An alle aufstrebenden jungen Lichtmänner & Frauen

  • habe vor kurzem ein unplugged Konzert geleuchtet, 12 Stck 1kW PC und 4 Stck 1kW Profiler in der Front, alles ungefiltert.

    24 PARs CP61, 12 ungefiltert und 12 mit LEE 201.

    8 Stck Robe575 Wash,

    12 Stck Robe575 Spot.

    9 Stck 8 fach Striplites

    Ich hab in der kompletten Show 3 mal Farbe mit den MHs eingesetzt (rot und blau) und ein einziges mal Move mit Licht an.

    Den Rest der Show komplett mit etlichen Varianten in Weiß mit den unterschiedlichsten Farbtemperaturen, rein durch Helligkeitsänderung bzw CTO Filter bei den MHs.

    Hat mächtig Spass gemacht !!

    😉

    .....und der Herr sprach es werde Licht !


    doch der Hausmeister sagt:
    "0:00 Uhr >> FEIERABEND!"

  • Ein oder zwei Spots können da massiv helfen. Doch auch hier Fehlanzeige. Der deutsche Lichtler kann kein Spot. Ausser Ollie Olma. Der grosse Rest kann Spots nicht callen, nicht sinnvoll einsetzen, nix.

    Ich habe ja gerade das Vergnügen, einer wirklich guten Callerin bei der Arbeit zuhören zu können.

    Und da sind auch ernst zu nehmende Autocues dabei.


    Auch schön, eine nicht näher genannte Band auf Wacken, ohne Licht-Operator da, weil Daylight-Show. Der Tourleiter lässt 4 Stimmungen auflegen und callt diese.

    Frontlicht, Waberndes Rücklicht, Strobo, Nebel. Fertig, aus. Und eine der besten Lichtshows des Festivals, meiner Meinung nach.

  • Mir geht es vor allem um die Gesichter, es muss nicht ständig voll Pulle Frontlicht an sein, aber ich will die Musiker & Emotionen sehen. Ich finde, ohne das geht eine Menge verloren, und ich mische ja fürs Gesamterlebnis, nicht nur für die Ohren. Und wenn das Licht richtig gut ist, klingt es auch gleich nochmal so gut ;-))

  • Der "gemeine" Lichtmann ist bei solchen Gigs nicht selten der Azubi der frisch vom MA-Grundlagenkurs kommt. Woher soll der was anderes können als Effektengine abfeiern? Der hat auch nicht den Einfluss seinem Chef klarzumachen dass es eine schlechte Idee war die letzten 1kWs auf der Fronttruss inkl. Dimmer weg zu sparen. Dafür gibts jetzt LED-Atomics (hr hr hr...) und nen Haufen Billo-LED-Strips im Bühnenhintergrund.


    Geblendete Musiker gibt´s mit ordentlichem Frontlicht aber noch viel mehr. Und immer weniger Künstleragenten und "Manager" die bereit sind den empfindsamen Seelchen hinter Mikro, Gitarre, Schlagzeug oder (ganz schlimm) Keyboards beizubringen dass das nun mal leider dazu gehört. Im schlimmsten Fall kommt dann "aber beim Fernsehen machen die von vorn auch nicht mehr so hell"; was angesichts immer lichtstärkerer Kameras ja auch stimmt, aber da ist es bekanntlich auch latte ob das Klatschvieh überhaupt was sieht...

  • Das Problem ist bei meinen Erlebnissen nicht, dass das Material nicht da wäre - viel mehr läuft es halt bewusst auf 20-30% um die "Lightshow" nicht zu stören.

    Da sind in manchen Häusern die Z Brücken voller 2KW Profiler und PCs und die Dinger sind aus.

    Beim Blenden sprach ich auch nicht von Frontlampen, sondern von dicken Entladungs oder LED Spots, die den Muckern wahlweise als Floorspot oder von oben voll in die Fresse hauen, weil die tollen Bilder sonst nicht symmetrisch sind oder sonst wie das Ästhetikempfinden des Lichtkünstlers die Position erfordert.

    Der bisherige Gipfel waren Robe Robin 600 als Floorspot von vorne direkt ins Gesicht der Sänger bei ner Orchester Crossovernummer.

