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I don't need that, 2.0

  • ADMIN
  • 8. Dezember 2007 um 11:15
  • Marcel
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    • 8. Juni 2024 um 18:07
    • #10.761
    Zitat von guma

    Ja, die „Zuhörkultur“ von heute nervt mich ebenfalls gewaltig. Wenn der Dauerlärmpegel um den FOH so ist, dass man sich kaum noch aufs Mischen konzentrieren kann, geht einem schon mal das Messer im Sack auf!

    Das hatte ich auch schon diverse Male mit meiner Covertruppe. Eigentlich möchte ich auch trotz Rock ganz gerne angenehmen Pegel fahren und vielleicht gegen Ende dann etwas Gas geben. Wenn ich aber teile der Musik schon nicht mehr richtig hören kann vor lauter Geschnatter, dann gibt's auch schonmal richtig Rock'n Roll 8o Und wer dann quatschen will muss sich halt weiter nach hinten verziehen oder weiterbrüllen :evil: Natürlich alles ohne Jemandem das Gehör weg zu blasen, so viel Material und Headroom hab ich meistens sowieso nicht dafür. Wobei es natürlich auch die Unbelehrbaren gibt die sich dann immernoch gegenseitig direkt ins Ohr brüllen - so wie gestern. Das war kein Brett, aber laut genug um sich schon anstrengen zu müssen.

    Zitat von audiobo

    Also meinem Empfinden nach war das schon immer so - zumindest bei jeglicher Form von Kostenlos-Konzerten bzw. Vereinsjubiläen und grossen Sponsoren-Eigenwerbungsveranstaltungen.

    Bei Bezahlkonzerten weniger, aber auch da.

    Einzig diese Selfie-Mentalität war natürlich vor 20 Jahren noch nicht so ausgeprägt 😉

    Nunja, Eintritt waren 70€ pro Nase. Und wenn doch so ein Sponsorenverein unbedingt diese Truppe einlädt (ich kanns auch sagen, Hauptact war Status Quo), dann möchte ich eigentlich denken, dass auch nicht Wenige vom Verein die Musik interessiert. Da kamen zwischendurch noch blöde Sprüche von Denen "ey, voll geil hier die Musik"....jaaa, weisst du überhaupt wer grad spielt, geschweige denn welches völlig unbekannte Lied gerade lief? *gacker* und *quatsch* :rolleyes: Einige davon waren dann auch schon sehr angeheitert, Gläser gingen zu Bruch, beim Durchquetschen durch die Menge werden Andere mit Bier usw. bespritzt. Dann schiebt man unbemerkt auf dem erhöhten VIP Gelände einen Tisch mit einem Bein unterm Geländer durch, wodurch Dieser natürlich etwas zur Seite kippt und seine Canapes und die nächsten Gläser mit irgendwas über den Typen neben uns ergießen "ach, ist doch nicht weiter schlimm" kommt dann nur. Benehmen ist Alles. Gilt natürlich nicht für Alle, ein ganzer Teil hat auch die Musik genossen.

    Wie schon gesagt wurde, man kennt das ja eh schon seit Langem, aber gestern war echt ein negativ Paradebeispiel was mir fast den ganzen Abend versaut hätte. Und nein wir konnten und wollten nicht nach ganz vorne wo gesprungen und gehüpft wird. Vaddern ist etwas angeschlagen und sucht sich immer irgendwo was zum Anlehnen / Aufstützen, sonst wären wir längst geflüchtet. Außerdem waren wir 3m rechts vom FOH so war der Sound zumindest sehr gut.

    Die Foto (solange ohne Blitz!) und Videofraktion stört mich persönlich nicht sonderlich. Wenn einzelne Personen meinen sie müssten sich das halbe Konzert durch einen 6" Bildschirm angucken dann bitte. Ist ebenfalls schade um die Musik und unhöflich gegenüber der Band, aber nervt mich nicht annähernd so stark wie die Laber-, Rumrenn- und Selfiefraktion (oder Bierumkippfraktion :cursing: ). Aber es wird anscheinend generell für die Menschen immer schwieriger sich einfach mal 2 Std. am Stück auf etwas zu konzentrieren.

