Portable 230 V-Batterie für den FOH-Platz. Würde das Sinn machen und eventuelle sogar Probleme beheben?

  • Liebes Forum


    Seit Monaten habe ich ein vergleichbares Problem:

    Mein gesamtes Recording Gedöns will ich auf Batterie/Akku-Betrieb umrüsten. (s. Recording Equipment mit sog. Power Station betreiben)

    Anfänglich dachte ich auch daran, das mit einer Powerstation (Ecoflow River Pro) zu lösen, musste aber feststellen, dass die Geschichte sehr schnell unhandlich wird. (Spezielles IT-Netz, Isolationswächter, Wirkungsgrad der Wechselrichter, Schlepperei etc.).

    Daraufhin analysierte ich die Stromversorgung aller beteiligten Komponenten (Stageboxen, Mixer, Recorder) und stellte fest, dass die Komponenten, welche mit 230V betrieben werden, fast alle ein Schaltnetzteil am Eingang hatten, welches sich "automatisch" ;) auf 110V oder 230V einstellt.

    Die einzigen Komponenten, welche mit Trafo und Längsregler arbeiten, sind kleine Aktivboxen für's Monitoring.

    Also Labornetzteil raus, 35 V DC eingestellt und damit in die Kaltgeräte Buchsen der einzelnen Geräte. :/

    Ergebnis: alle Geräte mit Schaltnetzteil am IEC Eingang funktionierten einwandfrei! :) Es war auch keine Verschlechterung der Audiowerte messbar (mit APX 515)

    -> diese Geräte jeweils mit einem eBike-Akku 36V (einer pro Gerät :!: ) stellt eine valable Option dar !

    Die verbleibenden Teile ohne Netzteil laufen alle mit 9V bis 18V DC (hauptsächlich die Recorder). diese kann man alle problemlos über eine PowerBank/Station betreiben.

  • Moin, du betreibst die Schaltnetzteile ausserhalb der Spezifikation. Bei einer Versorgung mit DC unterhalb der angegebenen Mindestspannung ist der Strom auf der Primärseite höher. Die Eingangsdioden werden mit mehr als dem doppelten Strom betrieben.

    Das kann klappen, muss aber nicht. Meiner Meinung nach leidet auf jeden Fall die Lebensdauer.

  • wie viele Kanäle willst denn Recordern? ich habe z.b. ein mixpre 6 von sound devices. das gibt es auch noch in einer 10 Kanal version. da kann man direkt Batterien rein packen.

    eins ist klar: mit der von dir angedachten Lösung wirst du nur in den seltensten fällen vor Ort schnell sein. du hast nämlich immer mindestens einen Akku pack und die Verkabelung dazu, am mann.

  • ...

    Bei einer Versorgung mit DC unterhalb der angegebenen Mindestspannung ist der Strom auf der Primärseite höher. Die Eingangsdioden werden mit mehr als dem doppelten Strom betrieben.

    ...

    Hallo Fabian


    Danke für deine Antwort!

    Wir sprechen hier nicht von "geschalteten" Endstufen mit 2kW und mehr, sondern von Eingangsleistungen in der Größenordnung von 40 bis 60 VA.

    das sollte doch jeder Gleichrichter am Eingang eines Schaltnetzteils vertragen. Oder...?


    LG

    nLate

  • ...ich habe z.b. ein mixpre 6 von sound devices. das gibt es auch noch in einer 10 Kanal version. da kann man direkt Batterien rein packen.

    eins ist klar: mit der von dir angedachten Lösung wirst du nur in den seltensten fällen vor Ort schnell sein. du hast nämlich immer mindestens einen Akku pack und die Verkabelung dazu, am mann.

    Ja, den MixPre-6 I (ohne float recording), den hab' ich auch, momentan überlege ich, ob ich mir den MixPre 10 II zulege.

    Das "An"gebaute Batteriefach benutze ich als Fallback Lösung, falls die Stromversorgung über eine Powerbank an USB-C (MixPre-6) mal zickt. Ja, das kam schon mal vor. Habe ich aber erst am Ende der Aufnahme bemerkt, als das Batteriefach meldete, die Batterien seien fast leer. frech*

    -> Für mich ist Redundanz bei Live Aufnahmen Pflicht!

    LG

    nLate

  • Wir sprechen hier nicht von "geschalteten" Endstufen mit 2kW und mehr, sondern von Eingangsleistungen in der Größenordnung von 40 bis 60 VA.

    das sollte doch jeder Gleichrichter am Eingang eines Schaltnetzteils vertragen. Oder...?

    Naja. Am Gleichrichter fallen je nach Diode oftmals so 1,4 V ab. Das sind (überschlagsweise) bei 60 VA und 36 V etwa 2,4 W Verlustleistung und bei 110 V etwa 0,8 W (Faktor 3).

    Zusätzlich teilt sich bei AC im Vergleich zu DC die Verlustleistung auf alle 4 Dioden auf, bei DC nur auf zwei (da alle Dioden im Brückengleichrichter im gleichen Gehäuse sitzen, macht sich diese Hotspot-Bildung von außen nicht unbedingt bemerkbar).

    Also werden die Dioden grob mit dem 6-fachen der vorgesehenen Verlustleistung gequält.

