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"Nutzbass"

  • wora
  • 4. November 2026 um 11:21
  • wora
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    • 4. November 2026 um 11:21
    • #1

    Hier muss ich jetzt mal wieder eine Frage stellen.
    In der letzten Zeit lese ich immer wieder mal den Begriff "Nutzbass" in Zusammanhang mit Basslautsprechern.

    Ich bin da ehrlich gesagt ein bisschen ratlos, wass dieser Begriff eigentlich beschreiben soll.

    Was ist damit gemeint?

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • Zur hilfreichsten Antwort springen
  • schotte
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    • 4. November 2026 um 14:58
    • #2

    Hallo,

    eigentlich alles was nicht "Infra-t" und höher spielen kann. Früher gab es ja kein Focus auf 30Hz gewaaber weil das gab es technisch nicht ... die Not war groß ... man brauchte keine "Effektwege" ... und man lies den einzigen Bassweg den es gab teils sehr hoch laufen bis ein großes HT-Horn übernahm. Historisch gesehen haschst halt ne Fullrange Kiste genommen oder ein wirklich großes gerades Front Loaded Basshorn und den Low Cut bei z.B. 45-55Hz gesetzt und Vollgas gegeben was die Kisten halt hergaben. Siehe "Woodstock PA" z.b. . Das Bestätigt auch die 30-60-120-240 ... Oktave Theorie bei "Eckfrequenzen" bezüglich Obertönen / Oberwellen im Bass Bereich was noch heute gültig ist aber viel zu selten beachtet wird. 3 Generationen von Tontechnikern haben den wichtigen unteren Grundton ja quasi "abgeschafft" durch ihr unmusikalisches Arbeiten. "Kreative-Sound-System-Design" können heute nur noch wenige weil sie die Grundlagen dazu nicht beherrschen.

    Nur mein "Senf" dazu ... ;)

    corn*Schotte

  • Fux
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    • 4. November 2026 um 17:20
    • Hilfreichste Antwort
    • #3

    Ich kenne als "Nutzbass" den Bereich, in dem z.B. eine Kickdrum richtig schiebt, und der auch früher von klassischen Basshörnern gut abgedeckt wurde und wo man ohne KWs an Leistung reinzupumpen dennoch recht laut machen lann. Konkret etwa den Bereich um 60 bis 80Hz.

    Also "Nutzen" im Begriff Nutzbass in dem Sinne, das mit dieser Frequenzbereich für die laute Bechallung mit gegebener (begrenzter) Endstufenleistung etwas bringt und ich mit der Beschränkung bzw. Fokus auf diesen Bereich möglichst viele Leute in Rock'n Roll Lautstärke beschallen kann. Für 30 Hz Brauche ich sicher die 4-fache Leistung als für 60Hz und im Vergleich zu 80Hz nochmals deutlich mehr, wobei das vorhandensein von 30Hz - 40Hz für ein typisches Summensignal einer Liveband sicher weniger Nutzen hat als der Bereich zwischen 60 und 80Hz. Oder andersrum gesagt: Läßt du alles unter 50Hz weg, kann das noch ein schönes Livekonzert werden. Würdest Du statt dessen alles im Bereich 60-80 Hz weglassen....

    So definiert sich zumindest nach meinem Verständnis Nutzbass, als der Teil des Bassbereichs, der den meisten "Nutzen" bringt. Der Tiefbass drunter ist ein Nice to have, aber es geht auch ohne.


    Das früher Basshörner typischerweise bis 250Hz weit raufliefen war einfach den Mitteltonhörnern wie z.B. der AAC Midrange Expo 1x12 oder dessen 2x12" Derivat oder auch dem deutlich besseren Philishave "Rasierer" geschuldet, die nicht tiefer runter spielten. Als Bass würde ich aber 250Hz nicht mehr bezeichnen.