    Was übrigens noch richtig klasse war, ist Magic of Santana mit Toni Lindsay am Gesang, die haben vorher gespielt. War nie ein großer Fan der Studioalben, aber live hatte diese Coverband das echt drauf :thumbup: Sound ebenfalls sehr gut.

    P.S.: IDN Heuschnupfen. Zum Glück regnet es, dann wirds wohl nix mit Rasen mähen dieses Wochenende *finger 8o

  • paranoize
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    • 8. Juni 2024 um 19:39
    • #10.762
    Zitat von Marcel

    Das hatte ich auch schon diverse Male mit meiner Covertruppe. Eigentlich möchte ich auch trotz Rock ganz gerne angenehmen Pegel fahren und vielleicht gegen Ende dann etwas Gas geben. Wenn ich aber teile der Musik schon nicht mehr richtig hören kann vor lauter Geschnatter, dann gibt's auch schonmal richtig Rock'n Roll 8o Und wer dann quatschen will muss sich halt weiter nach hinten verziehen oder weiterbrüllen :evil:

    IDN: Techs die glauben ihre Coverband wäre auf einem x-beliebigen Fest die Hauptattraktion.

    Die meisten Leute gehen auf ein Fest um sich zu treffen und zu unterhalten. Wenn die Musik das wichtigste wäre, gingen sie in ein Konzert, für das sie dann auch Eintritt zahlen...

  • audiobo
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    • 8. Juni 2024 um 20:27
    • #10.763
    Zitat von felixgrampp

    Weder noch. Löst nur noch Kopfschütteln aus. Wenn ich mich über sowas noch aufregen würde…

    Na ja, es beschäftigt dich immerhin insofern, dass du diese Person im Zusammenhang mit einer Egoismus-Diskussion erwähnst.

    Lass mich kurz zusammenfassen:

    • Du hast ihn nicht darauf hingewiesen, dass dich etwas an seinem Verhalten stört bzw. darum gebeten etwas an der Situation zu verändern
    • Du weiss nichts über diesen Mensch und sein Leben
    • Du weisst nichts über die Gründe seines Verhaltens in der Situation
    • Du gehst scheinbar davon aus, dass er sich aus rein eigennützigen Gründen so verhält

    Ob das die richtigen Grundlagen für Akzeptanz, Toleranz und Verständnis sind? Ich weiss ja nicht…


    Ich stand z.B. letztens (mal wieder mit Schlafdefizit) beim Bäcker und habe mehr darauf geachtet, dass mein 4jähriger Sohn nicht den Laden auseinander nimmt, statt nach vorne zu starren wann es denn weiter geht. Bis mich eine Dame hinter mir darauf angesprochen hat, ob ich etwas Platz machen könnte.

    War mir sogar minimal unangenehm. Dass aber 5 weitere Leute, die es vorher nicht geschafft haben den Mund aufzumachen, sich plötzlich tuschelnd das Maul zerreissen (so etwas wie „…in der Tür stehenbleiben müssen…“) ist dann einfach lächerlich.

    Vor allem hat das bisschen Verpeiltheit REIN GAR NICHTS damit zu tun, ob einem die anderen Menschen egal sind. Das schafft man jedoch mit genau solchen Reaktionen.

    Und:

    Zitat von yamaha4711

    ist halt noch ein relikt der pandemie rück mir nicht auf den pelz und steck mich nicht an programmierung.

    Es kann ja auch genau umgekehrt sein, dass man z.B. erkältet ist und andere nicht anstecken möchte. Soll es geben.

  • robert müller
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    • 8. Juni 2024 um 20:36
    • #10.764
    Zitat von paranoize

    IDN: Techs die glauben ihre Coverband wäre auf einem x-beliebigen Fest die Hauptattraktion.


    Die meisten Leute gehen auf ein Fest um sich zu treffen und zu unterhalten. Wenn die Musik das wichtigste wäre, gingen sie in ein Konzert, für das sie dann auch Eintritt zahlen...

    Was ein Quark. Wenn auf dem Stadtfest ne Bühne mit ner (hoffentlich guten) Band steht, dann ist diese Band dort (an der Bühne) die Hauptattraktion. Wenn ich mich unterhalten will, geh ich zum Bierstand oder setz mich an einen der Tische. Aber ich quake doch nicht dem FOHler so die Ohren zu, dass er die Band, die er gerade mischen soll, nicht mehr hören kann.

