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Hornkonturen

  • tufkains
  • 6. Januar 2005 um 20:32
  • tufkains
    Beiträge
    1.342
    • 6. Januar 2005 um 20:32
    • #1

    Der Mythos der Hornkonturen:

    Es wird viel darum geredet, doch nur Wenige wissen wo die Unterschiede liegen.
    Hier ein kleiner Einblick, um vielleicht die Problematik etwas näher zu bringen. Die Akustik ist viel zu komplex um sich überall bis in Detail auszukennen. Also eigentlich möchte ich damit sagen, dass wohl niemand von uns jemals auslern.
    Anschließend eine kleine Zusammenfassung, damit man eine möglichst passende Kontur für sein Konstrukt wählt.

    Es gibt zwei Extrema, die parabolische Form und das „Gegenteil“ die hyperbolische Kontur.
    Dazwischen liegen viele Möglichkeiten die eine Mischform aus den beiden Extrema bestehen.
    Die parabolische Form, also sich vom Hals her sehr stark öffnend und zum Mund dann hin abflachend hat jediglich den Vorteil möglichst keine Verzerrungen durch die schnell öffnende Kontur zu erzeugen. Auf diesen Effekt möchte ich etwas später noch genauer eingehen. Wesentlicher Nachteil ist abgesehen vom überproportionalen Platzverbrauch der, dass bei selbiger Größe (gleiche Länge, Hals und Mund) im Vergleich zu anderen Formen der Strahlungwiderstand den das Horn bietet übermäßig rasch abnimmt. Deshalb scheidet diese Bauform aus den sinnvollen Möglichkeiten aus womit ich als maximale Öffnungsfunktion für praktische Gebilde von konischen Hörnern ausgehe. Die sich anfangs schnell öffnende Kontur a la parabolisch mach nur einer Ausnahme wirklich Sinn. Und zwar wie gesagt, dass man die Verzerrungen gering hält, jedoch gestaltet man dann nur etwa die ersten 5-10% des Hornes in dieser Kontur und führt die restliche Öffnungsfunktion dann in beliebiger platzsparenderer Form aus. Stichwort sei hier der sg. Rubber Throat => Klipschhorn. Allerdings bin nicht nur ich der Meinung, dass sich das gerade bei Basshörnern nicht rentiert. Verzerrungen im Bassbereich kann man ohnehin weniger gut wahrnehmen und dazu kommt noch abgesehen von erhöhtem Bauaufwand die erschwerte Berechnung, bzw. gewisse Unvorhersagbarkeiten durch den unstetigen Übergang.
    Verzerrungen: Hervorgerufen durch den Effekt air-overload. Durch die Bewegung der Membran entstehen Druckschwankungen die in pos. und neg. Richtung gleich stark sind. Die daraus resultierende Volumensänderung bei steigendem Druck kleiner ist als wenn sich die Membran in neg. Richtung bewegt. Bei einem langen Rohr verstärkt sich der Effekt, und schaukelt sich immer stärker auf. Das lässt sich natürlich berechnen, nur liegt das jenseits meines Interessen. Hier sollte man vielmehr auf Erfahrungswerte setzten. Nicht zu vergessen sollte sein, dass diese Effekte bei sinnvoller Dimensionierung gerade im Gegensatz zu herkömmlichen Gehäusekonstruktionen eher gering ist. Auch sollte man diesen Effekt nicht damit verwechseln, dass bei schlechter Dimensionierung bei BR oder BP ein Zischen an den Ports zu vernehmen ist. Das entsteht nämlich durch sich vorbeibewegende Luft, hervorgerufen die die Bewegung der Membran und hat mit dem oben genannten Effekt nichts zu tun. Folglich sollte bemerkt werden stark hyperbolische Hörner nur im Bassbereich einzusetzen und (oder) den Hornhals dafür dementsprechend groß zu machen.
    Was wahrscheinlich jetzt einige verwundert ist, dass ich die sehr geläufige Exponentialform noch nicht genannt habe. Für mich ist das ganz einfach eine gute Mischform aus konisch und hyperbolisch, die sich im Lauf der Jahre bewährt hat und einfach zu berechnen ist. Ein ganz großer Vorteil an dieser Kontur ist, dass man ohne Überhöhung des Strahlungswiderstandes bei tiefen Frequenzen bei gleichen Abmessungen die beste Belastung des Treibers bei tiefen Frequenzen hat (Vorstellungsmodell Q=0,7 bei einer geschl. Box). Hyperbolisch wäre dann mit größerem Q und konisch mit kleinerem Q zu vergleichen. All diese Hornkonturen besitzen ab einer gewissen Frequenz nach unten hin auch eine kapazitive Reaktanz. Ziel einer Hornkonstruktion ist es möglichst reinen also reellen Strahlungswiderstand für den Treiber zu erzeugen. Ideal wäre ein Horn das überhaupt keine kapazitiven Anteile und einen gleich bleibenden reellen Widerstand am Hornhals bietet. Ergänzend ist noch ganz wichtig, dass all diese Fakten auf dem Modell einer planen Wellenfront am Hornhals beruhen.