  • wenn Redundanz Pflicht ist, dann fallen die ganzen powerbank Lösungen raus. usb ist als anschluß für sowas, wie du ja auch selbst schon erlebt hast, ungeeignet. außerdem wie willste denn vermeiden das du da mal einen wackelt drin hast? eigentlich bleiben dir nur Geräte, die aus der filmbrache kommen und das dann alles schon eingebaut haben. denn konsequenter weise müßtest du ja jedes mic 2 mal hinstellen und alles andere auch :)

    ich würde an deiner stelle einen mixpre 10 da hinstellen und der macht das dann schon. wenn einer nicht reicht, dann deinen 6er dazu stellen. geht natürlich auch umgekehrt, wenn du nur 4 oder 5 mich hast.

    mit was für mic's biste denn unterwegs?


    das problem, das du mal krank wirst oder durch einen stau zu spät kommst wollen wir mal außen vor lassen ;)

  • Wir sprechen hier nicht von "geschalteten" Endstufen mit 2kW und mehr, sondern von Eingangsleistungen in der Größenordnung von 40 bis 60 VA.

    das sollte doch jeder Gleichrichter am Eingang eines Schaltnetzteils vertragen. Oder...?

    Ein Beispiel aus meiner Bastelkiste:
    Schaltnetzteil ECM60US24 (max 60W) mit Zulassung für Medizintechnik (also nix Billiges)
    Laut Datenblatt 1,38A bei 90VAC. Der Gleichrichter ist KBP06G. Laut Datenblatt für 1,5A.

    Damit maximal bei 92% des maximalen Strom betrieben (bei der minmalen Eingangsspannung).

    Bei Betrieb mit 36V fliesst der 2,5 fache Strom. D.h. die Dioden werden mit dem 5 fachen Strom belastet, für das sie ausgelegt wurden. Der Rest (MOSFET, Trafo,..) mit dem 2,5-fachen.


    Falls ein Ausfall kein Problem ist, kannst du ja probieren, wie lange das Schaltnetzteil aushält.
    Produktiv würde ich das nicht machen.


    HenrySalayne, da sind wir ja auf ähnliche Werte gekommen.


    LG Fabian

  • Moin, du betreibst die Schaltnetzteile ausserhalb der Spezifikation. Bei einer Versorgung mit DC unterhalb der angegebenen Mindestspannung ist der Strom auf der Primärseite höher. Die Eingangsdioden werden mit mehr als dem doppelten Strom betrieben.

    Das kann klappen, muss aber nicht. Meiner Meinung nach leidet auf jeden Fall die Lebensdauer.

    ...auf diese Art und Weise bringt man Schaltnetzteile auch schon mal zum Brennen, bestenfalls funktionieren sie, oder fallen nur aus 😉

    Lieber mit Röhre geampt, als in Selbige geschaut!

  • vor allem ist diese experimant auch nicht zielführend, weil damit einfach nur der verkabelungsaufwand drastisch komplizierter wird. ferner ist jede umbaute an einem gerät entweder mit einer kompletten wertlosmachung verbinden oder man muß alles wieder zurück bauen können. das macht es auch eher unattraktiv. vor dem hintergrund ist das direkte verlegen vor ort sicher der geringere aufwand.

  • Gerade entdeckt.


    Könnte durchaus als mobiler Generator herhalten :-D

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    12kWh kosten neu 4600€, dazu einen potenten Wechselrichter und die Party im Wald kann steigen.

    https://greenakku.de/Batterien…V-12kWh-US2000::1391.html

  • eben und der markt für va's die komplett auf Akku basis laufen ist eher überschaubar. ich würde dann auch immer auf Zuladung durch Panels setzen. das verlängert doch die Lebensdauer der va erheblich. was mir aber auch erhebliche Bauchschmerzen machen würde, wäre, das da erhebliche ströme laufen und denn die Akkus durchgehen sollten, sie nichts mehr stoppen kann!!

  • Mir reicht bislang eine handelsübliche USV, wenn ich Lust zum Mitschleppen habe.

    bei uns sind handelsübliche ups bei den digitalen plätzten generell fest eingebaut.

    bei analogen nehm ich dann, wenn's gewünscht ist, eine mittler/tragbare zusätzlich mit.


    Zitat
    Für Mischpult und sonstigen FOH-Kram reicht das allemal, jedenfalls zum geordneten Runterfahren.

    das ist unsere vorgehensweise seit '99 oder so...

    so kann auch noch ggfls ne notfallsdurchsage ausgeführt werden.

    No, it's not too loud. You're just too old!
    winners have parties - and loosers have meetings
    Technik haben viele - WIR können sie auch bedienen :-)


    vu.gif

  • was mir aber auch erhebliche Bauchschmerzen machen würde, wäre, das da erhebliche ströme laufen und denn die Akkus durchgehen sollten, sie nichts mehr stoppen kann!!

    Die Akkus sind eigensicher. Erstens sind das LiFePO4. Die sind so schon recht gutmütig. Und dann ist da in jedem Batterieblock noch ein BMS mit Zell-Balancing verbaut. In einer Situation, in der die hoch gehen, dürfte das das kleinste Problem sein.


    EDIT: Ich spreche von den Pylontech, bzw. anderen professionellen Akkus.