Mikrofonierung eines Klassenzimmers

  • Zuerst mal zu meiner Situation:


    Ich bin noch Schüler und bin an der Schule mit ein paar anderen Leuten für die Veranstaltungen der Schule zuständig (Erster u. letzter Schultag, Weihnachtsgottesdienst, Sommerfest, ...). Jetzt ist letztens vom Schulleiter der Auftrag gekommen, wir sollen ein "Hybrides Klassenzimmer" aufbauen, d.h. "einfach" ein Klassenzimmer mit Kamera und Mikros bestücken und die digitale Tafel kann man auch per HDMI-Out einfach abnehmen. Also mal etwas informiert und vorgefertigte Konferenzsysteme kommen nicht in Frage, da die billigen ein geschlossenes System sind und nur auf Teams, Skype, Zoom etc. funktionieren und teure sind einfach zu teuer. Jetzt bin ich auf dem Stand eine PTZ-Kamera reinzustellen und diese einfach in den PC laufen zu lassen.


    Und jetzt nach einem halben Roman zu meiner eigentlichen Frage: Wie stelle ich es am besten an, dass man Schüler und Lehrer mit einem halbwegs guten Ton hört? Ich hätte jetzt drei t.bone sc 140 an ein Digitalpult gestöpselt und dann dort einen Automix eingerichtet. Positioniert hätte ich die Mikrofone zwei an der Decke über der ersten Reihe und eines oberhalb der Tafel.

  • hell&dunkel

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • Hallo, da haben sie dir eine "schöne" Aufgabe gestellt. Ich bin nicht der Mkrofonprofi, aber ich würde zwei der beschriebenen Mikros als XY Stereo für die Schüler aufstellen. Mache ich viel für Chöre. Hier gibts dazu was zu lesen: https://de.wikipedia.org/wiki/XY-Stereosystem

    Dem Lehrer würde ich leiber ein Ansteckmikro geben, der soll ja gut zu hören sein.

    Jetzt bin ich gespannt was die anderen für Vorschläge haben.

  • Zuerst schon mal ein großes Danke an euch beide und auch schon mal für alle zukünftigen Antworten



    Soll den nur "gesendet" werden, sprich Teilnehmer können nur zusehen und zuhören? Oder soll eine Beteiligung von den zugeschalteten stattfinden?

    Die Zugeschalteten sollten sich auch beteiligen können ja, aber das sollte ja nichts an der Technik ändern, oder?



    Wie wärs denn mit einer Catchbox für die Schüler

    Würde ich einen echt interessanten Ansatz finden, allerdings ist hier der Preis doch etwas happig.

  • Bzw. sorry, hatte die Antwort von mycrobit übersehen. Natürlich auch ein herzliches Danke an dich.


    An XY-Stereo hatte ich auch schon gedacht. Wenn ich davon jetzt 2 Stück oberhalb der Tafel aufhänge, sind dann die aus der letzten Reihe auch noch gut zu hören, weil das sind auch schon mal 7-8 Meter Abstand?

  • Würde ich einen echt interessanten Ansatz finden, allerdings ist hier der Preis doch etwas happig.

    dh, ein Shure MXA960 wirds dann auch eher nicht?! Funktioniert aber wirklich erstaunlich gut!


    Zitat


    Erster u. letzter Schultag, Weihnachtsgottesdienst, Sommerfest, ..

    Ich hab das günstig mal mit einem Kleinmembraner auf Stativ in einem Halbkreis für ca 15 Personen gelöst. Das hat funktioniert (=die Zuhörer haben verstanden), aber nur für Sprache!

    Für jeden andern Beitrag (Musik...) wirds schon schwieriger, wenn das "Original-Audio" ohne die Zauberfilter der div Konferenzsysteme übertragen werden soll.

    Dann is es halt ganz normal Sendeton machen

    Zitat

    da die billigen ein geschlossenes System sind und nur auf Teams, Skype, Zoom etc. funktionieren und teure sind einfach zu teuer.

    Was wirds denn dann für eine Software?

  • X/Y bringt ja nix, weil nicht Stereo übertragen wird. Ich finde den Ansatz mit Automix, aber dann gerne mit ein paar mehr Mikrofonen verteilt nicht schlecht. Wie ist denn die Akustik im Klassenzimmer. Wenn das live schon unangenehm hallt, wird es schwierig.

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  • Wenn ein Deckenmikrofon zu teuer ist (hätte für die Anwendung ebenfalls das schon genannte Shure oder das TCC2 von Sennheiser empfohlen), tut es vielleicht auch das Yamaha YVC-1000 mit einem oder zwei zusätzlichen Mikrofonpods. Einer meiner Kunden versorgt mit so einem Ding mit zwei Mikrofonpods einen Konferenzraum von 20x20m, das klappt ganz gut.

    Zusätzlicher Benefit - muss nicht montiert werden und steht auch für andere Einsätze zur Verfügung.

