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I don't need that, 2.0

  • ADMIN
  • 8. Dezember 2007 um 11:15
  • treibsand
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    • 11. März 2025 um 12:38
    • #11.961

    Ich weiß garnicht, worüber sich aufgeregt wird...

    Unsere Kita schafft seltenst die Regelbetreuung, weil Personal fehlt/Krankheit/Überstunden/Urlaub/Weiterbildung/etc. nahezu wöchentlich zu Reduzierungen führen.

    Diese Woche kommt der Streik 'on top'

    ...und wisst ihr was: der tut nich einmal richtig weh - weil ich weiß, daß sich die ErzieherInnen (zumindest ein guter Teil davon) richtig den Hintern aufreißen, um so viel Betrieb wie möglich hinzukriegen...

    Und wenn ich dann sehe, zu welchen Konditionen teilweise gearbeitet wird - und daß die Personalnot unter diesen Bedingungen nicht besser wird, weil der Beruf zunehmends unattraktiv ist...

    Meinen Respekt haben sie!


    Das, was dem Bürger weh tut, ist primär die eigene Unfähigkeit, sich darauf einzustellen und vorher zu überlegen, wie man auf die Dienstleistungen verzichten kann. Das Gefühl, auf ein 200% durchgetaktetes Leben nicht verzichten zu können. Das 'gemütliche Alltagsleben', in dem man es sich bequem gemacht hat.

    ...hauptberuflicher Sarkastiker.

  • yamaha4711
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    • 11. März 2025 um 16:33
    • #11.962

    Grundsätzlich und vor allem in diesem Bereich 100% Zustimmung.

    Anders sieht es allerdings bei Flugausfällen aus, wenn die Bahn streikt oder der ÖPNV generell maßgeblich in Mitleidenschaft gezogen wird. Es sind doch einige darauf angewiesen und könne nicht ausweichen. Die Volkswirtschaftliche Delle ist vorprogrammiert bei überzogenen Handlungen, egal von welcher Seite.

    Laut heisst nicht immer gleich gut und toll und wer schreit ist meist im Unrecht.

  • wora
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    • 11. März 2025 um 16:50
    • #11.963

    ich sags mal so krass:

    nachdem CDU/CSU die wähler mit ihren wahlversprechen schamlos betrogen haben, möchte ich als mitarbeiter im öD auch mehr geld. und zwar MINDESTENS den inflationsausgleich!

    die menschen, die die eier haben und das mittels streikrecht einfordern (ja, die werden vor ort auch durchaus beleidigt), bekommen meinen vollen respekt!

    das streikrecht wurde ja durchaus auch blutig erkämpft. das wissen heute viele menschen gar nicht mehr, was das für ein kampf war.

    das ist eigentlich genau das gleiche wie mit der demokratie, die ja nur gefühlt schon immer da war...

    wer nicht dafür kämpfen will, kann am ende nur verlieren... oder er gehört zu den wenigen, die sich bis zum lebensende keine sorgen mehr machen müssen.

    ich schweife ab...

    die frage steh ja im raum:

    die beschäftigten im öffentlichen Dienst können ihr streikrecht ja nur in der öffentlichkeit austragen.

    als angesteller tontechniker kann ich letzten endes nur eine veranstaltung blockieren, um eine forderung durchzusetzen. und damit treffe ich natürlich die veranstalter und die gäste. aber die zahlen meinen lohn ja nur indirekt über ihre steuern - die leute, die es eigentlich treffen müsste, können wir aber nicht direkt bestreiken. es geht nur über umwege.

    das ist die krux bei der sache:

    wir müssen leuten weh tun, für die wir den job eigentlich gerne machen.

    und dann müssen wir hoffen, dass die leute, denen wir weh getan haben sich bei den geldgebern dafür einsetzen, dass wir bessere löhne bekommen.

    das ist eine durchaus schwierige lage

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • robert müller
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    • 11. März 2025 um 17:02
    • #11.964
    Zitat von wora

    als angesteller tontechniker kann ich letzten endes nur eine veranstaltung blockieren, um eine forderung durchzusetzen. und damit treffe ich natürlich die veranstalter und die gäste.

    Das würdest du bei mir (bzw. meiner Truppe) nur ein Mal machen. Danach kämen wir wohl nie wieder zu Euch in die Halle.

