Mischpult Ersatz

  • Hallo,


    für unseren Kulturverein suchen wir ein neues Mischpult, da dass 6 Jahre alte Behringer X32 mechanisch geschrottet wurde.

    Hier die Ausgangslage:
    Wir mache pro Jahr ca. 200 Veranstaltungen mit 70.000 Besuchern in einer eigenen Veranstaltungsstätte mit 2 verschieden großen Räumen (kl. Halle ca. 300 Pax, gr. Halle ca. 1000). Dabei gibt es von Disco-VAs, über Kabarett/Comedy bis hin zu Konzerten verschiedenster Richtungen alles.


    Als Techniker arbeiten bei uns zwei fest angestellte Fachkräfte, diverse freie Techniker und (Verein) ehrenamtliche Mitglieder. Die Kenntnisse der Ehrenamtler reichen von FkVT, freier Techniker ohne Ausbildung aber 25 Jahre Erfahrung, bis hin zu Leuten die gerade mal 2 Mikrofone hoch schieben können (und wollen).


    Bis dato haben wir für größere Produktionen regelmäßig Pulte in der Liga Yamaha CL5 zugemietet. Diese Veranstaltungen wurden aber dann auch von Leuten betreut, die diese Pulte auch bedienen konnten.


    Aufgabenstellung:

    Wir brauchen ein Pult, das


    1. Von einem Großteil der größeren Produktionen akzeptiert wird
    2. Out-of-the-BoxCase so funktioniert, dass jeder damit klar kommt (also keine größeren Kenntnisse im Bereich EDV außer: Kabel muss in Buchse)

    3. Preisrahmen (inkl. digitaler Stagebox) von max. 20.000 € zzgl MWSt.

    4. mind. 40 Ch. Input, davon mind. 6 am Pult selber
    5. mind. 16 Mixbusse

    6. ausreichende Anzahl an Fadern (16+8+1 wie am X32 wären das Minimum)



    Ich bin auf Ideen bzw. Vorschläge gespannt

  • Da wird dir jeder hier sein Liebstes vorschlagen.

    Nicht ohne Grund; weil jedes so seine Vor- und Nachteile hat.


    ich weiß bloß nicht, ob eure Leute mit so einem (welches auch immer) Pult schnell klarkommen werden.

    Zumal ihr immer mit Personal gemietet habt.

    Warum kein neues X32 - oder halt M32 und weiterhin CL zumieten?

    Da kennen sich alle damit aus...

  • Bei dem (gar nicht mal so kleinen) Budget und der doch recht hohen Nutzungsfrequenz ist der Fall eigentlich klar: Yamaha QL5 + 32er RIO. Ist nicht ganz so flexibel und "modern" wie ein vergleichbares A&H dLive oder Digico aber hat 32+ Fader (wichtig!), ist mechanisch ausreichend robust und so klar strukturiert dass die Lernkurve für eure internen Leute überschaubar ist.

    Lasst die Finger von Midas (massive Zuverlässigkeitsprobleme und unterirdischer Support) und Soundcraft (nervige Bedienoberfläche und bei Gastmischern unbeliebt). Dann lieber ein neues X32. Das läuft zuverlässig wenn man nicht grade 100m Ethercon ran hängt, kann auf niedrigem Niveau und mit Abstrichen beim Bedienkomfort alles was *wirklich* gebraucht wird und ist so was wie der grade noch zähneknirschend akzeptierte Mindeststandard bei Clubtouren.

    Wobei ich mich in der Preisklasse evtl. sogar mal nach einem gebrauchten CL5 umsehen würde. Dann spart ihr euch die komplette Zumieterei; wer als Profi das Pult nicht akzeptiert soll gefälligst seine eigene Mühle hin stellen...

    Economics in eight words: "There ain't no such thing as free lunch."

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  • Unsere Techniker schlagen mir alle unterschiedliche Pulte vor.


    Der eine möchte eine Digico S21 (die mir in der Realität noch nie begegnet ist) - wir haben aber einen anderen Techniker der eine starke Seh-Behinderung hat. Mit einem Pult ohne irgendwelche Encoder ist der komplett verloren.


    Der andere möchte eine QL5 - da habe ich Angst, dass unsere ehrenamtlichen Techniker mit dem Dante-Gedöns nicht zurecht kommen. Am Ende ist es dann mein Handy, was klingelt und ich muss aus der Ferne helfen.


    Der nächste schlägt wieder ein X32/M32 vor - das wird aber wieder von vielen nicht akzeptiert, die Zumietkosten sind hoch.


    Wir sind als Verein nicht auf Gewinnerzielung fokussiert. Unser Ziel ist eher die laufenden Kosten gering zu halten. Eine einmalige Investition kann quasi vom Festgeldkonto bezahlt werden...

  • Unsere Techniker schlagen mir alle unterschiedliche Pulte vor.


