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Wie sag ichs nur dem Techniker?

  • Peter Z
  • 13. September 2004 um 09:34
  • TeO
    Beiträge
    219
    • 23. September 2004 um 15:19
    • #41

    Peter: Ein eigener Band-Tech hat ja auch die Funktion, Euch quasi zu "arrangieren"! Was nützt ein geiles Solo, wenn's keiner hört? Der eigene Techniker weiss dann nach ein paar Konzerten die Stellen, wo wer was spielt und kann die Songs dementsprechend arrangieren, was ja auch nochmal zur Güte und Qualität Eures Auftritts beiträgt!

    rockline und wora: Schert nicht bitte wieder alle nebenberuflichen Verleiher über einen Kamm! Es gibt genügend Nebenerwerbler oder HKS, die Jobs für MEHR Geld anbieten und durchführen, als es teilweise die "professionellen" (ich meine damit diem, die davon leben müssen ;-)) Companies tun! Und es gibt viele Nebenerwerbler, die weitaus bessere Jobs abliefern, als die Profs! Das ist auch keine Seltenheit. Natürlich ist der umgekehrte Fall auch keine Seltenheit, das will ich nicht abstreiten.
    Und ob ich jetzt haupt- oder nebenberuflich diesen Job mache, sagt noch lange Nichts über die Qualität des Ergebnisses aus!


    Desweiteren finde auch ich ein "Mixing-Brett" nicht für wirklich sinnvoll. Mischen kann man sich nicht durch lesen (egal ob in Büchern oder im Internet) aneignen! Hat man nicht das Gehör dazu, sollte man wohl eher die Lampen an und aus machen... :) Natürlich kann man sich theoretische Grundlagen aneignen, aber das heißt ja dann noch lange nicht, dass man bei einer VA einen halbwegs brauchbaren Sound hinkriegt. Und da gehören meines Erachtens auch solche Schulen wie SAE und Co. dazu: Die Theorie kann von denen jeder, nur gibt es wenige, die das dann in die Praxis umsetzen können. Ein gewichtiger Faktor ist hierbei eben auch die Erfahrung und vor allen Dingen auch der gegenseitige Respekt voreinander! Was nützt es mich, wenn ich einen Tontechniker, 25 Jahre alt, der sehr gute Jobs macht, zu einer Band aus "alten Hasen" schicke, die ihn nicht akzeptieren und nicht respektieren will, weil er ja soo jung ist und das eigentlich ja gar nicht können kann (deren Meinung nach), eben weil er so jung ist?

    Um nochmal auf Peter zurückzukommen: Du schreibst, Du machst es als Hobby. Nun bin ich auch in der Situation, neben meiner VA-Tech-Firma noch selbst in einer Band zu musizieren und kann die Problematik durchaus verstehen. Unsere Lösung ist eben, dass wir seit unserem Bestehen immer einen eigenen Ton- und sogar einen eigenen Lichtmann (!!!) dabei haben. Sich auf die Techs zu verlassen, die vor Ort sind, kann gut gehen, kann auch nicht gut gehen. Habe ich meine Leute dabei, weiss ich, wo ich dran bin. Weiss ich, dass das immer funktioniert und wir und das Publikum zufrieden sind, dann brauche ich mir keine Gedanken mehr darüber zu machen. Das gibt beim Musizieren einfach ein "freieres" Gefühl. Ich muss mich nur noch auf mein Instrument und die Band konzentrieren und mehr nicht! Das funktioniert natürlich nur, wenn Ihr Techniker habt, denen Ihr quasi blind vertraut, weil Ihr wisst, dass es funktioniert. Natürlich hat auch der mal nen schlechten Tag, aber den muss man ihm dann auch zugestehen (wenn es die Ausnahme bleibt).