    Nicht, weil ich dir dein Streikrecht absprechen möchte. Aber das Risiko eines erneuten Ausfalls würden wir wohl nicht tragen wollen. Oder wir wären als Amateurtruppe daran kaputtgegangen und könnten sowieso nie wieder was machen.

    Es ist tatsächlich eine Krux. Und ich hab wie alle anderen hier auch keine Idee, wie man das sinnvoll auflösen kann.

  • niggles
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    • 11. März 2025 um 17:05
    • #11.965
    Zitat von verstärkerberserker

    Dass ich grundsätzlich froh bin, dass es das Streikrecht gibt, hatte ich schon geschrieben.

    Dass diese These in der Realität floppt, kann ich Dir nach dieversen Gesprächen am Flughafen, im Flieger, Buss.... mitteilen. Bei den Geschädigten geht das zum min. 90% nach hinten los. Die haben alle einen Prass auf Verdi, weil sie in "Geiselhaft" genommen werden. Wenn ich dann überlege, dass in Summe 0,5 Mio Leute betroffen sind, dann unterstützen die schon mal nicht. Wenn ich dann noch die dazu nehmen, die unter den ewigen Bahnstreiks gelitten haben, erhöht sich die Zahl gleich mal, auch wenn das natürlich wieder eine andere Baustelle ist.

    Ich habe mit Leuten gesprochen, die Ihren Ärger gerne mal den Verursachern zurück geben würden. Da kamen interessante Ansätze bei raus. z.B. sinngemäß: wenn die Streikenden von Verdi immer durch ihre Gewerkschafts Shirts gekennzeichnet rum laufen würden, dann würde ich denen mal 2 Wochen keine Lebensmittel verkaufen. Kreativer Ansatz.

    Wer schon mal die teilweise bürgerkriegsähnlichen Zustände miterlebt hat wenn in Frankreich, Grossbritannien oder Italien gestreikt wird findet "Arbeitskämpfe" in Deutschland eigentlich sehr zivil.

    Zitat von verstärkerberserker

    Auch den selbstständigen Kollegen, die nach Corona die positive Tendenz bei den Gagen teilweise maßlos übertreiben wollten habe ich immer wieder einen guten Freund zitiert: "Wenn Du jeden Früh ein Glas Milch trinken willst, macht es nicht viel Sinn die Kuh zu schlachten."

    Die Veranstaltungswirtschaft geht nicht davon ein dass wir endlich mal bei vernünftigen Stunden- und Tagessätzen ankommen. Mag sein dass die eine oder andere VA nach jahrelangem Gekrepel nun nicht mehr durchführbar ist weil die Techniker nicht mehr für 350€ 16 Stunden am Stück arbeiten gehen wollen, aber das war schon vor Corona Selbstausbeutung und Sozialversicherungs-Harakiri.

    Wenn ich mir anschaue dass z.B. Installateure als Einzelunternehmer die nur ein Fahrzeug und eine Doppelgarage voller Material zu unterhalten haben inzwischen regelmässig dreistellige Stundensätze aufrufen ist da noch Luft nach oben.

    Economics in eight words: "There ain't no such thing as free lunch."

  • audiobo
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    • 11. März 2025 um 17:18
    • #11.966

    Wenn du streikst (musst du ankündigen), kann dein Chef jemand externes beauftragen. Oder Chef schliesst auf und lässt VA mit selbst organisierter Technik rein. Oder VA sucht Ausweichort. Oder verschiebt VA-Datum. Oder, oder…

    Ist beim ÖV nicht so einfach.

    Es soll ja auch Menschen ohne Führerschein geben. Und auch die haben (u.U. nicht wirklich nette/verständnisvolle) Arbeitgeber.


    Zitat von Licht_01

    Es gibt tatsächlich nur die Möglichkeit die Bevölkerung "leiden" zu lassen damit der AG Verband endlich auf die Idee kommt das ganze zu beenden.

    Boa… also das…

    Die Menschheit hat schon immer Begründungen gefunden um ihren Sch….haufen auf Dritte abwälzen zu können.

    Und jeder meinte sich im Recht.

    Dazu fällt mir nur noch das hier ein:

    Und da ist der Verursacher immerhin noch Teil der Gruppe.