  • wora
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    • 8. Juni 2024 um 22:20
    • #10.765

    veranstaltungen, bei denen der großteil der gäste nicht wegen der musik da sind und sich deshalb eher unterhalten gab es doch schon immer. gerade wenn es um straßenfeste oder partys geht, ist das doch eher normal.

    bei konzerten, für die geld bezahlt wird und wo ernstzunehmende musik (oder andere kunst) dargeboten wird, sehe ich da nach wie vor keine tendenz zum störertum.

    und wenn ich mal wieder auf einem straßenfest mische und die leute um mich herum sind zu laut, dann ziehe ich mir einfach meinen kopfhörer auf. das ist meine persönliche strategie gegen zu viel geschnatter.

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • Marcel
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    • 8. Juni 2024 um 23:53
    • #10.766
    Zitat von paranoize

    IDN: Techs die glauben ihre Coverband wäre auf einem x-beliebigen Fest die Hauptattraktion.

    Die meisten Leute gehen auf ein Fest um sich zu treffen und zu unterhalten. Wenn die Musik das wichtigste wäre, gingen sie in ein Konzert, für das sie dann auch Eintritt zahlen...

    *gähn* Schön das man so pauschal abgestempelt wird. Meine besagte Coverband spielt auf keinem Stadtfest, das ist ein Hobbyprojekt und wir spielen überwiegend auf Privatveranstaltungen, hin und wieder mal in Musikkneipen wo die Band nicht explizit wegen der Musik geladen ist, sondern einfach um zu unterhalten. Trotzdem vorher als Rock angekündigt. Das sind dann die Gigs wo ich nicht verstehen kann wie die Leute da hin kommen und statt der Musik nur zum Tratschen da sind. Und Nachbarräume / Terrassen was auch immer wo man sich viel besser unterhalten könnte sind in der Regel immer vorhanden. Der Rest der Leute hat vorher gegessen und gequatscht, hat beim Gig Spaß und singt mit. Geht also doch.

    Es gibt z.b. zur Zeit auch noch die Diskussion ob eine Rockband das Richtige für eine Firmenfeier ist. Ich glaube das hatten wir ein Stück weiter vorne erst in diesem Thread das man da schön baden gehen kann und eigentlich der Bühnensound schon zu laut ist.

    Bei meinem erwähnten Fall oben wo mir das Gelaber etc. sehr auf den Keks ging war ich zahlender Gast. Und wenn dort ganz groß und breit mit dem deutschen Tourstart von Status Quo geworben wird könnte man auch denken, dass der Hauptakt nicht nur als Hintergrundberieselung vor Ort ist und das der Musik ein wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird. Egal ob von den zahlenden Gästen oder VIPs.

  • wora
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    • 9. Juni 2024 um 00:56
    • #10.767
    Zitat von Marcel

    wo die Band nicht explizit wegen der Musik geladen ist, sondern einfach um zu unterhalten.

    Zitat von Marcel

    Das sind dann die Gigs wo ich nicht verstehen kann wie die Leute da hin kommen und statt der Musik nur zum Tratschen da sind.

    und das ist der punkt, den ich nicht ganz verstehe.

    wenn die band "einfach um zu unterhalten" gebucht ist, dann kann man dort von den gästen doch nicht erwarten, dass sie alle aufmerksam der band zuhören wollen, oder verstehe ich da was falsch?

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • tommes
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    • 9. Juni 2024 um 08:05
    • #10.768
    Zitat von Marcel

    Meine besagte Coverband spielt ... hin und wieder mal in Musikkneipen... Das sind dann die Gigs wo ich nicht verstehen kann wie die Leute da hin kommen und statt der Musik nur zum Tratschen da sind.

    Naja, Musikkneipe ist ja ein zusammengesetztes Wort ;) und für die Besuchenden erstmal ein Ü-Ei. Ob einem dann die Überraschungsunterhaltung gefällt zeigt sich im Laufe des Abends. Ich sehe mich da jetzt auch nicht verpflichtet, jeder Darbietung auf der Bühne andächtig zu lauschen. :saint:

  • MiFa1969
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    • 9. Juni 2024 um 08:11
    • #10.769

    Wenn eine Band zur Unterhaltung auf Strassenfesten oder in Kneipen spielt, kann man schon erwarten, dass da nicht nur leise zugehört wird. Kein Thema, dass hatte ich auch nicht gemeint.