    Daraus kann man schon schließen, dass sich die Welle überall mit der selben Geschwindigkeit ausbreitet, dass am Hornmund eine Kugelwelle entsteht. Bei konischen Hörnern ist die Bewegung der Luftmoleküle immer normal auf die Hornwände und ebenfalls auf die Mittelachse. Das ist bei exponentiellen oder hyperbolischen Formen nicht gegeben. Oder anders rum. Die Annahme des exp. Öffnungsfunktion wird unter Annahme gemacht, dass die Wellenfront im Horn plan bzw. eben ist. Das das aber nicht der Fall ist,… es gibt 2 Möglichkeiten. Entweder man korrigiert die Flare Frequenz oder man behält die Frequenz bei und ändert die Kontur. Weitere Details würden zu weit führen und außerdem bin ich kein Mathematiker. Also wie gesagt, diese Tatsache ist mehr von theoretischer Natur.
    Vielmehr will ich auf ein von Voigt erfundenes und patentiertes Design hinaus. Das sg. Tractrix oder Kugelwellenhorn. Diesem Namen kann man schon so einiges entnehmen.
    Das Design ist so gewählt, dass man anfangs auf etwa 50% der Länge ein normales Expohorn hat und danach weitet es ich stärker auf, im Gesamtöffnungswinkel somit 180° (im Gegensatz zum Expo mit nur 90°). So gewählt dass die Ausbreitungsrichtung des Schalls 90° auf die Hornwände hat. Mathematisch ist das nicht so leicht zu berechnen dafür gibt es aber eine Menge guter Vorstellungsmöglichkeiten und graphische Konstruktionsmöglichkeiten. Bei gleichem Hornhals und Hornmund ist das Tractrixhorn entsprechend kürzer. Es besteht daher oft die falsche Annahme, dass die Tractrixform die ideale Basshornkontur sei. Jetzt nämlich der genau entgegengesetzte Schluss. Die Tractrixform ist deshalb so geeignet, da sie den Klang natürlicher wiedergibt. Am Hornmund eines Exponentialhorns, noch schlimmer konischen Horns entsteht nämlich eine Diskontinuität. Also so in der Art wenn man auf eine Mauer trifft. Ein Sprung der Schallimpedanz,… => Reflektionen zurück in das Horn.
    Für lamda/4 und vielfache der Hornlänge entsteht so eine Art Resonanzgebilde. Alle anderen Frequenzen werden auch reflektiert nur eben nicht mehrfach. Deshalb sollte sich ein Horn wenn möglich immer in alle Richtungen öffnen. Wie gesagt konisch ist schon nicht gut, aber gar nicht ist ziemlich schrecklich. Man kann dieses Phänomen auch sehr leicht erhören. Bestes Beispiel: Man nehme einen HT Treiber vergleich mit und ohne Horn. Mit Horn klingt das Gebilde etwas nach. Solange sich das in vernünftigen Maßen bewegt ist würde ich nicht behaupten, dass es schlecht klingt. Horntypischer Klang eben, mir gefällt das, aber eben nicht ganz naturgetreue Wiedergabe. Zurück zu Tractrix. Das Problem tritt bei diesem Horn theoretisch gar nicht auf. Ganz wichtig ist aber folgendes zu wissen. Näherungsweise kann man bei konischen und auch bei exponentiellen Hörnern durch die richtige Dimensionierung der Rückkammer, die kapazitive Reaktanz die durch die zu bewegende Luftmasse im unteren Ende des Übertragungsbereiches entsteht, durch die induktive Reaktanz die durch Stauchung, Expansion des Rückkammervolumens entsteht kompensieren. Somit erhält man ein Horn dass bis zur flare Frequenz einsetzbar ist. Bei Tractrixhörnern geht das nicht mehr. Eine richtige Kompensation ist hier nicht mehr durchzuführen. Als Beispiel ein 70Hz Tractrixdesigen hat einen Rolloff 100Hz. Um die 70Hz zu erreichen muss man ein Tractrixhorn dementsprechend größer machen. Belohnt wird man mit einem exzellenten Klang ohne Nachhall.
     Tractrixdesign ist als kein wirklicher Vorteil im Bassbereich wie oftmals verbreitet wird.
     Wer es nicht glaubt, probiere mit Hornresp
    Wenn dann macht es im Präsenzbereich Sinn.
    Mein Fazit: Im Bassbereich mit Expohörnern am besten beraten ist (um Platz zu sparen kann es auch eine exponentiell-hyperbolische Mischung sein). Tractrixhörner sind eher was für Audiophyle und haben sonst nur einen Vorteile gegenüber Exponentialhörnern im PA Betrieb, denn entstehende Verzerrungen durch die Pappen sind schnell größer als zu hörenden Reflexionen, die wie oben gesagt nicht einmal den Klang negativ beeinflussen müssen.