    Ich spreche auch nicht von Unvermögen, sondern von der bewussten Entscheidung die Gesichter zu Gunsten der EIGENEN SHOW dunkel zu lassen.

    Das ist meinem Empfinden nach tatsächlich ein Trend...

  • Ich persönlich bin der Meinung, der Grund liegt schlicht am LED-Licht selbst.

    Du brauchst garnicht viel davon im Backtruss, um selbst kräftiges Frontlicht niederzuleuchten.

    LED-Wände sind quasi der komplette Sargnagel.

    Selbst 4000er Lancelots machen da nurnoch einen gelblichen Punkt.


    Problem ist nicht nur die schiere Helligkeit, sondern auch die speziellen Farbtemperaturen der LED.

    Wenn der Musiker nicht im Schatten stehen soll; muss man die Front theoretisch so hell machen, das der Künstler 'ne Schweißerbrille braucht.


    Vielleicht hat man bei Rammstein auch deshalb diese großen Zahnarzt-Lampen.


    Das Künstlerische ist natürlich der andere Aspekt.

    Singen und Malen kann man auch nicht lernen.

    Dazu kommen natürlich die enormen Möglichkeiten.

    Früher hatte man einfach keine so große Auswahl an verschiedenen möglichen Szenen.


    Ganz furchtbar finde ich ja so Sachen wie Wacken und andere harte Geschichten.

    Die Lichtshow erinnert eher an ein EDM-Festival. Passt einfach nicht zur Musik.

    LED & Atomic Gewitter.

    Da wünschte ich mir schon irgendwie die klassische Show mit Kannen zurück..

  • Vielleicht hat man bei Rammstein auch deshalb diese großen Zahnarzt-Lampen.

    ich denke der look dieser lampe, die im moment ja wirklich häufig bei den verschiedensten bühnenshows zu sehen sind, passt einfach sehr gut zum gesamtkonzept der Rammstein-bühnenshow.

    dort gefallen sie mir gut, aber ansonsten hab ich mich schon dran satt gesehen, das wird langsam schon wieder langweilig.

  • ... bin total begeistert, von der netten Diskussion, die sich in diesem Thread entwickelt hat :thumbup:

    Ich selbst bekenne mich ja in vielen Dingen zu meiner Oldscool-Liebe; sehr wohl wissend, dass etliche neue Technik faszinierende Vorteile bietet.

    Mit Bedacht eingesetzt.


    Licht mache ich selbst relativ selten und wenig - früher zur Kannenzeit ab und an mal bei kleineren VA, heute eigentlich nur noch, wenn ich mit befreundeten Bands unterwegs bin und das Budget nicht mehr hergibt oder eben Partykleinkram ala LEDs, Pültchen mit paar Chases und Feuer... Ernsthafteres überlasse ich den Kollegen, die es besser können.

    Zu meinem Stall an LED-Kleinigkeiten, die bei Mini-Sachen gelegentlich mit rausgehen, habe ich ganz bewusst und gezielt nun wieder einige gute alte Kannen zugekauft. Das (günstige) LED-Zeugs ist nett, bunt und idiotensicher, aber für vernünftige Ausleuchtung und ein gescheites, vorzugsweise warmes Grundlicht einfach nicht brauchbar.


    Den allgemeinen Trend der fehlenden, zu schwachen oder einfach im Rest untergehenden Frontbeleuchtung sehe ich auch öfters, und das traurig.

    Künstler sollen (in aller Regel) gesehen werden, bei dem was sie für ihr Publikum tun...

    Meinen Daumen hebe ich daher für die, die in der Lage sind, mit ein paar Kännchen und Folien einen schönen Abend zu zaubern. Wie früher. War dat schön. ;)

    Okay - Fairness an: (Gute) LED-Technik versetzt uns in die Lage, mit einem zehntel an Truckspace bunte Bühnen jeder Farbe zu bauen; vom energetischen Standpunkt mal ab. Weiter hat es auch Vorteile, Musiker - gerade auf kleinen Bühnen - nicht permanent mit etlichen durch Alu-Rohr gerichteten kW Bräterleistung sukzessive durchzugaren :D

    Und das Zeug kann natürlich, als MH ausgeführt, viele tolle Dinge, die früher eben nicht oder kaum drin waren und mit den ersten Scannern noch über Jahre den "großen" Produktionen vorbehalten waren.