    Meine negativen Erfahrungen waren aber tatsächlich auf reinen Konzerten.

    Wir werden das aber wohl nicht ändern…

  • guma
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    • 9. Juni 2024 um 08:35
    • #10.770

    Ich denke, dass kann man nicht so einfach in Bezahlkonzert und kostenlose Zufallsbespaßung mit Nachspielmusik trennen.

    Das kombinierte Phänomen 'fehlende Aufmerksamkeit, Respektlosigkeit, nicht zuhören wollen (oder können?) und dabei „Alternativtätigkeiten“ ausführen' ist vielschichtig und kommt nicht nur dort vor, wo wir das sofort verstehen z.B.

    • bei der Firmenfeier, bei der sich irgend ein 'Eventexperte' ausgedacht hat, dass man eine Band als Hintergrundberieselung braucht, damit die Stille an manchen Tischen, an denen Leute sitzen, die sich nichts zu sagen haben, nicht so peinlich ist. (…wobei ich persönlich JEDE Art von musikalischer Hintergrundbesieselung und Leute, die mit vollem Mund quatschen, hasse :rolleyes:)

    • in der Kneipe, in der sich die Leute IMMER zum Quatschen treffen und eher verärgert sind, dass es heute Eintritt kostet.

    • bei der zufälligen Begegnung zwischen 'Stadtfestbegeher' und Band.

    Umgekehrt gibt es das bei Bezahlkonzerten eben immer häufiger auch und ist aus meiner Sicht ein gut erklärbares, gesellschaftliches Phänomen, welches mich deshalb nicht weniger nervt.

  • MiFa1969
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    • 9. Juni 2024 um 08:58
    • #10.771

    Da hast du sicher recht. Ist nicht so einfach, dass zu trennen.

    Was aber einfach ärgerlich ist, ist der allgemeine fehlende Respekt.

  • Online
    uchrisu
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    • 9. Juni 2024 um 10:17
    • #10.772

    Naja, man kann es auch so sehen, dass die gebuchte Band in erster Linie Dienstleister für die z.B. von guma genannten Gründe ist. Der Barkeeper an der extra eingerichteten Cocktailbar beschwert sich auf der Firmenfeier ja auch nicht, dass viele der Gäste doch lieber am Getränkestand Cola, Wasser, Bier trinken als seine Leistung respektvoll zu würdigen indem Sie sich bei ihm für einen Cocktail anstellen (jetzt mal etwas dramatisiert dargestellt).

    Ich denke auf solchen Events ist das Interesse sich mit dem Kollegen auszutauschen nicht weniger legitim als sich die Band anhören zu wollen. Die sich unterhaltenden Personen fühlen sich von der lauten Musik gestört, die musikhörenden Personen von den quatschenden Leuten. Es ist halt ein Kompromiss von allen Seiten und ich denke gesellschaftliches Zusammenleben funktioniert halt (am besten) so, wenn jeder bereit ist auch Kompromisse einzugehen.

  • MiFa1969
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    • 9. Juni 2024 um 10:48
    • #10.773

    Hast du das auf meinen Kommentar bezogen?

    Ich bin der selben Meinung wie du.

  • guma
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    • 9. Juni 2024 um 10:58
    • #10.774

    Wenn ich die Zeit zurück spule, war es so:

    In der ersten Hälfte der Siebziger war Rock-Musik neu, das Angebot klein und die Nachfrage groß. Es interessierten sich nahezu ausschließlich junge Menschen dafür und die sehr interessierten, welche man später 'Rock n‘ Roll People nannte, hatten Leitfunktion, d.h. auf den Konzerten verhielt man sich als Neuling so wie sie.

    Ich erinnere mich noch gut an mein erstes, eher zufälliges Konzert 1972, als in meinem Jugendzentrum, in dem ich die Werkstätten regelmäßig nutzte, eine damals ebenfalls neue Musikkommune(!) ihr Programm zum besten gab.

