COVID-19 (Corona) - Abgesagte Veranstaltungen / Messen - wie finanziell mit umgehen?

  • Das ist das übliche, häßliche Gesicht der Banken: Wenn die Sonne scheint, verkaufen Sie Regenschirme. Hier kann man nur versuchen, über die Landesprogramme Ausfallbürgschaften zu bekommen und dann einen KfW-Kredit. Nach und nach verabschieden die Länder Zusatzprogramme zu den Bundesmaßnahmen.

  • Naja,


    im Grunde werden "hoffnungslose Fälle" nicht mit Krediten versorgt. Das ist doch nicht so falsch. irgendwann muss man auch mal der Realität ins Gesicht sehen. Wenn das Unternehmen vor der Krise bereits spitz auf knapp genäht war, dann wird es das jetzt zerlegen. Das war in Krisen schon immer so und hat auch eine bereinigende Wirkung. So ein marodes Unternehmen noch staatlich zu decken wäre doch unverantwortlich, denn es geht um unsere Steuergelder.

    Bitte immer daran denken, bevor ihr mich mit Hass übersäht, dass ich auch betroffen bin und zwar ziemlich heftig. Trotzdem gibt es keinen Sinn Geld mit der Gießkanne zu verteilen.


    Auch andere jetzt aufkeimende Begehrlichkeiten kann ich nicht unterstützen. Beispiel heute (Vorschlag im Bundestag, glaube es waren die Linken, möchte mich aber nicht festlegen:

    Das Kurzarbeitergeld sollte auf 90% erhöht werden


    Geht's noch????? Wem seine 60% nach persönlichen Einschränkungen nicht reichen, der hat vermutlich Anspruch auf staatliche Hilfen, wie z.B. Wohngeld,...


    Dagegen steht eine Kostenerhöhung um 50%, die in vielen Fällen einfach nicht nötig sein wird (wenn z.B. jemand von 10.000 Netto auf 6.000 heruntergestuft wird).


    Soll jetzt nicht gleich OT werden, da haben wir ja schon einen extra Thread. Das soll nur zeigen, dass die Krise auch für sinnlose und falsche Ausgaben missbraucht werden könnte. Je weniger und gezielter der Staat das Geld verteilt, desto länger werden wir das aushalten und desto besser wird das Gesamtgebilde danach dastehen.

    Und da gehört auch dazu, Unternehmen ohne Kreditrückzahlungschancen vermutlich besser zu opfern.


    Viele Grüße

    Tobias Kammerer

    Tobias Kammerer, Dipl Audio Engineer SAE
    Pro PA Veranstaltungstechnik
    (Inhaber)


    Musikhaus Kirstein GmbH
    (Produktmanager)

  • Wenn ein VT-Unternehmen oder ein Messebauunternehmen ein halbes Jahr keine Umsätze erziehlen kann, dann ist es pleite. Meistens: "hoffnungslose Fälle?"

    Sozialismus möchte ich auch nicht. Aber: Überbrückungskredite für die Mehrzahl der notleidenden VT-Unternehmen.

  • Die Banken schützen sich selbst, ein Unternehmen mit 0€ Umsatz ist nicht mehr Kreditwürdig. Aber dann auch noch Kredite zu kündigen und fällig zu stellen ist das letzte ! Die Insolvenz dürfte damit unweigerlich erfolgen.


    Auch die "Soforthilfen" werden erst gezahlt wenn alle Mittel aufgebraucht sind. Also man muss das Unternehmen erst gegen die Wand fahren um dann noch 3 Monate beamtet zu werden.


    Dann sollen sie alle Kleinstunternehmen je nach Mitarbeiter Hilfen auszahlen, die nicht zurückbezahlt werden müssen ! Jedes solide Unternehmen wird das Geld sinnvoll nutzen, andere gehen sowie so in die Insolvenz.


    Das ist kein Sozialismus, sondern was anderes macht die EZB auch nicht. Sie verteilt Geld, um die Konjunktur irgend wie anzukurbeln...