    Ich hoffe, damit eine kleine Übersicht über verschiedene Hornkontur gegeben zu haben.
    Mich würde es freuen, wenn sich jemand um Ähnliches in anderen Bereichen des Hornbaues kümmern würde. (Directivity von Hornsystemen; obere Übertragungsgrenze, Rolloff, Bündelung des Treibers, sodass es das Horn nicht mehr sieht; etc.) Wenn ich wieder mal Zeit finde werde ich mit um die Wahl des richtigen Chassis bemühen, denn 90% der auf dem Mark verfügbaren sind leider für BR ausgelegt.

    Einmal editiert, zuletzt von tufkains (1. Oktober 2008 um 23:33)

  • TobiV
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    1.426
    • 6. Januar 2005 um 22:59
    • #2

    Super! Vielen dank für diese infos...
    gerne auch mehr!

    ...ein Beck's bitte...

  • tufkains
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    1.342
    • 8. Januar 2005 um 17:13
    • #3

    ---

    Einmal editiert, zuletzt von tufkains (1. Oktober 2008 um 22:53)

  • TobiV
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    1.426
    • 9. Januar 2005 um 14:04
    • #4

    okay, ich versuch's mal mit einer konkreten frage:

    wie kontroliere ich das Abstrahlverhalten über die Hornkontur?
    Welchen einfluss haben die positionen der "knicke" in der schallführung?

    Danke an alle die sich die mühe machen,
    Tobias

    ...ein Beck's bitte...

  • cnc
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    207
    • 20. Juni 2005 um 12:53
    • #5

    sehr schöne Erläuterung...

    exponentiell stellt also einen guten Kompromiss dar... hm, da sich der Hornverlauf am Hornhals aber nur langsam öffnet, erwarte ich hier aber auch "zurückschnellende" Schallanteile bei großen Hörnern. Liege ich mit dieser Vermutung falsch?

    Annahme: großes 12"Midhorn, Halsfläche 300 cm², Hornlänge 65 cm, Mundfläche ca. 65 x 65 cm, exponentieller Hornverlauf

    in der Simulation soweit alles schön und gut, ist sowas vom tatsächlichen Klang her brauchbar? (ja, es sind Bässe, die vom Maß her darunter passen... wenn der Name Farad anschließend fällt wird's klar sein welche)

    (der hier offensichtlich nicht mehr vertretene) Farad hat damals ein ähnliches 12"-Midhorn gebaut, jedoch mit konischem Hornverlauf! Wie zu erwarten traten hier jedoch nicht zu vernachlässigende Welligkeiten auf! Er riet mir daher zu einem exponentiellen Hornverlauf!

    wäre eine Kombination aus verschiedenen Hornverläufen die bessere Wahl ( und wenn ja, welche Kombi...) Ich dachte hier um einen anfangs konischen Hornverlauf, um Druck abzubauen und an exponentielle Weiterführung, um an die Umgebung anzukoppeln... Sollten sich gegen einen rein exponentiell keine allzu großen Einwände finden werde ich mal austesten, ob so ein Horn von ca. 130 -900 Hz einsetzbar ist (gegen tiefer & höher hätte ich natürlich auch nichts, das wird die Praxis zeigen)

