Insolvenz durch COVID 19

  • Kenne auch einige, die außerhalb der Branche die Brötchen verdienen. Ob die später mal wieder kommen? Wissen sie selbst nicht. Und wenn sie zurückkommen: Wann? ASAP?


    Meine optimistische Vermutung:

    • Wir werden in Deutschland noch bis Mitte März auf der Stelle treten bzw. kaum voran kommen.
    • Dann werden wir Fahrt in die Impfungen bekommen und ab Juli/August haben wir keine Herdenimmunität aber eine Perspektive.
    • Kleinere Events werden ab August/September möglich, mit entsprechenden Auflagen.
    • Da Menschen und Unternehmen in dem Land Geld verloren haben, wird auch zunächst weniger Geld für Events verfügbar sein. Diejenigen die sparen konnten, werden das Geld in der weiterhin unsicheren Situation sicherlich nicht direkt wieder ausgeben.
    • Das resultiert in geringen Mieterträgen und geringen Tagessätzen für die Veranstaltungsbranche.
    • Es wird ab Q2/2022 wieder halbwegs "normale" Events geben.
    • Die Branche wird einige Unternehmen verlieren.
    • Einiges an Material wird neue Eigentümer bekommen.
    • Es wird weniger Kleinunternehmen geben, da die Risikobereitschaft zur Selbstständigkeit nachlässt.
    • Die Lücke wird von mittleren/größeren Veranstaltungstechnikunternehmen gefüllt.
    • Ob es mehr Festanstellungen geben wird? Ich bin mir unsicher. Ich tippe mal auf "Ja". Aber die Festangestellten werden die "Sicherheit" mit geringerem Einkommen bezahlen müssen.

    </GlasKugelOff>

  • Seven stimme ich (fast) zu.

    Wir werden diesen Sommer wieder spielen - mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit wieder mit Corona-Spielplan und den in der Veranstaltung bekannten Einschränkungen (wir haben 2020 insgesamt fast 70 Veranstaltungen in 8 Wochen unter Corona recht reibungsfrei hinbekommen, und haben viel Erfahrung gesammelt für die diesjährig kommende Spielzeit im Sommer).

    Diesesmal (diese Jahr) gibt's für durch öffentliche Gelder bezuschußte Kulturstätten in BaWü die Vorgabe, daß Zuschüsse zurückgezahlt werden müssen, wenn das Kulturangebot massiv eingestrichen wird, oder sogar komplett ausfällt.


    sec

    "geht nicht" ? - gibt's nicht !

    ...ja, das war schon immer mein Avatar :evil:

  • Mir flatterte jetzt ein Brief vom Finanzamt ins Haus. Bisher war ich Umsatzsteuermonatszahler. Aufgrund der Entwicklung im Jahr 2020 (paar Jobs und Investment im Frühjahr, dann quasi tot) sind wir nun Jahreszahler, also erst Ende 2021 ne SteuerErklärung und dann alles auf einmal.


    Natürlich ist die Gesetzeslage so, aber wirklich sinnvoll scheint mir das in einem Corona Jahr nicht zu sein. Mal unterstellt dass es wieder losgeht (anderes Thema, sehe ich derzeit auch nicht) werden voraussichtlich auch wieder entsprechende Umsätze gefahren. Insbesondere bei größeren Buden sind das ja dann schnell ein paar tausend Oder auch ein paar Millionen Euro im Monat, die der Staat dann erst viel später (oder bei manchen evtl garnicht) bekommt.

    Ich glaube da müsste mal dringend jemand das USt-Recht für dieses Jahr etwas verbiegen, notfalls mit BMF-Schreiben den Anwendubgserlass korrigieren.


    Nicht dass ich ein großer Fan monatlicher USt-Zahlungen wäre, aber 12 Monate garnix finde ich dann schon krass...


    Bleibt gesund!

  • Mal unterstellt dass es wieder losgeht (anderes Thema, sehe ich derzeit auch nicht) werden voraussichtlich auch wieder entsprechende Umsätze gefahren. Insbesondere bei größeren Buden sind das ja dann schnell ein paar tausend Oder auch ein paar Millionen Euro im Monat, die der Staat dann erst viel später (oder bei manchen evtl garnicht) bekommt.

    ...das mit dem "Garnicht bekommen" würde ich beim Staat eher ausschliessen. Das FA stellt sich gerne ziemlich weit vorne an, wenn es um Schuldnerausquetschen geht...

    Und ich glaube, bei den aktuellen monetären Verwerfungen durch Corona kommt es auf die 6-12 Monate verspätete Einnahmen beim Staat nicht an.

    Falls es zum Sommer 21 partikulär los geht, stellt sich die Problematik ja auch nur eingeschränkt - wenn Umsätze gefahren werden, wird das FA schon dafür Sorge tragen, daß auch du wieder monatlich USt. entrichtest.

  • "...wird das FA schon dafür Sorge tragen, daß auch du wieder monatlich USt. entrichtest."


    Das wird aber erst was werden, wenn die USt Erklärung 2021 dem Amt vorliegt oder aber dort geschätzt wird, also im Zweifel erst 2023...

  • Ich glaube nicht, dass wir gross etwas tun können. Mir fällt auch auf, dass fast nie von der Veranstaltungsbranche gesprochen wird, wenn es um die Nöte der Unternehmen geht. Da sind primär die Restaurants und Bars im Gespräch.


