Das HUI/GUI Dilemma ......

  • ...Viel wichtiger wäre ein Standard an den sich alle Hersteller halten würden. Denn das Umswitchen vom Midas auf ein Soundcraft weiter zum Digico, selbst wenn man von einem Hersteller unterschiedliche Geräte vor sich stehen hat. Immer muss man sich und seine Arbeitsweise an das Teil anpassen. ...


    ich verstehe deinen wunsch wirklich sehr gut, glaube mir. aber schau dir doch bitte mal die analogmischpulte aus den 50er, 60er und 70er jahren an. diese waren keinesfalls von anfang an gleich in der logik aufgebaut, da gab es jahrzehntelang teils erhebliche unterschiede in der bedienung.

    das sollte man nicht übersehen, auch die analogtechnik hatte evolutionsschritte!


    als die digitalzeit begann mutmaßte ich, dass es auch hier eine langsame evolution geben wird.

    und wie man in den letzten jahren gesehen hat, nähern sich die pulte ganz allmählich einander an. was wir, angesichts der sehr langsamen evolutionsschritte durch eine gemächliche modellpolitik bei relativ kleinen stückzahlen, haben müssen, ist geduld!

    wir befinden uns noch einige jahre in einer übergangsphase, bis sich eine gewisse grundkonfiguration eingestellt hat.

    wie lange das dauern wird kann niemand sagen, denn aktuell ist es für die hersteller noch vorteilhaft, wenn sich die bedienung und die features ihrer pulte von denen der konkurrenz abheben. so können sie mehr geräte verkaufen als früher... ja früher, als es üblich war am FOH und im monitor jeweils nur ein einziges pult zu haben (in seltenen fällen auch mal ein zweites für den headliner) ;-)


    also: geduld!

    ich verspreche dir folgendes: sobald mal ein hersteller einen riesenerfolg mit einer bestimmten bedienoberfläche hat und den anderen das wasser abgräbt, müssen sich die anderen anpassen und eine sehr ähnliche oberfläche und logik anbieten, wenn sie überleben wollen. das ist ein einfaches marktgesetz. im moment ist das nur leider noch nicht in sicht... :|

    aber vielleicht könnte ja gumas vision hier ein bisschen weiterhelfen

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

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  • also: geduld!

    ich verspreche dir folgendes: sobald mal ein hersteller einen riesenerfolg mit einer bestimmten bedienoberfläche hat und den anderen das wasser abgräbt, müssen sich die anderen anpassen und eine sehr ähnliche oberfläche und logik anbieten, wenn sie überleben wollen. das ist ein einfaches marktgesetz. im moment ist das nur leider noch nicht in sicht... :|

    aber vielleicht könnte ja gumas vision hier ein bisschen weiterhelfen

    An sich gebe ich dir recht. Man sieht das gut bei den DJ-Mixern. Vor dem Pioneer DJM500 gab es eine riesige Vielfalt an Layouts und Bedienlogiken, obwohl jetzt ein DJ-Mixer nicht sooo verdammt viele Features vereinen musste zu der Zeit (4x Line-In, 2-4x Phono-In).
    Seit dem DJM500 gibt es kaum mehr einen Hersteller, der nicht auch dieses Layout anbietet, der nicht auch eine LED-Kette pro Kanal verbaut, etc.. Zumindest bei so einer simplen Sache wie eine Hand voll Zuspieler und ein bis zwei Mikrofonkanäle scheint die Logik aufzugehen.


    Bei der Live-Sache ist es halt schon viel komplexer und der gemeinsame Nenner schwieriger zu finden. Zu allem Übel leben wir ausserdem in einer Zeit, in der jeder Hersteller von Geräten mit Software alle paar Monate ein Update herausbringen muss (?), das die Bedienlogik u.U. wieder auf den Kopf stellt und evtl. das Gerät wesentlich verändert.


    So gesehen würde ich mir eher wünschen, dass man einmal einen Gang runterschaltet und ein Augenmerk auf Kompatibilität und Stabilität legen würde, statt sich mit immer neuen Möglichkeiten zu übertrumpfen versucht. Mal abgesehen von Gumas Wunschpult gibt es derzeit ja eigentlich alles, um die tontechnischen Wünsche zu erfüllen.

  • 4. Ich weiß schon seit der M7CL rauskam, dass in der Zukunft der Pulte die Touchscreens unabdingbarer Bestandteil sein werden. Man kann das in meinen alten Threads lesen. Da wird die Konvergenz in Kürze abgeschlossen sein und die "Minischirm + grauenvoll unintuitive Graphik + die View-Tasten-Taperei" wird verschwunden sein.