    Hoffe um Erfahrungsberichte mit solchen Konstrukten,

    mfG Alois

  • Timber_MG
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    270
    • 20. Juni 2005 um 13:20
    • #6

    Sehr interrerssanter Thread. Werde später in der Woche mal versuchen etwas posten(examen morgen). Appropo Konisch vs Expo: versuch es mal mit höherer Kompression ;) Dann fallen dier Unterschiede immer mehr gering aus und das Konische hat untern rum oft sogar mehr output (wenn mann die Membranauslenkung dazu noch betrachtet sieht man evtl etwas)

  • sabbelbacke
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    • 9. Juli 2007 um 20:52
    • #7

    Very nice :) Durch Zufall hier drauf gestossen.
    Eine kleine Ergänzung will ich an der Stelle noch machen, den meisten wahrscheinlich klar....

    Arbeitet man mit AjHorn, beziehen sich die Angaben über die Hornkonturen NICHT auf die Erweiterungsfunktion der Fläche, sondern des Radiuses. Die Anzeige der Hornkontur zeigt also nicht den Hornverlauf bei gleichbleibender Breite, sondern die Zunahme des Radiuses. IMHO deswegen wichtig, weil so mancher in AJHorn evtl. auf die Idee kommt ein gerades Brett mit konstanter Breite als "konisch" zu simulieren...

    Zur Illustration kurz ein bischen gerechnet und beides verglichen (die Konturdaten sind in dem Fall aus AjHorn exportiert):

    Im Handbuch stehts dann derart:

    Zitat

    Kontur
    Die Benennung der Hornöffnungsfunktionen beruht auf historischen Vorgaben. Diesen zu Folge wird die Kontur als Radius eines kreisrunden Horns angesehen. Leute ohne tiefergehende Kenntnisse in Funktionentheorie können diesen Abschnitt überspringen und sich die unterschiedlichen Funktionen mit Hilfe der Plotfunktion von AJHorn ansehen.

    Parabolisch Ein parabolisches Horn ist ein Horn, dessen Radius sich mit der Quadratwurzelfunktion erweitert. Die Fläche ist also proportional der Länge.

    Konisch Ein konisches Horn ist ein Horn, dessen Radius sich linear mit der Länge erweitert. Die Fläche geht also quadratisch mit der Länge.

    hornresp

  • pure-audio
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    • 16. Dezember 2025 um 11:23
    • #8

    sehr interessante Infos, selbst nach fast 20 Jahren noch brandaktuell :) . hab gerade große Lust mir nochmal ein von 90 - xy kHz (ungefaltet) horngeladenes System aufzubauen . . . ähnlich Funktion-One Resolution 9 . . . unterhalb von 90Hz dann 1x gefaltet mit EAW BH882 (2x18") + Hornverlängerung.

  • schotte
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    • 16. Dezember 2025 um 15:31
    • #9

    Hallo,

    man darf das heute auch gerne BESSER gestalten als olle F1 Speaker als "Vorlage" zu benutzen ... ;)

    corn*Schotte

  • secluded
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    • 16. Dezember 2025 um 16:20
    • #10

    oh - hier gibt's Popcorn ?

    corn*

    "geht nicht" ? - gibt's nicht !

    ...ja, das war schon immer mein Avatar :evil:

    "Mit der Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens" (Friedrich Schiller, "Jungfrau von Orleans" )

  • schotte
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    • 16. Dezember 2025 um 19:13
    • #11

    corn*

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    • 16. Dezember 2025 um 20:38
    • #12

    Ein Horn was ab 90 Hz aufwärts einsetzbar ist, wird aber ziemlich unhandlich tief.

    Zusätzlich muß der Weg/ die Wege drüber dann ordentlich nach hinten delayed werden, da die Schallenstehungsorte dieser geometrisch viel zu weit vorne sitzen.

    Wenn das Horn bis in den Bereich 1 kHz oder gar darüber gehen soll, sollte da auf alle Fälle ein Phaseplug rein.

    Soll das Horn zusätzlich zum tief runter reichen auch noch gleichmäßig relativ breit vom Winkel her abstrahlen, wird auch die Frontfläche unverhältnismäßig groß.

