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Enttäuschender Sound trotz ordentlicher Komponenten

  • transporterd
  • 15. Juni 2026 um 09:49
  • transporterd
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    • 15. Juni 2026 um 09:49
    • #1

    Hallo zusammen,

    in unserem Pfingsturlaub in Italien gabs auf dem kleinen, feinen Campingplatz mal einen Partyabend mit DJ.

    Der hat nur Vinyl aufgelegt und kam mit eigener 2.1 Anlage.

    Das waren pro Seite 2 winzige RCF Line Array Schnitze auf Stativ (wohl HDL-6) und

    mittig 1 kompakter Subwoofer ohne Label, im Rack steckten aber 2 Coda Systemendstufen, wahrscheinlich wars also ein Coda.

    Es galt ca. 30 Tanzende und 70 Sitzende mit 70er, 80er, 90er Dancefloor auf der Seeterasse zu Bespaßen,
    mit wirklich sehr moderatem Pegel.

    Dabei ist vor allem die weitgehende Abwesenheit von Grundton und Tiefmitten aufgefallen. Unten Bumm und oben Zisch, dazwischen nicht viel.

    Klirrfaktor war sehr zivil, aber es klang trotzdem nicht gut.

    Das hätte doch mit jeder ordentlichen 12"/1,4" Box ausgewogener geklungen, oder?

    Was fängt man eigentlich mit so kleinen Line Array Schnitzen am sinnvollsten an?

  • Online
    MBelle
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    • 15. Juni 2026 um 10:02
    • #2

    Bei Linearrays kommt es zu den Tiefen hin zu einem sog. Coupling (Addition aller Module zu tiefen Frequenzen aufgrund der Größe der Wellenlänge).

    Je mehr Module, desto mehr Coupling-effekt, also mehr Tiefen.

    Einige aktive Linearrays sind auf eine gewisse Anzahl an Modulen vorentzerrt. Bei den RCF könnte das vielleicht bei 6 Modulen sein.

    2 Module sind keine wirklich sinnvolle Anzahl, daher könnte es hier zu dünn klingen, draußen ist der Effekt aufgrund fehlender Reflexionsflächen noch stärker.

    Man kann bis gewissen Pegeln da mit EQ bei helfen, allerdings müsste man dafür die Tools und/oder das entsprechende Gehör haben.

  • zegi
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    • 15. Juni 2026 um 10:30
    • #3

    Bei der Beschreibung des Setups gibt es viele Möglichkeiten für die Ursache. Ein paar Ideen:

    - Plattenspieler: Wenn der Plattenspieler nicht optimal eingestellt ist, kann der Sound auch schonmal dünn klingen. Hier ist man imho mit digitalen Tonträgern besser dran (hochwertige MP3, Wave, CD), weil die weniger kritisch sind.

    - zusammengewürfeltes System: Wenn man einfach wahllos "gute" Komponenten zusammenhängt, muss am Ende nicht etwas brauchbares rauskommen.

    - falsche DSP Settings: Sogar wenn alle Komponenten auf dem Papier zusammen funktionieren können, hat der User oftmals noch die Möglichkeit, am DSP alles zu verkacken.

    - Systemkomponenten falsch eingesetzt: ein "LINE Array" hat das charakteristische Merkmal im Namen. Es soll eine Linie bilden (auch Banane oder Array genannt), die das System erst dazu befähigt, seine Eigenschaften wirkungsvoll zu entfalten. Dazu gibt es bei den Endstufen oder auch bei den Modulen idR. eine Möglichkeit, die Länge der Banane zu bestimmen, was sich auch auf die Abstimmung auswirkt, da die Länge der Banane die akustischen Eigenschaften stark beeinflusst.


    Aufgrund der Beschreibung könnte es aber auch ein Top aus der TT Serie gewesen sein (z.B. das TT052A), das natürlich auch standalone nicht viel Sinn macht für DJ-Beschallung.

    Zu den konkreten Fragen

    1. Was macht man mit so kleinen Schnitzen? Mit der nötigen Anzahl sind die gut für kleinere Geschichten, wo es halt noch nicht das Mega-Array mit über 100kg pro Element braucht. Das könnte z.B. Sprache, Kleinkunst oder auch ein Konzert mit 500 Personen sein, wenn pro Seite z.B. 6-8 Elemente hängen und die entsprechende Menge an Subwoofern / Fills vorhanden ist.