    Trotzdem sollte sich jeder, der eine VA als Techniker betreut, bewusst machen, wer denn da jetzt kommt: Ist eine Profi-Band oder der hobby-DJ von nebenan? Jeder, der es als Hobby betreibt, macht dies nicht, um Stress zu haben und/oder sich aufzuregen, sich mit dem Veranstalter oder den Technikern zu streiten. Es ist ein Hobby für diese Leute und das soll dazu dienen, Abwechslung und Ablenkung vom Alltagstrott und -Stress zu haben, für viele ist ihre Musik die "Erholung" von der Arbeitswoche. Niemand der Hobbymusiker hat Lust auf ein Wochenende mit Stress. Dann kann er auch gleich in seinem Job das Wochenende durcharbeiten... :)

    Gruss
    TeO

  • mischpultschorsch
    Profi
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    9
    Beiträge
    3.503
    • 23. September 2004 um 18:01
    • #42
    Zitat von "Hubert Barth"

    ich mußte allerdings wieder feststellen daß es nur wenig Kollegen gibt die einen Bläsersatz richtig ausbalancieren können (2xtp, ts, bari - das Tenorsax war anfangs lauter als beide Trompeten zusammen und das Bariton war über das gesamte Konzert nur mit Mühe zu erahnen,

    Ein Problem, das sich leider viel zu oft darstellt. Und das nichtmal nur bei funkigen Bands mit Bläsersatz - Viele Techs am Pult haben schon ihre liebe Mühe, eine 20 Mann Blaskapelle mit 7-8 Mikros vernünftig zum klingen zu bringen. Ich hab als Gast in nem Zelt schon erlebt, daß das komplette Querflöten- und das halbe Klarinettenregister unter Protest die Bühne verlassen hat, weil der ganz offensichtlich völlig planlose Hobbydeejott hinter dem 24er Spirit den Rest der Kapelle pegelmäßig völlig über die (nicht abgenommenen!!) Flöten gestellt hat. :roll:
    Der Junge hatte musikalisch offensichtlich noch nie über den Tellerrand seiner Bravo-Hits-CD´s hinausgeschaut....

  • gacond
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    325
    • 24. September 2004 um 08:32
    • #43

    Meiner Erfahrung nach sind es aber nicht nur die ganz jungen oder unerfahrernen Techs die ihre liebe müh und not haben mit komplizierten oder anspruchsvollen Bands. Da ich auch noch nicht so lange hinter dem Pult stehe, habe ich diese Erfahrung auch schon machen müssen. Gerade bei schwierigen Verhältnissen (laute Bühne, undisziplinierte Musiker, kleiner Club) stand ich auch schon am Anschlag.

    Der Trick dabei ist, dann nicht die Nerven zu verlieren oder voller Stolz das schlechte Ergebnis auf die Umstände abzuschieben ("ich könnte es eigentlich schon, aber...") sondern sich Hilfe zu suchen. Das könnte eine Rücksprache mit einem technisch versierterem Bandmitglied sein oder ein zweiter, erfahrener Tech der einem unter die Arme greifen kann. Meistens kennt man die Zusammensetzung der Band im vornherein (man hat natürlich den Rider gelesen :wink:) dann ist gesunde Selbsteinschätzung gefragt. Und das hat wenig mit erfahren oder nicht erfahren zu tun. Ich denke es gibt wenig Techs die jede Herausforderung einfach so locker annehmen können ohne irgendwann an ihre Grenzen zu stossen.

    Jeder hat die Sache mal gelernt. In unserem Job ist es einfach so, dass unter zu schnell lernenden (sich selbst überschätzenden) die Qualität leidet. Und das bekommen sowohl die Besucher, als auch die Band zu spüren. Genau das sollte doch vermieden werden. Leider gibt es viele, meist (aber nicht immer) unerfahrene Techs, die ihre Grenzen einfach nicht kennen.

    Fazit: wer seine Grenzen kennt, sollte sich nicht auf den Schlipps getreten fühlen, wenn er mal sagen muss "Sorry Jungs, aber ohne Unterstützung schaffe ich das nicht.".

    Gruss Silvan

    PS: Das sind jetzt alles Erfahrungen aus Sicht eines Hobbypotidreher (Da ich weder verleihe, noch bei einem Verleiher arbeite kann ich mich schlecht Hobbykisteschlepper nennen :)). Dass im Profiumfeld natürlich auch andere Faktoren wie zum Beispiel der Preis oder vollausgelastetes Personal eine Rolle spielen, habe ich natürlich nicht berücksichtigt. Trotzdem denke ich, sind diese Überlegungen durchaus zum Thema beitragen.