    Die Hornkontour ist da m.E. das allerkleinste Problem dabei.

    Wenn sich das Horn da so einigermaßen nach der Exponential- oder Tractrix-Funktion erweitert und der Hornmund nicht all zu klein gewählt wird, gibt das einen passabel ebenen Frequenzgang.

    Faktoren wie das Kompressionsverhältnis, Volumen der Druckkammer, Volumen der Rückkammer, Lage des Ringspalts am Hornhals etc. halte ich neben der Chassisauswahl da für wesentlich kritischer.

    Solange das nicht in einem "Hifi-Forum" diskutiert wird, sondern in einem PA Forum, ist man sich evtl. auch eher einig, dass Physik existiert und auch tatsächlich funktioniert. ;)

    So ganz ins Blaue hinein ohne "Lastenheft" macht so eine rein theoretische Horndiskussion jetzt aber m.E. wenig Sinn, bzw. ist nicht besonders anschaulich und eingängig.

    Wenn die Wellenlänge kleiner werden (z.B. bei einem Hochtonhorn), dann wird es natürlich etwas filigraner als bei einem Horn für's Midbasschassis. Bislang habe ich aber die Hochtonhörner immer gekauft und nicht gebaut...

    P.S.

    Ich mag kein Popkorn! ^^

    Viele Grüße,
    Fux

    3 Mal editiert, zuletzt von Fux (16. Dezember 2025 um 22:44)

  • sabbelbacke
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    • 17. Dezember 2025 um 12:31
    • #13
    Zitat von pure-audio

    sehr interessante Infos, selbst nach fast 20 Jahren noch brandaktuell :) . hab gerade große Lust mir nochmal ein von 90 - xy kHz (ungefaltet) horngeladenes System aufzubauen . . . ähnlich Funktion-One Resolution 9 . . . unterhalb von 90Hz dann 1x gefaltet mit EAW BH882 (2x18") + Hornverlängerung.

    FUX hat ja schon einiges kommentiert.

    Vernünftige Hornladung bis 90 Hz Runter erzeugt Kisten, die man heute kaum noch handhaben will.... Ein üblicher Kompromiss war bis ca 150 Hz zu gehen und dann untenrum mit Bassreflex zu arbeiten... Das gibts seit Jahrzehnten und hat unfktioniert und ist noch praktikabel.

    Natürlich kann man aber auch ein Basshorn bauen - nur muss man dann in der Regel alles falten, damits noch sinnvoll zu transportieren ist.

    Im Bass und grundtonbereich ist die Hornkontur und der exakte verlauf bzw. Kanten im Hornverlauf nich so tragisch, daher gibt es schon seit Jahrzehnten "echte frontgeladene basshörner"...

    Je höher die Frequenz, die man abbilden will, desto mehr ist die Hornkontur aber wichtig. Willst Du bis in den Mittelton rein, ist mit "einfach ein paar Bretter exponential anordnen" nix mehr. Klar kann man das machen und die Bastel Elektrofraktion kümmert sich auch nich draum, ob das sauber spielt, malt daher lieber die Boxen rot an und dann hat man Spass am Selbstbau - aber unter professionellen Aspekten macht das keiner mehr heutzutage - man bräuchte riesen Waveguides mit Phaseplugs drin und es wird sehr aufwändig.... In Anbetracht der Leistungsfähigkeit der Chassis und der günstig verfügbaren Verstärkerpower macht das heute keiner mehr.

    Ein bischen Grundton und ein bischen Mittelton findest Du z.B. bei KV2 in den drei Wege Tops, aber auch da wird ab Mittelton dann ein Mitteltöner mit einem geraden Waveguide / Horn drüber eingesetzt...

    hornresp

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    • 17. Dezember 2025 um 14:29
    • #14

    Ein Midbasshorn für 150 Hz bis etwa 1600 Hz läßt sich mit vertretbarem Aufwand (vertikal sich konisch erweiternd, horizontal mit 1-2 Knicks drinnen und einem "Abwasserrohrphaseplug") noch in Holz selbst fertigen, sofern man im Umgang mit Holz nicht ganz ungeschickt ist.

    Alles was dann weiter rauf laufen soll, um dann vielleich erst bei 4 kHz zum Treiber getrennt zu werden, geht dann wesentlich besser in GFK zu laminieren, vorausgesetzt man kann das handwerklich darstellen.