    Einzelne Schnitze kann man als Frontfill (an der Bühnenkante liegend oder auf einem Subwoofer) benutzen, vielleicht gibt es auch einmal eine Anwendung als Delay für eine eng begrenzte Zone.

    2. Wäre dort eine gute 12"/HT Box besser gewesen? Ich denke ein Paar RCF Art 912-AX hätte zufriedenstellend funktioniert. Für "macht Spass" hätte man noch 2x Art 8004AS dazustellen können. Wäre für "DJ" sicher die bessere Wahl gewesen.

    Der Ton macht die Musik.

  • yamaha4711
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    • 15. Juni 2026 um 10:56
    • #4

    a fool with a tool is still a fool. so einfach ist das.

    ich tippe mal auf vorkorkste einstellung aufgrund der dj hörgewohnheit, dass das bumm-zisch machen muss. typische badewann. da kann das material gar nix für. findet man auch so auf zig heimischen stadtfesten, dass da wirklich gutes material steht aber klingen tut es wie karl und friedrich.

    was die schnitze angeht.

    es geht doch meines wissensstandes nach darum, dass sich eine zylinderwelle ausbildet (so von wegen -3dB und nicht -6dB). das geht aber erst wenn genügend schnitze untereinander hängen. netter nebeneffekt ist eben die kopplung der tief-mitten. je länger die line, desto tiefer koppelt das und damit erreich man eben reichtweite. für die genannte anwendung brauchts eher keine reichweite oder zylinderwelle, demnach hätte da auch ein schnitz gereicht. allerdings zeigt das ja, dass da wenig knowhow an der basis ist, denn sonst hätte man da wohl eher direktstrahler für den job hingestellt.

    Laut heisst nicht immer gleich gut und toll und wer schreit ist meist im Unrecht.

  • robert müller
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    • 15. Juni 2026 um 11:05
    • #5

    Ein einzelnes Schnitz reicht in der Regel für gar nix, weil die vertikale Abdeckung zu gering ist.
    Ausnahme: Front Fill an der Bühnenkante bei sitzendem Publikum. Da ist der vertikal abzudeckende Winkel eng genug bzw. es ist sogar von Vorteil, wenn das Fill nicht zu weit nach unten und oben wegschießt.

  • marce
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    • 15. Juni 2026 um 11:18
    • #6

    Das Hauptproblem ist ein ganz anderes:

    Wenn wir uns die Situation anschauen:

    • entspannt,
    • Spaß,
    • Seeterasse,
    • Urlaub,
    • Italien,
    • moderater Pegel

    hatte der TE nur das Problem, dass er vermutlich einfach ein Glas Wein zu wenig vor sich auf dem Tisch stehen hatte und dadurch von allem, was in der Zeit wichtiger war als "perfekter Sound des DJ" abgelenkt war und sich deswegen im was gekümmert hat, was in der Situation sowas von egal ist, von keinem hinterher geändert werden kann und auch zu dem Zeitpunkt keinen so interessiert hat, das es evtl. zukünftig geändert werden wird.

    Wir können aber gern, wenn wir die Adresse bekommen, die PA-Foren-Sound-Polizei vorbei schicken, die sich das Drama vor Ort dann bei einem guten Essen und einem passenden Glas Wein oder alternativen Gedränken anschaut und ggf. dann weitere fachlich qualifizierte Postings dazu hier veröffentlichen wird.

  • 4Art
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    • 15. Juni 2026 um 11:29
    • #7

    Sound-Polizei? Da war doch mal was :P

  • transporterd
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    • 15. Juni 2026 um 11:52
    • #8

    Hallo zusammen,

    vielen Dank für das zahlreiche Feedback !

    marce:

    Dass ich ein Glas Wein zu wenig habe, kommt bei mir öfters mal vor... ;) tut der Stimmung in der Regel aber keine Abbruch.

    Der DJ hatte die gleiche Luxus Situation, viel Zeit und Platz zum aufbauen,

    kein Stress, perfektes Wetter, beste Verpflegung.

