I don't need that, 2.0

  • Es gibt auch das umgekehrte Phänomen .


    Die Kollegen machen einen richtig guten Job

    und trotzdem hat irgend jemand etwas zu meckern .


    Die Wahrnehmung des selben Ereignisses scheint grundverschieden zu sein .

    Die Rückkehr zur Vernunft ist der schwerste Weg

  • Das erinnert mich an einen Kneipengig. Wenig Info vorab, Budget gegen Null, also 0815 Standardbesteck 2x Top, 2x Sub und fertig. Es gab in der Kneipe aber quasi noch einen winzigen Bereich seitlich der Bühne wo vielleicht 6-8 Leute Platz hatten. Der Sänger hat noch im Konzert die Leute mehrfach aufgefordert doch vor die Bühne / PA zu kommen. Und natürlich kam dann nach der Show "der Sound war scheisse, Gesang zu leise..." usw. :rolleyes: Manchen ist anscheinend nicht zu helfen...

    Beim nächsten Gig dort hatte ich für alle Fälle übrigens extra ne kleine 8"/1" für die Ecke auf ein Stativ gestellt....natürlich waren da alle vorne vor der Bühne *finger

  • etwas ähnliches ist mir auch mal passiert, in Flensburg.

    der club war sehr stabil gebaut - will heißen: viel beton und dazu eine relativ niedrige deckenhöhe.

    die band, mit der ich dort war, bestand aus sehr guten musikern. aber ausgerechnet an dem tag hatten wir einen sehr lauten drummer dabei, der die bühnenlautstärke in der betonkiste schon im soundcheck ganz erheblich nach oben trieb. man ahnt es vielleicht schon... meiner bitte, leiser zu spielen, wurde etwa 3 minten lang nachgekommen...


    die PA des hauses war ein gestacktes hornsystem, weches horizontal eindeutig einen zu geringen abstrahlwinkel hatte. man konnte sich raussuchen, ob man damit die vordere hälfte des saales beschallen wollte, also den bereich vor der bühne bis etwa zur mitte. oder ob man es hinten schöner machen wollte, dafür den bereich direkt vor der bühne aussparen... ich entschied mich für einen mittelweg... es gab also direkt vor der bühne einen etwa 3-4m tiefen bereich, der nicht wirklich gut beschallt war.

    zusätzlich zu unserer combo gab es dort noch eine vorband.


    nach dem einlass stellten wir fest, dass der besucherandrang heute abend eher zur überschaubaren sorte gehörte... es waren also nicht so viele leute da.

    bei der vorband stand das publikum recht weit von der bühne weg und die band spielte angenehm leise. die leute standen genau im abstrahlbereich der PA und der sound war dadurch recht angenehm.


    dann waren wir dran - und die sängerin kam auf die bühne und der erste satz war:" leute, kommt doch bitte erstmal ganz nach vorne, direkt zu mir!"

    dann setzte der drummer ein.

    vielleicht ahnt ihr es?

    ja, der größere teil des publikums ging direkt an die bühnenkante, der kleinere teil (weil es ja plötzlich sehr laut wurde) ging ganz nach hinten!

    im abstrahlbereich der PA standen also die wenigsten gäste...


    und später, im hotel, kam dann tatsächlich die frage: "sag mal, was war denn heute los? alle sagten, dass der sound der vorband deutlich besser war als bei uns..." :rolleyes:

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • Und daraus hast du jetzt gelernt, dass Stereo sowieso überbewertet ist und die eine Seite den Nahbereich und die andere den Fernbereich hätte abdecken sollen. 8o

    Wenn man schon kein Glück hat kommt oft noch Pech dazu. :S

  • Oh je, ja diesen Notnagel musste ich leider auch schon mal anwenden.

    Sieht bescheuert aus, klingt bescheiden, aber manchmal ist es aber der einzige Kompromiss um irgendwie für alle was halbwegs verständliches hin zu bekommen.

  • Ich hatte mal eine VA als Mischer der Vorband, auf der ist eine Seite des Linearrys ausgefallen.


    Auf die Distanz ist das gar nicht gleich aufgefallen - der FoH war ganz hinten im Saal (furchtbar, aber nicht in meinem Einfluss).

    Die Produktion hat Soundcheck gemacht ohne, das es jemanden aufgefallen ist.


    Mir war es beim Test der Übergabe aufgefallen (dachte zuerst an ein fehlerhaftes Routing).


    Es waren am Ende defekte Verstärker der Hausanlage. Der sehr unangenehme Hausherr wollte aber nicht, das jemand in seinen Müll funktionierende Amps einbaut (hätte ich rechtzeitig besorgen können).


    Das funktionierende linke LA hat hinten ganz gut abgedeckt, vorn aber halt nur die linke Seite. Ich hab dann kurzerhand rechts eine Box auf die Bühne gestellt, die ich eigentlich als Monitor mit hatte.

    Das hat gereicht, um die unbeschallte Ecke / Viertel aufzufüllen.

    Das ging erstaunlich gut.

    Links vornwar es halt etwas lauter, als mir lieb, der Rest war aber sehr gleichmäßig


    Die Leute von der Produktion habem erst etwas gelächelt, nach unserem Slot aber höflich darum gebeten, das ich die Box doch noch bis Ende der VA da lasse und ein Bier ausgegeben.

  • IDN: Schon das dritte Festival dieses Jahr mit Aussage vom Veranstalter/örtlichen Technikdienstleister: "Wir haben zwei Bühnen in direkter Nähe zueinander die jeweils im direkten Wechsel bespielt werden. Da es direkt nahtlos weitergehen soll, gibt es mit offener PA nicht mehr als max. 5min Linecheck".


