AES50-basiertes System für Schulinstallation

  • Die Installation in unserem Veranstaltungsraum muss eigentlich dringend überarbeitet werden. Die von einer "Fachfirma" installierten Audio-Leitungen waren schon immer ein Witz (das ist eher eine Art "Telefonleitung") und statt nun alles in gleicher Weise zu überarbeiten, möchte ich als Alternative ein netzwerkbasiertes Setup in Erwägung ziehen.


    Zunächst ein paar Infos zum Stand der Dinge

    Vorhandene Komponenten, die mehr oder weniger in das neue Setup integriert werden können:

    • PA: 1x EV QRx 112 und QRx 118 je Seite. Damit können wir auch weiterhin ganz gut leben.
    • Endstufen: EV P1202 für die Tops und P1201 für die Subs (mono angesteuert)
      Monitor-Endstufe: T.Amp E4-250 (als Monitore sind 4x RCF 310 in der passiven Variante im Einsatz)
    • Prozessor: DCX-2496 (ein dynamischer EQ entschärft die QRX112 etwas wenn sie laut werden)

    Die Audio-Eingänge sind an der Bühnenkante und der Bühnenseite zugänglich (XLR-Dosen), die Monitor-Lautsprecher werden über 4-pol-XLR-Anschlussdosen auf die Bühne geführt. Alle Anschlüsse laufen an drei Stellen (auf der Bühne, ander Bühnenkante, an der Mischposition) auf einen 64-pol-Harting-Anschluss. Der Anschluss auf der Bühne wird eigentlich nie genutzt, die beiden anderen sind immer wieder im Einsatz. Zur Info: Die komplette Audio-Verdrahtung wurde mit einer Art "Telefonleitung" erstellt.


    Für alle kleineren Angelegenheiten sind zwei fahrbare Racks im Einsatz (ursprünglich noch mit Tapedeck, CD- und MD-Player :S ). Eins mit Wiedergabegeräten und einem "Disco-Mischpult" der billigeren Sorte und eins mit einem Yamaha MG-16FX. Beide haben einen 64-pol-Multipin für die Ein- und Ausgänge.


    Als Mischpult für Konzerte haben wir ein X32 und nutzen eine DL32 Stagebox + ein Multicore, das die Ausgänge auf den vorhandenen Multipin führt. Für die Verbindung von Bühne zur Mischposition können wir ein im Boden verlegtes Netzwerkkabel nutzen. Anscheinend gibt es eine Möglichkeit, Kabel durch ein Rohr zu ziehen, jedenfalls wurde das Netzwerkkabel erst vor ein paar Jahren gelegt.


    Ein paar Ideen für ein neues Setup

    Statt viel Geld in die komplette Erneuerung aller alten Leitungen zu investieren, könnte man das System ja grundsätzlich auf Basis eines Audio-Netzwerks aufbauen. Aufgrund der vorhandenen Komponenten bei den Inputs z.B. AES50-basiert und in den Ausgängen analog (dann kann man im Havariefall auch schnell mal ein Alternativsystem anschließen).


    Das Setup sollte folgende Bedingungen erfüllen:

    • Wie ein normales Mischpult bedienbares "Fest-System" für kleinere Veranstaltungen (sollte auch über Tablet bedienbar sein).
      Möglichkeit zur Rackmontage wäre vorteilhaft.
    • Einige Mikrofon-Anschlüsse müssen an der Bühnenkante nutzbar sein.
    • Für Konzerte sollten 32+x Inputs über das vorhandene X32 nutzbar sein (32 Kanäle gleichzeitig, aber mehr als 40 Inputs im Zugriff).
    • Die Latenzen im System sollten sehr gering sein (Mic-Input bis Monitor-Output)
    • Das Verstärkerrack soll hinter der Bühne installiert bleiben (weil leise).
      Die bisherigen Amps (P1201/P1202) werden auch im Leerlauf recht warm. Vielleicht gibt es dafür ein sparsames/kühles Upgrade?
    • Ein leistungsfähiger Speaker-Prozessor (klanglich sehr gut, dynamischer EQ, hohe S/N-Ratio) wäre wünschenswert - oder eine Endstufe mit DSP. Die Einstellungen sollten möglichst per Netzwerk / WLAN vom FOH aus möglich sein.