    Also eine Situation in der die Meisten hier dann ein bisschen Zeit für ein gutes Ergebnis nutzen würden.

    robert müller:

    Kann ich bestätigen, mit den 2 Schnitzen auf Stativ war die vertikale Abdeckung gerade eben so ausreichend.

    @Yamaha 4711:

    "a fool with a tool is still a fool",

    das Beschreibt den DJ ganz gut, nicht nur beim Sound, auch beim immer mal wieder schlagartigen Leeren der Tanzfläche. :)

    zegi:

    Danke für deine detaillierte Einschätzung!
    der Sub war ja vorhanden und hat seinen Job gemacht.

    MBelle:

    Da kann man nur vermuten, dass RCF in den Presets den Betrieb von nur 2 Schnitzen nicht vorgesehen hat, oder der "Fool with a tool" das falsche Preset verwendet hat.
    4 6-Zöller scheinen open air definitiv nicht effizient zu koppeln...

    Grüße Jochen

  • transporterd
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    • 15. Juni 2026 um 11:54
    • #9
    Zitat von marce

    Das Hauptproblem ist ein ganz anderes:

    Wenn wir uns die Situation anschauen:

    • entspannt,
    • Spaß,
    • Seeterasse,
    • Urlaub,
    • Italien,
    • moderater Pegel

    hatte der TE nur das Problem, dass er vermutlich einfach ein Glas Wein zu wenig vor sich auf dem Tisch stehen hatte und dadurch von allem, was in der Zeit wichtiger war als "perfekter Sound des DJ" abgelenkt war und sich deswegen im was gekümmert hat, was in der Situation sowas von egal ist, von keinem hinterher geändert werden kann und auch zu dem Zeitpunkt keinen so interessiert hat, das es evtl. zukünftig geändert werden wird.

    Wir können aber gern, wenn wir die Adresse bekommen, die PA-Foren-Sound-Polizei vorbei schicken, die sich das Drama vor Ort dann bei einem guten Essen und einem passenden Glas Wein oder alternativen Gedränken anschaut und ggf. dann weitere fachlich qualifizierte Postings dazu hier veröffentlichen wird.

    Ich glaube der DJ Alex kommt einmal im Monat zum Camping Bergamini...

    Seeterasse mit Infinity Pool kann ich nur empfehlen, auch oder gerade ohne DJ...

  • marce
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    • 15. Juni 2026 um 12:31
    • #10
    Zitat von transporterd

    Seeterasse mit Infinity Pool kann ich nur empfehlen, auch oder gerade ohne DJ...

    ich finde immer weniger Gründe, mich auf den Sound des DJs zu konzentrieren :)

  • Online
    Jürgen Klingel
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    • 15. Juni 2026 um 14:34
    • #11

    Zwei Schnitze sind halt nicht das, was man sich für so einen Job wünscht...

    Trotzdem steht es jedem DJ frei, seine Ohren für das zu öffnen, was aus der PA vorne rausschallt.

    Wer dann nicht taub, oder völlig verplant ist, kann mittels sinnvollem Eingriff an EQ oder DSP noch was rausholen.

    Die Grenzen sind letztendlich:

    - Leistungsfähigkeit der Anlage

    - Hörvermögen (und persönliche "Loudnesskurve) des DeeJott

    - dessen Anspruch an Wiedergabequalität allgemein

    - Wünsche des Auftraggebers ("Bumm-Zisch" reicht, die Tanzfläche braucht Rhythmus - der Rest will sich unterhalten

    - "künstlerische Freiheit" des Vinyl-Akrobaten

    usw. ;)

    Lieber mit Röhre geampt, als in Selbige geschaut!

  • steffenr
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    • 15. Juni 2026 um 15:07
    • #12
    Zitat von 4Art

    Sound-Polizei? Da war doch mal was

    Gibts die noch?

  • MRspeaker
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    • 15. Juni 2026 um 16:13
    • #13

    Fassen wir zusammen

    wir haben jemanden der sich über den Sound von jemand anderem beschwert, null weiß was an Material eingesetzt wurde, und die Beschreibung des Materials deutet darauf hin, das der, der sich beschwert nicht weiß was da steht und der der es nutzt nicht weiß was und wie er es nutzt....

    Aber wir sollen jetzt sagen, warum es schlecht klingt?

