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wie setzt ihr eure atmo mikros ein?

  • wora
  • 23. August 2025 um 13:57
  • wora
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    • 23. August 2025 um 13:57
    • #1

    Eine Ernst gemeinte Frage.

    Ambience Mikros sind heutzutage ja eine ganz verbreitete Angelegenheit. Ansonsten wird aber kaum darüber geredet, wie sich schlussendlich eingesetzt werden, bzw. was die Musiker damit wirklich hören wollen.

    Ich könnte mir vorstellen, dass man hier ein wenig Licht ins Dunkel bringen könnte.

    Also:

    möchtet Ihr Eure Erfahrungen teilen, was eure Musiker darüber hören wollen?

    Und dann vielleicht auch, wie ihr diese Wünsche umsetzt?

    Ich freue mich auf interessante Einblicke in die Gedankenwelt unserer Kunden. ;)

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • Marcel
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    • 23. August 2025 um 16:24
    • #2

    Danke für den Faden :thumbup: Auch wenn ich das Ding vielleicht unter Konzert Sound Praxis einsortiert hätte, es muss ja nicht zwingend nur um IEM gehen.

    Und noch der passende Mikrofonthread dazu: Ambience Publikum Mikrofone

    Meine Erfahrungen bei IEM halten sich wie gesagt noch in Grenzen. Was ich aber jetzt schon bemerkt habe ist, dass Musiker da sehr SEHR unterschiedliche Wünsche haben - quasi von gar nicht im IEM Mix bis grenzwertig laut. Ich und meine Kapellen sind da gerade noch in der Findungsphase.

    Einen der Sänger stört das z.B. während eines Songs und er braucht da sowieso fast nur seinen Gesang auf dem IEM und wirklich nur einen Hauch vom Rest der Band. FXe auch nicht. Zwischen den Songs wäre dann ein wenig Atmo nicht verkehrt, dann hört er halt besser was die Leute schreien. Ein Gitarrist hingegen hat das auch ganz gerne immer an (aber nicht zu laut), damit man die Leute auch mitsingen hört. Der Rest weiss noch nicht wirklich.

    Beim Mischen der Atmos bin ich mir noch nicht ganz so sicher, wie viel Kompression und EQing man da einsetzen sollte. Aktuell habe ich einen HPF bei ca. 200Hz sitzen gegen Gerumpel und etwas Mulm, obenrum ab ca. 4kHz einen Shelf der mir die Höhen was rausnimmt. Hier bin ich aber erstmal von meinen Einstellungen in der DAW beim Mischen der Einzelspuren ausgegangen. Der Kompressor ist schon fast ein Limiter. Bin halt fast ausschließlich in sehr kleinen Buden unterwegs und wenn da der angetrunkene Rocker zufällig nah am Mikro steht und was gröhlt, muss der Band ja nicht gleich ein Ohr abfallen. So taste ich mich da gerade vor.

    Thema Atmo außerhalb des IEMs: Ich habe in der Vergangenheit auch schon ein paar Interviews gelesen oder gesehen wo FoH Menschen gesagt haben, sie mischen die Atmo sowohl beim Klatschen nach dem Song, wie auch beim Mitsingen während des Songs gerne etwas mit auf die PA - das würde das Gefühl der "Immersion" verstärken. Ich meine das auch schon auf Konzerten gehört zu haben - es könnte aber auch ein Übersprechen von den anderen offenen Mikros gewesen sein. Den Gedanken dahinter kann ich jedenfalls verstehen und habe das auch schonmal ausprobiert als ich mal einen etwas größeren Gig zu betreuen hatte. Macht das Jemand und falls ja: Wie mischt man sowas?

    Edit (mal wieder):

    Aktuell habe ich die Atmos zusammen auf einem Stereokanal liegen und der speist post Fader sowohl die IEMs (wers will) als auch den Main Mix auf der PA. Das ziehe ich dann manuell hoch wenn die Leute singen oder halt in den Pausen. Für den Sänger der das bei den Songs gar nicht will, aber vielleicht in den Pausen ganz gerne hätte überlege ich gerade noch das mit einem separaten Abgriff und einer Mutegruppe zu erledigen...hmm :/

  • SebastianJaeger
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    • 23. August 2025 um 19:51
    • #3

    Ich EQe die Atmos mit Lowcut und ziehe die Raumresonanzen. Dann fahre ich die wenn ich Monitor mache postfade. Während den Songs fast aus und dann beim Songende und Mitmachparts auf.