    Der eine möchte eine Digico S21 (die mir in der Realität noch nie begegnet ist) - wir haben aber einen anderen Techniker der eine starke Seh-Behinderung hat. Mit einem Pult ohne irgendwelche Encoder ist der komplett verloren.


    Der andere möchte eine QL5 - da habe ich Angst, dass unsere ehrenamtlichen Techniker mit dem Dante-Gedöns nicht zurecht kommen. Am Ende ist es dann mein Handy, was klingelt und ich muss aus der Ferne helfen.

    Digico S21 ist in etwa so weit weg von der Akzeptanz durch Fremdtechniker wie es derzeit mit einem marktgängigen Pult geht...


    Wirklich tauglich für Sehbehinderte ist eh nur ein Digitalpult: Yamaha PM5D.


    In einer Festinstallation mit den immer gleichen Komponenten muss der Mischer die eigentliche Dante-Konfiguration von QL5 und RIO nie anfassen; Wichtig ist nur dass Pult und Stagebox regelmässig von dir die neueste Firmware bekommen, ansonsten wird's doof wenn Bandtechniker eigene Files dabei haben.

  • Digico S21 ist in etwa so weit weg von der Akzeptanz durch Fremdtechniker wie es derzeit mit einem marktgängigen Pult geht...

    Wie schon geschrieben: In der freien Wildbahn hab ich sowas noch nie gesehen - entsprechend hätte ich auch die Akzeptanz eingeschätzt.

    Ehrlich gesagt ging auch bei uns die Meinung in Richtung QL5 mit ner 32er RIO. Mit meiner Frage hier im Forum hatte ich auf "den" Geheimtipp gehofft. Deswegen hatte ich die Ursprungsfrage auch ohne eine Nennung unserer Ideen gestellt.

    Für den Input vielen Dank....

  • Eigentlich ist es relativ klar, bei 20000 Euro

    und der Anforderung möglichst breit akzeptiert zu sein, macht die oben genannte QL-Kombi am meisten Sinn. Alle Alternativen wie dLive, VI oder auch SD sind zwar wahrscheinlich von den Funktionen alle auf ihre Art irgendwie „besser“, „moderner“ oder „einfacher“ - die am breitesten akzeptierten und bekannten Pulte in der Klasse kommen halt von Yamaha.

  • QL5 würde ich aus betriebswirtschaftlicher Sicht nicht machen. Entweder M32+DL32 und für die größeren Sachen dann gezielt zu mieten, oder direkt CL5+RIOs und hoffen, damit die Zahl der Zumietungen zu minimieren. Du kennst Eure Klientel am besten.


    Ich hab die Erfahrung gemacht, dass eine QL5 von größeren Acts mitunter nicht akzeptiert wird. Dagegen sich manche Kollegen bei einem CL5 doch herablassen, den Künstler "ausnahmsweise" doch darauf zu mischen.


    Die DANTE Problematik (User Files/Firmware Terror) sehe ich übrigens wie Du. So ganz "Plug&Play" wie es sein sollte, ist es imho nicht. Einen DANTE Dompteur im direktem Zugriff ist daher anzuraten.


    LG
    WW

  • Oha, das mit dem Dante Dompteur klingt nach einem bescheidenen Posten.


    Da klingelt das Handy während man gerade die erste Schraube an der gerade hochgewuchteten Deckenplatte im neuen Dachausbau setzen will und dann darf man blind einen Fehler suchen, den der am anderen Ende nicht einschätzen kann, da er die Materie nicht kennt.


    Dann lieber M32+DL32 die Verbindung ist extrem simpel und funktioniert einwandfrei (man muss passend spezifizierte Kabel nutzen).

  • Dann lieber M32+DL32 die Verbindung ist extrem simpel und funktioniert einwandfrei (man muss passend spezifizierte Kabel nutzen).

    Da hab ich aber ganz andere Erfahrungen gemacht. X32 und vor allem M32 nerven schon weit vor Erreichen der theoretisch zulässigen AES50-Kabellänge mit sporadischen Dropouts und 0dBFS-Knacksern auf allen Ausgängen, vor allem wenn die Masseführung der Leitung nicht 100% der (von der EIA/TIA-Norm abweichenden) Vorliebe des Herstellers entspricht. Das mag bei 40 oder 50m Leitung in einer entsprechend kleinen Location noch unproblematisch sein, aber in einer 1000er Halle kommt schnell das doppelte zusammen. Es gibt Kollegen die aus diesem Grund notfalls auch mal eine X32/M32 akzeptieren aber nur mit Analogcore...

  • Die DANTE Problematik (User Files/Firmware Terror) sehe ich übrigens wie Du. So ganz "Plug&Play" wie es sein sollte, ist es imho nicht. Einen DANTE Dompteur im direktem Zugriff ist daher anzuraten.