  • Licht_01
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    • 11. März 2025 um 18:44
    • #11.967
    Zitat von audiobo

    Wenn du streikst (musst du ankündigen), kann dein Chef jemand externes beauftragen. Oder Chef schliesst auf und lässt VA mit selbst organisierter Technik rein. Oder VA sucht Ausweichort. Oder verschiebt VA-Datum. Oder, oder…

    Ist beim ÖV nicht so einfach.

    Es soll ja auch Menschen ohne Führerschein geben. Und auch die haben (u.U. nicht wirklich nette/verständnisvolle) Arbeitgeber.


    Boa… also das…

    Die Menschheit hat schon immer Begründungen gefunden um ihren Sch….haufen auf Dritte abwälzen zu können.

    Und jeder meinte sich im Recht.

    Dazu fällt mir nur noch das hier ein:

    Und da ist der Verursacher immerhin noch Teil der Gruppe.

    Alles anzeigen


    Nenne eine einzige möglichkeit beim Öffentlichen Dienst druck zu machen OHNE die Bevölkerung mit rein zu ziehen...

    Und zu deinem ersten Absatz:

    Nein, ein Streik muss nicht angekündigt werden... wäre ja auch noch schöner wenn man dadurch das einzige Druckmittel aushebeln würde...

  • audiobo
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    • 11. März 2025 um 19:02
    • #11.968

    Wie wäre es z.B. mit unbezahltem Urlaub für die, die sich weigern sich an Gesprächen zu beteiligen oder Vorschläge zu erarbeiten? Man könnte das ja als Arbeitsverweigerung auslegen.

    Müsste freilich der Gesetzgeber für ran. Aber ich kann mir schon denken welche Argumente wieder dagegen aufgefahren würden.


    Das mit dem ankündigen habe ich dann wohl mal falsch abgespeichert…

  • falcocgn
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    • 11. März 2025 um 22:14
    • #11.969

    Streik, Gewerkschaft... Schönes Thema. Ich möchte alle Angestellten, die sich her befinden, daran erinnern, dass Gewerkschaft nur dann funktioniert, wenn möglichst viele Arbeitnehmer einer Branche gewerkschaftlich organisiert sind. Organisert heisst nicht "Gewerkschaft find ich dufte", sondern, dass die AN Mitglied (!) in der/einer Gewerkschaft sind. In unserer Branche bietet sich VerDi, bzw. deren Medienschaffendenvertretung Connexx an https://www.connexx-av.de/

    Mitgliedschaft bedeutet, dass 1% vom regelmäßigen Bruttoeinkommen an die Gewerkschaft gezahlt werden. Solange also keine kritische Masse von Beschäftigten einer bestimmten Branche auch zahlendes Mitglied in "der" Gewerkschaft ist, wird die nicht viel machen...

    Das ist wie mit den Selbstständigen, die immer meckern das der ein oder andere Verband angeblich nichts macht, gleichzeitig aber keiner die Mitgliedschaft in einem oder mehreren Verbänden bezahlen möchte, um den oder die Verbände vernünftig auszustatten.

    - DAS Fachbuch für die Veranstaltungstechnik https://www.europa-lehrmittel.de/Fachkunde-Vera…technik/60877-1

  • wora
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    • 12. März 2025 um 00:00
    • #11.970
    Zitat von robert müller

    Das würdest du bei mir (bzw. meiner Truppe) nur ein Mal machen. Danach kämen wir wohl nie wieder zu Euch in die Halle.

    na ja, ihr würdet euch sicherlich nicht alle öffentlichen hallen selbst verbieten wollen.

    insofern halte ich das für eine leere drohung.

    wir haben von der stadtverwaltung übrigens ein schreiben zum thema streik im öffentlichen dienst bekommen. darin steht eindeutig, dass uns durch eine teilnahme an den streiks lediglich die entlohung für die fehlzeiten gestrichen würde - wir dadurch aber keine entlassung oder beurlaubung oder ähnliches befürchten müssten.

