InEar Hörer - Erfahrungen?

  • Elacin gehörschutz hab ich schon seit über zwei jahrzehnten. mir hat aber mal jemand gesagt, dass die IEM systeme zum reinstecken in die Elacin nicht so der brüller sind, weil sie doch relativ weit rausstehen und dann doch sehr leicht herausgerissen werden können.


    und auf der letzten musikmesse (verzeihung... es war natürlich die PL&S) hab ich mal wieder ein bisschen mit einem herrn von InEar geredet. er meinte, dass vor allem zu msingen die otoplastiken nicht immer die beste wahl sind, weil man ja doch viel das kinn bewegt und die dann durch diese bewegungen immer wieder leicht rausrutschen können. er hat mir die normalen StageDiver hörer empfohlen, zusammen mit einem ganz weichen gummiteil. die reagieren elastischer auf bewegungen.


    na ja, so wie es aussieht werden wir wohl erstmal ein bisschen rumprobieren müssen.

    vielen dank schon mal für die vielen anregungen!

  • Die Shure 215er sind im Trommlerumfeld sehr beliebt, wenn es um Budgetlösungen geht. Ich hatte sie selbst noch nicht im Ohr, kenne aber so viele Musiker, die damit zufrieden sind, dass ich diese selbst gerne erwähne, wenn ich bzgl. einer Budgetlösung gefragt werde.


    Ich nutze selbst die LivePro4 von In Ear. Ich habe die Testmöglichkeiten inklusive Diskussion mit dem Geschäftsführer sehr angenehm in Erinnerung. Ich durfte sogar seinerzeit ein paar Prototypen testen.


    Ich habe auch die StageDiver Serie von 1-4 durchprobiert und kann diese guten Gewissens weiterempfehlen. Zahlreiche Musiker im Umfeld nutzen LivePro und StageDiver seit Jahren. Ein wesentlicher Vorteil der Stagediver ist aus meiner Sicht, dass diese kaum Hebelwirkung entfalten und daher sehr gut im Ohr sitzen. StageDiver 1 fand ich ok, aber nichts für mich. StageDiver 3 ist für Bassisten und Drummer sicherlich eine testbare Option, aber schon relativ bassbetont. StageDiver 2 und 4 waren für mich von der Abstimmung relativ ähnlich, wobei der 4er etwas mehr Differenzierung gebracht hat.


    Die KZ Hörer von Amazon (bzw. mehrere davon) hatten wir mal für eine Band getestet als Backup-System. Der Sound war für das Geld in Ordnung. Aber es hat nur bei den wenigsten gut ins Ohr gepasst, sich sehr leicht gelöst und insgesamt keinen angenehmen Tragekomfort geboten.


    Kurzum: StageDiver2 und wenn das Budget nochmal knapper ist die Shure E215. Das ist meine Standardempfehlung, nach der ich In Ear und Shure schon einigen Umsatz (ohne Provision oder überhaupt Kontakt!) bereitet habe. Und bislang waren alle zufrieden.


    Grüße

    7

  • Ich mach relativ viel Monitor und hatte deshalb auch schon einiges unter den Fingern. ich kann mich den Empfehlungen von Seven voll und ganz anschließen, wenn es um Systeme unter 500€ geht. Beide Systeme habe ich in verschiedenen Bands im Einsatz und besitze von beiden ein Paar. Außerdem habe ich noch ein paar alte angepasste Ultimate Ears 5 pro und ein neues paar Vision Ears VE6X2. Die angepassten Hörer sind natürlich schon nochmal eine ganz andere Nummer was Abschirmung und Hörqualität angeht. Meines Erachtens lohnt sich jedoch für die meisten Musiker*innen der Aufpreis zu einem angepassten System nicht, da die genannten Budget Hörer wirklich schon sehr gut sind. Insbesondere wenn es erstmal nur ein Einstieg in die InEar Welt ist, würde ich vorerst bei diesen billigeren Systemen bleiben. Viele Musiker*innen merken dann nämlich ziemlich schnell, dass so ein guter alter Wedge durchaus auch so seinen Vorteile hat und wollen von dem InEar Krempel nichts mehr wissen :D