    Man kannte zwar schon Deep Purple, LED Zeppelin und The WHO aus dem Pop Shop aber live war das einfach neu, allein die Lautstärke war beeindruckend und man fokussierte sich auf dieses Neue, Unbekannte, man hörte 'wie gebannt' zu.

    Zudem war auch der Umgang mit Musikmedien völlig anders. Rock gab‘s im Radio nur zu bestimmten Sendezeiten, im Fernsehen vor Rockpalast praktisch gar nicht, und 'weiter zappen' als Respektlosigkeit der Kunst gegenüber oder Aufmerksamkeitskiller war bei Plattenspieler und Tonband auch nicht so einfach.

    Es gab eine klare Trennung zwischen Leuten, die sich für 'Rock' interessierten und denen, die das nicht taten und letztere wurden auch nicht zwangsweise damit konfrontiert.

    Heute haben wir zum einen ein unglaubliches Überangebot, eine Überflutung mit Musik und zum anderen eine allgemeine Reizüberflutung, die zu einem gesamtgesellschaftlichen Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom geführt hat. Zusätzlich gibt es massive Erziehungsdefizite und einen Wegfall von Leitbildern, die einen respektvollen Umgang mit Kunst und Kultur einem großen Teil der Gesellschaft vermitteln könnten.

    Dabei könnte es ganz einfach sein:

    Die „Leitkultur“ wäre:

    'Ich höre zu oder ich gehe weg'

    (so mache ich es heute noch immer)

    und alle Arten von Veranstaltungen sollten so organisiert sein, dass Zwangsberieselung nicht stattfindet:

    • Stadtfeste brauchen nicht fünf „Lautbühnen“ und die Bier(Tisch)Seeligkeit muss nicht bis an die vordere Bühnenkante der Kulturbühne reichen.

    • Firmenfeiern brauchen eine mindestens zeitliche, besser örtliche Trennung von Musik und Essen sowie einen kleveren Moderator, der die Aufmerksamkeit der Gäste auch entsprechend zu lenken vermag.

    • Die Künstler selbst dürfen sich gerne an der „Aufmerksamkeitserziehung“ ihres Publikums beteiligen. Da beobachte ich ebenfalls eine an dem Phänomen nicht ganz unbeteiligte Phantasielosigkeit. ;)

  • Marcel
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    • 9. Juni 2024 um 13:16
    • #10.775
    Zitat von wora

    und das ist der punkt, den ich nicht ganz verstehe.

    wenn die band "einfach um zu unterhalten" gebucht ist, dann kann man dort von den gästen doch nicht erwarten, dass sie alle aufmerksam der band zuhören wollen, oder verstehe ich da was falsch?

    Ich rede ja auch nicht davon, dass Jeder stocksteif an seinem Platz stehen und zuhören muss. Wenn ich aber in unmittelbarer Nähe von Leuten stehe die von 2 Std. 30-60Min. nur mit anderem Zeug zubringen sehe ich das nicht mehr als normal an.

    Wenn ich in ein Konzert / Kneipe / Festival wohin auch immer gehe und da ist Rockmusik angekündigt weiß ich, dass es im Normalfall etwas lauter wird. Und ich gehe doch nicht in ein Konzert um mich mit Anderen zu unterhalten während des Konzerts mitten zwischen den Leuten die die Musik hören wollen oder dem FOH-Personal das die Musik ja hören muss.

    Ich bin der Letzte der was dagegen hat, wenn mal ein paar Worte gewechselt werden, hier und da mal ein Foto, vielleicht alle 30 Min. mal Einer Getränke holen, gar kein Problem.

    Kleines Beispiel aus meiner eigenen Welt: Seit 2008 gibt es einige gute Freunde die ich bei Konzerten kennengelernt habe (wo wir Gäste waren). Man traf sich halt immer wieder an diversen Orten wo Bands die wir gerne hören aufgetreten sind. Und da wir uns eigentlich auch nur diese paar Mal im Jahr sehen bei den Konzerten und es da immer eine Menge zu quatschen gibt, treffen wir uns einfach ein paar Stunden vor dem Konzert, gehen zusammen was Essen usw. Beim Konzert selbst ist dann die Musik Priorität und es wird nicht gelabert. Getränke holen davor, danach oder in der Pause. Nach dem Konzert gibts dann gerne noch ne "Aftershow Party", und wenn die nur aus ner gemütlichen Runde auf dem Parkplatz besteht. So machen wir das - seit Jahren.