    Der große Vorteil an einem Touchscreen ist die sichtbare Intuitivität und die Wandelbarkeit der Oberfläche. Was aber dagegen spricht ist die Hapitk und das sensorische Feedback. Das liefern am besten immer noch gute alte Micro-Switch-Tasten und Encoder. Daher sehe ich das Ende der Evolution dort angelangt, wo beide Elemente bestmöglich zusammenarbeiten. Im Idealfalls gibt es einen gut funktionierenden Touchscreen, mit einer übersichtlichen logischen Menüführung, andererseits kann man aber auch alle Standardaufgaben schnell und intuitiv über entsprechende Tasten und Encoder erreichen. Im Pult der Zukunft arbeiten daher für mich Displays und Hardware-Bedienelemente Hand in Hand (und vor allem auch räumlich nicht getrennt), der Touchscreen selbst dient aber ausschließlich den Funktionen, den für die es keine Hardwareregler gibt und der Konfiguration. Ein Touchscreen als kompletten Arbeitsmittelpunkt sehe ich nicht.

  • Ich würde es begrüssen, wenn das Pult der Zukunft wieder irgendwie Analog aussieht, zumindest für mindestens einen Kanal (Channelstrip) und dort eben auch alle notwendigen Knöpfe und Taster in Hardwareausführung vorhanden sind.


    Dinge wie FX, Dynamics können gerne irgendwie in einem entsprechenden Untermenüe vorhanden sein. Das wäre dann wie ein quasi Siderack.


    Ich meine auch, dass es dieses Konzept schon gibt.


    Allerdings wäre dann sowas wie die Brotkastenmischer mit ohne Knöpfe und nur WLAN/Wischdinger obsolet. Aber genau das ist anscheinend ja im Moment der Trend im unteren Budgetbereich. Klar, da Fader, Knöpfe und Taster eben Geld kosten.


    Andererseits hat man sich mittlerweile ja schon sehr an die vorgegebene Strukture gewöhnt und arrangiert sich damit.

  • Gibt es eigentlich aktuell Digitalpulte, mit denen man mehrere Kanäle auswählen kann, um sie gleichzeitig am Channelstrip zu bearbeiten? Das könnte bei mehreren ähnlichen Kanälen (z.B. Chormikrofone) doch auch Zeit sparen. Also mal alle Chormics auswählen, überall Phantom drauf, Lowcut, grobe Ausgangs-EQ-Kurve, Gate, etc..

  • Ja, so z.B.

    Allerdings ist eben gerade die "Schrumpfung" der Analogoberfläche auf ein Minimum das was anstrebenswert ist, um eben das Pult in seiner Größe zu schrumpfen. Ist auch nicht verkehrt.


    Aber so was in der Ecke bis sagen wir mal 16 Kanäle finde ich super.

  • Gibt es eigentlich aktuell Digitalpulte, mit denen man mehrere Kanäle auswählen kann, um sie gleichzeitig am Channelstrip zu bearbeiten? Das könnte bei mehreren ähnlichen Kanälen (z.B. Chormikrofone) doch auch Zeit sparen. Also mal alle Chormics auswählen, überall Phantom drauf, Lowcut, grobe Ausgangs-EQ-Kurve, Gate, etc..

    Ja, es gibt neben der Gang-Funktion (bspw. bei Vi) auch immer noch die Möglichkeit das an einem Kanal zu machen und diesen zu kopieren. Zumindest letzteres kann eigentlich jedes Mischpult.

  • Da inzwischen ein Kollege schmollt und nicht versteht, was gemeint war hier die Hilfe zum richtigen Abbiegen.


    Wenn man sich in den alten Thread ein bisschen einliest, kann man hoffentlich verstehen, warum ich nicht möchte, dass mein Thread zu einer ganz klar abgegrenzten Lösung nicht mit dieser allgemeinen Diskussion vermischt wird und warum ich ein redaktionelles Interesse daran habe, dass solche grundsätzlichen Überlegungen in einem längeren zeitlichen Zusammenhang geführt werden sollten.

    Auch in Zeiten von Internet, dafür von "Experten" aufgestellten Kurzlebigkeitsverordnungen und "was interessiert mich mein Geschwätz von vorgestern" machen solche über eine lange Zeit fortgeführten Fäden Sinn.

  • Der große Vorteil an einem Touchscreen ist die sichtbare Intuitivität und die Wandelbarkeit der Oberfläche. Was aber dagegen spricht ist die Hapitk und das sensorische Feedback. Das liefern am besten immer noch gute alte Micro-Switch-Tasten und Encoder. Daher sehe ich das Ende der Evolution dort angelangt, wo beide Elemente bestmöglich zusammenarbeiten. Im Idealfalls gibt es einen gut funktionierenden Touchscreen, mit einer übersichtlichen logischen Menüführung, andererseits kann man aber auch alle Standardaufgaben schnell und intuitiv über entsprechende Tasten und Encoder erreichen. Im Pult der Zukunft arbeiten daher für mich Displays und Hardware-Bedienelemente Hand in Hand (und vor allem auch räumlich nicht getrennt), der Touchscreen selbst dient aber ausschließlich den Funktionen, den für die es keine Hardwareregler gibt und der Konfiguration. Ein Touchscreen als kompletten Arbeitsmittelpunkt sehe ich nicht.