    Exkurs:

    Was man technisch bzw. logistisch/physikalisch auch als Vorteil von hohen Trennungen in Betracht ziehen kann ist folgende: Bei einem Bass schleppe ich notgedrungen eh schon eine große schwere Box herum, die auch nicht größer oder schwerer wird, wenn sie weiter rauf spielt. Wenn ich aber wegen einer tiefen Trennung bei 80 oder 100HZ ein Top brauche, das eben auch bis 80 oder 100Hz mit ordentlich Pegel herunterspielt, dann ist das Top automatisch auch nochmal eine große, schwere Kiste. Läßt man den Bass höher laufen kann das Top kompakter ausfallen, als wenn man es so tief trennen möchte, so dass nur die Bässe groß ausfallen und die Topteile eben nicht. Solange man alle LAutsprecher einfach gestackt hat um auf Höhe zu kommen, war das alles auch gar nicht schlecht. Sobald ich aber z.B. die Tops fliege und die Bässe ganz woanders stehen, ist das mit der hohen Trennung natürlich Essig... ;)

    Viele Grüße,
    Fux

    Einmal editiert, zuletzt von Fux (4. November 2026 um 17:35)

  • schotte
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    • 4. November 2026 um 17:46
    • #4

    Hallo,

    der Nutzbass geht halt in den unteren Grundton Bereich über.

    corn*Schotte

  • Hanseat
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    • 4. November 2026 um 18:24
    • #5

    Die Bedeutung mag jeder etwas unterschiedlich interpretieren. Mein Verständnis orientiert sich am Frequenzsspektrum einer typischen Rockband. Die Frequenz einer E-Saite des E-Basses liegt bei 41,2Hz (klar, es gibt auch noch 5-Saiter). Bei der Kick mag ich den Peak für eine eher tief-satte Soundabstimmung bei ca. 60Hz. Dadurch wird für mich das für die Musik "nützliche" und musikalisch bedeutungsvolle Spektrum im Bassbereich definiert.

    Tieffrequentes Gerumpel wird sinnvollerweise ausgefiltert, da es eher unerwünscht ist (Körperschall...) und unverhältnismäßig viel Energieaufwand (Amp-Leistung, Auslenkung, Membranfläche) benötigt, ohne dass diese Frequenzen etwas Wesentliches im Sinne des oben beschriebenen "Nutzens" beizutragen haben.

  • Herr Nink
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    • 4. November 2026 um 18:47
    • #6

    Ist, wie immer relativ, wenn ich da an einige Elektro, HipHop oder künstlerische Immersive Anwendungen denke oder Kino, dann werden teils 25 - 30 Herz durchaus als Notwendig definiert

  • Fux
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    • 4. November 2026 um 18:54
    • #7

    Bei einer Festinstallation wie einem Kino mag das ja sein. Aber wenn ich schaue, das heute meist Alles irgendwie in einem Sprinter passen soll, dann ist für mich bei 25Hz bei PA Pegeln eher der Wunsch der Vater des Gedankens.

    Viele Grüße,
    Fux

  • Herr Nink
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    • 4. November 2026 um 19:01
    • #8

    Ist ja auch meistens so. In seltenen Fällen aber eben nicht. Aber das sind dann auch keine Sprinter-Produktionen, sondern eher die wie - überspitz gesagt - der Sprinter für den Runner mit auf LKW 43 mit transportiert wird…

  • Hanseat
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    • 4. November 2026 um 19:14
    • #9
    Zitat von Herr Nink

    Ist, wie immer relativ, wenn ich da an einige Elektro, HipHop oder künstlerische Immersive Anwendungen denke oder Kino, dann werden teils 25 - 30 Herz durchaus als Notwendig definiert

    Elektronisch erzeugte Sounds unterliegen ja keinen bauartbedingten Begrenzungen des Spektrums. Mein "Nutzbass"-Verständnis basiert auf den Frequenzspektren von akustischen bzw. elektro-akustischen Instrumenten.

    Die darunterliegenden Frequenzbereiche passen daher gut zur Bezeichnung "Infra".

  • Blancblue
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    • 4. November 2026 um 20:56
    • #10
    Zitat von schotte

    Das Bestätigt auch die 30-60-120-240 ... Oktave Theorie bei "Eckfrequenzen" bezüglich Obertönen / Oberwellen im Bass Bereich was noch heute gültig ist aber viel zu selten beachtet wird.

    Kannst du diese Theorie mal näher ausführen?

    ________________________________

    Signatur?

  • audiobo
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    • 4. November 2026 um 20:58
    • #11

    Nutzbass = Grundtonbereich „üblicher“ tief gehender Instrumente wie Bassgitarre. Klassischer 4-Saiter mit Standardtuning 40Hz, 5-Seiter geht bis knapp 30 runter.
    Im Prinzip kann man sagen unter 35Hz ist Infra/Effektbass, da wird’s schnell schwierig mit konkreter Tonerkennung.

