Sub-Endstufe => Alternativen zur TSA 4-1300 (2HE, eher leicht, günstig)

  • Für zwei 18er-Subs mit Leistungshunger (entweder 1.200W oder 1.500W RMS an 8 Ohm und der doppelten Peakleistung) suche ich eine geeignete Endstufe. Maximal 2HE und keinesfalls über 20kg (gern unter 15kg). Eine eher geringe Tiefe wäre von Vorteil.


    Die günstigste Lösung wäre die allseits bekannte TSA 4-1300. Diese gibt es bei Thomann aber (zur Zeit oder gar) nicht. Gebrauchtangebote sind nicht so viel günstiger als der (ehemalige) Neupreis und die Garantie ist bei den Geräten schon abgelaufen. Zwar hoffe ich, dass die Endstufe - so sie denn bislang unkompliziert gelaufen ist - auch in Zukunft normalerweise störungsfrei ihren Dienst tut, es gibt allerdings immer wieder Warnungen vor der mangelnden Zuverlässigkeit dieser Endstufe,


    Aber vielleicht gibt es ja bessere Alternativen?
    Um nicht in ganz anderen Sphären zu landen (die für einen Prof sicher Sinn machen), würde ich gern auch eine gebrauchte Endstufe kaufen.

    • Wären (gebrauchte) LAB-Klone unterschiedlicher Herkunft (Gisen, Sanway, ...) evtl. zuverlässiger als die TSA 4-1300? Leistung satt liefern diese ja...
    • Hier empfohlen wurde hier kürzlich mal die Crest Pro-Serie. Genügend Leistung hätte nur die große Version, die leider auch gebraucht nicht ganz so günstig zu finden ist.
    • Welche Endstufen in diesem Bereich (zuverlässig, aber gebraucht eher günstig zu bekommen) wären noch zu empfehlen?

    Gebrauchte Endstufen sind natürlich schon ein paar Jahre unterwegs gewesen oder haben in einem Club oder einer Bar ihren Dienst getan. Worauf sollte man daher beim Kauf achten?

  • Gebrauchte sehr alte Endstufen würde ich in keinem Fall kaufen.

    Dann dauert es nicht mehr lange bis die Kondensatoren auslaufen und der Amp läuft nicht mehr, rauscht nur noch rum...usw... Wirtschaftlich ergibt das keinen Sinn...


    Ich hätte noch zwei junge Camco Q-Power 14 die nicht ganz so alt sind... aber das wäre vermutlich nicht die angefragte Preisklasse.. 2HE 13,8kg 4x 2520W @ 4Ohm.

    Eingansstrom parametrierbar auf den vorliegenden Automaten...


    Wenn die Amps beim Kauf schon an den Fotos erahnen lassen, dass das Innenleben nie gesäubert wurde, dann auch Finger weg. Hitzestau mögen die Bauteile auch nicht so wirklich über die Jahre.

  • Wenn ich was richtig Gutes kaufen kann, dann kann ich mein Budget evtl. noch etwas erweitern, aber die Camco liegt auch gebraucht noch über meinen Möglichkeiten.


    Die von mir gefundenen Angebote waren bislang ca. 2-5 Jahre alt. Bei den LAB-Clones habe ich z.B. eine gebrauchte Endstufe gefunden, die ca. 3 Jahre zuverlässig als Festinstallation in einer Bar gelaufen sein soll. Da wäre ich nicht so sicher, dass die zwischendrin mal gereinigt wurde, denn vermutlich hat sie ihre Zeit in irgendeinem Rack verbracht.


    Drei Jahre sind andererseits noch kein so tragisches Alter, aber ich habe keine Ahnung welche Anfälligkeiten diese Clones haben könnten. Der Verkäufer würde noch ein halbes Jahr Gewährleistung geben, das wäre ein Vorteil. Andere Angebote privater Verkäufer sind oft unbekannter Herkunft und ähneln mal mehr und mal weniger verschieden gelabelten Produkten (PL-Audio...).