  • Peter Z
    Beiträge
    125
    • 24. September 2004 um 09:14
    • #44

    Hi TeO!

    Wir denken da in etwas anderen Bahnen: wir sind eine 'old-fashioned Band' , dass heißt, wir wollen gar nicht arrangiert werden.

    Überleg mal, wie das früher gemacht wurde: Es gab eine Zeit, da spielten die Bands live im Radio!! Da war nix mit Midas, SSL, getrennten Monitormix und so weiter, da wurde ÜBERHAUPT nicht gemischt. Die Musiker machten den Mix über die Dynamik - nur die.
    Das ist irgendwie unser Ziel, dem wir uns Stück für Stück auch annähern. Warum haben wir das alle verlernt? Warum brauchen wir trotz aller Technik, die wir schon von der Bühne aus kontrollieren können (sei es durch dynamisches Spiel oder irgendwelche Fußschalter) ein so kompliziertes Monitoring, mit dem sowieso die meisten überfordert sind und welches Unmengen an Soundcheck-Zeit braucht.

    Ich will auf keinen Fall sagen, daß das nicht manchmal seine Berechtigung hat.
    Aber es MUSS nicht immer so aufwändig sein. Immerhin hat es auch eine Qualität, wenn die Musik schon von den Instrumenten dynamisch rüberkommt. Klingt anders, keine Frage, aber vielleicht auch natürlicher.

    Ich erkläre den, Trip auf dem ich da bin genauer:
    Gerade durch das 'Bühnenmischen' war ich mehr gezwungen, mehr auf meine Mitmusiker zu hören. Bis mir etwas auffiel:
    1. Ich konnte mein Spiel selbst besser in das der anderen integrieren.
    2. Ich merkte, daß ich Fehler (egal, ob verspielt oder Fehler im musikalischen Ausdruck) erkennen, die meine Kollegen überhaupt nicht bemerkten.

    Dann gab es Gespräche und Maßnahmen:
    1. Wer Fehler der anderen nicht hört, spielst unaufmerksam und kriegt einen Rüffel.
    2. Wer das Solo eines anderen zudeckt, wird darauf recht harsch aufmerksam gemacht.
    3. Wenn sich jemand im In Ear Mix nicht hört (der entspricht dem FOH-Signal), dann hat das Arrangement einen Fehler. Aus irgendeinem Grund wird er zugedeckt. Somit spielt er eigentlcih umsonst oder für nichts, zumindest ohne Grund. OK, dann hat er entweder in diesem Part oder Song eine Pause, oder er spielt in einer anderen Lage, damit er/man sich/ihn hört, oder ein anderes Instrument deckt ihn unnötigerweise zu - dann spielt der andere in einer anderen Lage, oder macht Pause ....
    4. Wir legen zwischenzeitlich echte unplugged-Proben ein. Erstaunlich, welche Dynamik Naturinstrumente bringen können. Leise, aber dynamisch.

    Jedenfalls bin ich der Meinung, wenn alle aufeinander hören, fällt auf, dass die anderen nicht (nur ;) ) Unnötiges spielen, man spielt mehr 'miteinander', man denkt mehr über Arrangements und Klänge nach und es macht mehr Spaß.

    Wenn man zuhört, was teilweise Musiker anderer Bands im Monitor haben wollen, kommt raus:
    Der Drummer will den Bass im Monitor, der Bassist will die Gitarren und die drums, der Gitarrist will seinen Marshall voll aufdrehen und sonst möglichst nix hören, der Sänger will den Keyboarder, und die Bläser hören sich nicht, obwohl sie für alle anderen ohnehin schon zu laut sind.

    Jetzt zeichnet Euch einmal auf, wer da auf wen hört, da ergeben sich recht interessante Ketten. Das timing wandert dann diese Ketten entlang.
    Über Rücksichtnahme auf andere Instrumente und die Auswirkung auf Arrangements brauche ich, glaube ich, nicht weiter schreiben. Improvisationen halte ich in so einer Kette für unmöglich.

    Und dann zeichnet einen Kreis und verbindet alle mit allen - das ist der kürzeste Weg!