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • ulf klüpfel
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    • 12. März 2025 um 06:53
    • #11.971
    Zitat von falcocgn

    In unserer Branche bietet sich VerDi, bzw. deren Medienschaffendenvertretung Connexx an https://www.connexx-av.de/

    Für alle im öffentlichen Dienst und bei an den ÖD angelehnten privatrechlichen Unternehmen öffentlicher Träger wäre da noch die https://komba.de/ eine gute Option für alle, denen Verdi in der Kommunikation zu polternd unterwegs ist.

    War in meiner Zeit im ÖD "meine Gewerkschaft" und ich habe mich immer gut vertreten gefühlt.

    Nur zwei Dinge sind unendlich, das Weltall und die Dummheit der Menschen, beim Weltall bin ich mir jedoch nicht sicher. (Albert Einstein)

  • HenrySalayne
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    • 12. März 2025 um 08:16
    • #11.972
    Zitat von treibsand

    Das, was dem Bürger weh tut, ist primär die eigene Unfähigkeit, sich darauf einzustellen und vorher zu überlegen, wie man auf die Dienstleistungen verzichten kann. Das Gefühl, auf ein 200% durchgetaktetes Leben nicht verzichten zu können. Das 'gemütliche Alltagsleben', in dem man es sich bequem gemacht hat.

    Der Absatz geht absurd an der Realität vorbei. Das ist herablassendes Geschwätz aus einer privilegierten Position. Die Kita streikt? Dann muss man wohl die Verwandtschaft einspannen. Der ÖPNV fährt nicht? Kein Problem, dann geht man zu Fuß, nimmt das Rad oder fährt wie ein Barbar mit dem eigenen Auto zur Arbeit. Der Arbeitgeber ist auch immer verständnisvoll und unterstützt, wo es nur geht. Zu spät oder gar nicht zu kommen ist kein Problem. Der Flug fällt aus? Dann bezahlt man eben zwei Nächte in einem Hotel. Geld ist ja genug da.

    Was ich in meiner Nähe leider schon selbst erleben durfte: es kam der Anruf, dass ein Elternteil im Sterben liegt. An einem Flughafen-Streiktag. Es gab keine Möglichkeit in absehbarer Zeit zu einer sehr gut angebundenen Stadt im europäischen Ausland zu kommen. Aber die Möglichkeit zu haben, sich von den eigenen Eltern noch einmal zu verabschieden wäre ja zu bequem...

    Hinweis: Alle Fehler in diesem Beitrag sind KI-generiert.

  • robert müller
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    • 12. März 2025 um 08:44
    • #11.973
    Zitat von wora

    na ja, ihr würdet euch sicherlich nicht alle öffentlichen hallen selbst verbieten wollen.

    insofern halte ich das für eine leere drohung.

    wir haben von der stadtverwaltung übrigens ein schreiben zum thema streik im öffentlichen dienst bekommen. darin steht eindeutig, dass uns durch eine teilnahme an den streiks lediglich die entlohung für die fehlzeiten gestrichen würde - wir dadurch aber keine entlassung oder beurlaubung oder ähnliches befürchten müssten.

    Vielleicht hab ich das nicht klar genug rübergebracht: Das war/ist keine Drohung. Ich wollte damit nur zum Ausdruck bringen, dass es Veranstalter gibt, die durch einen einzigen derartigen Ausfall in ernste wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten können. (Ich werde das übrigens mal zum Anlass nehmen, zu prüfen, ob die gängigen Ausfallversicherungen auch bei Ausfall wegen Streik greifen.)

    Abgesehen davon bin ich absolut für ein Streikrecht! Ich sehe nur wie viele hier die Crux, dass es gerade im ÖD-Bereich immer erst mal die Falschen trifft, ich aber auch keine bessere Möglichkeit kenne.

    Das gesagt, kommen mir viele Gewerkschaften heute in ihrer Kommunikation eher wenig kompromissbereit vor. Muss vielleicht auch so sein, da die Gegenseite ebenso hart verhandelt.

  • audiobo
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    • 12. März 2025 um 10:09
    • #11.974

    Mal so eine Frage: (Google hat mir auf die Schnelle keine Antwort ausgespuckt): Wie oft werden eigentlich solche Traifverhandlungen angesetzt?

    Bei einer Forderung von 8% bekommt man ja den Eindruck, dass das immer erst mal Jahre lang vor sich hin läuft... das ist doch Blödsinn, das muss dann ja ausufern...