    Für Menschen die völlig am Boden sind besteht die Möglichkeit Grundsicherung zu beantragen ! Die Schulden werden davon aber nicht weniger...



    Also warum soll ich mich auch noch zu 16% verschulden wenn man nicht weiß wie es weiter geht ? In meiner Region sind alle Veranstaltung bis August schon abgesagt worden ! Ich bin auch nicht mehr im Verleih unterwegs.. Ich habe genug Reserven und auch Ideen die Pause zu nutzen ;) Die Arbeit alle Kosten auf ein Minimum zu reduzieren zahlt sich jetzt aus...


    Ihr als Vertrieb habt ein extremes Problem. Keiner wird in solch einer ungewissen Phase neues Material kaufen. Es wird bei Vertrieben und Herstellern extreme Verwerfungen geben. Die Gebrauchtmaterial schwemme wird noch kommen...

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  • Du musst den Ausfall belegen und beweisen das er dich in eine Schieflage bringt. Dann ist die ILB mit der Soforthilfe bereit dir für 3 Monate die Ausfälle bis zum zur maximalen Betrag auszugleichen. Die Hilfe darf nicht höher sein als der Verlust.


    Heißt im Umkehrschluss, wenn du Reserven hast musst du den Verlust so lange hinnehmen bis diese Schieflage eintritt. Deswegen können die Mittel bis Dezember beantragt werden.


    Offenbar will man gesunde Unternehmen zu Krediten zwingen...


    Während man Großkonzerne Milliarden zu steckt um ihre Aktionäre zu bedienen schaut der Mittelstand in die Röhre. So ist das eben wenn Lobbyisten ungebremsten Zugang zur Politik haben.

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  • Du musst den Ausfall belegen und beweisen das er dich in eine Schieflage bringt. Dann ist die ILB mit der Soforthilfe bereit dir für 3 Monate die Ausfälle bis zum zur maximalen Betrag auszugleichen. Die Hilfe darf nicht höher sein als der Verlust.

    Hä? Ja natürlich darf die Hilfe nicht höher sein als der Verlust, und natürlich sollen die Unternehmen zuerst ihre Rücklagen aufzehren, bevor sie die Allgemeinheit belasten.


    Das ist eine Nothilfe, kein Selbstbedienungs-Süßigkeitenladen. Zu aller erst ist der Verlust durch Pandemie nämlich unternehmerisches Risiko, die Nothilfen sind gut und richtig aber keine Selbstverständlichkeit und vor allem kein allgemeines Menschenrecht.


    MfG Tobias Zw.

  • Du musst den Ausfall belegen und beweisen das er dich in eine Schieflage bringt.


    Offenbar will man gesunde Unternehmen zu Krediten zwingen...


    Während man Großkonzerne Milliarden zu steckt um ihre Aktionäre zu bedienen schaut der Mittelstand in die Röhre. So ist das eben wenn Lobbyisten ungebremsten Zugang zur Politik haben.

    Natürlich musst Du den Ausfall belegen, es geht schließlich um Hilfe und nicht um ein Grundeinkommen. Wenn jemand keine Hilfe benötigt, ist es doch gut, warum sollte man dem dann (Steuer-)Geld auszahlen?


    Für NRW habe ich mir die Kriterien gerade durchgelesen und finde sie nachvollziehbar. Hilfe gibt es, wenn

    ENTWEDER im laufenden Monat der Umsatz um mehr als 50% unter dem Umsatzmittel des Vorjahresmonats und dem der beiden vorangegangenen Monate des Vorjahres liegt. Bsp: Durchschnitt Januar-März 2019 im Schnitt 10.000 eur und jetzt März 2020 unter 5000.


    ODER der Betrieb auf behördliche Anordnung wg der Corona-Kriese geschlossen wurde


    ODER zu wenig Geld für die laufenden Kosten da ist.


    Das ist doch ok.