    Schorsch und Huberth nennen ja Beispiele. Rein theoretisch wäre das Mixen recht einfach, wenn man (Akusitik)Instrumente nur in ihr natürliches Laustärkeverhältnis setzt. Geht sicher nicht immer, aber öfters als man glaubt.

    Ich bin nicht der musikalische Übersguru, hab schon öfters geschrieben, dass es ein Hobby ist. Aber die Prinzipien gelten glaube ich auf jedem musikalischem Niveau.

    Ein Weg ohne Endziel, einfach eine ständige Entwicklung.

    lg
    Peter


    PS: den Tipp von Loloverde habe ich mir zu Herzen genommen und mir die DVD "Down from the Mountain" bestellt - bin schon gespannt!!!! ;)

  • rrbth
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    39
    • 24. September 2004 um 14:58
    • #45

    Servus,

    ich hab _diesen_ Thread mit viel Vergnügen gelesen und kann dem nur zustimmen.

    Zitat

    die DVD "Down from the Mountain" bestellt


    Herzlichen Glückwunsch, da hörst Du Musikanten, wie das mein Onkel gesagt hätte, von der feinsten und ursprünglichsten Sorte.

    Ich mische (auch) nur hobbymäßig (vorwiegend) eine Band, und da regel ich während des AUftritts vor allem am Gesang rum:
    Tiefe Passagen, wenn etwas Druck fehlt, lauter machen, Background mit mehr Hall, je nach Gesangsvermögen auch mal etwas Gnadenhall zumischen, ab und zu mal ein Echo setzen, Effekte rausnehmen in den Liedpausen - alles Dinge, die nicht weltbewegend sind, von denen man aber merkt, wenn sie fehlen.

    redi

    Code
    -- 
       o__           __g     __o     __o
       _.>/,_       _,\<._  _,\<._  _,\<._
      (_) \(_)     (_)/ (_)(_)/ (_)(_)/ (_)

    Einmal editiert, zuletzt von rrbth (24. September 2004 um 19:58)

  • test
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    • 24. September 2004 um 19:24
    • #46

    ich bin ja weder ton noch lichtmann. aus meiner erfahrung kann ich aber sagen: je länger der soundcheck bei einem guten tontec dauert, um so schlechter die band. es gibt doch nichts besseres als ne band, die immer nur meckert. warum tut sie dass? damit sie hinterher ne entschuldigung für den schlechten sound hat.
    ansonsten muß ich ja mal sagen, das probleme immer intern gelöst werden. der veranstalter ist ja eh schon nervös genug.

    http://www.crystal-hannover.de
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  • TeO
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    • 4. Oktober 2004 um 18:11
    • #47

    Peter Z: Mit "arrangieren" meinte ich ja nicht unbedingt, dass das bei jeder Band gemacht werden muss und auch nicht, dass man unnötig die Lautstärkeverhältnisse ändern sollte, wenn die band ihre eigene dynamik mitbringt und das auch so kann, dass das Arrangement stimmt. Aber da ich Deine Aussagen bzgl. Monitoring absolut nachvollziehen kann, kannst Du Dir sicherlich vorstellen, dass solche Bands eben vom Tonler "arrangiert" werden müssen, damit man überhaupt was Vernünftiges über die PA bekommt. Nicht von der musikalischen Qualität her gesehen, sondern eher von der Abstimmung.
    Wenn die Band das ovn sich aus macht und kann, dann bin ich glücklich und verlebe einen ruhigen Abend mit toller Musik... ;)

    Gruss
    TeO

  • alexandra
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    • 9. Mai 2005 um 01:29
    • #48

    Hallo, da möchte ich doch auch mal was aus Sicht der Musiker erzählen, wobei ich nur einen Teil der Vorfälle bei einem Event zum besten gebe.

    Eine für PA und Mix verantwortliche Firma, fügte schon bei der Mikrofonierung der Base durch das angebrachte Stativ dem Fell der Base eine Delle zu.