    Coda Audio Systemendstufen haben feste Presets für Hauseigene Lautsprecher. Es gibt keine Möglichkeit fremde Systeme einzubinden, ausser über ein "Clear-Preset" und einem Behelf aus üblichen EQ-Parametern. Man kann also keine Flankensteilheit für ein Crossover oder Limiter Werte definieren.

    Nutzt der Anwender also Bass und Tops anderer Marken, passt da erstmal garnichts.

    Das HDL6 ist zudem ein Aktiv-Array- hat also auch nichts mit den genannten Coda Endstufen zu tun.

    Unterm Strich:

    Bitte die Adresse von dem Campingplatz geben damit andere User gewarnt sind.


    Zu der Frage was man mit kleinen Schnitzeln anfängt:

    Kann man essen...

    Sinnvoll eingesetzte Ton-Schnitzel machen das was sie sollen, im Rahmen Ihrer Möglichkeiten einen guten Sound in der Umgebung in der Sie eingeplant werden.

    http://www.audio2.eu
    Sommercable Gewerbe-Händler, Kabelkonfektion

  • TomyN
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    • 15. Juni 2026 um 17:39
    • #14

    SIM II Operator und Dante Level I-II-III (Dante sogar dreimal :)
    Jugendschwimmabzeichen, Rettungsschwimmabzeichen in Bronze
    Meine kommerziellen Softwareprodukte SATlive und LevelCheck

  • marce
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    • 16. Juni 2026 um 16:27
    • #15

    was ist bei mir schief gelaufen, dass ich seit ca. 40 Jahren 60 Jahre alt bin? :)

  • secluded
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    • 16. Juni 2026 um 16:59
    • #16

    ...ja, wie war denn nun das Essen und der Wein auf der Seeterrasse ?

    "geht nicht" ? - gibt's nicht !

    ...ja, das war schon immer mein Avatar :evil:

    "Mit der Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens" (Friedrich Schiller, "Jungfrau von Orleans" )

  • duplobaustein
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    • 16. Juni 2026 um 17:14
    • #17

    Ich betreue fallweise ein Soul Clubbing mit Vinyl DJs. Da kommen oft DJs mit Erstpressungen daher, die ziemlich exakt so klingen, wie oben beschrieben, einfach nur Kacke. Eine Wohltat, wenn dann danach einer mit aktuellen Platten auflegt. Da sollte man seine Erstpressung besser zu Hause an die Wand hängen. ;)

    Weiters ist es auch erschreckend, wie viele DJs ihre DJ Mischer einstellen und verwenden. Kanal Input vollgas auf Dauerclip und Master dafür auf 30%. Da kommt dann bei mir ein Weltklasse Signal an. EQs auch oft dementsprechend kompetent eingestellt.

    Fazit: die oben erwähnte PA, so wie unsere Meyer geben perfekt und linear das wider, was die schicken. Shit in, shit out. ;)

    Disclaimer: das gilt selbstverständlich nicht für alle DJs, da gibts auch super professionelle Menschen, die wissen, was sie tun.

    music is the best - Zappa

  • hell&dunkel
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    • 16. Juni 2026 um 17:42
    • #18

    Schön, ein "der Sound war Mist"- Thread aus Besuchersicht unter "Boxen & Amps" im Forumsteil für die großen Spielkinder. Das sind die Lieblingsthreads meines Mitmoderators guma. Ganz sicher.

    Hier befindet sich i.d.R. die Signatur

  • steffenr
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    • 16. Juni 2026 um 17:56
    • #19
    Zitat von hell&dunkel

    Das sind die Lieblingsthreads meines Mitmoderators guma. Ganz sicher.

    Er hat aber noch nichts dagegen unternommen.

    Zitat von duplobaustein

    Weiters ist es auch erschreckend, wie viele DJs ihre DJ Mischer einstellen und verwenden.

    Ich erschrecke immer dann, wenn es am DJ-Pult nicht clippt und alles linear ist. Das ist man einfach nicht gewohnt.

  • 4Art
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    • 16. Juni 2026 um 18:31
    • #20
    Zitat von marce

    was ist bei mir schief gelaufen, dass ich seit ca. 40 Jahren 60 Jahre alt bin? :)

    Willkommen bei mir im Seniorenzentrum! Was können wir Gutes für Dich tun?

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