    Jäger-Audiosolutions - Tools vom Tontechniker für Tontechniker
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  • wora
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    • 23. August 2025 um 22:56
    • #4

    OK, bisher hab ich die Atmos für IEM stets nach den Wünschen der Musiker aufgestellt. In aller Regel werden sie bei kleinen Bühnen einfach rechts / links entweder auf Stative gestellt, oder ich lege (+klebe) sie oben auf die Topteile. Bei größeren Sachen gerne in die Fronttruss.

    Zudem ermögliche ich meinen Kunden gerne, dass sie ihr IEM selbst mischen. Entweder über meine A&H ME-1 IEM Mischer, über eine Steuerung mit A&H IP6, oder per App. Dann können sie selbst entscheiden, wie laut sie die Ambience Mikros haben wollen.
    Bei IEM bin ich da also so gut wie immer aus dem Spiel. Und das klappt auch meistens erstaunlich gut.


    Aber ich schildere mal mein vorgehen - in der eigenen Band. Wir benutzen alle IEM, keine Monitore.

    Ich habe da vor allem erstmal für den Proberaum eine Idee entwickelt. Damit wir uns in den Spielpausen unterhalten können, steht einfach ein Mikro mit Kugelcharakteristik in der Mitte des Raumes. Damit müssen wir bei Unterhaltungen nicht immer unsere Hörer rausnehmen.

    Nachteil: sobald das Drumset anfängt, wird es über das Atmo-Mikro brutal laut im Ohr ;)

    Also habe ich einen freien Aux genommen und habe alle unsere Signale drauf gemischt. Diesen Aux habe ich dann im Kanal des Atmo-Mikros im Kompressor als Sidechain benutzt.

    Die Folge: sobald jemand spielt, wird das Atmo-Mic weggedrückt. Das funktioniert, vor allem nach ein bisschen Feinschliff, super!

    Dieses Mikro hab ich dann auch für unsere Livekonzerte benutzt, um herauszufinden, ob das so machbar ist - oder ob ich da eine andere Lösung benötige. Zu unser aller Erstaunen hat das aber auch dort super funktioniert. Natürlich ist es da mit der Unterhaltung untereinander ein bisschen schwieriger, vor allem wenn man in Läden spielt, die ein größeres Hintergrundgeräusch bieten. Aber insgesamt gefällt uns diese Lösung mit dem Mikro mitten auf der Bühne wirklich sehr.

    Mittlerweile habe ich auch begonnen, meine musikabhängige Ducking-Regelung der Ambience-Mikros auch für meine Konzerte zu nutzen, bei denen ich "nur" der Tontechniker bin.

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • cruelty
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    • 25. August 2025 um 09:41
    • #5

    Als IEM nutzender Musiker hab ich das ein-zweimal probiert, dann aber ganz weg gelassen. In den kurzen Pausen zwischen den Songs ist es ganz cool, wenn man vom Publikum etwas mehr mitbekommt, während die Musik läuft, verschlechtert es aber einfach den IEM Sound.

    Vielleicht hab ich aber auch einfach nur die falschen Mikros genommen und/oder diese nicht gut positioniert.

    Als FOH möchte ist das den Musikern aber zukünftig auch gerne mit anbieten. Bin da also gerade auch etwas am forschen und experimentieren. Für Live Recordings brauch ich es auch.

  • gert
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    • 25. August 2025 um 09:47
    • #6

    Also ich nehme die Atmo Mikros nur für meine Livemitschnitte. Dazu nehme ich auf der Bühne ein Paar Kleinkondensator (NT5) wenn es geht in der Mitte der Bühne also XY Paar. Dann nehme ich zwei MCE 86 von außen, in der Nähe der PA, und zeige sie in die Publikummitte. Und am FOH nehme ich mit einem NT4 noch eine Stereosumme auf.