  • Das ist eine Nothilfe, kein Selbstbedienungs-Süßigkeitenladen. Zu aller erst ist der Verlust durch Pandemie nämlich unternehmerisches Risiko, die Nothilfen sind gut und richtig aber keine Selbstverständlichkeit und vor allem kein allgemeines Menschenrecht.

    100% korrekt!





    aber hiermit hat marcoboy aller wahrscheinlichkeit nach leider recht:

    Während man Großkonzerne Milliarden zu steckt um ihre Aktionäre zu bedienen schaut der Mittelstand in die Röhre. So ist das eben wenn Lobbyisten ungebremsten Zugang zur Politik haben.

  • Das sehe ich anderes... Wer schlecht wirtschaftet wird belohnt da er sofort Hilfen bekommt und wer Reserven hat steht dann genau so dar wie die schlechten Unternehmen die vorher schon Probleme hatten.


    Die Länder überbieten sich mit ihren Angeboten und das sorgt nicht für Gleichbehandlung. Das sich der Markt bereinigt ist auch nicht das Problem, dieser hatte sowie so extreme Überkapazitäten.


    Der Grundsatz allen Kleinunternehmen je nach Mitarbeiter gleich Hilfen zu zahlen wäre gerechter als dieser Flickenteppich...


  • Der Grundsatz allen Kleinunternehmen je nach Mitarbeiter gleich Hilfen zu zahlen wäre gerechter als dieser Flickenteppich...

    Auch wenn ich deine Kritik was Großunternehmen angeht verstehe - warum sollten Unternehmen, die vielleicht noch funktionieren und selbst in der Krise bisher kaum Verluste machen (solche gibt es tatsächlich) auch für jeden Mitarbeiter Hilfe bekommen?

    Was ist mit den Unternehmen, die vielleicht nur einen Teil ihrer Reserven einbüßen?


    100% Gerechtigkeit wirst du (in der Kürze der Zeit) nie erreichen - die Hilfen sind für alle da, aber nicht jeder bekommt welche...

  • So wie ich das lesen am Beispiel NRW, es müssen eben nicht die Reserven aufgebraucht werden, wenn der Umsatz eingebrochen ist.

    Bei den reinen Rental Firmen ist der Umsatz kleiner 50% zu den vergleich Monaten der letzen Jahre.


    Die Firmen die divers aufgestellt sind haben ja noch weiterhin Umsatz.

    Dort jetzt einfach Geld zu geben, sehe ich auch als problematisch an.


    mit Gruss


    Simon

  • Schon a weng polemisch.... Wer die Sozialsysteme optimal nutzt, indem der einen Nebenjob hat, damit er billig krankenversichert ist, merkt plötzlich, dass das nicht mehr funktioniert... Nun denn...

  • nun ja, es ist eben eine weltweite krise.

    eine sehr ernste krise sogar, das begreifen so langsam immer mehr leute.

    wir wissen ja alle im moment noch gar nicht, wohin die reise wirklich gehen wird. und auch die politiker sind keine hellseher, manche von ihnen sind sogar ausgesprochen blind auf dem zukunftsauge!

    was ich aber grundsätzlich erstmal richtig finde ist die tatsache, dass überhaupt erstmal gehandelt wird und man zumindest versucht, so viele arbeitsplätze wie nur möglich zu retten!

    das sollte man doch wenigstens anerkennen.


    wir alle wissen:

    in ein paar monaten wissen wir sehr wahrscheinlich mehr - und dann wissen wir auch, welche aktionen richtig - und welche aktionen falsch waren.

    dann ist immernoch zeit, das aufzuarbeiten. und die stammtische werden natürlich diejenigen sein, die das natürlich schon immer wussten... komisch nur, dass sie nicht in den positionen sind, um das zu entscheiden.

    jetzt muss man aber erstmal handeln, damit das schiff nicht umkippt. das ist richtig und wichtig! und ich bin mir sicher: die verschiedensten ansprüche unter einen hut zu bekommen, ist alles andere als einfach.