    (Zum Vergleich: bei der SBB waren es für 2024 +2%, für 2025 +1.5%, bei geringerer Inflation)

  • guma
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    • 12. März 2025 um 10:31
    • #11.975

    Tarifrunden Deutschland

    2012/2014/2016/2018/2020/2023

  • treibsand
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    • 12. März 2025 um 11:01
    • #11.976
    Zitat von HenrySalayne

    Der Absatz geht absurd an der Realität vorbei. Das ist herablassendes Geschwätz aus einer privilegierten Position. Die Kita streikt? Dann muss man wohl die Verwandtschaft einspannen. Der ÖPNV fährt nicht? Kein Problem, dann geht man zu Fuß, nimmt das Rad oder fährt wie ein Barbar mit dem eigenen Auto zur Arbeit. Der Arbeitgeber ist auch immer verständnisvoll und unterstützt, wo es nur geht. Zu spät oder gar nicht zu kommen ist kein Problem. Der Flug fällt aus? Dann bezahlt man eben zwei Nächte in einem Hotel. Geld ist ja genug da.

    Was ich in meiner Nähe leider schon selbst erleben durfte: es kam der Anruf, dass ein Elternteil im Sterben liegt. An einem Flughafen-Streiktag. Es gab keine Möglichkeit in absehbarer Zeit zu einer sehr gut angebundenen Stadt im europäischen Ausland zu kommen. Aber die Möglichkeit zu haben, sich von den eigenen Eltern noch einmal zu verabschieden wäre ja zu bequem...

    Mag sein, daß du die Position als priveligiert ansiehst - aus meiner Sicht ist es eher umgekehrt...

    Ich habe mich damit abgefunden, daß das Leben eben kein Ponyschlecken ist und das ich das Beste draus machen muß, auch wenn es tägliches Ungemach bedeutet.

    Denn ich kenne leider nahezu JEDEN deiner Punkte aus 1. Hand:

    - die Elterngruppe der Kita hat heute auch schon wieder 20 Nachrichten ausgetauscht, wer wann sein Kind bringen darf/abholen muss. Diese Kita führt trotz voll ausgereizten Pflichtstellen UND 2 zusätzlichen Büro-/Küchenhilfen das hiesige Ausfallranking an. Streik war bislang noch kein Thema dabei...

    - der ÖPNV ist für eine Großstadt kathastrophal ausgedünnt und unerschwinglich. Ja, Rad ist dabei meisst das Mittel der Wahl, weil Parkplätze mangelware sind.

    - der AG nimmt es mittlerweile mit Humor - allerdings haben mein Kollege und ich etwa 75% der gesamten Arbeitsleistung, während die restlichen drei Angestellten+Chef leider 'etwas schwächeln'... Wenn ich also fehle, muss ich das Pensum irgendwie anders auffangen. Warum ich noch hier arbeite? Weil ich es seit bald 25 Jahren so bequem ist, sich nichts besseres zu suchen...

    - Geld ist IMMER ein Thema bei Ausfällen. Leider müssen auch andere Ausfälle kompensiert werden und irgendwie geht es immer.

    Ab hier wird es dann zu privat für ein Forum.

    Bequemlichkeit liegt immer im Auge des Betrachters. Ich glaube, wir jammern da immer noch auf einem sehr hohen Niveau, wenn ich mir das global anschaue.

    ...hauptberuflicher Sarkastiker.

  • nukular
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    • 12. März 2025 um 12:49
    • #11.977

    I don't need

    ein Beta 58 auspacken, nachdem man es vor 3 Jahren gekauft hat, um dann festzustellen, dass es nicht funktioniert, weil die Kabel an der Kapsel nicht richtig angeschweißt sind.

    Toll, nur weil das alte Beta 58 nun doch so lange in Gebrauch war ist uns das nicht während der Garantiezeit aufgefallen....

    So auf erstem Blick ist das auch nicht so Recht reparierbar oder hat wer einen Tipp?

  • verstärkerberserker
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    • 12. März 2025 um 15:25
    • #11.978
    Zitat von audiobo

    Bei einer Forderung von 8% bekommt man ja den Eindruck, dass das immer erst mal Jahre lang vor sich hin läuft... das ist doch Blödsinn, das muss dann ja ausufern...