  • Laut Thomann ist die TSA 4-1300 tatsächlich nicht mehr im Programm und ein Nachfolger wäre noch nicht in Sicht. Aktuell hätte ich folgende Möglichkeiten, alle gebraucht von einem gewerblichen Anbieter:

    • TSA 4-1300 (4x 1,2kW/8Ohm, kaum gebraucht) für knapp 400€
    • LAB-Clone eines bekannten chinesischen Herstellers für ca. 550€
      (2x 2300W/8Ohm, Ausgangsspannung limitierbar, schon ca. 3 Jahre in einer Bar gelaufen)
    • RAM RX-3000 (2x 1.2kW/8 Ohm laut Tools, Alter und Nutzung unbekannt) für rund 500€
    • Gisen MM-Serie (4x 1,3k/8Ohm oder 2x 2,3k/8Ohm, limitierbar, wenig gebraucht) für rund 900€

    Die TSA wäre für mich praktisch, weil ich gegebenenfalls auch noch Monitore darüber betreiben könnte und sie ist der beste Kompromiss aus Leistung, Größe und Gewicht. Beim LAB-Clone und der Gisen-MM gefällt mir die Möglichkeit, die Ausgangsspannung zu limitieren. Die Gisen MM-Serie wäre die teuerste Variante.


    Gilt eine der Endstufen als nicht basstauglich bzw. gibt es zwischen den Amps deutliche Unterschiede hinsichtlich der Basstauglichkeit?

  • Auch wenn mir hier wahrscheinlich viele zu meiner Antwort nicht zustimmen werden, aber die LAB Klone von Tulun direkt von AliExpress sind der TSA 4-1300 deutlich überlegen. Kostet auch nur um die 600€ mit Versand.

    Habe dieses Frühjahr erst mit dem FP10000q Klon eine TSA 4-1300 ersetzt. Die ist in allen belangen deutlich besser als die TSA.

    Garantie hast auf das Teil auch.. nur weiß ich nicht ob das im Fehlerfall auch wirklich klappt. Zur Not legt man sich bei dem Preis eine zweite auf Halde...

  • Die Tulun klingt interessant. Kann man auch aus einem Lager aus Spanien ordern, so dass keine Zollgebühren mehr hinzukommen und der Versand günstig bleibt. Wie sieht es eigentlich mit der CE-Kennzeichnung aus? Auf der Aliexpress-Seite finde ich auf den Bildern der Endstufe kein CE-Kennzeichen, nur weiter unten wird ein unlesbares CE-Dokument gezeigt. Das muss zunächst ja nichts bedeuten, weil die Endstufe in die ganze Welt geliefert wird.


    Mich würde interessieren, wie das bei deiner Endstufe war. Hat dann der "Einführer" für die Kennzeichnung gesorgt? Wenn ich aus Spanien kaufe, wurde das Gerät ja bereits in die EU eingeführt.


    Für mich wäre es die erste Aliexpress-Bestellung. Gibt es Hinweise, die man beachten sollte? (Ablauf, Zahlungsmethode...)

  • Nur weil der AMP in die ganze Welt geliefert wird, heißt das nicht, dass er eine CE-Erklärung mitbringt.

    Die CE Erklärung vergibt der "Inverkehrbringer" - sprich Importeur in diesem Fall. So mein Wissensstand.


    Rechtlich also mit allen drum und drann, Entsorgung des Gerätes, unbedenklichkeitserklärung, Bedienungsanleitung... und und und....

    Wird der Amp aus China bestellt, kommen halt noch 19% MwSt drauf sowie ggf. ein paar Prozent Gebühren... Bei Elektronik 3% je nach Artikelart. Unter 150€ ist es nur die MwSt.




    Kurzum, ohne CE bewegt man sich auf "rechtlich" dünnem Eis.

    Alles andere kann man beim Zoll erfragen.

  • Der Amp wird ja gerade AUS SPANIEN geliefert. Der IST bereits eingeführt.
    Es gibt KEINE Einfuhrumsatzsteuer und KEINE Zollgebühren.


    Genau daher ja meine Frage zur CE-Kennzeichnung von bereits in Europa eingeführten Geräten!