    Das ist im Vermietbetrieb mit Pulten und Stageboxen die teilweise für eine Produktion von 2 oder 3 verschiedenen Vermietern kommen in der Tat ein Problem.

    Aber in einer gut gepflegten Festinstallation in der das gleiche Pult und die gleiche Stagebox immer mit der aktuellsten FW laufen muss doch weder an der Dante-Konfig rumgeschraubt noch das Pult durch Gastmischer upgedated werden. Wenn dann mal einer mit einem hornbeinalten Pultfile kommt das auf der neuesten FW nicht mehr läuft hat er halt einfach verloren und muss bei 00InitData oder dem Haus-Startfile anfangen.

  • Da klingelt das Handy während man gerade die erste Schraube an der gerade hochgewuchteten Deckenplatte im neuen Dachausbau setzen will und dann darf man blind einen Fehler suchen, den der am anderen Ende nicht einschätzen kann, da er die Materie nicht kennt.

    Im Vorlesen eines Screens, den ich aktuell nicht vor der Nase habe bin ich wirklich gut. Das mache ich im Hauptjob 10x am Tag...


    Da hab ich aber ganz andere Erfahrungen gemacht. X32 und vor allem M32 nerven schon weit vor Erreichen der theoretisch zulässigen AES50-Kabellänge mit sporadischen Dropouts und 0dBFS-Knacksern auf allen Ausgängen, vor allem wenn die Masseführung der Leitung nicht 100% der (von der EIA/TIA-Norm abweichenden) Vorliebe des Herstellers entspricht. Das mag bei 40 oder 50m Leitung in einer entsprechend kleinen Location noch unproblematisch sein, aber in einer 1000er Halle kommt schnell das doppelte zusammen. Es gibt Kollegen die aus diesem Grund notfalls auch mal eine X32/M32 akzeptieren aber nur mit Analogcore...

    Das X32 hat ja nun bei uns mit verschiedenen Kabeln (teilweise fest verlegt) immer problemlos gespielt. Auch CL/QL/sonstige Pulte haben sich da nie angestellt. Die Leitungen laufen auf kurzem Weg direkt vom FOH zum Monitorplatz, das sind vielleicht 40m. Im schlimmsten Fall (eine Trommel) 50m.

    QL5 würde ich aus betriebswirtschaftlicher Sicht nicht machen. Entweder M32+DL32 und für die größeren Sachen dann gezielt zu mieten, oder direkt CL5+RIOs und hoffen, damit die Zahl der Zumietungen zu minimieren. Du kennst Eure Klientel am besten.

    @ Wurst Werner - du kennst ja unsere Klientel auch ;-)...

    Wie schon gesagt: Bei uns ist eher der Gedanke: lieber einmalige Kosten (die evtl. sogar gefördert werden) als regelmäßige Zumietungen.

  • QL5 würde ich aus betriebswirtschaftlicher Sicht nicht machen. Entweder M32+DL32 und für die größeren Sachen dann gezielt zu mieten, oder direkt CL5+RIOs und hoffen, damit die Zahl der Zumietungen zu minimieren. Du kennst Eure Klientel am besten.


    Ich hab die Erfahrung gemacht, dass eine QL5 von größeren Acts mitunter nicht akzeptiert wird. Dagegen sich manche Kollegen bei einem CL5 doch herablassen, den Künstler "ausnahmsweise" doch darauf zu mischen.

    Korrekt. Wobei ich bei Leuten die über eine CL5 in einer 1000er Halle die Nase rümpfen in der Regel ohnehin mangelndes Bewusstsein für die Marktposition ihrer Künstler feststelle...

  • Geht es um die Butze in Krefeld in diesem ehemaligen Antiveganerbetrieb?


    Ein X32 spielt und die meisten können es bedienen. Daher nochmal kaufen und wenn der Nachfolger kommt ersetzen.

    Eine CL5 mit alter Rio ebenfalls gebraucht(!) aus brauchbarer Quelle kaufen. Alle beteiligen (außer dem DIGICO-Poser) sind glücklich.

    Das Pult ist doch von 2011, oder war es 2012? Da fänd ich nen Nachfolger in 1 bis 2 Jahren nicht unwahrscheinlich und man ärgert sich evtl. über Neukauf.


    Danach ist doch sogar noch Budget übrig und keiner der Freizeitsportler bekommt das Kotzen weil er sich ewig einarbeiten muss. Das X32 ist mittlerweile so billig, dass es in Eurem Budget kaum auffällt. Das gilt auch für ein M32 und vor allem vor ein M32R. Ich kann Dir da mal nen Kontakt herstellen.

    Ein neues CL5 würde ich auch nicht kaufen.


    Was das Kabel angeht:

    100m Klotz RamCat spielt am x32 völlig problemlos auch bei Festivals mit 5000 Handys Drumherum. Trommel zum Beweis kann ich gerne mal von Kempen aus rüberwerfen.


    Beste Grüße,

    Volker