Das wäre ich ohne Corona wohl nie angegangen ...

  • Nachdem ich den Wing jetzt auswendig kann, verschiedene Restaurierungsprojekte abgeschlossen sind und mich das LV1 Dingens doch nicht so bockt, habe ich jetzt was ganz bescheuert Zähes angefangen. Immer die Geschichte eines Bekannten vor Augen, dessen riesige Vinyl-Jazz-Sammlung undigitalisiert verkauft wurde weil er sie jetzt 84-jährig nicht mit ins betreute Wohnen nehmen konnte und er jetzt bedauerlicherweise auf seeehr vieles verzichten muß, habe ich mich entschlossen, meine CD-Sammlung in 48KHz16bit auf eine 2TB Platte und nochmal auf einen Satz USB-Sticks fürs Abspielen in diversen Pultplayern und meinem zukünftigen Fahrzeug zu bannen und zwar vollständig. Nix MP3. Bisher gab es nur ein paar Sachen als Pausen-LaLa auf zwei 16GB Sticks.

    Nach einem Blick über die Schulter einiger technikfreudiger Normalmusikkonsumentenfreunde in meiner Umgebung, die entweder nur noch streamen oder beim Edelprovider mittels Dowloadabo auf ihren Monstermedienserver schaufeln, habe ich festgestellt, dass das nicht meine Lösungen sind. Allein die Angst, einige meiner selteneren Schätzchen aus 40 Jahren CD-Sammelei könnten nicht verfügbar sein, gepaart mit einer unbestimmten Angst davor, so einer Medienkrake ausgeliefert zu sein, halten mich davon ab.

    Nach den ersten 200 gerippten CDs der erste Schock: Ich hatte das Gefühl, so gar nicht weiter zu kommen??? Beim Zählen vor ein paar Jahren waren es mal so um die 400 und mein „gefühlter Zähler“ hatte das bis heute etwa verdoppelt. Leider war das bei Kontrolle ganz daneben. Tatsächlich sind es ca. 2200 CDs und damit ne echte Sysiphos-Aktion, die ich aktuell zu etwa 28% erledigt habe.

    Bin ich nun völlig übergeschnappt, komplett aus der Zeit gefallen, Corona-verblödet oder wo fehlt's mir? Eure Meinung bitte!

  • I feel you, ich hab mal „nur“ angefangen per barcode Scan eine ordentliche Bibliothek anzulegen, der erste Schock: viele ältere Platten haben gar kein barcode.

    Der nächste Schock dann bei etwa zwei Dritteln: der Anbieter der App wird gezwungen seine Scanner Dienste einzustellen, also ab da alles manuell eingeben ....


    Hänge auch irgendwo um die 2000 :)


    Das digitalisieren habe ich zum Glück schon früh angefangen, und bei neuen Platten oder CDs hilft Amazons Auto rip Funktion

    Privater Account mit meiner persönlichen Meinung.

    Sollte es ein Problem mit meiner Neutralität zu einem Thema geben mache ich das im Beitrag kenntlich. :thumbup:

    http://www.noon.ruhr


    Application Support Engineer - HK Audio

  • Den Digitalisierungs-Spaß habe ich auch schon (mehrfach) hinter mir - und ja, irgendwann ist es einfach nur eine nervige nebenbei-Fleiß-Aktion.


    ... ich hatte noch den Vorteil, daß mir "Zeit" egal war und ich das auf einem 2. PC scripten konnte, so daß ich einfach nur CD einlegen, warten bis Auswurf, nächste einlegen, warten bis Aufwurf, ...


    Richtig nervig wird's dann hinterher, wenn man das Zeugs einigermaßen konsistent über eine Mediensoftware verwalten will und sich da herausstellt, daß es da keinen so 100% Standard gibt für die ganzen Meta-Daten... mag aber sein, daß das heute wesentlich besser geworden ist...

