I don't need that, 2.0

  • Morgens mails von 22:15h am Vorabend vorzufinden:

    "Ja, morgen ist ja das Konzert. Hier ist der Rider. Die Bands kommen um 17h"


    Ähm. lieber Kunde, du hast mir mein Angebot von vor 2 Monaten nie bestätigt??? Oder sonst irgendwie darauf reagiert?

    Biete: Zeitrafferaufnahmen, z.B. vom Konzert oder Bühnenaufbau
    zur Miete: TW Audio Sys One B30/T24, M15, Global 4 Punkt Truss, Le Maitre Trockeneisnebel, A&H GLD80, QU-24, ew100 1G8, Nexo PS10 + PS15
    aktuelle Gebrauchtgeräte

  • Morgens mails von 22:15h am Vorabend vorzufinden:

    "Ja, morgen ist ja das Konzert. Hier ist der Rider. Die Bands kommen um 17h"


    Ähm. lieber Kunde, du hast mir mein Angebot von vor 2 Monaten nie bestätigt??? Oder sonst irgendwie darauf reagiert?

    Was ist daraus geworden?

  • Tja, das es ein guter und langjähriger Kunde ist, habe ich meinen Tagesablauf "etwas" umgeplant - so fiel die PLS dann aus. Dazu kam aber auch, daß der Kunde die doch recht saftige Preiserhöhung aus meinem Angebot akzeptiert hat und ich dieses Jahr mehrere Folgetermine und auch Installationsaufträge habe .. trotzdem: IDNT

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  • IDN: „Festivals“ im Nachbarland

    1. Load-In und -Out über 1,50 hohe Rampen macht Sinn. Wenn nicht alle Bands mit Backline-Sprintern oder Bullis anreisen. So wie in diesem Fall. Das ganze Material über die steile Treppe hinter der Theke - kein Problem.

    2. Vorbereitungszonen machen Sinn. Doof nur wenn es keine gibt.

    3. Wenn man bei einer Director drei Topteile gerade nebeneinander stellt, kann das ohne Phasing mit elektronischer Trickserei bestimmt funktionieren. Ist aber unwahrscheinlich.

    4. Eine leere Midas Pro 1 ist kein Festivalpult.

    5. Der FoH-Betreuer weiss auch nicht, wo er die Effekte hingeroutet hat. Ok, dann halt ohne anfangen.

    6. Und mein definitiver Favorit - wenn der Moderator die Band ankündigt, das Zelt jubelt - und das alles VOR jedwedem Linecheck. Monitor wird auch überbewertet.



  • Da kann das Nachbarland nix für. Gibt's auch bei uns zu Hauf.

    Schuld wie immer:

    Der Vorgestern Mobil-Disco-gestern-Bühnenbau-heute-VT-Generalunternehmer. Der

    1. Stellt ein x-mal-y-Meter überdachtes TÜV geprüftes Standard-Bühnending ohne jegliche Voraussetzungen für Festival-Logistik auf den Acker.

    2. Hält Audio für einen Nebenschauplatz ( Was willst Du, macht doch laut?!!)

    3. hat irgendwann mal ein Digitalpult mit wichtigem Namen dazu gekauft und bucht einen noch wichtigeren Ton-Freelancer dazu, beide ohne Interesse dafür ob der den Gerät überhaupt bedienen kann.

    4. Weiß nicht, dass man für 80% aller Veranstalter den Ablaufplan mit schreiben muss.

    5. Denkt eigentlich nichts außer "Hauptsache Auftrag".


    (Ach so ja, für diese Sch... gibt's eigentlich keinen passenden Smiley)

  • ..... und bucht einen noch wichtigeren Ton-Freelancer dazu, beide ohne Interesse dafür ob der den Gerät überhaupt bedienen kann.

    Klassische Kombination aus Interesselosigkeit auf der einen Seite und selbstüberschätzender Ahnungslosigkeit auf der anderen, gepaart mit der eine will keins ausgeben und der andere braucht das Geld.

    Irgendwie habe ich das Gefühl, dass das gesamtgermanisch zunimmt.


    krank3.gif


    :)

  • ich glaube nicht, dass es zugenommen hat.

    aber ich glaube leider auch nicht, dass es jemals abnehmen wird.


    hierzu mein neuestes IDN, letztes wochenende.

    meine kollegen warnen mich schon vorher: "wer stellt da die anlage? oh gott, dann viel spaß - stell dich schonmal drauf ein, dass da irgendwas nicht funktionieren wird"

    - schon ende januar hatte ich den rider der band zum beschaller gesendet. damals wusste er noch gar nicht, dass er dort die anlage stellen wird.