    Da wir ja schon Behridas nutzen und damit ganz zufrieden sind, könnte ich mir folgende Lösung vorstellen:

    (Statt zahlloser Analog-Verbindungen müsste nur für ein paar AES50-Verbindungen + die analogen Kabel zum Amprack gesorgt werden.)

    • Midas DL16 an der Bühnenvorderkante (kann etwas versenkt montiert werden)
    • 2x Midas DL16 links und rechts auf der Bühne
      (eine davon liefert analoge Ausgangssignale für PA- und Monitor-Endstufen)
    • Midas M32(R) als "Fest-System"-Mischpult am FOH (oder auch nur ein Midas M32 Core)

    Beim Speaker-Prozessor bzw. Endstufen mit DSP (inkl. dynamischem EQ) habe ich noch keine Idee, was da empfehlenswert wäre (klanglich und gut zu bedienen). Darf schon einen angemessenen Preis haben (ohne unverschämt teuer zu sein). Freue mich über Vorschläge.


    Wahrscheinlich könnte man etwas ähnliches auch über DANTE aufbauen, aber da es ja ein begrenztes System ist, sollte das eigentlich auch so ausreichend sein. Da nebenan unser Tonstudio ist, wäre aber eine Verbindung zum Regieraum noch eine schöne Sache (um die Bühne für Aufnahmen zu nutzen).


    Würde mich über "Mitdenken", Anregungen, alternative Lösungen freuen. DANKE! :thumbup:

  • Zur hilfreichsten Antwort springen
  • AES50 ist halt Festlegung auf eine gewisse Größe. Dante wäre da schon deutlich flexibler, da könnte man z.B. relativ einfach das Studio einbinden.

    Ich würde auch, um die Modularität zu erhalten, einen dezidierten Prozessor vorsehen. Ich persönlich hab den ASC48 und bin recht zufrieden damit. Den gibt es auch mit Danteeingang, und man kann ihn über Ethernet steuern (den DCX im übrigen nicht).


    Tomy

    SIM II Operator and Dante Level I-II-III
    Jugendschwimmabzeichen, Rettungsschwimmabzeichen in Bronze
    Meine kommerziellen Softwareprodukte SATlive und LevelCheck

  • Mit AES50 geht für mich der Netzwerkgedanke nicht so richtig auf, das ist ja eigentlich rein Point-To-Point. Da ist Dante natürlich deutlich flexibler. Mir sind da sofort von Allen & Heath die DT164-W eingefallen als schicker Wandanschlusskasten. Die gibts auch von Digico mit integrierten Scribble-Strips, fällt dann aber wahrscheinlich aus dem Preisrahmen.

    Der Nachteil ist dann halt, dass die Gains nicht vom X32 steuerbar sind. Bisher gibt es ja leider noch keine Dante-Stagebox von Behringer.


    Wenn ihr also nicht gerade umsteigen wollt, bleibt dann nur die AES50 Lösung. Ich würde dann aber eher einen analog/digital-Hybrid machen: In den Raum mit den Endstufen würde ich die AES50-Stageboxen packen. Von da dann analoge Leitungen zu den einzelnen Anschlusspunkten. Wenn es richtig flexibel sein soll, baut ihr euch noch ein Steckfeld dazwischen. An der gleichen Stelle fest eingebaut ein X32 Core für das kleine Besteck mit Tablet. Das kann man dann ja je nach Veranstaltungsgröße auch noch zur Skalierung des vorhandenen FOH-X32 nutzen.


    Die Studioanbindung könnte auch von da erfolgen, wie müsste man dann nochmal überdenken. Nutzt ihr da auch X32?


    Gruß, Philipp

  • Erstmal vielen Dank für euer Mitdenken!