    P.S.: Mein Argument war übrigens genau umgekehrt zu verstehen: Gerade weil das Gerät in alle Welt geliefert wird, ist das CE-Zeichen auf der internationalen Angebotsseite nicht unbedingt unverzichtbar, da dies ja nur für Importe nach Europa verlangt wird.

  • Willst du wirklich aktive und Passive Boxen kombinieren?


    Ich würde bei einer von beiden Welten bleiben.


    Ich hab mir als aktiven Bass letztes Jahr einen dbtech SUB 18h geholt, als es die im Musicstore zum Schleuderpreis gab, um bei der Band PA innerhalb eines Systems zu bleiben.


    Wenn Eigenbau, dann mit Aktivmodul...

  • ERICH: Ich sehe kein Problem in der Kombination aktiv-passiv. Bei der Anlage für die Schule haben wir das ja ganz genauso gelöst: Dort nutzen wir die HK 112FA (aktive Tops) und die Achat 115er-Subs dann passiv (über eine Dynacord SL-2400 Endstufe). Funktioniert bestens.


    Ich sehe das differenziert: Bei den Tops finde ich die aktive Technik geradezu ideal, da man ein abgestimmtes System bekommt, im Fall meiner NX45A inkl. FIR-Technik - das ließe sich mit passiven Tops nur unter hohem Aufwand machen. Dagegen sehe ich bei Subs keine wesentlichen Nachteile im passiven Setup. Klar - auch dort gibt es bei einigen Produkten abgestimmte Systeme inkl. DSP-Funktionen (z.B. sicher bei der 8004A), aber bei den beiden von mir erwogenen Lösungen sehe ich wenig Sinn in den aktiven Varianten:

    • Die PL-Audio B18 gibt es als aktive Variante nur mit eingebauten System-Endstufen (mit nicht benötigten Endstufen für die Topteile) - außerdem ist mir diese aktive Variante schlicht zu teuer.
    • Den Endstufen in den Achat 118/800 mit ihren kleinen eingebauten und wahrscheinlich lauten Lüftern (bei meinen Veranstaltungen ist es auch mal ganz leise) traue ich nicht so ganz. Die 250€ Aufpreis/Stück investiere ich dann lieber sinnvoll in eine basstaugliche Endstufe.
  • Interessant; das Thomann die 4-1300 rausgenommen hat.

    Gabs da vielleicht zu viele Probleme bzw. Garantiefälle.?

    Mehr als deine beiden Bässe hättest du da aber eh nicht dranhängen können.

    Nicht von den Zahlen täuschen lassen. ;)


    Besorg' dir so einen LAB 14000 oder 10000 Clone.

    PL-Audio Verkauft die offiziell mit paar Jahren Garantie, manchmal leicht gebraucht.

    MM hat das als Gisen auch offiziell.

    Eine gebrauchte originale LAB kostet zur Zeit auch nichtmehr die Welt.


    Ich mag die Dinger, weil man mittels Mäuseklavier die Ausgangsspannung in verschiedenen Stufen begrenzen kann.

  • Der Tulun 10000q-Amp ist eingetroffen - Abwicklung soweit völlig unkompliziert: Versand-Laufzeit nur 2 Tage. Keine Zollgebühren, weil Versand aus europäischem Lager und das CE-Zeichen ist bei den für Europa bestimmten Geräten auch vorhanden (hatte vorher nachgefragt). Wenn die Subs eintreffen, werde ich den Amp testen.


    Eine Frage: In welcher Form lässt sich die schaltbare Spannungsbegrenzung, um die Subs vor Überlastung zu schützen? Neben diversen Spannungswerten gibt es auch die Wahl zwischen "Soft" und "Hard"-Modus. Ist das sinnvoll für den Schutz vor zu großer Auslenkung oder thermischer Überlastung nutzbar - ähnlich wie ein Compressor oder Limiter in einem DSP-Controller?

  • Moin,


    also welchen Wert du beim VPL Limiter eingeben musst kann man z.B. hier:

    https://m.sinbosen.com/f712983…r-sensitivity-and-VPL.htm

    nachlesen. Es handelt sich zwar um die Modelle von Sanaway aber die haben ja die gleiche angegebene Leistung (korrigiert mich wenn ich falsch bin).