    - das war einem monat später immer noch so...

    - im märz schrieb er mir, dass er die einzelheiten erstmal mit dem veranstalter klären müsste

    - im april schrieb er mir, dass er die nächsten tage bestimmt genauer weiß, worum es geht. er würde sich dann bei mir melden.

    - eine woche vorher habe ich dann versucht, direkt mit dem veranstalter kontakt aufzunehmen - da kam ebenfalls keine antwort

    - zwei tage vor dem Gig hatte ich dann ein telefonat mit dem bandleader. er: "wann ist denn soundcheck, wann sollen wir kommen?". ich: "weiß ich immer noch nicht, bisher habe ich null rückmeldung bekommen". er: "ok, dann muss ich auch mal den veranstalter kontaktieren". er hat ihm dann eine nette, aber auch eindringliche mail gesendet, in CC an mich.

    - einen tag vor dem gig ruft der beschaller bei mir an. offensichtlich hatte er unseren rider gar nicht gelesen, denn er wusste nicht wirklich worum es geht, bzw. was im rider stand. wir klärten dann die anzahl der monitorwege, ob es eine CAT leitung gibt und ob der FOH an einem sinnvollen platz stehen würde. er sagte: "es wird ein d&b linearray hängen, die wedges sind PS15 clone von KMT, pult ist ein Midas" ... "was für ein Midas?" ... "ein M32" ... "ok, wir bringen dann das eigene pult mit" ... "alles klar"


    - vor ort hing dann ein db technologies "linearray" aus vier tops pro seite, die so ausgerichtet waren, dass die tanzfläche möglichst nicht beschallt wurde (!!)

    - in der mitte lagen vier nachbauten von d&b bässen, die vor allem eines konnten: dröhnen!

    - die monitore hatten mit PS15 überhaupt nichts zu tun, das waren recht preisgünstige 12"er wedges von KME, mit einem deutlichen hang zu nöligem mittelton. und am keyboard und drumfill standen boxen, die komplett ohne beschriftung waren. offensichtlich eigenbau! (also auch hier mal wieder rider nicht beachtet)

    - das mischpult war übrigens ein Midas M32-R (!) ;-)

    - der FOH war ganz aussen an der zeltwand, dort wo es fast gar keine bassanteile mehr gab und wo man die rechte PA seite überhaupt nicht mehr hörte. ausserdem konnte ich den keyboarder nicht sehen, weil er von meinem sichtwinkel aus bereits hinter der deko stand!

    - das einzige was wirklich stimmte: es lag eine CAT leitung, die auch tatsächlich funktionierte. :-)


    am drumfill musste ich die bässe deutlich rausnehmen, weil der amp dieses weges ganz offensichtlich mit der wiedergabe der bassdrum überfordert war und die box deutlich hörbar krachte. aber nachdem ich die bässe rausgenommen hatte, lief es (der blick des drummers ging allerdings in richung "ich bin heute ein bisschen traurig").der soundcheck lief dann soweit ganz gut, bis auf die klanglichen mängel der PA und der monitore funktionierte alles.


    dann gab es die obligatorische eröffnung des festes mit fassanstich und plärrender, fast schmerzlich lauter durchsage über ein funkmikro des beschallers.

    als unsere band eine halbe stunde später anfing, kam sofort ein zeichen vom drummer: er hatte kein signal mehr auf seinem wedge!

    ich also auf die bühne gerannt, eine andere, freie box angeschlossen... kein signal.

    aha, die box scheint es also nicht zu sein. das ist schonmal doof.

    mittlerweile war auch der beschaller da und fragte was denn los sei. ich sagte: "das drummfill funktioniert nicht mehr"

    dann haben wir, während die band den ersten und zweiten song spielte (und der drummer fast nichts von der band hörte - reife leistung von ihm!) kabel abgezogen, neu gesteckt und dann auch ganz neue kabel von meinem stagerack zum monitoramp gesteckt. ich habe dann sogar im patching am pult einen weiteren XLR ausgang mit dem drum-signal gepatcht, um auszuschliessen dass die buchse irgendwie defekt ist - aber nix ging!

    ich hab dann im dritten song die kollegen bei ihren boxen zurückgelassen und bin wieder an mein pult gegangen, um nun wenigstens mal den frontsound der band an die neue "publikums"situation anzupassen. nach zwei minuten sehe ich, dass der drummer mir den daumen hoch zeigt: sein wedge lief also wieder!

