Parallelschaltung Funkmikrokanäle

  • In der Praxis kommt es ja vor, dass 2 Mikrofone mangels Eingangskanäle parallel auf einen Eingang geschaltet werden.


    Wie verhält sich das wohl mit Funkmikrofonen? Hier sind ja vermutlich aktive Verstärker im Einsatz. Würde gerne einen Dualempfänger mit 2 Mikros auf ein Kabel verbinden, traue mich aber nicht ganz. Gibt’s da Erfahrungen?

  • In der Praxis kommt es ja vor, dass 2 Mikrofone mangels Eingangskanäle parallel auf einen Eingang geschaltet werden.

    Aha, wo kommt das bitte vor, vor allem im Profisektor? Ich wüsste jetzt spontan keine Situation in welcher dies praktiziert wird, denn in der Regel wird ein entsprechendes Pult mit ausreichender Anzahl an Eingangskanälen eingesetzt. Einzigster Grund wäre, dass ein Kanal ausfällt, doch dies wäre bei den heutigen Digitalkonsolen eher dann ein Komplettausfall.


    Gibt’s da Erfahrungen?

    Grundsätzlich: Lass es und nimm ein Pult mit ausreichender Anzahl an Eingängen.


    Nicht nur, dass man EQ, Dynamics, AUX Wege und evtl. Routing anpassen müsste, es bleibt auch das Inputgain. Gut, bei den meisten Pulten kann man die erst genannten Parameter speichern, doch das Gain eben nur bei bestimmten Pulten. Dazu kommt noch, dass man daran Denken muss den betreffenden Kanal entsprechend umzuschalten. Ich würde es nicht machen.

    Laut heisst nicht immer gleich gut und toll und wer schreit ist meist im Unrecht.

  • Im Profibereich hat es nur begrenzt Berechtigung, da muss ich dir Recht geben. Wenn ich mit dem Thema ins Party pa umziehen soll - gerne.


    Manchmal geht Material dry hire raus. Da ist weniger manchmal mehr und einfacher zu erklären / Handling.

    Würde dafür einen Dual Empfänger mit 2 Mikros auf ein Pult mit einem Kanal legen. Beide Mics wären dann gleicher Typ, gleich laut, gleicher Eq etc. Bei Kabelmikros würd das recht sicher gehen. Bei Funken bin ich da nicht sicher.

  • Um das mal technisch abzuklopfen:

    Gehen sollte das bei ordentlichem Material. Die Ausgangsstufe geht normalerweise nicht kaputt, wenn sie ein Fremdsignal sieht.

    Bevor ich bei meiner jetzigen Showtruppe war, wurde das dort so praktiziert. Anwendung war 18 Personen Chor auf 9 Pultkanälen abzubilden. Dazu gab's dann zwei dedizierte Solosender.

    Damals waren noch Trafos als Combiner dazwischen - das macht aber hier keinen Unterschied, da die Empfänger-Ausgänge das Signal des jeweils anderen Empfängers ja auch über den Trafo sehen.

    Wenn du ganz auf Nummer sicher gehen willst, entkoppelt die beiden Ausgänge mit Widerständen.

  • Während mehrere Senken an einer Quelle kein Problem darstellen, sind mehrere Quellen immer Murks. Um den Murks zu umgehen müssen die Signale passiv oder aktiv gemischt werden, beispielsweise mit einer Radial MIX2:1.

  • In der Praxis kommt es ja vor, dass 2 Mikrofone mangels Eingangskanäle parallel auf einen Eingang geschaltet werden.


    Wie verhält sich das wohl mit Funkmikrofonen? Hier sind ja vermutlich aktive Verstärker im Einsatz. Würde gerne einen Dualempfänger mit 2 Mikros auf ein Kabel verbinden, traue mich aber nicht ganz. Gibt’s da Erfahrungen?

    Das funktioniert mit (zwei gleichen dynamischen) Mikrofonen einigermassen weil deren Ausgänge echt symmetrisch erdfrei sind und eine Ausgangsimpedanz von mindestens 150-200 Ohm bei relativ geringem Pegel haben. Damit addieren sich die Signale stumpf ohne dass es zu hörbaren Einschränkungen des Geräuschabstands oder klanglichen Veränderungen kommt.

    Die Ausgänge von Funkmikrofonempfängern sind in der Regel nur elektronisch symmetriert, haben teilweise Ausgangsimpedanzen von weniger als 30 Ohm und um ein vielfaches höhere Pegel. Das führt mindestens zu Verzerrungen und anderen Störungen, im Extremfall kann sogar die Ausgangsstufe eines der Empfänger beschädigt werden. Bleiben lassen.

    Economics in eight words: "There ain't no such thing as free lunch."

  • Wie bereits hier erwähnt, mit Entkopplungswiederständen geht das ohne was zu zersemmeln.

    Szenario wäre, 2 Typen/Typinnen, Div. wollen quatschen und der Discomixer hat nur einen Mikrokanal.

    Bei Gesang würde ich das nicht machen. Als ich Ende der 70er anfing, hab ich Tom 1 + Tom 2 wegen Kanalmangel auf einen Eingang geklemmt. Das ging sogar ganz gut, wenn die Toms gut eingestellt waren.

  • Also wenn man das bei einer Orchestermikrofonie mal macht oder vielleicht sogar mal zwei Congas auf einem Kanal macht kann ich das ja noch ok finden. Man hat das in den 80ern vor allem für Quellen gemacht welche sich sehr ähnlich sind. Davon kann ich bei zwei Handsendern ja nicht ausgehen.

    Funkmikros hat man ja nur weil sie mobil sind. Jetzt stelle ich mir gerade vor wie einer vor die PA rennt und es koppelt, und der andere deswegen auch nicht mehr singen darf. Das dass elektrisch geht ist klar, aber Sinn macht es garnicht. Also alleine beim Gain wird das schon floppen.

    Practice, Practice, Practice

  • Der Anwendungsfall wäre ausschließlich für Sprache. Tatsächlich geht in der Vermietung ein 2-Kanal Pult raus. Ein Kanal für Ton, 1 Kanal für Mikro. Dafür steht ein günstiges AKG WMs40 Dual zur Verfügung.

    Sinn und Zweck ist es zwei Mikros für Sprache zu nutzen. Zudem hätte es den Vorteil, falls mal ein Mikro ausfällt, dass nichts umgesteckt werden muss.


    Wie gesagt geht es hier eher um „Party-PA“ als um Live Musik auf der Bühne.

  • sorry wenn ich das jetzt schreibe, aber in meinen augen ist das trotzdem kappes.

    ein mischpult mit zwei mikrofonkanälen und einem oder mehreren line-inputs für zuspielungen ist heutzutage nun wirklich keine nennenswerte investition mehr.

    aber ich bin vermutlich zu sehr tontechniker, als dass ich die geplante vorgehensweise wirklich verstehen würde ;)

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • Es geht doch gar nicht ums Geld. Anwendungsgebiet ist z.B. eine Gartenparty, wo 2 Akkuboxen in der Ecke stehen und der Kunde 2 Mikros dazu erhält. Da ist eher Baugröße gefragt und einfache Bedienung.

    Ich möchte da mit keine DJs ansprechen und auch keine ernsthaften Feiern. Einfach für unscheinbar in der Ecke stehen ohne Pult etc.


    Aber zurück zur Technik… bisher habe ich mitgenommen:

    Einfach zusammenknoten kann zu Problemen führen. Besser jeweils 200 Ohm an den Ausgang und dann erst zusammen auf ein Kabel, dann sollte es funktionieren.