    Beim Soundcheck war der Gesang viel zu leise, was der Techniker dem Mikrofon des Sängers zuschrieb, also schnell das 0815 Shure SM58 des Technikers drangemacht, nur das es jetzt noch leiser war. Daraufhin der lapidare Kommentar des Technikers, der Sänger könne wohl nicht singen. Nachdem sich der erprobte und sehr vielseitige Sänger mal direkt vor dem Techniker gestellt hat und ihn in Tinitusgrenzen live besang, fing der Techniker endlich mal an den Fehler bei sich und der Technik zu suchen. Nach einer viertel Stunde hatte er dieses Problem auch endlich gelößt und der Sänger brachte wieder sein Mikrofon an den Strat.

    Danach bekam man auch einen relativ guten Monitorsound und Gesamtsound hin.

    Kurz vor Auftrittsbeginn, lag plötzlich kein Strom mehr an der PA und ein ca. 2 1/2 Sündiges Problemgesuche begann.

    Anschließend blieben der Band von dem geplanten 2 Stunden Auftritt, nur noch knappe 20 Minuten übrig.

    Nach dem gefrickell an der gesamten Anlage um den Fehler für den Stromverlust zu finden, stellte die Band auf der Bühen fest, dass der Monitorsound komplett hinüber war. Der Schlagzeuger hatte sich, aber kaum ein Bandmitglied auf dem Drumfill und der Gitarrist traute sich kaum einen Leadsound einzuschalten, weil er vom Monitorsound weggeblasen wurde. Da er aber auch sang, konnte er auch nicht einfach abstand zu der Box halten.

    Unter normalen Umständen hätte man ja noch schnell Zeit für den Monitorsound zwischengeschoben, aber nicht bei den übrig bleibenden 20 Minuten. Nur mit so einem Monitorsound, klappt auch Bandtechnisch kaum etwas vernünftig, da man da fast nur noch auf Instinkt und nach visuellen Gesichtspunkten miteinander spielen konnte. Der Frust der Musiker auf die PA-ler war enorm und

    Die waren wohl in Wirklichkeit nichts anderes als bessere Discobeschaller, die ab und zu sich extra Equipment ausliehen um Bands abzumischen.

    Es ist nun mal so, dass der Normalbürger die Band in Verbindung mit einem schlechten Sound bringt und anschließend deren Name damit assoziiert wird. Die Band hatte damit dort vor Ort unverschuldet den Schaden, da man sie mit diesem üblen Sound und den spielerischen Schwierigkeiten aufgrund des mangelhaften Monitorsounds selbstverständlich in Verbindung gebracht hat.

    Da sagt niemand, hatter ihr einen schlechten Monitormix und haperte es mit der Mikrofonierung? Nein, da heißt es ihr könnt ja nicht spielen und habt einen *?/*#<> Sound. So ist es leider nunmal.

    Die Band hat es sich hinter die Ohren geschrieben und eine strenge Bühnenanweisung ist jetzt fester Bestandteil ihres Vertrages, denn lieber einen Auftrag ablehnen, wenn kein vernünftiges Material und Leute vor Ort sind und auch mal einfach gar nicht auftreten und auf Auszahlung der Gage bestehen, als aufzutreten und dann für den ganzen Unsinn verantwortlich gemacht zu werden und den Imageschaden davon tragen.

    Wie bei der Musik auch, ist gutes Equipment sehr hilfreich, aber das beste Equipment hilft nichts, wenn nur Dilletanten es bedienen. Dann lieber Behringer Teile, Noname Gitarren und ein paar Töpfe als Schlagzeug, aber fähige und freundliche Musiker und Techniker. Das hilft einer Veranstaltung mehr als nur abgehobene Möchtegerntechniker und komplett zugedröhnte Staralyrenmusiker.

    Ich finde, mann kann in der Not sehr wohl mal Kompromisse mit der Technik in Kauf nehmen, aber das Menschliche und die Kompetenz aller Beteidigten, sollte dann auch stimmen. Dann lößt man auch die schwierigsten Probleme zu aller Zufriedenheit.

    Gruß,
    Alexandra.