  • Insbesondere wenn es erstmal nur ein Einstieg in die InEar Welt ist, würde ich vorerst bei diesen billigeren Systemen bleiben. Viele Musiker*innen merken dann nämlich ziemlich schnell, dass so ein guter alter Wedge durchaus auch so seinen Vorteile hat und wollen von dem InEar Krempel nichts mehr wissen

    na ja, vergraulen möchte ich ja keinen. ;-)

    es geht ja schon darum, eine sinnvolle und auch klanglich vertretbare lösung zu finden. wir wollen uns ja nicht verschlechtern ;-)

    die ansage der mitmusiker ist aber schon, dass es nicht so ulta teuer sein sollte... als ich bei der ersten nachfrage mal einen eckwert von 1000,- für den eigenen hörer ins spiel brachte, war die reaktion schon ziemlich eindeutig: große, fragende blicke! =O8|:huh:

    aber ein bisschen qualität darf es eben doch sein, finde ich.


    die ersten proben werde ich wohl zunächst mal mit einem M50 kopfhörer machen, bevor ich dann auf die inEar hörer umsteige. da es im moment ohnehin noch keine gigs gibt und die band noch im aufbau ist, haben wir ja genug zeit zum probieren.

  • Für den einen oder anderen Hobbymusiker ein Argument: Einen wirklich guten IEM-Hörer kann man durchaus mal unterwegs nutzen wie z.B. im Zug. So ein SD4 klingt eben einfach gut und man blendet eben die Umgebung sehr gut aus damit. Dann kann man die Anschaffung mental auf mehrere Sachkonten buchen ;)

  • so, ich hab mir mal ein paar der günstigen hörer bestellt.

    der china-hörer (KZ ZS10Pro) ist heute schon angekommen. habe ihn gerade in den ohren.

    na ja, ich sags mal so: man merkt schon, dass er nicht so viel kostet ;-)

    die teile sitzen bei mir zwar auf anhieb sauber und angenehm im ohr. doch er klingt erstmal blechern und hat untenrum wenig rumms. vor allem der bereich um 5kHz nervt mich hier.

    ohne EQ könnte ich ihn nicht lange ertragen, somit scheidet er für andere zwecke aus. dat ding braucht einen EQ!

    mit dem EQ im RME Babyface kann ich es mir aber tatsächlich so hinbiegen, dass er mir jetzt sogar spass macht. eine schöne bassanhebung, die 5kHz weg und eine absenkung der oberen höhen, dann bin ich ganz zufrieden damit.

    er geht übrigens erstaunlich laut, zumindest für mein empfinden werde ich damit sicher keine probleme bekommen.



    bin mal gespannt, wie sich der Shure präsentiert.

  • Hör das falls möglich auch jeden Fall mit mitgeschnittenem "echten" Livematerial. Eine saubere und laute Wiedergabe von transientenreichem und dynamischem Material, wie wir es im Livebereich verwenden ist echt nochmal eine GANZ andere Herausvorderung an die kleinen Treiber in den Hörern als glattgebügelte und totkomprimierte Mukke aus der Konserve...

  • keine bange, ich nutze zum abhören eher wenig "moderne musik", sondern sehr gerne auch alte aufnahmen mit dynamik ;-)

    dass es dann nochmal einen unterschied zu livematerial macht, ist mir durchaus bewusst. deshalb hab ich auch mal ausprobiert, wie laut das ding so geht. und bezüglich unverzerrt erreichbarer lautstärke bin ich erstmal ganz beruhigt, das wird dann vermutlich auch meine anforderung für livesignale erfüllen.

    aber: nächsten montag werde ich die hörer mal im proberaum einsetzen, da wird sich zeigen, ob die reserven tatsächlich ausreichend sind.


    mir ging es heute zunächst um einen ersten klanglichen eindruck.

  • so, ich habe jetzt gerade einen SE215 im ohr.


    klanglich ist er im ersten moment deutlich ausgewogener als der chinesische KZ hörer, den kann man also auch mal ohne EQ benutzen.