    Aber dafür profitieren Unternehmen von Staatshilfen, die Dividenden ausbezahlt haben. :cursing:

  • In der Schweiz sieht es für einige inzwischen sehr dramatisch aus:


    https://www.20min.ch/story/ich…nmelden-kann-155169809782


    Mich trifft es jetzt auch persönlich. Mein Partner, bei dem ich gelegentlich zumiete macht dicht.

    Tja: Wir haben auch noch kaum Reserven. In wenigen Monaten kannst Du bei uns Wedges aussuchen kommen. Die gibts dann vom Konkursamt sehr günstig :(. Ausser Du kaufst gleich die ganze Firma, Zegi. Wir sind für alles offen!

  • Tja: Wir haben auch noch kaum Reserven. In wenigen Monaten kannst Du bei uns Wedges aussuchen kommen. Die gibts dann vom Konkursamt sehr günstig :(. Ausser Du kaufst gleich die ganze Firma, Zegi. Wir sind für alles offen!

    Ich hoffe nicht, dass es soweit kommen muss! Ich habe zwar das Glück, dass ich noch ein zweites Standbein habe, aber Reserven habe ich auch längst keine mehr.


    Derzeit konzentriert sich meine ganz Hoffnung darauf, dass nach der Zwangspause wieder das grosse Bedürfnis nach Events da sein wird. Wenn das dann nur langsam wieder kommt, wirds nochmals enger...

  • Ich glaube nicht, dass wir gross etwas tun können. Mir fällt auch auf, dass fast nie von der Veranstaltungsbranche gesprochen wird, wenn es um die Nöte der Unternehmen geht. Da sind primär die Restaurants und Bars im Gespräch.


    Aber dafür profitieren Unternehmen von Staatshilfen, die Dividenden ausbezahlt haben. :cursing:

    Ehrlich gesagt habe ich seit März die Berichterstattung über die Eventbranche z.B. seitens der SRG als sehr ambitioniert empfunden - das kenne ich aus meinem Herkunftsland durchaus anders.

    Alleine die Aufarbeitung vom Kassensturz bzgl. der Rechengrundlage für die EO war für viele Gold wert.


    Was die Politik letzten Endes wieder daraus macht ist etwas anderes. Und dass das Gesetz zur Mietreduktion wieder gekippt wurde, ist natürlich für sehr viele ein Schlag ins Gesicht gewesen.

    Was sich aber definitiv nicht lohnt, ist wenn Branchen wie Gastro, Tourismus, Detailhandel und Event gegeneinander wettern.

  • Hi,

    Du kannst auch gerne weiter monatliche USt Voranmeldungen abgeben, nur musst Du das nicht mehr. Ich muss(te) es erst seit einigen Jahren und finde das auch recht gut (der Belegberg hat dann nur ein Drittel der Höhe verglichen mit der Quartalsanmeldung) und werde es auch beibehalten.


    Im Übrigen habe ich am Sonntag die Novemberhilfe online beantragt, der Bescheid kam nach ca. 12 Stunden und das Geld 3 Tage später. Kann also nicht klagen..

    Tomy

  • Die neueste Bazooka soll abgefeuert werden: https://www.spiegel.de/wirtsch…38-44e3-914b-4ab20f6f3336

    Möglicherweise passt der Antrag dann ja auf einen Bierdeckel, also, wenn er denn da ist, wenn geklärt ist, was mit all denen passiert, die bereits zu anderen Bedingungen beantragt haben, wenn die erforderliche Software läuft, wenn die Steuerberater sich eingelesen haben... Am Ende spart Vater Staat dadurch vielleicht sogar noch, weil die Hälfte der Leute bereits die Hände gehoben hat bisses so weit ist.

    Ich fordere eine Kennzeichnungspflicht für Ironie im Internet!

    _____________________
    PM2 Veranstaltungstechnik
    Blankenauer Straße 61
    D-09113 Chemnitz


    Fon. 0371.5212820
    Fax. 0371.5612536

  • Vor der Wahl ist nach der Wahl...


    Eine Garantie das die Bedingungen nicht wieder heimlich geändert werden gibt niemand ab. Zu leichter Zugang zu Hilfen begünstigt den Betrug und da gibt es schon heute viel aufzuarbeiten.


    Die Insolvenz ist unvermeidlich wenn man das Problem nicht selbst erkennt und vorher Maßnahmen einleitet die eine Überschuldung verhindern. Der Ratschlag das Unternehmen abzuwickeln und wenn es der Markt wieder erlaubt neu zu gründen ist nicht so ganz falsch... Immerhin verbrennt man so nicht sein Eigenkapital weiter, so das eine Neugründung unmöglich wird.


    Weiter zu hoffen das die Politik das Problem löst würde ich nicht...

  • Jetzt abwickeln, solange das Material dir persönlich gehört und die GmbH nur als Mantel zur Vermietung deines Materials dient wäre sinnvoll. Jetzt abwickeln wenn das Mateiral der GmbH gehört wäre finanziell wohl ein krasser Verlust, wer soll dass das Zeug denn zu halbwegs sinnvollen Preisen kaufen? Dann ist für eine Neugründung erst recht kein Kapital mehr vorhanden, es sei denn, du hast privat so viel auf der hohen Kante, dass du das Material selbst aus der GmbH rauskaufen kannst.

    Was ist ist, was nicht ist ist möglich