  • wora
    Profi
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    11
    • 9. Mai 2005 um 12:54
    • #49

    da habt ihr ja voll ins klo gegriffen mit diesem beschaller.
    solche jungs gibt es leider öfter am markt. also am besten ein bisschen rumhören, welche firma das besser macht und dann diese buchen, oder einen eigenen techniker mitnehmen, der sowas in den griff bekommen kann.

    zum thema rider: der wird sowieso oft nicht eingehalten, obwohl es vorher am telefon heisst:"jaja, kein problem, alles da"!
    hab ich grad am weekend wieder erlebt (OpenAir, Bühne 17x20m)

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • Benjamin Keßler
    Beiträge
    744
    • 9. Mai 2005 um 14:27
    • #50

    Es kommt jetzt auf die Band an, ich weiß jetzt nicht worum es geht, aber vielleicht würde euch ein Bandtoni helfen, der euch öfter betreut, und dann nach etwas Zeit weiß, was ihr wollt.

    Wir hatten auch mal so einen Fall. Da hat jemand gemischt, von dem ich weiß, das er kaum noch was hört. Wir haben dann beim Soundcheck einen schönen Sound hinbekommen, und dann haben wir unseren Bandeigenen "Bierholer" :wink: ans Mischpult gestellt, nur das der Aufpasst, das es keiner Anfasst. Das ist zwar nicht sinn der Sache, aber besser als ein komplet versauter Sound.

    Es lebe der Offbeat !!!

  • manuela
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    • 9. Mai 2005 um 15:13
    • #51

    Obwohl ich selber auch große Angst davor habe - aber wenn man nicht hören kann ist man an der Konsole ungefähr so gut aufgehoben wie ein Blinder am Steuer eines Autos !
    Es ist auch keine Schande in den Zeiten wo man nicht am Tisch ist mal einen Ohrenwärmer zu tragen um eben dem vorzubeugen.

    die Feuerzeuge der Gäste sind kleine Sterne die am Himmel unseres Alltags weiterleuchten.

  • TeO
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    219
    • 9. Mai 2005 um 17:01
    • #52

    Erfahrungsgemäß ist es IMMER besser, einen eigenen Toni dabei zu haben, wenn man nicht weiss, welche Firma denn jetzt das Material stellt und wer dann dort am FOH steht. Gerade wenn man weiss, dass da schon ein Dreivierteltauber am Mischpult steht... :shock:

    Ridermäßig kommt es ja auch immer auf die Band an: Je mehr Gage der Künstler bekommt, desto eher wird da schonmal der Rider genaustens eingehalten, aus Angst, der Künstler sackt die Gage ein und fährt wieder nach Hause, weil das bestellte Equipment nicht da ist. Für ne Dorf-Coverband werden das die Wenigsten machen.

    Natürlich steht man als "kleine" Band dann immer im Konflikt, wenn minderwertiges Material da ist, der Tec nix kann etc. Auf der einen Seite hat man keine Lust auf bescheidenes Equipment, weil man weiss, dass das nicht gut ausgehen wird und dann wohl eher dem Ruf der Band schaden kann als es nützt (wie gesagt: KANN!). Auf der anderen Seite spricht es sich auch unter den Veranstaltern rum, wenn man die Gage kassiert und wieder heimfährt, weil der Rider nicht erfüllt wurde. Und die Veranstalter legen das dann erstmal negativ aus. Was für die "kleine" Band weniger Aufträge bedeutet.

    Wie gesagt, aus Bandsicht mit Sicherheit eine sehr verzwickte Situation.

    Gruss
    TeO

  • manuela
    Beiträge
    9.103
    • 9. Mai 2005 um 17:46
    • #53

    ich finde auch das Material kann garnicht gut genug sein. Allerdings laß ich mich nicht von einer Gruppe anweisen die selbst nur Murks in den Racks hat, einige von denen sind wirklich dem Größenwahn verfallen !
    ich hatte da mal so einen Ärger mit einer Sängerin die nicht auftreten wollte wegen einem Reverb von Alesis. Dafür haben wir die komplette Königsklasse von TC in den Racks was schöneres kann man doch wirklich nicht bekommen... das sind eben Freaks, und wenn so eine dann nicht ranwill dann soll sie besser kellnern (meine Meinung!). Ich bot ihr an den Gig selbst zu singen, das half :D:D:D
    Bei größeren passiert das nicht weil die selber wissen was gut ist und was nicht ...

    die Feuerzeuge der Gäste sind kleine Sterne die am Himmel unseres Alltags weiterleuchten.