    Also insgesamt 6 Kanäle. Das klingt selbst bei kleinen Gigs schon ganz gut. Live nutze ich die allerdings gar nicht.

    Practice, Practice, Practice

  • mslr
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    • 25. August 2025 um 11:47
    • #7

    Die Ducking-Lösung von wora nutzen wir schon einige Jahre für den Livestream in unserer Kirche aber nicht über das Mischpult.

    Wir haben einen Yamaha MRX7-D mit dem wir das Processing für die PA machen. In dem erzeugen wir einen Submix aller wichtigen Kanäle (Sprache, Gesang, Instrumente - Quelle Stagebox per Dante) der ausschließlich als Sidechain auf den Ducker der Atmo-Mikros (NT5) geht. Dabei kommt es nicht auf den sauberen Submix an sondern nur darauf ob Signal da oder nicht. Die Atmos werden dann der Stereosumme zugemischt. Zeitkonstanten des Duckers sind relativ lang.

    Position ist am FOH mit angepasstem Delay der Stereosumme für den Stream. Wir haben die Position gewählt weil zum Beispiel Posaunenchor / Orgel auch über die Atmos in den Stream kommen ebenso wie ein wenig der Gesang der Besucher. Nicht in allen Situationen optimal, funktioniert aber 'good enough' automatisch. Gerade wenn Laien am Pult sitzen und lediglich Fader schubsen.

    Die Atmos stehen den Musikern (ohne Ducker) zur Verfügung für ihren eigenen In-Ear-Mix per Monitor-Mix App. Gibt ihnen zumindest etwas Raumgefühl - wenn sie es wollen oder brauchen. In der Regel reicht denen aber der Spill der offenen Bandmikros.

    Es wäre tatsächlich mal eine Idee ob die Atmos mit dem Ducker nicht besser für die Musiker - trotz FOH Position - geeignet wären. Bisher hat aber noch kein Musiker hinsichtlich Atmo Wünsche geäußert.

  • lisa f.
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    • 27. August 2025 um 11:09
    • #8

    Verschieden. Aber als vorwiegend Monitor Dienstleisterin will ich immer Ambient Mikros haben für den Fall dass das Publikum wirklich mitgeht und die Musiker:innen das hören möchten.

    Mit IEM ist die Welt oft etwas abgeschnitten. Es gibt viele Möglichkeiten offene Mixe zu gestalten, und ein Tool dafür sind Ambi mics, vor allem wenn es sonst wenig offene Mikros gibt.

    Ich hatte es schon mehrfach, dass Bands merklich mehr gegroovt haben weil sie das Publikum besser hören konnten, und sich damit völlig in ihre Performance fallen lassen konnten.

    Wie gesagt, zur Zeit arbeite ich mit einer Truppe erstklassischen Musiker:innen, die grade IEM für sich entdecken. Die wollen vor allem zwei Dinge: Raumgefühl und Publikumsreaktion. Für zwei Musiker aus der Truppe fahr ich es deswegen an der Grenze zum Mulm - die anderen freuen sich über den Applaus mehr als über die halligen Lowmids der PA…

  • wora
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    • 27. August 2025 um 11:32
    • #9

    danke Lisa für diesen überaus konstruktiven beitrag.

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • audiobo
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    • 27. August 2025 um 12:44
    • #10
    Zitat von lisa f.

    Für zwei Musiker aus der Truppe fahr ich es deswegen an der Grenze zum Mulm - die anderen freuen sich über den Applaus mehr als über die halligen Lowmids der PA…

    Eine Idee wäre noch frequenzabhängiges Ducking, wenn das Pult/Peripherie das hergeben.

  • Felix_
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    • 27. August 2025 um 15:38
    • #11

    Für einen Livestream vor langer Zeit hab ich mal die Atmos mit der Instrumenten-Gruppe im Sidechain komprimiert. Sodass die Atmos in Moderations- und Mitsing-Parts nicht so stark komprimiert haben, weil Vocals und Drums nicht mit im Sidechain waren.

    Je dichter das Arrangement dann wurde (=mehr Pegel in der Instrumentengruppe), desto weiter gingen die Atmos dann zu.