    TomyN Hinsichtlich Dante hast du natürlich recht. Allerdings sehe ich auf der Input-Seite zu AES50 keine sinnvolle und preislich akzeptable Variante, die sich so gut in unser "Mischpult-Universum" integrieren lässt (inkl. Gain-Regelung). Ausgangsseitig könnte man gegebenenfalls noch eine Dante-Karte ergänzen. Für die Anbindung der PA sehe ich in Dante keinen so entscheidenden Vorteil. Die Einbindungs des Studios wäre aber sehr komfortabel. Nur aus Neugier: Wie sieht das eigentlich mit Latenzzeiten bei Dante aus? AES50 hat ja eine sehr geringe Roundtrip-Latency im System.


    Der ASC48-Prozessor ist vermutlich richtig gut, aber auch ganz schön teuer. Hat der auch einen dynamischen EQ?


    Maschendrahtzaun Neben der Tatsache, dass Dante-Stageboxen sich nicht so leicht in das vorhandene System integrieren lassen - sie sind einfach auch deutlich teurer. Das müsste dann auch einen deutlichen Mehrwert für unser System bringen. Im Studio nutzen wir X32 (das dann auch am FOH zum Einsatz kam) und eine DL32-Stagebox. Da wir live die Monitore vom FOH laufen lassen, könnte man das Studio-Pult quasi als "Monitor-Split" denken - und das geht ja ganz gut auch über AES50. Die Frage wäre, ob wir noch weitere Möglichkeiten darüber hinaus benötigen werden. Da fällt mir aber nichts ein, was wir mit diesem System nicht lösen könnten.


    Zu deinem Vorschlag mit dem zentralen Wandler-Rack: Die analogen Leitungen vom Zentral-Rack zu den einzelnen Anschlusspunkten will ich mit dieser Lösung gern vermeiden um Kosten zu sparen. Man könnte natürlich eine weitere Stagebox in das Endstufen-Rack schrauben, aber da es nur um 4 Monitorwege und die Stereo-PA geht, finde ich das auch nicht so sinnvoll (vier Leitungen liegen dort auch schon, nur 2 müssten noch ergänzt werden). Außerdem könnte man so gegebenenfalls recht einfach ein Fremd-FOH auf die Anlage legen.

  • Mit AES50 geht für mich der Netzwerkgedanke nicht so richtig auf, das ist ja eigentlich rein Point-To-Point. Da ist Dante natürlich deutlich flexibler. Mir sind da sofort von Allen & Heath die DT164-W eingefallen als schicker Wandanschlusskasten. Die gibts auch von Digico mit integrierten Scribble-Strips, fällt dann aber wahrscheinlich aus dem Preisrahmen.

    Der Nachteil ist dann halt, dass die Gains nicht vom X32 steuerbar sind.

    Gut das Du selber drauf gekommen bist.


    Wenn ihr also nicht gerade umsteigen wollt, bleibt dann nur die AES50 Lösung. Ich würde dann aber eher einen analog/digital-Hybrid machen: In den Raum mit den Endstufen würde ich die AES50-Stageboxen packen. Von da dann analoge Leitungen zu den einzelnen Anschlusspunkten. Wenn es richtig flexibel sein soll, baut ihr euch noch ein Steckfeld dazwischen.

    Wenn man die analogen Kabel nicht direkt auf die AES50-Stagebox lötet🥳 hat man doch schon ein Steckfeld😉 oder soll’s noch flexibler werden?

  • Hi,

    Also die TIO1608 fällt preislich nun nicht so weit aus dem Rahmen. Gain/Phantom muss man halt über die R-Remote machen. Die Dante-Latenz hängt von den Dante - Chips und von der Anzahl der Router ab und kann je nach Gerät variieren. Die PoE 2 Kanal Adapter sind recht langsam (ich denke 1ms), der Rest geht teilweise deutlich schneller.