    Nach oben? K.a., ich würde sagen 100-120.

  • pivo@45rpm
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    • 4. November 2026 um 21:33
    • #12

    Blancblue

    So, wie du früher an nem 31er nicht nur die eine nervende Hauptfrequenz gezogen hast, sondern evtl. auch ein wenig das 1. & 2. Vielfache gleich mit, kann man das Spiel auch umdrehen. Stichwort Residualton. Du gaukelst eine nicht produzierbare Grundtonfrequenz vor, indem du deren Vielfache nach vorne bringst. Hast du ganz viele Schallkisten, entstehen zusätzlich minimalste Interferenzen, die das leicht schweben lassen. Dein Gehörch decodiert das als verdeckten Grundton. Du fühlst es fetter als es ist.

    So ungefähr.

    Die Krise ist ein ungemein produktiver Prozess, man muss ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen...

  • schotte
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    • 4. November 2026 um 22:11
    • #13
    Zitat von Blancblue

    Kannst du diese Theorie mal näher ausführen?

    Hallo, geradzahlige Obertöne / Harmonische Raster.

    @ pivo@45rpm : Ein Lautsprecher System das harmonisch Musikalisch Klangrichtig spielt ist auch kein "Gaukler".

    corn*Schotte

    2 Mal editiert, zuletzt von schotte (4. November 2026 um 22:37)

  • wora 4. November 2026 um 22:29

    Hat einen Beitrag als hilfreichste Antwort ausgewählt.
  • Jürgen Klingel
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    • 4. November 2026 um 22:38
    • #14
    Zitat von pivo@45rpm

    Dein Gehörch decodiert das als verdeckten Grundton. Du fühlst es fetter als es ist.

    So ungefähr.

    Die einen sagen "fetter", die anderen "unpräziser/schwammiger" :/

    Lieber mit Röhre geampt, als in Selbige geschaut!

  • wora
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    • 4. November 2026 um 22:52
    • #15

    Kleine Anekdote zu sehr tiefen Frequenzen.

    Ich hatte Anfang der 2010er Jahre mal die Gelegenheit, mit meinem Mischpult (damals iLive) für eine kleine Tour eine sehr gute Liveband in einem guten Tonstudio (vor)mischen zu können.
    Was mich damals wirklich irritiert hatte: die KS-Tonanlage im Studio ging dermaßen tief hinab, dass es für mein Empfinden sehr schwammig wurde. Ich habe das dann mit dem damaligen Besitzer des Tonstudios bequatscht - der konnte das gar nicht nachvollziehen - denn weil er die Anlage ja täglich hörte, war er daran gewöhnt. Aber ich eben nicht.
    Wenn man aber aus der Live-Ecke kommt, dann sind solche extremen Tiefgänge nie zu erleben - denn sie sind oft einfach unpraktisch. Erstens regen solch tiefe Frequenzen die ohnehin oft schon schlechten Dämpfungseigenschaften von realen Veranstaltungsräumen zusätzlich an, zum anderen gibt es ja auch kaum PA Anlagen, die unterhalb von sagen wir mal 35 Hz überhaupt wirklich nennenswerte Pegel erzeugen können.
    Also mir hatte das Erlebnis mit so einer ultratiefen Wiedergabe damals wirklich nicht gefallen. Vielen Dank für die Beiträge hier, die doch ein bisschen Licht ins Dunkel gebracht haben.

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • funkbrother
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    461
    • 4. November 2026 um 23:12
    • #16

    "Verdeckter Grundton", der durch die Obertöne "gehört" wird, obwohl lautsprechertechnisch gar nicht vorhanden... das nutzt JEDER Mensch, seitdem eben alle ein Handy haben...

  • Fux
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    • 4. November 2026 um 23:21
    • #17

    Das Wesen der Residualtöne ist mir wohlbekannt. Drum klingt auch eine 8x10" Ambeg Box dick im Bass, obwohl sie eigentlich nur die erste Harmonische wirklich laut wiedergibt. Aber wenn ich versuche am Handy über die Residualtöne Bässe herauszuhören....

    Na vielleicht sind da dann zu viele Harmonische zwischen dem Grundton und dem was das Handy noch so wiedergeben kann dazwischen die fehlen.

    Viele Grüße,
    Fux

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