    Dem formulierten Gedanken des Themenstarters kann ich mich aber von Herzen anschließen - manchmal ist weniger (bunt und flacker und hinundher) einfach mehr; und ein bissl Licht von vorne eine total einfache kleine Gelinggarantie... :)

  • Anders noch: Was man früher mit 3 unterschiedlich gefilterten Kannen gemacht hat, ist mehr, als nur bunt. Durch den "Versatz" der Kannen war bei einem Chaser o.ä. auch ein "Sprung" und nicht nur ein "Farbwechsel" sichtbar. Brachte also auch etwas Dynamik herein.

    Ich selbst schulte Ehrenamtliche und eines meiner Do's war immer, dass man auch sieht, was man hört. Nicht volle Kanne, erstaunlicherweise reicht recht wenig Power von vorne (2 Theaterscheinwerfer gehen schon) schon vollkommen aus, um Künstler und deren Tun auszuleuchten, Und in Farbe ersäufen kann man sie dennoch...


    Hach, das waren noch Zeiten, als man sich mit T-Shirt auf die Bühne trauen durfte...

  • Gerade auf kleinen Produktion und im Semipro bis Hobbiestenbereich ist es oftmals schwer ein gutes Frontlicht durchzusetzen. Das Problem ist da weniger, dass man 4-6 Stufen samt Dimmer am Start hat, sondern eher wie man das Zeug so stellt, dass es kein Mecker gibt.


    Einmal steht das Zeug so, dass sich gleich jemand aus dem Publikum beschwer von wegen das Stativ nimmt die Sicht oder ich kann mich hier nicht richtig hinsetzen blablabla.


    Wenn man dann das Stativ verrückt, dann motzt jemand von der Bühne, dass die Lampe da blendet.


    Oftmals ist es dann aufgrund von beengten Örtlichkeiten so, dass eben die 1 kW Stufe halt warm macht.


    Das beste ist dann aber immer noch das Statement so mancher Hobbiesten, dass man nicht das Publikum sieht. Naja, entweder sehen oder gesehen werden sage ich da immer und im Zweifelsfalle sollte eben das Publikum das sehen was da auf der Bühne abgeht und nicht umgekehrt.


    Allerdings ist es schon wahr, dass gerade ob der ganzen MH und LEDs, vor allem aus dem Budgetsektor, nur noch viel Blinkblink ohne Sinn und Verstand gemacht wird.


    Wie hier schon geschrieben wurde, wenn man mit 24-36 kW PAR Licht, 4-6 Stufen und 4 Profilern vernüftiges Licht machen kann, dann ist alles gut. Wenn nicht, dann bitte nochmals zurück auf Los. Da hat man dann das ganze nicht wirklich verstanden bzw. verinnerlicht.

  • Das krassest mögliche diesbezügliche Ereignis (KMDE) findet vom 8. - 12. Mai 2018 statt. Dies als regelmässige Heimsuchung für geplagte Tonleute (RHGT)... Dies wie immer unter dem Motto LoA - light over art. Wobei das "art" in diesem speziellen Zusammenhang ebenfalls diskutiertbar ist...

  • Och - wohl ein etwas schräger Mittwoch-Morgen-Humer, den vielleicht nur ich verstehe :).


    An diesem Datum findet die Mutter aller Lichtorgien statt - ESC (European Song Contest). Und Frontlicht wird dort eh nur für die Moderatoren gebraucht, da die aus ganz Europa zusammengekarrten Moving-Pfunzeln und Screens ja auch gezeigt werden sollen. Künstler auf der Bühne? Nebensache...

  • Früher sagten wir Lichtbild, heute sollten wir Lichtfilm sagen....
    Bin inzwischen (bei kleineren Sachen) ein klare Anhänger von 'Von vorne hell, von hinten die Farbe'

  • Nunja; zu Scooter bzw. dessen Musik passt das mit der Orgie ja auch..


    ESC ist für mich auch das krasseste Beispiel. [Der Tonzirkus für im Grunde paar Playbacks + Gesangsmic allerdings in gleichem Maße.]

    Damit kommen zeitweilig nichtmal mehr die Fernsehkameras klar.