    Was mit "soft" und "hard" gemeint ist weiß ich nicht genau aber ich könnte mir vorstellen das das die Aggressivität des Limiters sein wird (hier gilt gleiches wie oben)


    Grüße

  • Eine Frage: In welcher Form lässt sich die schaltbare Spannungsbegrenzung, um die Subs vor Überlastung zu schützen? Neben diversen Spannungswerten gibt es auch die Wahl zwischen "Soft" und "Hard"-Modus. Ist das sinnvoll für den Schutz vor zu großer Auslenkung oder thermischer Überlastung nutzbar - ähnlich wie ein Compressor oder Limiter in einem DSP-Controller?


    Den VPL kann man verwenden, um grob die Leistungszufuhr zu den Lautsprechern zu beschränken. Dazu müsstest du genau genommen den Impedanzverlauf deiner Lautsprecher können. Sonst ist das nur Pi mal Daumen. Ist es aber prinzipbedingt sowieso.


    Der Soft-Mode begrenzt die Spannung graduell und sanft; die Wellenform wird nicht allzu hart gekappt. Hab da grad letztens dazu nen Videomitschnitt hochgeladen -> klick

    Der Hard-Mode kappt die Spannung dann hart, und wenn man weiter aufdreht wandelt sich das Sinus- zum Rechtecksignal - die durchschnittliche Leistung steigt trotz Limiter, und zum Lautsprecherschutz ist der Modus gänzlich ungeeignet.


    Allgemein zum Lautsprecherschutz / Limiting hat ohne_titel im HiFi-Forum hier mal kurz und bündig geschrieben, was Sache ist -> klick


    Ich persönlich hab mit der simplen Methode "wenn es beginnt sich verzerrt anzuhören, nicht lauter aufdrehen" in 25 Jahren noch keinen Lautsprecher geschossen. Ich fahr mein Zeug über all die Jahre regelmässig am Limit - nur halt nicht über dem Limit.

  • Allgemein zum Lautsprecherschutz / Limiting hat ohne_titel im HiFi-Forum hier mal kurz und bündig geschrieben, was Sache ist -> klick

    Der von dir verlinkte Thread aus dem HiFi-Forum beantwortet viele meiner Fragen.

    Ich persönlich hab mit der simplen Methode "wenn es beginnt sich verzerrt anzuhören, nicht lauter aufdrehen" in 25 Jahren noch keinen Lautsprecher geschossen. Ich fahr mein Zeug über all die Jahre regelmässig am Limit - nur halt nicht über dem Limit.

    :thumbup: Das Gehör ist immer noch das beste Messinstrument. :thumbup:

    Bislang war es bei mir aber allerdings so, dass die Tops immer als erstes an ihre "Kotzgrenze" kamen - und deren Verzerrungen sind sehr auffällig. Die Subs habe ich bei meinen Setups bislang noch nie an ihre Grenzen gebracht und habe daher wenig Hörerfahrungen damit - zumindest nicht bei PA-Boxen. Das lässt sich aber sicher lernen.


    Bei einem PL18-Sub je Seite unter der NX45A werden diesmal aber die Subs als erstes an die Grenzen kommen, daher möchte ich gern die zur Verfügung stehenden Möglichkeiten nutzen. Nicht als "hau-drauf-kann-ja-eh-nichts-passieren-Schutz", sondern als zusätzliches Sicherheitselement.


    Wegen des deutlich höheren Crest-Faktors bei Live-Beschallung (sind ja keine "totkomprimierten" Produktionen) spielt - wenn ich das richtig verstanden habe - die Peak-Begrenzung die größte Rolle. In diesem Fall würde ich den RMS-Compressor etwa auf Werte einstellen, die der Jobst-Rechner bei Angabe der RMS-Leistung ausspuckt und den VPL-Limiter auf etwas konservativere Werte bezogen auf die Impulsleistung (für Subs wird laut Manual dabei der "Hard"-Modus empfohlen).