    Und nochmal: Wenn ich am FOH arbeite mit meiner Covertruppe, dann sind wir extra als Rockband gebucht und angekündigt. Und es gab bislang immer Bereiche wohin man "flüchten" kann wenn man sich unterhalten will, sei es der weiter weg gelegene Bierstand, die Terrasse, der Nachbarraum wo der eigentliche Tresen ist usw. Warum muss ich mich dann aber neben den FOH stellen, oder mitten in die Leute die tatsächlich zuhören wollen (was man ihnen normalerweise ansieht) und fange dann ein Gespräch an und brülle meinem Gegenüber die Ohren zu? Das ist es was ich absolut nicht kapiere. Und wenn ich dort arbeiten muss sage ich auch nichts dazu, sondern denke mir nur meinen Teil - wie ihr schon sagtet, Dienstleister halt. Gut finden muss ich es trotzdem nicht.

    Und danke Guma für den Beitrag über meinem :thumbup:

    P.S.: Ich bin erst 40, kenne von daher die Gepflogenheiten der alten Rocker nur indirekt. In unserer Fan-Truppe ist von Mitte 20 bis Ende 60 Alles dabei, aus allen Schichten der Gesellschaft und das funktioniert doch bei uns auch.

    Edit PPS: Ein gewisses Benehmen an den Tag zu legen gilt natürlich für alle Arten von VAs, nicht nur für Rock'n Roll 8o

    Einmal editiert, zuletzt von Marcel (9. Juni 2024 um 15:16)

  • wora
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    • 9. Juni 2024 um 17:17
    • #10.776
    Zitat von guma

    Umgekehrt gibt es das bei Bezahlkonzerten eben immer häufiger auch und ist aus meiner Sicht ein gut erklärbares, gesellschaftliches Phänomen, welches mich deshalb nicht weniger nervt.

    Zitat von Marcel

    Und ich gehe doch nicht in ein Konzert um mich mit Anderen zu unterhalten während des Konzerts mitten zwischen den Leuten die die Musik hören wollen oder dem FOH-Personal das die Musik ja hören muss.

    ganz ehrlich: ich habe solche negativen erfahrungen bisher zum glück nicht machen müssen.

    natürlich waren die leute in den 70ern und 80ern noch neugieriger und sicher auch noch aufmerksamer als heute, aber bei konzerten mit eintritt habe ich es auch in den letzten jahren nicht erlebt, dass leute im publikum sich nicht für die darbietung interessiert haben. so ein verhalten ist schon erstaunlich, doch ich kenne das wirklich ausschliesslich von stadtfesten und firmenfeiern. dort kann ich mir das aber erklären.

    aber wenn es sich langsam in diese richtung entwickeln sollte, dass auch "richtige konzerte" betroffen sind, wird es früher oder später sicher auch mal meine welt treffen.

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • hp
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    • 12. Juni 2024 um 10:16
    • #10.777

    Die Kapelle vom letzten WE hatte die ultimative Lösung für Euer Problem .

    Die haben einfach Schmerzpegel von der Bühne gefahren ,

    so das irgend eine Arbeit am Pult unmöglich war .

    Und das war noch nicht mal metal , sondern irgendein britpopp .

    Ich habe als Gast mit dem Kollegen mitgelitten

    und bin dann mit den anderen nach draußen .

    Muss so etwas bei dem heutigen Informationsangebot noch sein ?

    Die Truppe war so Mitte 30 , also Zeit zum Üben wäre da gewesen .

    die Realität ist die Summe aller Fakten

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    • 12. Juni 2024 um 10:56
    • #10.778

    ich kann mich ehrlich gesagt garnicht mehr dran erinnern, wann ich das letzte mal auf einem konzert war, für das ich bezahlt habe. das muß in den 90igern mal simply red in einer messe halle gewesen sein. da kann ich mich nur noch deshalb dran erinnern, weil es eine runde bühne gab mit flash light. ich bin dann einmal rum gegangen und habe mir die Übergänge zwischen den boxen angehört :)

    http://www.crystal-hannover.de
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  • wora
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    • 12. Juni 2024 um 11:50
    • #10.779
    Zitat von hp

    Die Kapelle vom letzten WE hatte die ultimative Lösung für Euer Problem .