    Der ASC48 hat anscheinend keine dynamischen Eqs (habe sie noch nicht gebraucht und mag persönlich auch kein sich änderndes System, d.h. ich persönlich würde sie ggf. im Pultausgang setzen, damit ich Zugriff hätte). Ich fand ihn als 4in / 8out Controller nicht zu teuer.

    Dante hätte viele zusätzliche Möglichkeiten, gerade wenn ein physikalische Netzwerkverkabelung vorhanden ist (Aus der Aula am Schulfest die Ansprache auf den Pausenhof übertragen oder umgekehrt), Audio von einem Event in ein oder mehrere Klassenzimmer verteilen etc.)

    SIM II Operator and Dante Level I-II-III
    Jugendschwimmabzeichen, Rettungsschwimmabzeichen in Bronze
    Meine kommerziellen Softwareprodukte SATlive und LevelCheck

  • Ich würde ja einfach zwischen allen wichtigen Punkten mehrere Netzwerkleitungen ziehen. Dann kann man das auch mal flexibel umgestelten. Die Subsnakes würde ich analog machen und die DL32 als Patchfeld neben die Bühne stellen.

    Wie hast du dir die DAU-Lösung vorgestellt? Die braucht ja auch vom Saal aus bedienbare Zuspieler, oder nicht? Muss das Hausmeister-Kompatibel sein? Wie sollen da die Schnittstellen zu Mikrofonen und Amps aussehen? Oder sollt da mit vom X32-Universum bedient werden?

  • Wenn man die analogen Kabel nicht direkt auf die AES50-Stagebox lötet🥳 hat man doch schon ein Steckfeld😉 oder soll’s noch flexibler werden?

    Naja, wie mans nimmt. Ich dachte eher daran mehr Kanäle von den AKs zu haben, als die Stagebox Kanäle hat. Dann finde ich das über ein adäquates Steckfeld schon deutlich schicker als ein paar dünne Kabel im Gestell herumbaumeln zu haben. Gerade in dem Schulkontext finde ich das vorteilhaft, mal abgesehen davon, dass ich direktes Stecken der Subsnakes in einer Festinstallation schon allein mechanisch nicht für sinnvoll halte.


    Zu deinem Vorschlag mit dem zentralen Wandler-Rack: Die analogen Leitungen vom Zentral-Rack zu den einzelnen Anschlusspunkten will ich mit dieser Lösung gern vermeiden um Kosten zu sparen. Man könnte natürlich eine weitere Stagebox in das Endstufen-Rack schrauben, aber da es nur um 4 Monitorwege und die Stereo-PA geht, finde ich das auch nicht so sinnvoll (vier Leitungen liegen dort auch schon, nur 2 müssten noch ergänzt werden). Außerdem könnte man so gegebenenfalls recht einfach ein Fremd-FOH auf die Anlage legen.

    Aber wenn ich dich richtige verstehe geht es doch um 3 Anschlusskästen. Wenn du die alle mit DL16 ausstattest, bist du doch nicht billiger als mit analogen Leitungen? Die vor allem mit Fremd-Equipment auch spielen. Bei Dante würde ich das jetzt nicht so kritisch sehen, aber mit AES50 geht ja quasi nur Behringer. Als zentrale Stagebox würde ich dann einfach eure eh schon vorhandene DL32 nehmen. Dann musst du im Prinzip nur ein paar analoge Leitungen ziehen.

    Für Fremd-FOH würde ich den Vorschlag von floger aufgreifen und in dem Zuge einfach ein paar CAT-Leitungen mitziehen. Dafür auch ein Patchfeld am Zentral-Rack.

  • floger Subsnakes in analoger Ausführung könnte man machen, aber worin läge der Vorteil? Lieber ein paar Netzwerkkabel mehr als zu wenig ist ein guter Tipp.


    An der DAU-Lösung arbeite ich noch 8o Soll aber in meiner Vorstellung vom X32-Universum bedient werden. Der Hausmeister gehört definitiv nicht zur DAU-Gruppe und für die meisten Veranstaltungen haben wir ja unsere AG Veranstaltungstechnik. Da macht das dann eben ein Mitglied der AG (bei einfachen Einsätzen gern auch mal ein Sechstklässler).