    (ich hab's in GFK noch nicht probiert)

    Viele Grüße,
    Fux

  • pure-audio
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    • 26. Dezember 2025 um 04:14
    • #15
    Zitat von Fux

    Ein Midbasshorn für 150 Hz bis etwa 1600 Hz läßt sich mit vertretbarem Aufwand (vertikal sich konisch erweiternd, horizontal mit 1-2 Knicks drinnen und einem "Abwasserrohrphaseplug") noch in Holz selbst fertigen, sofern man im Umgang mit Holz nicht ganz ungeschickt ist.

    Alles was dann weiter rauf laufen soll, um dann vielleich erst bei 4 kHz zum Treiber getrennt zu werden, geht dann wesentlich besser in GFK zu laminieren, vorausgesetzt man kann das handwerklich darstellen.

    (ich hab's in GFK noch nicht probiert)

    Also 1,6kHz finde ich sehr erstrebenswert. Da könnte man dann sogar schon einige 1" Treiber (z.B. Celestion CDX 1747) ankoppeln und es wäre schon schön mit den (wahrscheinlich) 8"ern da oben relativ flach 6, 12 oder auch garnicht und einfach den natürlich Pegelabfall des Treibers passieren zu lassen - Und ab 5kHz den 1 mit 12dB einfach ranzuklingeln.

    Der Joseph Crowe hat mit dem B&C 8 PE21 auch das so genannte "Summer Rain Front Horn" gebaut (bei Interesse einfach googln) welches ein CD-Horn mit 1762 cm² HornMundfläche jedoch ohne Phaseplug ist. Ich finde, als 40x40Grad Horn hat es eine recht homogene Abstrahlcharakteristik (falls das Polardiagram stimmt) oder? - und das alles ohne Phaseplug! 1" Horn obendrüber 12 oder 15" unten drunter + Mono21"Bass fertig :).

    Bilder

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    • Summer Rain Cluster.webp
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    • B&C 12TBX100, 1xPi.webp
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    • B&C 21SW152.webp
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  • funkbrother
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    • 26. Dezember 2025 um 08:53
    • #16
    Zitat von pure-audio

    (falls das Polardiagram stimmt)

    Falls das echte Messwerte sind (was beim Frequenzgang zumindest nach Glättungsfilter aussieht) dann ist es sehr interessant, wobei der "Gesamtklang/Eigenschaften" nicht durch diese paar wenigen Messcharts abgebildet werden kann, aber dürfte ja hier allen klar sein.

  • pure-audio
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    • 26. Dezember 2025 um 14:42
    • #17
    Zitat von funkbrother

    Falls das echte Messwerte sind (was beim Frequenzgang zumindest nach Glättungsfilter aussieht) dann ist es sehr interessant, wobei der "Gesamtklang/Eigenschaften" nicht durch diese paar wenigen Messcharts abgebildet werden kann, aber dürfte ja hier allen klar sein.

    also die beiden Charts des B&C 21SW152 und B&C 12TBX100 sind nur Simulationen mit den Treibern in einem Exponetial Horn in HornResponse.

    Man kann das Horn des TBX100 auch immer länger bei entsprechend wachsender Mundfläche machen und dann spielt der -zumindest in der Simulation- immer weiter runter (siehe unten). Bei 2,2m Hornlänge, 6500 cm² Hornmund wäre das Gerät dann vorne ca. 100cm breit und 65cm hoch. Aber dafür gibts dann 110dB bei 1W und einen sehr breitbandigen Frequenzgang bei wahrscheinlich recht engem Abstrahlverhalten. Also müsste Mensch wohl auch mehrere nebeneinander legen - schön dicht mit den Treibern aneinander.

    Ich gehe auch mal (als noch nicht boxenbauer) davon aus, dass wir ein Horn welches so hoch arbeiten können soll nicht mehr falten sollten - um Resonanzen/Verzerrungen nicht unnötig weiter zu steigern und sich damit Flexibilität bei der Abstimmung zu nehmen.

    Zum GroupDelay (siehe unten). würde man mit einem guten PhasePlug auch die Gruppenlaufzeit etwas glätten? Den Anstieg auf 20ms bei 60Hz könnte man doch umgehen, in dem der 12"er mit z.B. But 18dB/Oct bei 140Hz abgekoppelt wird - so wäre er dann bei 60Hz schon 24dB leiser. Und eigentlich sollte der B&C 21SW152 in dem MonsterHorn(4,66m lang/ 4qm Mundfläche) bis 130Hz spielen . . .


