klangprobleme weil dann die Schutzwiderstände die in Reihe mit dem KH-Ausgang liegen den Dämpfungsfaktor versauen. Das wiederum verbiegt den Frequenzgang weil sich plötzlich der Impedanzverlauf massiv auf den Pegel auswirkt.
    Und die einfache 48V-Schiene ist für eine Audio-Leistungsendstufe eher unpraktisch...

  • Digitalpulte haben üblicherweise auch Ausgangspegel bis ca. 24dBu, was ca. 12V RMS entspricht. Damit erreicht man deutlich über 1W bei 80 Ohm, was für mein Empfinden auf einem Kopfhörer schon sehr sehr laut ist. Selbst bei 250 Ohm wird ein halbes Watt erreicht, was auch ein nicht zu unterschätzender Pegel ist. Wenn das noch zu wenig ist, kann der Hersteller die Miniendstufe auch noch brücken oder einen Class D-Amp mit dem vollen Spannungshub zwischen negativer und positiver Spannungsversorgung für die OPs als Railspannung.


    Und für den Hersteller sollte es nun kein Problem sein, das 48V-Rail so sauber und stabil zu machen, dass man damit eine kleine Class D-Endstufe betreiben kann. Die 12W, die dabei anfallen könnten, können konstruktiv nun wirklich kein Problem sein.

    "It sounded like a million fire engines chasing ten million ambulances through a war zone and it was played at a volume that made the empty chair beside me bleed."


    Ich suche einen DSP-Programmierer!

  • Technisch möglich ist natürlich irgendwie alles, aber es kostet in der Massenfertigung zusätzliches Geld das die Kunden laut Meinung vieler Hersteller offenbar nicht bereit sind anzulegen.
    0,5 Watt klingt erst mal nach viel, das ist aber erstens die Spitzenleistung bei unerträglich hohem Klirrfaktor und zweitens sind HiFi- und Studiokopfhörer idR nicht gerade auf Wirkungsgrad getrimmt...
    --> runter mit der Impedanz; haben inzwischen ja auch die Kopfhörer-Hersteller eingesehen.

  • Ich weise jetzt mal darauf hin, dass die üblichen Verdächtigen gerademal eine Belastbarkeit von 100-300mW haben. Ich habe mehrere Beyerdynamik, u.a. einen DT770 mit 250 Ohm, der geht sowohl am LS9 als auch am iLive mehr als ausreichend laut, ohne hörbar zu klirren. Dazu kommt noch, dass durch die hohe Dämpfung keine so große Lautstärke nötig ist.

    "It sounded like a million fire engines chasing ten million ambulances through a war zone and it was played at a volume that made the empty chair beside me bleed."


    Ich suche einen DSP-Programmierer!