  • Deckenmikrofone hatte ich im ersten Moment auch im Blick, aber als ich dann den Preis gesehen habe, habe ich die Tabs dann ganz schnell wieder geschlossen.



    tut es vielleicht auch das Yamaha YVC-1000 mit einem oder zwei zusätzlichen Mikrofonpods

    Solche Systeme habe ich mir auch schon angeschaut, aber der große Nachteil dabei ist halt, dass ich die auf irgendeinen Tisch der Schüler hinstellen muss und dann denkt sich derjenige natürlich, dass er jetzt damit rumspielen muss. Deswegen ist mir Installation außerhalb des für die Schüler zu erreichenden Bereichs doch lieber.


    aber dann gerne mit ein paar mehr Mikrofonen verteilt

    Das lässt sich ja dann ganz einfach realisieren, auch wenns natürlich auch wieder etwas mehr kostet. Ich habe aber meinen Ansatz schon mal mit vorhandenem Material probiert und da muss ich sagen, dass ich echt überrascht war, was die Mikrofone alles aufnehmen.

    Wie ist denn die Akustik in Klassenzimmer

    Ein extremer Hall ist mir noch nicht aufgefallen als ich mir es angeschaut habe. Aber im Normalbetrieb wäre es ja auch nochmal besser weil ja 20+ Personen drinsitzen, oder?


    Ich hab das günstig mal mit einem Kleinmembraner auf Stativ in einem Halbkreis für ca 15 Personen gelöst. Das hat funktioniert (=die Zuhörer haben verstanden), aber nur für Sprache

    Also ähnlich zu meinem Ansatz, aber halt nur mit einem Kleinmembraner


    Was wirds denn dann für eine Software?

    Wir nutzen so ne Website für alles was Organisation angeht, die heißt "Schulmanager". Aber die eigentlichen Videokonferenzen sollen dann über BigBlueButton laufen.

  • Oder gings dir um die Anzahl

    Ja genau, ging mir nur um die Anzahl.


    Weißt du zufällig noch auf welcher Fläche bzw. in welcher Entfernung zum Mikro die 15 Leute gestanden sind, damit ich in etwa abschätzen kann, wie viele Mikros ich jetzt wirklich brauche

  • Hi,

    Ein Punkt der mir in der Diskussion ein bisschen kurz kommt: klar ist AutoMix eine schöne Sache, hat aber vermutlich seine Grenzen wenn es um den Noisefloor geht. 20+ Schüler in einem Klassenzimmer sind in der Regel nicht besonders diszipliniert und wenn dann alle auf einmal die Hefte rausholen könnte das für die Remote Teilnehmenden richtig unangenehm werden.

    Oder übersehe ich was?

  • ...ich würde 'n Grenzflächenmikrofon an die Decke in die Mitte des Raumes schrauben, früh und hart komprimieren und dem Lehrer 'ne kleine Kugel an's Revert verpassen...


    Automix würde ich weglassen, da es eh nur 2 Mikros wären.

    Bei extern zugeschalteten Teilnehmer würde ich 'n Ducker benutzen, damit das Signal, was über z.B. 'nen TV in's Klassenzimmer kommt nicht auch noch von den 2 Mikros aufgenommen wird (echo-Reduzierung, etc.)


    just my 2 Pfennig (1,0225 EuroCent)

    "geht nicht" ? - gibt's nicht !

    ...ja, das war schon immer mein Avatar :evil:

    "Mit der Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens" (Friedrich Schiller, " Jungfrau von Orleans")

  • um es mal einfach auszudrücken: das ist mit kleinem budget nicht befriedigend zu lösen!!

    solche systeme kosten nicht umsonst viel geld. des weiteren braucht man dafür auch expertise und die ist auch teuer!

    unbefridigend des wegen weil ich ja als schüler da 45min zusehen und hören muß ohne das es mich anstrengt, weil ich sonst schnell die lust verliere !!

    das bringt das nächste, viel dravirendere problem mit sich: die leute die den stream sehen brauchen auch eine entsprechende infrastrucktur. das fängt schon mit einem knackfreien mic an :)

    ich empfehle als test das jemand in 8m entfernung etwas über 5 min vorliest und dann alle, die den stream sehen ihren höreindruck schildern.

    als mic könnte man auch eine grenzfläche oder 2-3 an die decke hängen.

  • Ich habe mit dieser Thematik regelmässig zu tun und bin nach vielen Experimenten zum Schluss gekommen daß es immer besser ist nur EIN Mikrofon und EINEN Lautspecher zu verwenden. Die N-1 Allgorithmen der jeweiligen Software kommen damit deutlich besser zu recht und produzieren wesentlich weniger Artefakte und damit ein deutlich besserere Sprachverständlichkeit.

  • Wow, das ist jetzt echt einiges an Information. Zuerst mal nochmals Danke an euch alle.


    Da jetzt ein paar Grenzflächenmikrofone vorgeschlagen haben, welche würden denn da so in Frage kommen?