    Es ist nicht so dass wir das nicht hinbekommen würden, aber ich verstehe diese Planungspolitik nicht... Das ist einfach nur anstrengend für die TechnikerInnen, für die KünstlerInnen, für die BesucherInnen... Bei so einem Festival gehts doch auch nicht zuletzt ums gemütliche Beisammensen, quatschen, chillen bei (hoffentlich) gutem Wetter und so... Muss da wirklich eine Komplettbeschallung mit Livemusik ohne jegliche Pause durchgezogen werde ...? Das ist doch einfach nur noch stressig für alle... :rolleyes:


    Ich weiß, das Thema ist irgendwie auch ein alter Hut und vielleicht hatten wir auch nur Pech aber dieses Jahr kommts mir irgendwie extrem vor...

  • ...ich bin eh kein Freund von Festivals 'auf der grünen Wiese', bei denen die PAs sich 'überlappen' und es keine richtigen ChillOutZonen gibt.

    Womöglich noch ohne Schattenspender (mal vom Bierpilz aubgesehen)...


    Ein gut gemachtes Festival kann aber durchaus 3-4 Livebühnen gleichzeitig bespielen, bei denen sich das Publikum dann das Programm selbst 'zusammenstellen' kann. Sabbeln/Chillen geht dann ja auch 50m weiter bei 'angenehmer Hintergrundbeschallung'.

    ...hauptberuflicher Sarkastiker.

    Einmal editiert, zuletzt von treibsand ()

  • ha, seit jahren geht mir genau das durch den kopf. das ist ja auch bei anderen veranstaltungen mittlerweile oft der fall, dass es quasi keine pause geben soll.

    warum gönnen die veranstalter den gästen nicht mal ne schwatz-pause? gerade die jungen gäste kommen doch, um spaß zu haben und andere leute kennenzulernen. und kein mensch kann stundenlang konzentriert zuhören, man braucht unbedingt auch pausen.

    glauben die verantwortlichen wirklich, dass die gäste sonst davonlaufen?

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • Naja , als wir vor 30 Jahren solche Festivals gemacht haben

    gab es immer schon ein solches Zeitlimit vom Veranstalter .


    Dabei war allen klar , das man dies so nicht einzuhalten kann ,

    dafür ist es halt ein Festival ...


    Der Grund ist vielmehr , das die Bands auf den Change vorbereitet sind

    und das ewige herumgeschraube an Einzelquellen zeitlich etwas einzuschränken .

    Die Rückkehr zur Vernunft ist der schwerste Weg

  • gerade die jungen gäste kommen doch, um spaß zu haben


    andere leute kennenzulernen

    Ich versteh den Zusammenhang nicht. Leute kennenlernen geht doch über TocTicInstaWartsabFratzenbuch oder nicht?


    kein mensch kann stundenlang konzentriert zuhören

    Die wollen doch Spass! Nix zuhören.


    man braucht unbedingt auch pausen.

    Was meinst du was auf den Festivals neben Gerstenkaltschale und Bratwurst noch vertickt wird? Stichwort: SPASS.


    Wie meinte der Festivaljünger neulich als die Wirkung nachlies: Ey alter, was ist das denn für ne komische Mugge?


    glauben die verantwortlichen wirklich, dass die gäste sonst davonlaufen?

    Na solange das Ticket bezahlt ist, kann es doch wurscht sein. Bis zum nächsten Jahr wissen die eh nicht was das gelaufen ist.


    *duckundweg*

    Laut heisst nicht immer gleich gut und toll und wer schreit ist meist im Unrecht.

  • Sehr gut an der Diskussion finde ich, dass der Fokus gerade auf den Bedürfnissen und Annehmlichkeiten des Publikums liegt, weil es am Ende die Gäste sind, die alles/alle bezahlen.

    Die Befindlichkeiten und Luxusproble von Technikern oder Musikern sollten da absolut hinten an stehen bzw. dann eben durch andere organisatorischen Maßnahmen optimiert werden.


    Ob diese Doppelbühnen Zeitpläne mit Dauerprogramm so optimal sind, müssen die Veranstalter wissen. Ich zitiere mal aus meiner Zeit aus den Installationen in Clubs: "Das Geld wird micht auf der Tanzfläche verdient, aber die Stimmung dort ist wichtig".


    Für mich ganz klar: Für das Publikum gibt es nichts nervigeres als wiederkehrende ausgedehnte Soundchecks über PA. Besonders bei mitreisender Technik fehlt mir jegliches Verständnis, wenn das länger dauern muss als auf örtlichem Material (erst recht dann, wenn es nicht hilft).

    ...Holz ist braun!

  • Ich bin überzeugt davon, dass 'Pfeiffe' ganz genau weiß, wovon er spricht. Ich finde das ebenfalls total unnötig.

    Soundchecks auf Festivals können auch ausgeprochen kurzweilig für das Publikum sein, wenn man es richtig macht. ;)

    Ich trainiere das mit den Bands, mit denen ich regelmäßig arbeite, so, dass das Publikum Souncheck und ersten Song nicht auseinander halten kann in Form eines „Soundcheck-Songs“. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass wir, die Tontechniker, so rechtzeitig kommen und uns mit dem, was wir vorfinden so beschäftigen, dass wir selbst kaum 'Soundcheck' brauchen. ;)

  • Bikerfestivals. Neben allem zweifelhaften was das Publikum so aufzubieten hatte auch noch scheiße organisiert. Was für ein Kackjob

    Tut mir leid für dich. Aber ich hatte auch schonmal so einen Event, bei dem ich sehr positiv überrascht wurde. Da gibt's wohl auch die ganze Bandbreite...

    Der Ton macht die Musik.