SFA - Selective Funktion Array

  • Ich meine, mal vor Jahrzehnten einen Bericht darüber gelesen zu haben, ganz verschwommen erscheint da 'Waldbühne' und d&B F1202 (gab's sowas mal)? Das Resultat hat wohl eigentlich überzeugt.

    Ich meine mich an zwei Papers zu erinnern, die damals d&b veröffentlicht hatte zu den SFA und da waren ziemlich sicher noch die F1202 bzw, direktsrahlende Tops in den Darstellungen drinnen.

    Ob da auch von einer Veranstaltung Berlin Waldbühne was dabei stand, kann ich nicht mehr sagen.

    Was aber ganz sicher ist: Das mit den Paper über SFA bei d&b ist verdammt lang her..... ;-)

  • Also wir haben bei uns im Theater 3 Arrays a 8 Elemente als L-C-R hängen und verwenden die z.B. bei Musicals auch so, dass die Solisten (sofern es sich nicht um chorische Nummern oder Trios oder Quartette etc. handelt) aus allen 3 Wegen kommen.


    Die Band bzw. Orchester sowie Chor und FX kommen dabei nur von L und R.


    Dies hat meiner Meinung nach schon Vorteile:

    - die Lokalisation der Solisten wird zur Bühnenmitte hingezogen und somit wird die Verbindung Lautsprecher/Sänger verbessert. Ohne den Center ist es doch schon unnatürlich links bzw. rechtslastig, wenn man nicht mittig sitzt.


    - durch die leicht andere Abstrahlung in den Raum gibt es eine zusätzliche akustische Unterscheidung zwischen Solisten und Chor/Band, was einem in hektischen Szene zugutekommt, um die Solisten noch etwas hervorzuheben.


    Als Nachteile könnte man aufführen, dass man durch die permanente Überlagerung dreier Systeme anstatt zweier leicht höhere Kammfilter bzw. schlechtere Impulstreue hat.

    Dies ist m.M.n. aber bei Sprache/Gesang zu verschmerzen, vor allem, da wir oft einen nicht unerheblichen Anteil Direktschall von den Sängern sowieso haben und damit immer zeitliche Ungenauigkeiten.

  • Das hört sich ja gut an!

    Wie ist das bei der Stimme auf Eurem Mittleren Hang under dem Array bezüglich zu viel Grundton auf der Bühne bzw. evtl. sogar Feedbackanfälligkeit in diesem Frequenzbereich?

  • Im Theater / Musicaltheater - Bereich gibt es solche Designs. Gerne auch mit sowas wie einer TiMAX für die korrekte Ortung der Stimmen.

    Eine der Herausforderungen ist es, die Balance zwischen Stimme und Musik zu wahren, wenn die Schallquellen nicht nah beieinander sind. Das führt teils zu irrwitzigen In/Out/Zwischenfill-Schlachten. Aber es kann sich lohnen.

    Ich würde sowas sehr gerne mal in einer Musik-Location machen, auf Tour als Systemer explizit gerne nicht.

  • Da ich in meiner Bachelorarbeit eine Wellenfeldsynthese vermessen und auch in Hörversuchen mit Livemusik untersucht habe und diese verbesserte Ortung ja auch bei diesem Center-Lautsprecher das große Ziel ist:

    die verbesserte Ortung der Schallquellen macht einige der Nachteile direkt wieder wett, unter anderem einen schwächeren Grundtonbereich. Mehr als 60% der Teilnehmer des Hörversuchs empfanden die Wellenfeldsynthese als natürlichere Verstärkung und haben sich dabei nicht an einem schwächeren Grundton gestört. Auch wurde die WFS von über 70% weniger als "technische" Verstärkung wahrgenommen. Sobald die gehörte Schallquelle mit der optischen Schallquelle einigermaßen übereinstimmt, überstimmt im Gehirn das Auge das Ohr und die Töne kommen von dem gesehenen Instrument, dem Sprecher, oder ähnlichem und nicht mehr aus der großen schwarzen Kiste daneben oder darüber. Und sobald das passiert ist, scheint das Gehör den gehörten Klang an den gesehenen und erwarteten Klang anzupassen: Die sichtbare Geige spielt und klingt dann auch wie man persönlich eine Geige gewöhnt ist. Kleine Abweichungen bügelt das Gehör einfach weg. Liegt die optische Quelle zu weit von der akustischen weg, hört das Gehirn wieder genau zu und stellt fest was fehlt..

  • Ein einziges Mal habe ich das mit einem größeren aktiven Top in der Mitte gemacht in einer nicht ganz so großen Location. Eine KS CPA11 war nur für die Main Vocals abgestllt bzw. abgehangen.
    Der Klotz knapp über dem Hauptsänger sah gewöhnungsbedürftig aus, für die Sprachverständlichgkeit war das aber damals Gold wert. Und es kam einem wirklich so vor, als würde er die Menge direkt anschreien - ähhh, ihr schön etwas vorsingen...


    Ist halt dann nicht mehr KISS, für akustisch schwierige Räume aber durchaus nicht verkehrt.

  • Praktisch hatte ich mal so eine zusätzliche Box in der Mitte hängen (Festinstallation Stadthalle, nur Kofferjob), wobei hier wirklich der Grundtonbereich der Stimme auf der Bühne direkt unter der mittleren Box auf der Bühne so störend und feedbackanfällig war. (Leiser Redner mit subotimalem Headset von der Hausanlage)

    Obwohl sich die Stimmenorientierung durch die Mittlere Box schon hörbar verbessert hat, mußte ich diese leider wegen erwähnter Feedbackanfäligkeit etwas im Pegel absenken, da die Controller für eine gezielte Absenkung der Problemfrequen am mittleren Lautsprecher nicht zugänglich waren.

    Am Kanalzug diese Frequenz abzusenken und damit notgedrungen auch auf den äußeren Lautsprechern klang dann doch zu blechern.

    (ist jetzt etwas am Thema SFA vorbei, da ja nur Sprache am Start war und die einzelne mittlere Box alleine die Hallenbreite auch gar nicht abdecken konnte)