    Von "richtig schön" ist er aber ebenfalls noch ein ganzes stück weit entfernt...


    vom handling her gefällt mir das chinesische modell aber viel besser. es liegt ja vielleicht an meinen ohren, aber der shure "stört" mich irgendwie, er lässt sich nicht so leicht einsetzen wie der andere und das kabel steht immer ein bisschen hinter meinem ohr ab, egal wie ich das ding biege. dadurch ist der hörer bei drehen des kopfes deutlich unangenehmer als der KZ 10Pro.


    da ich die klanglichen probleme beim chinesischen hörer ganz gut mit dem pult EQ ausbügeln kann, gewinnt für mich erstmal dieses modell.

    und klar: es sind halt erstmal recht billige ohrhörer, da muss man natürlich kompromisse eingehen.


    mal sehen wie die ersten proben so laufen.

  • es liegt ja vielleicht an meinen ohren, aber der shure "stört" mich irgendwie, er lässt sich nicht so leicht einsetzen wie der andere

    Bei den Teilen sind die richtigen Ohrpassstücke superwichtig. Es gibt da die verschiedensten Varianten in unterschiedlichen Größen und aus verschiedenen Materialien. Beim großen T sind die dankenswerterweise alle als Zubehör aufgelistet wenn Du den Artikel aufrufst. Es lohnt sich absolut, bzw. ist mMn fast Pflicht, sich da einen Satz von allen vorhandenen Varianten zuzulegen und dann ausgiebig zu vergleichen. Bei der letzten Tour, wo wir die Dinger benutzt haben, hatten am Ende fast alle Musiker°innen verschiedene Passstücke für sich ausgewählt...

  • vom handling her gefällt mir das chinesische modell aber viel besser. es liegt ja vielleicht an meinen ohren, aber der shure "stört" mich irgendwie, er lässt sich nicht so leicht einsetzen wie der andere und das kabel steht immer ein bisschen hinter meinem ohr ab, egal wie ich das ding biege.

    Das ist denke ich ein ganz wichtiger Faktor bei nicht angepassten In-Ears: die Form des Chassis muss zum jeweiligen Ohr passen. Während ich selbst mit 425ern unterwegs bin, passen diese nicht ansatzweise in Ohren von befreundeten Sängerinnen - diese sind jetzt mit der IE-Serie von Sennheiser glücklich. Da verliert dann der Klang an Bewertungseinfluss, denn Sitzen müssen die Ohrhörer ja auf jeden Fall einmal ^^


    Bei den Teilen sind die richtigen Ohrpassstücke superwichtig.

    Und das gilt sowieso, wenn man einmal mit der Form des Chassis zufrieden ist :thumbup:

  • aber der shure "stört" mich irgendwie, er lässt sich nicht so leicht einsetzen wie der andere und das kabel steht immer ein bisschen hinter meinem ohr ab, egal wie ich das ding biege. dadurch ist der hörer bei drehen des kopfes deutlich unangenehmer als der KZ 10Pro.

    Die Shures wollen nach hinten schön stramm gezogen werden, also beide Hörer rein und dann diesen kleinen Plastikverbinder, der die Kabel zusammenhält, am Hinterkopf möglichst weit hoch schieben.

    Übrigens hatte ich auch schon Patienten, da ging wirklich gar kein Passstück rein, weil zu enger Gehörgang.


    Gewöhnungsbedürftig sind die Hörer allemal.


    Zum Thema Klang: Ich finde die Shures etwas zu aggressiv, was auch nicht einfach per EQ ausgleichbar ist - wenn alle die im Ohr haben ist das kein Problem, aber kommt dann ein etwas "verwöhnter" Künstler mit hochwertigem System dazu, muss das im Individual-Mix schon beachtet werden.

  • Zum Thema Klang: Ich finde die Shures etwas zu aggressiv, was auch nicht einfach per EQ ausgleichbar ist - wenn alle die im Ohr haben ist das kein Problem, aber kommt dann ein etwas "verwöhnter" Künstler mit hochwertigem System dazu, muss das im Individual-Mix schon beachtet werden.

    dem kann ich beipflichten.

    allerdings ist es ja auch so, dass dank digitalpult für jeden ein eigener ausgangs-EQ zur verfügung steht, mit dem man unabhängige grundanpassungen machen kann. ein exakt gleich klingendes ergebnis kann man bei verschiedenen hörern ohnehin nicht realisieren.


    na ja, die sache wird sich sowieso noch ein bisschen hinziehen, denn der liefertermin für das InEar mischpult wurde heute leider nicht eingehalten... und durch das virus haben haben wir sowieso noch vieeel zeit zum ausprobieren. man muss das ja auch mal positiv sehen ;-)