  • Eliminator
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    3.105
    • 9. Mai 2005 um 18:17
    • #54

    Mich stört etwas, daß hier dauernd auf den DJs herumgehackt wird. Da ich neben Live- und Sprachbeschallung (hierzu gehören auch Industriejobs und Gottesdienste, also nicht nur Kinderkram) auch regelmäßig hinterm Doppelplayer stehe (weil es sich halt lohnt), fühle ich mich da auch ein wenig angegriffen.

    Ich weiß auch (auch aus eigener Erfahrung), daß es Leute gibt, die sich als DJ bezeichnen, sich aufregen, daß sie 200 Euro für Amping und Boxen bezahlen müssen, und dann das Zeug rücksichtslos kaputtspielen. In Hinsicht auf diese Klientel kann ich Eure Meinung teilen.

    Es gibt aber auch genug Beschaller (dazu zähle ich hoffentlich auch), die mit vernünftigem Material auch DJ-Aufträge annehmen.

    Die Schnittstellenprobleme zwischen Bands und Techs kenne ich jedoch auch.
    Ich habe mal mit einer Band zusammengearbeitet, die in einem kleinen Zelt ihre Backline soweit aufdrehten (und sich auch nicht davon abbringen ließen), daß ich auf dem FOH nur noch die Vocals bringen konnte. Laufend kamen Leute aus dem Publikum und beschwerten sich über die zu hohe Lautstärke, hab ihnen dann den Sachverhalt erklärt und zur Band geschickt.

    Diese schüttelte nur den Kopf und schickte die Leute wieder zurück, "Ich sei doch der Techniker".

    Habe mich dann von der Band getrennt und eine neue gefunden, die soviel Disziplin hat, daß wir zuletzt sogar in einer kleinen Kneipe spielen konnten, ohne daß es irgendwem unangenehm war.

    Gruß,

    Klaus

    FOH = Holz vor der Hütte!

  • nudelhirsch
    Beiträge
    59
    • 9. Mai 2005 um 19:36
    • #55

    Ich hab schon alle Varianten erlebt.

    Bei einer Tour (als Musiker) hatten wir unseren Techniker dabei, haben auf einer Messe 2 Gigs gespielt. Am ersten Tag haben sich die Beschaller geweigert, unseren ans Pult zu lassen. Nur ihre Leute durften. Der ganze Gig war ein einziges Feedback... Ich hab den Mischer gefragt, weshalb er ein Mikro auf die Boxen oben drauf gelegt hat (ungelogen, und nicht per Zufall, er brauchte eine Leiter) und er hat mich nur angeschnauzt. Hab ihm gesagt, wenn es das nicht ist soll er halt irgendwie das Koppeln loswerden.
    Danach sind wir zum Veranstalter und haben gesagt, dass wir nicht spielen, wenn nicht unser Mann am zweiten Gig mischt. Ging stundenlang hin und her, er durfte dann mischen.

    Ein anderer Gig, der Techniker fragte, ob wir einen Comp mitbringen koennen, ich packe meinen ein, gehe dann damit zum FoH, der fragt mich, was das waere, was ich da bringe. Ich erklaere ihm, dass ein Comp angefordert wurde und hier ist er nun. Der Techniker schaut mich gross an und fragt mich was ein Comp sei. Ich sage, es sei was zum Essen und leg das Ding wieder ins Auto...
    Habe auch viele gute Techniker erlebt, so ist es nicht.

    Aber auch schon als Techniker mit Bands gearbeitet, dass man Haarausfall bekommen kann. Lange Rider, aber wenn ich nachfrage, wieviele DI-Boxen sie brauchen weiss keiner, wovon ich rede... Offensichtlich war der Rider irgendwo kopiert ohne zu wissen was man da tut, denn die Liste war voll mit unnoetigen Positionen, alles nur rumgestanden...
    Und natuerlich die Saengerinnen vom Land, die beim Soundcheck leise 1-2-3 sagen und 3 mal draufklopfen und glauben, dass so ein guter Soundcheck gemacht wird...