    Bislang haben wir dafür ja ein 16-Kanal-Analogpult und ein Kabel mit Miniklinken-Kabel zum Anschluss von Handys und Notebooks. CDs benutzt kaum noch jemand, Tapedeck und MD-Player sind antik. Ein einfacher Bluetooth-Adapter für Zuspieler wäre eine einfache Lösung.


    Mit einem X32(R) am FOH hat man schon mal den Vorteil, dass man Kanäle beschriften kann, das hilft dem nicht ganz so dummen User schon mal ein wenig. Für noch dümmere stelle ich mir ein Mixing-Station-Setup vor, bei dem nur das Rednermikrofon und der Zuspieler auftauchen (oder so ähnlich).


    Wie man an einer Schule allerdings eine Tablet-Bedienung sicherstellen soll (und vor allem das Tablet sichern soll), das muss ich mir auch noch überlegen. Vielleicht ein Schließfach in einem abgeschlossenen Raum.

  • Subsnakes in analoger Ausführung könnte man machen, aber worin läge der Vorteil?

    Der Vorteil ist, dass du analog flexibler bist. Wenn du überall AES50 Stageboxen verteilst, dann kann das mit der Kanalverteilung etwas unübersichtlich werden. Zugegebenermaßen, ist das Problem mit den User-Patches etwas entschärft.

    Den echten Vorteil, den du mit DANTE hättest, dass du dir halt einfach überall kleine Stageboxen hinstellst, hier und da nur nen Stereo-Dongel einsteckst, und das ganze über einen zentralen Switch laufen lässt, der ergibt sich mit AES50 halt nicht. Da musst du immer alles hintereinander hängen und aufpassen, dass du damit nicht über die 48 Kanäle kommst. Und wehe du braucht irgenwo noch ein zwei Kanäle mehr, dann ziehst du eh wieder analoge Strippen über die Bühne.

  • Maschendrahtzaun: Analoge Kabel sind schon ein ganz schöner Kostenpunkt. Jede Leitung hätte rund 20m Länge (x32 = 640m). Dazu kommt der Aufwand für die Installation - und das ist finanziell auch nicht gerade ohne.


    Analoge Leitungen spielen eher schlecht mit Fremdequipment, wenn sie in einen Technik-Raum hinter der Bühne führen. Ein Fremdsystem bringt seine eigene Stageboxen mit, nur die PA und das Monitor-System könnten interessant sein. Eine CAT-Leitung (oder zwei) von der Bühne zum FOH wird liegen.


    Die drei DL-16 sollen mehrere Anwendungsfälle abdecken:

    • Bei "Sprechveranstaltungen" brauchen wir Anschlüsse an der Bühnenvorderkante. Für die Bigband brauchen wir rund 32 Kanäle auf der Bühne. Das geht mit 2x DL16 oder 1x DL32.
    • Zusätzlich zur Bigband sollen bei Konzerten für den Chor noch Handmikrofone für je 2-3 Sänger genutzt werden (nicht zusammen mit der Bigband). Mit drei Stageboxen kann ich die jeweils benötigten Kanäle nutzen, ohne physisch irgendwas umstecken zu müssen.
  • Der Vorteil ist, dass du analog flexibler bist. Wenn du überall AES50 Stageboxen verteilst, dann kann das mit der Kanalverteilung etwas unübersichtlich werden. Zugegebenermaßen, ist das Problem mit den User-Patches etwas entschärft.

    Den echten Vorteil, den du mit DANTE hättest, dass du dir halt einfach überall kleine Stageboxen hinstellst, hier und da nur nen Stereo-Dongel einsteckst, und das ganze über einen zentralen Switch laufen lässt, der ergibt sich mit AES50 halt nicht. Da musst du immer alles hintereinander hängen und aufpassen, dass du damit nicht über die 48 Kanäle kommst. Und wehe du braucht irgenwo noch ein zwei Kanäle mehr, dann ziehst du eh wieder analoge Strippen über die Bühne.