    Bilder

    • Screenshot 2025-12-26 164728.webp
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    9 Mal editiert, zuletzt von pure-audio (26. Dezember 2025 um 17:35)

  • ralle14
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    • 3. Januar 2026 um 15:22
    • #18
    Zitat von Fux

    Ein Midbasshorn für 150 Hz bis etwa 1600 Hz läßt sich mit vertretbarem Aufwand (vertikal sich konisch erweiternd, horizontal mit 1-2 Knicks drinnen und einem "Abwasserrohrphaseplug") noch in Holz selbst fertigen, sofern man im Umgang mit Holz nicht ganz ungeschickt ist.

    Alles was dann weiter rauf laufen soll, um dann vielleich erst bei 4 kHz zum Treiber getrennt zu werden, geht dann wesentlich besser in GFK zu laminieren, vorausgesetzt man kann das handwerklich darstellen.

    (ich hab's in GFK noch nicht probiert)

    Ich habe in den letzten Wochen als Spaßprojekt ein 4" kleines Mitteltonhorn mit dem B&C 4NDF34 als 3D Druck entwickelt.

    Das Horn an sich ist in Hornsculpt & Akabak entstanden, jedoch ohne Phaseplug. Die Phaseplugentwicklung ist nicht ganz trivial, ich bin bei Version 7 angekommen bis ich zufrieden war.

    Und da waren zwischendurch ganz wilde Plugdesigns bei, die entgegen meiner Erwartungen in der Praxis nicht funktioniert haben: :D

    Zwischen Version 1 und Version 7 sind ganze 10dB bei 3Khz dazugekommen, sodass das Horn jetzt von 600Hz - 3,7Khz mit 99-100dB 2,83V/1m Fullspace läuft:

    Abstrahlung ist auch wirklich sauber geworden:

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    • 3. Januar 2026 um 15:51
    • #19

    Hui, das Frequenzgangdiagramm und (noch viel schwieriger) das Abstrahlverhalten (!) sehen aber sehr gut aus!

    Da ist wohl wirklich kaum freies Volumen zwischen Membran und Phaseplug, so dass der akustische Tiefpass erst bei recht hohen 4 kHz einsetzt.

    Tolle Konstruktion!

    Nach dem letzten Bild ist das jetzt im Endeffekt ein "normaler" Phaseplug geworden, ohne die komplexe Schallführung im ersten Bild.

    Liege ich da richtig?

    Viele Grüße,
    Fux

  • ralle14
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    • 3. Januar 2026 um 16:16
    • #20
    Zitat von Fux

    Da ist wohl wirklich kaum freies Volumen zwischen Membran und Phaseplug, so dass der akustische Tiefpass erst bei recht hohen 4 kHz einsetzt.

    Ja, Zwischen Membran und Plug sind ca. 2mm Luft.

    Zitat von Fux

    Nach dem letzten Bild ist das jetzt im Endeffekt ein "normaler" Phaseplug geworden, ohne die komplexe Schallführung im ersten Bild.

    Genau, es ist letztendlich ein relativ simpler Plug geworden, der hat die besten Ergebnisse geliefert. Manchmal sollte man nicht zu kompliziert denken. Die Geometrie auf dem oberen Bild hat mir Pegel da geliefert wo ich ihn überhaupt nicht brauche, nämlich zwischen 7-9Khz *finger

    Edit: Hier noch ein Vergleich zwischen dem Treiber direktstrahlend in 0,5L CB und mit Horn:

    Einmal editiert, zuletzt von ralle14 (3. Januar 2026 um 16:51)

Anstehende Termine

  • Kombiseminar Sachkundiger für Anschlagmittel und Traversensysteme (AnschlägerPlus)

    Dienstag, 29. September 2026 – Donnerstag, 1. Oktober 2026
  • Sachkunde für Fliegende Bauten

    Dienstag, 29. September 2026 – Donnerstag, 1. Oktober 2026
  • Virtueller Stammtisch im Chat

    Dienstag, 29. September 2026, 21:00 – 23:00
  • PA-Forum Stammtisch LeatCon

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