    Da kann ich mir vorstellen, dass das für IEM auch ganz gut funktionieren könnte.

  • wora
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    • 27. August 2025 um 21:10
    • #12
    Zitat von Felix_

    Da kann ich mir vorstellen, dass das für IEM auch ganz gut funktionieren könnte.

    genau diese vorgehensweise hatte ich ja weiter oben beschrieben ;)

    Allerdings bleiben die Atmos dann auch ruhig, wenn es evtl. einen Mitsing-Part gibt... es sei denn, das jeweilige Instrument, was dann den Takt weiterführt (z.B. Bassdrum), ist NICHT in der sidechain-gruppe - und alle anderen instrumente machen pause. dann geht der Atmo Kanal natürlich auch wieder auf.

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • partydrums
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    • 4. April 2026 um 10:27
    • #13
    Zitat von wora

    OK, bisher hab ich die Atmos für IEM stets nach den Wünschen der Musiker aufgestellt. In aller Regel werden sie bei kleinen Bühnen einfach rechts / links entweder auf Stative gestellt, oder ich lege (+klebe) sie oben auf die Topteile. Bei größeren Sachen gerne in die Fronttruss.

    Zudem ermögliche ich meinen Kunden gerne, dass sie ihr IEM selbst mischen. Entweder über meine A&H ME-1 IEM Mischer, über eine Steuerung mit A&H IP6, oder per App. Dann können sie selbst entscheiden, wie laut sie die Ambience Mikros haben wollen.
    Bei IEM bin ich da also so gut wie immer aus dem Spiel. Und das klappt auch meistens erstaunlich gut.


    Aber ich schildere mal mein vorgehen - in der eigenen Band. Wir benutzen alle IEM, keine Monitore.

    Ich habe da vor allem erstmal für den Proberaum eine Idee entwickelt. Damit wir uns in den Spielpausen unterhalten können, steht einfach ein Mikro mit Kugelcharakteristik in der Mitte des Raumes. Damit müssen wir bei Unterhaltungen nicht immer unsere Hörer rausnehmen.

    Nachteil: sobald das Drumset anfängt, wird es über das Atmo-Mikro brutal laut im Ohr ;)

    Also habe ich einen freien Aux genommen und habe alle unsere Signale drauf gemischt. Diesen Aux habe ich dann im Kanal des Atmo-Mikros im Kompressor als Sidechain benutzt.

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    Dieses Mikro hab ich dann auch für unsere Livekonzerte benutzt, um herauszufinden, ob das so machbar ist - oder ob ich da eine andere Lösung benötige. Zu unser aller Erstaunen hat das aber auch dort super funktioniert. Natürlich ist es da mit der Unterhaltung untereinander ein bisschen schwieriger, vor allem wenn man in Läden spielt, die ein größeres Hintergrundgeräusch bieten. Aber insgesamt gefällt uns diese Lösung mit dem Mikro mitten auf der Bühne wirklich sehr.

    Mittlerweile habe ich auch begonnen, meine musikabhängige Ducking-Regelung der Ambience-Mikros auch für meine Konzerte zu nutzen, bei denen ich "nur" der Tontechniker bin.

    Alles anzeigen

    Hallo Wolfgang,

    der Thread ist zwar schon ein paar Tage älter, aber ich hätte gerne gewusst, ob du ein spezielles Mikro mit Achter-Charakteristik einsetzt? Spielt es vielleicht auch eine Rolle für die bessere Ortung des Publikums ein Stereopaar einzusetzen und entsprechend auszurichten? Mir ist klar, dass das immer so ein Thema ist, da in dem Fall alle Musiker auch noch vorne ins Publikum schauen müssen.

    LG

    Knut

    http://www.kst-tech.com
    Email: info@kst-tech.de

  • robert müller
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    • 4. April 2026 um 10:32
    • #14

    Was willst du uns mit diesem Zitat nun sagen?

  • Marcel
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    • 4. April 2026 um 18:26
    • #15

    partydrums Den Faden hier auch mal durcharbeiten: Ambience Publikum Mikrofone

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