    Für größere Veranstaltungen gibt es immer einen vorbereiteten Kanalplan. Da gibt's dann eben Stageboxen A, B und C - das finde ich gar nicht schlecht-


    Bei Dante sehe ich den Vorteil, den du beschreibst. Aber anscheinend ist das vor allem in deutlich komplexeren Setups von Vorteil. Und bei 48 Kanälen ist an einer Schule dann eben Schluss.


    Theoretisch reizt mich auch das Behringer Wing als FOH. Das wäre sicher die leistungsfähigere Lösung - und das Pult kann alle 48 Kanäle auch gleichzeitig verarbeiten. Aber das User-Interface der Konsole halte ich für nicht so intuitiv wie das Interface des (teureren) M32, welches noch etwas mehr einem "traditionellen" Layout ähnelt.

  • Hanseat

    Aber da ziehst du ja auch keine Einzelkabel. Zu jedem Anschlusskasten kommt einfach z.B. ein 12 Kanal Multicore, das kostet dich vielleicht 10€/m. Da bist du bei 20m bei 200€. Plus Stecker auf beiden Seiten sagen wir mal nochmal 100€. Das ist immer noch weniger als die Hälfte der DL16. Und bei mehr Kanälen bist du immer noch günstiger. Den Installationsaufwand hast du auch, wenn du CAT-Kabel ziehst. Das ist vielleicht etwas schneller aufgecrimpt, aber das macht in dem Fall den Braten doch auch nicht fett.


    Wenn die CAT-Leitung Bühne<->FOH doch liegt und der Fremd-FOH eigene Stageboxen mitbringt - wieso sind dann die analogen Leitungen nachteilig? Die Fremd-Stagebox kann doch auch einfach in eurem Technik-Raum stehen und sich von da die nötigen Leitungen patchen, wenn er die denn mitbenutzen möchte.


    Versteh mich nicht falsch, das wird wohl alles funktionieren mit den DL16, aber du bist dann natürlich schon eingeschränkt in Sachen Kanalstruktur und auch auf die AES50 Installation.

  • Rechne dein Beispiel mal für 48 Kanäle... und natürlich braucht es vernünftige Stageboxen und nicht einfach nur "Stecker". Das Ganze muss auch jemand konfektionieren und verlegen; reine Materialkosten sagen da wenig aus. Schließlich bleibt dann aber noch die Frage, wohin denn deine analogen Leitungen von der Bühne dann führen sollen... sie enden dann ja doch noch in einer digitalen Stagebox!


    In meinem Beispiel gibt es dagegen nur die Stageboxen + ein paar vernünftige CAT-Kabel.


    Wenn eure Bedenken sich vor allem auf die Begrenzung auf 48 Inputs beziehen (und die Abgeschlossenheit des Systems), dann kann ich damit leben - im Wissen, dass ich ausgangsseitig gegebenenfalls noch eine Dante-Karte ergänzen und damit das Tonstudio sinnvoll anbinden kann.

  • Also ich sehe da wirklich das Problem nicht. Dann rechnen wir halt mit 24 Kanälen pro Abgang. 20€/m, 4€ pro Einbaubuchse, dann bist du bei knapp 400€. Die Abgänge lässt du dir direkt in die Bühne bauen, in deinem Patch-Rack liegt alles auf einer 19“ Blende. Auch das kostet nicht die Welt.

    Dazu kommt natürlich Konfektionierung und Installation, aber die hast du doch bei deiner Lösung auch. Die DL16 soll versenkt eingebaut werden, die braucht dann auch noch Strom und CAT-Leitungen. Das läuft doch auf den gleichen Arbeitsaufwand hinaus, insofern finde ich den Materialkostenvergleich schon angebracht.

    Ich war jetzt davon ausgegangen, dass ihr dann einfach die eh schon vorhandene DL32 nutzt.


