Ich versuche noch mal einen "ernsthaften" Ansatz:
@Backmagic
Leiser kommen bei dir einige Unstimmigkeiten zusammen.
Es soll in allererster Linie für Betriebsversammlungen genutzt werden. Ich habe jetzt keine Infos zu der Halle genau.
Ich schätze mal grob so 8 Meter hoch, hätte gemeint so ca. das doppelte von einem LKW und Breite ca. 10 - 15 Meter? Länge ca. 50 Meter.
Ich habe jetzt kein besseres Bild im Web gefunden, aber stellt euch einfach vor da vorne sollen 4 Ständer mit Lautsprechern drauf sein:
https://www.saarbruecker-zeitung.de/imgs/03/2/5/0/…9e0b2d2ba6b.jpg
Die Hallengrösse suggeriert einen relativ grossen Aufbau. Das Bild zeigt eine Betriebsversammlung mit geschätzt mind. 150-200 Mitarbeitern, zur Beschallung wurde dort ein Linearray mit 6 Elementen pro Seite installiert. Grösse und Entfernung zu den Mikrofonen (Rückkopplungsgefahr) wirken angemessen bzw. eher auf der sicheren Seite.
Im vorderen Bereich sollten bei Betriebsversammlungen dann halt Bierbänke für ca. 80 bis 100 Leute stehen.
Lassen wir mal die Hallengrösse beiseite und beschränken uns auf die notwendige Zuhörerfläche:
pro Sitzplatz braucht es mind. ca. 60cm in der Breite, 80cm in der Tiefe, bei 100 Personen also (10x10) 6m breit/8m tief.
Orientieren wir uns an typischen Bierbänken (2.2m) und gehen etwas mehr in die Breite, dann kommen wir auf 8.8m Breite (=14 Personen nebeneinander), 7 Reihen hintereinander (5.5m).
Dazu kommt noch ein Mittelgang von mind. 1.2m Breite, also haben wir eine Beschallungsfläche von knapp 10x6m
Jetzt kann man in der Front diese 4 Lautsprecher über die Breite verteilen:
Ein üblicher Einzellautsprecher wird pro Entfernungsverdopplung um die Hälfte leiser.
Stehen nun die Lautsprecher 1m vor der ersten Reihen ergibt sich folgendes Problem:
- Die erste Reihe bekommt den Referenzpegel und ein gutes Direktsignal.
- zwischen der 2. und der 3. Reihe ist die Lautstärke des Direktsignales schon um die Hälfte abgefallen. Dazu mischen sich die Signale der Lautsprecher mit verschiedenen Laufzeiten, was zwar den Pegelabfall etwas einbremst, aber zu Verfärbungen führt (Kammfilter)
Weiterhin übt ab dem Punkt in einer üblichen Industriehalle die Raumakustik erheblichen Einfluss. - In der 5. Reihe bleibt vom Direktsignal fast nichts mehr übrig (1/4 der ürsprünglichen Signalstärke). Da die Hallenakustik das Ruder übernommen hat wird es in der Summe zwar nicht um den Betrag leiser, aber klanglich hat das nicht mehr viel miteinander zu tun.
Möchte man mit Einzellautsprechern gleichmässig beschallen gibt es 3 Möglichkeiten (wie auch alle Kombinationen davon):
- Entweder hoch in die Luft, damit der Abstand zur 1. Reihe grösser wird, der Klang wird an die Tonalität der Halle angepasst.
Lieber 1 grosser Lautsprecher als mehrere kleinere, welche wie o.g. Verfärbungen durch Überlappung generieren - Viele kleine Lautsprecher, die man nah an die Leute bringt. Klassischerweise hat man vor der ersten Reihe leicht grössere LS stehen, die weiter hinten platzierten werden auf diese dann verzögert um Echos zu vermeiden.
- Die Verwendung von Arraylautsprechern/Schallzeilen, welche im Hoch- und Mittelton zumindest in der Vertikalen bündeln und so (etwas über Kopfhöhe montiert) den Pegelabfall nach hinten kompensieren und gleichzeitig die Anregung der Halle verringern.
Kommen wir zum Punkt Mikrofone:
Bei der Verwendung von Headsets mit sogenannter Kugelcharakteristik (Ich weiss nicht was Jabra da genau verbaut) reagieren die Mikrofone recht empfindlich auf die Raumakustik, das kann sich dann recht leicht zu einem ziemlichen Gedröhne aufschaukeln oder auch in den Mitten ganz fies werden.
Wenn dann noch die Lautsprecher direkt vor der Bühne platziert werden kommt weiterhin die Gefahr von Direktsignal-Rückkopplungen hinzu, welche sehr schnell entstehen und ohne Begrenzung faktisch ein Gesundheitsrisiko für die Zuhörer darstellen.
Von einer Anwendung ohne Mischpult würde ich daher komplett abraten!!
Mikrofone mit definierter Richtcharakteristik (wie Schwanenhalsmikrofone* und Handmikrofone) wären hier eher die Wahl der Stunde - aber auch da braucht es adäquate Regelmöglichkeiten um den Klang anpassen und evtl. Pegelspitzen abfangen zu können.
*wobei das aber auch nur funktioniert, wenn der Sprecher sehr dicht dran ist und deutlich spricht!!! Aber nicht jedes Schwanenhalsmikro mag das gut verleiden und reagiert u.U. mit hässlichen Poppgeräuschen - dann lieber ein normales Handmic auf Stativ.