    kommt der beschaller bei mir vorbei und sagt "was hast du denn nun geändert? auf einmal geht es". aber ich hatte überhaupt nichts geändert ... wirklich seltsam.

    nach ein paar minuten tritt dann der keyboarder hinter den deko-palmen hervor und signalisiert mir, dass er seinen gesang lauter braucht.

    ich schiebe den regler ein bisschen hoch, so 2-3dB

    nach kurzer zeit erscheint er wieder und zeigt mir, dass er seinen gesang immer noch nicht hört.

    ich schiebe wieder 3dB dazu ... immer noch zu leise. bald hatt ich dann 9dB zum soundchekpegel dazugeschoben - und er war immer noch unzufrieden. spätestens von da an wusste ich, dass da grundsätzlich etwas nicht stimmen kann!

    in der ersten setpause habe ich dann meine fernsteuerung genommen und ein pink noise auf den keyboard-weg gegeben.

    ergebnis: kein rauschen zu hören!

    das, was er da aus seinem wedge hörte, war also nicht mehr sein monitorweg.

    bei genauerem hinsehen entdeckte ich dann, dass an seiner box auf der anderen seite ein weiteres lautsprecherkabel aufgesteckt war. die kollegen hatten also einfach zwei boxen miteinander verbunden, damit beim drummer etwas ankam. und dieser weg war das signal des drumfills, welches wir erstmal vermisst hatten!

    also haben wir nochmal beide wege auseinandergenommen und neu verkabelt. dann passte es!


    das ärgerliche daran:

    im soundcheck hatte es funktioniert, die jungs müssen also für den fassanstich irgendwie die wedges umverkabelt haben!


    ganz zum schluss dann der oberhammer:

    ich ging nach dem abbau nochmal zum beschaller und sage: "also das war ja vorhin sehr seltsam"

    und er sagte, sehr bestimmt: "keine ahnung, an uns lag es jedenfalls nicht"

    =O=O


    dieser beschaller bekommt von mir nun ein ganz dickes ausrufezeichen. die kollegen hatten also zu 100% recht, ich war nicht der erste mit diesen erfahrungen.

  • BA Wimmelbild


    Ach wie niedlich... Schreib den Herrn Oberlehrern von der Insel doch in freundlich-sarkastischem Ton auf schön geschliffenem Englisch das eure Dimmer leider nur 2,3 kW pro Kanal können, ihr echte Schwierigkeiten habt Gobohalter für 1,2kW Stufenlinsen aufzutreiben und die hierzulande üblichen Sunstrips auch nur 500W haben. Die Zeiten in denen sich die VT-Welt um UK gedreht hat sind halt um...

    Economics in eight words: "There ain't no such thing as free lunch."

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von niggles ()

  • Wer diese BA nicht deuten kann, sich am einen oder anderen Detail aufbockt und das ganze für ein Wimmelbild hält, gehört hier hin:

    Natürlich ist es kein Problem das ganze zu verstehen - der (offenbar britische) Schreiber des ganzen kommt halt fachlich aus einer Ecke in der man den Unterschied zwischen Gobos und Farbfilterhaltern nicht kennt weil man mit ersteren noch nie zu tun hatte. Daher weiss er auch nicht wie der korrekte englische Terminus für Torblenden lautet und wer den Robe Robin Spikie herstellt. Oder dass es konventionelle Sunstrips in 3 unterschiedlichen Ausführungen gibt.

    Dass so jemand dann noch in oberlehrerhaftem Ton auf so Selbstverständlichkeiten wie Spare-Lampen, Clamps, Safeties und DMX Hold am Dimmer pocht verrät allerdings mehr über die Persönlichkeit des Autors als ihm vermutlich lieb ist...

    Economics in eight words: "There ain't no such thing as free lunch."

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  • wora

    Danke für die "schöne" Geschichte...


    Solche Erfahrungen können schnell die Meinung "nie Selbstbau" erzeugen, wenn man es sich aber mal näher betrachtet, ist die Einstellung des Kollegen zu dem Thema Beschallung, das eigentliche Problem.!

    Wenn ich keinen Kontakt bezüglich Rider oder Band, oder Veranstalter habe, egal welche Richtung, dann geht oft mindestens etwas komisch...


    LG Rebecca

    Illuminatoren sind Lichttechniker und keine bösen Leute.8)


    Für Ton- und LichtJobs in Schleswig Holstein bin ich zu haben.