    Meine Bedenken liegen da eher nicht auf den 48 Kanälen, sondern darauf, dass AES50 in Sachen Routing einfach super unflexibel ist und sich meiner Ansicht nach einfach nicht für eine langfristige flexible Unterverteilung eignet.


    Für die Studio-Anbindung würde ich eher eine feste Leitung vom Studio zur Stagebox ziehen, wo du die Stagebox dann hart draufpatchen kannst. Dann hast du deine Gains auch in der Hand. An der Stelle spielt die Dante-Karte dann auch nicht mehr wirklich Vorteile aus.

  • Wie auch immer. Meine Erfahrung mit den Kosten für eine speziell konfektionierte Lösung und die Installation sind nicht ermutigend gewesen. Die vorhandene DL32 würde ich - wenn es sich machen lässt - gern im Studio lassen, dann kann die Bühne auch parallel zum Studio genutzt werden.


    Nun suche ich noch nach einem geeigneten Lautsprecher-Prozessor bzw. einer Endstufe mit entsprechendem DSP. Gern würde ich die Audioqualität gegenüber dem DXC-2496 steigern, möchte aber ungern auf den dynamischen EQ verzichten. Bislang habe ich da noch nichts passendes gefunden. Vielleicht hat dazu noch jemand einen guten Tipp?


    Nebenbei: Kann jemand Firmen aus dem Hamburger Raum nennen/empfehlen, die ein solches System installieren würden?

    • Hilfreichste Antwort

    Ich würde das mit AES50 wirklich in Betracht ziehen und gut durchdenken dann geht das schon.


    Vorteil 1: keiner muss sich wirklich mit dem Protokoll auskennen, Aufstecken, durchzählen fertig. Dante ist toll, aber eben auch nicht Plug and Play. Durch deine anderen threads hat man ja einen guten Eindruck was ihr da macht, ich glaube Dante hilft nicht wirklich.


    Vorteil 2: wenn ihr später doch zur Wing wechselt steht das AES System weiterhin zur Verfügung


    Vorteil 3: mit SD 8 und Midas DL Stageboxen stehen sowohl für kleine als auch für große Projekte viele Optionen an I/O offen, selbst ein Controller mit AES50 ist in der Zukunft nicht undenkbar da ja Lake auch zur Music Tribe gehört. Bis da hin gibt es ja noch AES/EBU um digital an einen Controller zu gehen.

    Privater Account mit meiner persönlichen Meinung.

    Sollte es ein Problem mit meiner Neutralität zu einem Thema geben mache ich das im Beitrag kenntlich. :thumbup:

    http://www.noon.ruhr


    Application Support Engineer - HK Audio

  • Du bist Lehrer an der Schule.

    Selber ändern darfst Du laut Hausmeister nichts.

    Die Beauftragung solcher Arbeiten läuft über „Schulbau Hamburg“ richtig?

    Entwickelst Du jetzt die Ausschreibung dafür?

    Gibt es ein Budget für die Nummer?


    Ich würde Dir raten einen örtlichen Tontechnischen Dienstleister zu einer bezahlten Beratung einzuladen. Das sollte vorher natürlich mit Schulbau Hamburg abgeklärt werden, da die aber scheinbar keine Ahnung von der Materie haben ist das ja in Ihrem Interesse.


    Und ja diese Dienstleistung darf ruhig Geld kosten.

    Wenn Du Glück hast bekommst du danach von einem Fachmann vor Ort Unterstützung.


    Ich wünsche viel Erfolg

  • Ich finde die Idee mit vielen kleinen Stageboxen ja auch nett. Man muss sich halt über die Nachteile von AES50 im klaren sein. Da hätte Dante schon deutliche Vorteile. Allerdings würde ich das dann nicht mit dem X32 machen wollen. Ich stand auch schon vor der Überlegung mir ne SD8 zu kaufen. Ist dann ein analoges Subsnake geworden.

    Wenn ein AES50 Ring aber für deine Anwendung passt ist es ja ok.