    Die haben einfach Schmerzpegel von der Bühne gefahren ,

    so das irgend eine Arbeit am Pult unmöglich war .

    Und das war noch nicht mal metal , sondern irgendein britpopp .

    Ich habe als Gast mit dem Kollegen mitgelitten

    und bin dann mit den anderen nach draußen .

    Muss so etwas bei dem heutigen Informationsangebot noch sein ?

    Die Truppe war so Mitte 30 , also Zeit zum Üben wäre da gewesen .

    Alles anzeigen

    ha, genau sowas habe ich auf einem konzert von Rainbow erlebt. die haben dem FOH mischer keine chance gelassen.

    das sind jetzt keine jungen leute, vermutlich schon ziemlich taub. aber wenn man es als profi nicht bemerkt, dass sich die halle immer mehr leert, dann ist da vermutlich durch zu viel drogenkonsum in den letzten jahrzehnten auch der schädelinhalt irgendwie betroffen...

    in deinem fall ist es natürlich sehr schade, dass es auch deutlich jüngere musiker betrifft.

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

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    • 12. Juni 2024 um 15:00
    • #10.780
    Zitat von wora

    ganz ehrlich: ich habe solche negativen erfahrungen bisher zum glück nicht machen müssen.

    Sei froh, aber der Tag wird noch kommen.
    Ich selbst musste schon mehrmals iLd Jahre Gäste aus dem Theater begleiten lassen, da diese sich trotz mehrfacher "Ermahnung" nicht in der Lage sahen, in der gebotenen Ruhe dem Bühnenstück zu folgen. Das einem dann entgegenschwappende Unverständnis über die Realisierung der angedrohten und dann für sie ach so peinlichen Konsequenz (Rauswurf) korrelierte interessanterweise mit dem Alter der Uneinsichtigen.
    Sachen gibts....

    Zitat von guma

    (...) alle Arten von Veranstaltungen sollten so organisiert sein, dass Zwangsberieselung nicht stattfindet:

    • Stadtfeste brauchen nicht fünf „Lautbühnen“ und die Bier(Tisch)Seeligkeit muss nicht bis an die vordere Bühnenkante der Kulturbühne reichen.

    Danke.
    Besonders beliebt aus dieser Kategorie: Spill Bühne A ist am "FOH" Bühne B lauter als Bühne B darf/kann. Der Bierwagen hinterm FOH hat das auch als nervig erkannt und sich kurzerhand 2 Plastikbomben ins Gebälk gezurrt und betreibt Schadensbegrenzung durch akustische Maskierung.

    Durch die engen Gassen schiebt sich nun die Menschenmasse und kann ob der Reizüberflutung gar nicht anders als sich zu betäuben. In der Regel gibt es in solchen Situationen aber auch nix Nahrhaftes mehr auf den Bühnen, dem sich zu lauschen lohnt.

    Das andere Extrem zum Kern dieses Fadens:

    Auf dem diesjährigen Bonamassa-Konzert in Berlin waren ab ca. Mitte des Konzerts einzwei ältere Bluesrockfans gut dabei und standen tanzend an der Bühnenkante (wie sich das für RnR halt auch irgendwie gehört.) Dumm nur, dass Joe Sitzkonzerte spielt und das da ekstatische Ausbrüche bevor Joe dazu auffordert eher unerwünscht sind. Konsequenz: Rauswurf.
    So sehr ich das im Gesamtkontext nachvollziehen kann, am Ende meiner Nachdenke darüber bleibt es eine Pervertierung und damit ein fader Nachgeschmack.

    Stell dir vor, du stehst auf nem Rockkonzert und darfst die Musik nicht abfeiern. Ich werde also solche Konzerte zukünftig meiden.

    Die Krise ist ein ungemein produktiver Prozess, man muss ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen...

Anstehende Termine

  • Kombiseminar Sachkundiger für Anschlagmittel und Traversensysteme (AnschlägerPlus)

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