    Mit dem Eindruck stehst Du nicht alleine da.

    Mir schwirrt da noch was anderes im Kopf rum.

    Die forderung ist doch 8% mehr aber mindestens 350€. Ich verstehe das so, dass die 350€ für all die jenigen gedacht sind, bei denen die 8% weniger ausmachen als 350€. Im Umkehrschluss gibt es auch Leute bei denen die 8% mehr ausmachen als 350€. Wenn ich die 350€ bzw. 8% dann mal als Schwelle auf das aktuelle Gehat hoch rechne und annehme das 350€ den 8% entsprechen, dann komme ich auf 4.375€.(350/8*100)

    Oder habe ich da einen Denkfehler?

    Auch wenn ich mich mit Gehaltsstrukturen nicht so gut auskenne ist das für mich erst mal keine kleine Zahl.

    Klar kann es sein, dass für den größten Teil die 350€ zur Anwendung kämen. Falls dem so wäre, warum kommuniziert man das nicht so? (Weil dann vielleicht 12% raus kommen?)

    Ich denke transparenz könnte auch für Verständnis sorgen. (Allerdings könnte das in dem Fall auch nach hinten los gehen.)

    ...Holz ist braun!

  • Licht_01
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    733
    • 12. März 2025 um 17:58
    • #11.979
    Zitat von verstärkerberserker

    Mit dem Eindruck stehst Du nicht alleine da.

    Mir schwirrt da noch was anderes im Kopf rum.

    Die forderung ist doch 8% mehr aber mindestens 350€. Ich verstehe das so, dass die 350€ für all die jenigen gedacht sind, bei denen die 8% weniger ausmachen als 350€. Im Umkehrschluss gibt es auch Leute bei denen die 8% mehr ausmachen als 350€. Wenn ich die 350€ bzw. 8% dann mal als Schwelle auf das aktuelle Gehat hoch rechne und annehme das 350€ den 8% entsprechen, dann komme ich auf 4.375€.(350/8*100)

    Oder habe ich da einen Denkfehler?

    Auch wenn ich mich mit Gehaltsstrukturen nicht so gut auskenne ist das für mich erst mal keine kleine Zahl.

    Klar kann es sein, dass für den größten Teil die 350€ zur Anwendung kämen. Falls dem so wäre, warum kommuniziert man das nicht so? (Weil dann vielleicht 12% raus kommen?)

    Ich denke transparenz könnte auch für Verständnis sorgen. (Allerdings könnte das in dem Fall auch nach hinten los gehen.)

    Alles anzeigen

    Schau dir die TVÖD Tabelle an, ein großer teil der Techniker ist auf E5 eingestellt.

  • mycrobit
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    • 12. März 2025 um 18:24
    • #11.980

    Ich glaub jetzt muss ich zum Thema Streik was richtig stellen.

    Wenn es Tarifverhandlungen gibt muss es nicht gleich zum Streik kommen. Das ist immer eine Sache zwischen AG und AN (Gewerkschaft). Beispiel dazu, die GdL hat mit fast allen privaten Eisenbahnunternehmen ohne Streik neue Tarifverträge ausgehandelt. Nur die DB wollte einfach nicht die selben Bedingungen wie die Privaten angenommen haben, anerkennen. Da waren die Streiks die Folge.

    Dann geht eine jede Tarifkommission mit höheren Forderungen in die Gespräche. Man will ja beim Verhandeln auch Zugeständnisse machen können.

    Wenn gestreikt wird, kommt es darauf an, ob es ein Warnstreik ist. In diesem Fall gibt es kein Geld und es ist Freizeit von den Beschäftigten. Handelt es sich aber um einen Streik, dann erhalten die Gewerkschaftsmitglieder aus der Streikkasse Geld. Manche Familie könnte das sonst nicht "überleben". Um einen Streik zu beginnen bedarf es aber auch der Zustimmung der Mitglieder.

    Und dann noch was zu den Erhöhungen. Ich finde eine Lohnsteigerung in % immer ungerecht. Damit erhalten die die schon hohe Gehälter haben mehr als die anderen MA. Das Gleiche gilt auch für die Rentenerhöhungen die dann bei manchen gut 5 Euro ausmachen.

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