    Ich wehre mich ja gerade gegen die Abschaffung von Hardware Bedienern und ich sehe lediglich das Wegfallen von zu kleinen Nicht-touch-Schirmen mit eher bescheidener Graphik und den dafür unabdingbaren view buttons voraus. Dazu braucht's ja nicht viel Phantasie um das vorher zu sehen.

    Das Zusammenspiel von Touchscreen und Hardware-Bedienern hat allerdings zum heutigen Zeitpunkt noch erhebliches Verbesserungspotential bei allen Herstellern.

  • Der große Vorteil an einem Touchscreen ist die sichtbare Intuitivität und die Wandelbarkeit der Oberfläche. Was aber dagegen spricht ist die Hapitk und das sensorische Feedback. Das liefern am besten immer noch gute alte Micro-Switch-Tasten und Encoder. Daher sehe ich das Ende der Evolution dort angelangt, wo beide Elemente bestmöglich zusammenarbeiten.

    ...

    wir waren hier vor vielen jahren schonmal darüber einig, dass das maximal erreichbare ein touchscreen wäre, der sensorische rückmeldungen gibt. DAS wäre dann der gipfel der entwicklung.

    sowas ist aber leider immer noch nicht in sicht.8)

  • Gibt es eigentlich aktuell Digitalpulte, mit denen man mehrere Kanäle auswählen kann, um sie gleichzeitig am Channelstrip zu bearbeiten? Das könnte bei mehreren ähnlichen Kanälen (z.B. Chormikrofone) doch auch Zeit sparen. Also mal alle Chormics auswählen, überall Phantom drauf, Lowcut, grobe Ausgangs-EQ-Kurve, Gate, etc..

    ja, das geht bei den Vi pulten von soundcraft ziemlich gut.

    bei anderen konsolen bearbeitet man einen kanal und kopiert diese einstellung einfach auf beliebig viele kanäle. oder man "gangt" die kanäle, so dass sie das selbe machen. es gibt verscheidene methoden, wie man diesen arbeitsschritt machen kann. bei den Vis ist das meiner meinung nach aber am einfachsten gelöst.

  • Multi Select gibt es auch bei Avid S3L und S6L,

    Was für mich Ausdruck einer guten ergonomie ist, ist die Möglichkeit in zwei Kanälen unterschiedliche Dinge gleichzeitig bearbeiten zu können. Also in Kanal A z.b EQ Veränderung und in Kanal B einen AUX.

    Das ging analog, mehr als zwei Hände habe ich eh nicht, also ist damit für mich das Optimum erreicht. Das geht z.b bei all den Pulten die eine frei belegbare Encoder Reihe über dem fader haben.

  • In SAC kann man die Kanäle wählen (entweder per Maus oder als vorher angelegtes Preset) und dann die Parameter simultan ändern.
    Was ich mir auch wünschen würde (und was SAC auch kann) ist die Möglichkeit einen Kanal zum echten Stereokanal zu machen, und nicht zwei Kanäle zu verknüpfen zu müssen...

  • Was ich mir auch wünschen würde (und was SAC auch kann) ist die Möglichkeit einen Kanal zum echten Stereokanal zu machen, und nicht zwei Kanäle zu verknüpfen zu müssen...

    das ist aber durchaus schwierig, wenn die belegung der XLR buchsen schon steht. alternativ müsste man hier jeden zweiten XLR frei lassen, damit man den gewünschten stereokanal entsprechend nutzen kann.

    klar, man kann auch (beispielsweise) kanal 3 links machen und kanal 42 rechts... aber wer will schon so ein chaos haben ;-)

  • 1. Es wird sicher nicht so etwas wie einen AES Standard geben.

    2. Es findet eine Art Evolution mit einer Konvergenz statt, die der Markt selbst erzeugt. Das war wie schon oft von denen, die die Anfänge der Analogpulte kennen, beschrieben, schon mal so ...

    3. wir befinden uns mitten drin in diesem Prozess. Wer lesen kann, ist klar im Vorteil, denn der "Erbsenzähler" hat gerade dafür ein Beispiel genannt.

    4. Ich weiß schon seit der M7CL rauskam, dass in der Zukunft der Pulte die Touchscreens unabdingbarer Bestandteil sein werden. Man kann das in meinen alten Threads lesen. Da wird die Konvergenz in Kürze abgeschlossen sein und die "Minischirm + grauenvoll unintuitive Graphik + die View-Tasten-Taperei" wird verschwunden sein.

    5. Die Summe vieler solcher Schritte aus "Kopieren von Dingen, für die sich eine Anwendermehrheit findet" wird in den jeweiligen Produktpreisklassen das "Problem" selbst lösen.

    Wenn ich mir Avantis so ansehe, finde ich die Thesen meiner 'Langzeitbeobachtung' bestätigt und sehe noch eine weitere Konvergenz, mit der ich so schnell gar nicht gerechnet hatte:

    Die rein GUI basierten Lösungen, denen dann doch hardware-boards mit Fadern Tastern und Encodern beigestellt werden und die klassischen 'all in one' Pulte, deren Bedienelemente zusehens in die immer größer werdenden touch screens verlagert werden, entwickeln sich genau genommen auch schon aufeinander zu.