    Im Monitoring habe ich auch schon viel erlebt...

    Ich war froh dass wir damals bei der Tour unsern eigenen Techniker hatten, der hatte sein Auto, seine Anlage, und hat die Luecken aufgefuellt, die der Beschaller gelassen hatte. Feine Sache. Auch wenn sein Equipment ueberwiegend privat gekauft und daher Behringer war, er hat es beherrscht, das war das wichtigste.

    Wer hat schon wieder das Gaffa geklaut?

  • Benjamin Keßler
    Beiträge
    744
    • 9. Mai 2005 um 19:44
    • #56

    Hm, ich such auch noch einen Tech. am liebsten einen, wie der einer Band, deren Drummer hier im Forum ist. :wink: Also einen der eine Legend privat darumstehen hat und diese dann auch noch ordentlich bedienen kann.

    Ps. Wir sind aber eine kleine, arme, unbekannte Band. Also, wer Spaß am Mischen hat, halbwegs weis, was er am Pult tut und Erfahrung sammeln will, kann sich gern melden.

    Es lebe der Offbeat !!!

  • manuela
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    9.103
    • 9. Mai 2005 um 19:55
    • #57

    das ist mal ein Tread so richtig zum abmeckern 8)

    Aber..

    Es geht auch anders. Wir hatten am Samstag eine VA in Belgien gemacht, Stadtfest mit Top-Act. In Erwartung des schlimmsten haben wir da aufgebaut, als es dann endlich passierte lächelte mich der franzose (der tonmann von ihr) an, 15 min später stand der Sound und es lief wunderschön durch ohne Patzer, sogar bei Sonnenschein. Wir haben das kompliment mitgenommen es müßte immer so sein wie mit uns :D
    Der Raider war knapp und so präzise daß man alles vorinstallieren konnte, lief auf Anhieb und ohne Raritäten. Für jedes gewünschte Gerät stand mindestens eines als "ersatzweise" und drunter noch die Anmerkung daß man bei Problemen anrufen solle, das sei lösbar.
    Kurzum hochgeniale Sache.
    Den Stress gibts eher mit den Möchtegerngrößen, die richtigen Profis sind eben Profis und kriegen auch Probleme grinsend in den Griff !
    Ausgenommen belgische Schukostecker.... :shock: und wir mußten im Hotel Eschenbach übernachten (kein Zimmer zu bekommen im Ort)

    die Feuerzeuge der Gäste sind kleine Sterne die am Himmel unseres Alltags weiterleuchten.

  • guma
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    • 9. Mai 2005 um 20:48
    • #58

    Liebe Alexandra !

    Fassen wir also zusammen:

    Die Delle im Felle der Base brachte das Mikrofon wieder an den Strat.
    Ein 2 1/2 Sündiges Problemgesuche nach dem gefrickell wurde vom Monitorsound weggeblasen. Darüber hinaus gab es Dilletanten und Staralyrenmusiker. :roll:

    Fazit:
    1. Die Technik und die Techniker waren ganz arg schlimm.
    2. Die Band wird es wegen eines Kommunikationsproblems auch ohne schlimme Techniker nie schaffen. :cry:

    ( Ich nehme heute meinen sarkastischen Abend :D )

  • gerald1
    Profi
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    • 9. Mai 2005 um 21:25
    • #59

    Manu schrieb:

    Zitat

    im Hotel Eschenbach


    Ein feines Hotel - falls die Situation sich wiedermal so ergibt, kann ich in selbiger Gegend das Hotel "Zur Schnakenburg" sehr empfehlen.
    Was ist denn heute wieder los :lol: :lol:
    Gerald1

  • hwb
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    252
    • 9. Mai 2005 um 21:52
    • #60
    Zitat von &quot;Gerald1&quot;

    Manu schrieb:


    Ein feines Hotel - falls die Situation sich wiedermal so ergibt, kann ich in selbiger Gegend das Hotel "Zur Schnakenburg" sehr empfehlen.


    Da solltest du aber gut aufpassen welches Zimmer man dir gibt... im letzten konnte ich nicht einmal aufrecht stehen :D

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