  • Dann kann man die files wenigstens auf der X-Serie und Wing direkt abspielen;)

    ...und auf dem GLD auch und ich nehme mal an, auf den neueren A&H Pulten ebenfalls. In mir sträubt sich alles dagegen, die Sampling Rate der Pulte runter zu stellen nur um Konserve abzuspielen. Ja ich weiß, für Pausenmucke langt auch MP3 aus dem smart phone aber manchmal hat man's auch mal gern richtig. :)


    ...und bei neuen Platten oder CDs hilft Amazons Auto rip Funktion

    Ah, ich dachte, da bekommt man nur MP3 ?

  • Ich habe letztes Jahr über Monate Live Aufnahmen in den Rechner überspielt, bevor mir die Bänder verrecken. Da gings um unzählige Kisten von DATs und Kassetten.

    Den SV3700 musste ich auch erstmal reparieren lassen für das Projekt.


    Ohne das letzte Jahr hätte ich das wahrscheinlich nicht mal in der Rente gemacht, wer weiss.

    Insofern finde ich Deine Aktion überhaupt nicht verblödet!

  • schon vor etwa 20 jahren habe ich angefangen, meine musik stück für stück auf festplatte zu bannen. immer wieder mal, so kann man auch größere mengen einfangen. damit habe ich schon anfang der nuller jahre meine pausenmusik nicht mehr über die damals am FOH noch sehr verbreiteten CD plärrer abgespielt, sondern zunächst von einem kleinen Laptop und später dann, als es diese technologie gab, von einem iPod. heute mach ich das aber wieder über einen normalen rechner, weil der ja ohnehin immer am start ist.


    allerdings habe ich das damals, mangels speicherplatz, ins mp3 format konvertiert. aber nie unter 192kB. und dabei bin ich geblieben.

    ganz wichtige und klanglich hochwertige sachen habe ich zusätzlich als wav files gespeichert. das sind aber nur relativ wenige.


    und vorein paar jahren hab ich angefangen, ein paar meiner alten schallplatten zu digitalisieren. weil das aber mühsamer ist (die songs muss man dann selber zurechtschneiden), bin ich noch seeeehr weit davon entfernt, alle LPs digitalisiert zu haben ;-)


    und zu meinem großen glück habe ich auch viele, viele jahre lang fast keine neuen CDs oder LPs gekauft. von 2000 bin ich jedenfalls sehr weit entfernt, ich habe etwa 500 schallplatten und vielleicht 300 CDs. das hilft natürlich, um den überblick nicht zu verlieren ;-)

  • Ich "leide" mit guma. Ich habe hier in etwa 16 Laufmeter Vinyl und ca. 1000 CDs rumstehen und überlege ebenfalls seit langer Zeit wie und wann ich das alles digitalisiere... Eine schnelle, bequeme und funktionale Lösung kann ich leider nicht bieten - sonst hätte ich es schon gemacht.

  • Also bei CDs hab ich es einfach:

    Kleinrechner mit Kodi starten, CD rein -> wird gerippt als flac und die Metadaten werden dazu automatisch rausgesucht. Selbst viele Exoten (Selbstvermarktung und giveaways) werden korrekt erkannt.

    Wenn das Laufwerk wieder leise ist: nächste CD rein.

  • Moins. Neverending story. Das Thema kann einen unendlich lang beschäftigen. Da gibt es ganz exklusive Kreise, die sich damit auseinandersetzen. Fakt ist: man lernt dabei nie aus und fängt am Ende immer wieder von vorn an. Reine Fleißarbeit. Oberste Prämisse: Inhalt des Datenträgers 1:1 und unkomprimiert archivieren. Im besten Fall stimmt die CRC-Prüfsumme der eingelesenen CD mit der aus einer Datenbank (z.B. via Accurate Rip) überein. Das läuft am Ende auf eine Lossless-Datei, z.B. FLAC, hinaus plus ein Cue-Sheet, worin die Tracks, Pausen, das Tagging und ggf. Replay-Gain Infos enthalten sind. Grundlegend wichtig ist die Software für das Rippen. Nach wie vor ist da EAC gut geeignet. Genauso wichtig: das Laufwerk. Da ist nicht jedes geeignet und vor allem die Fehlerkorrektur muss zusammen mit EAC spielen. MP3-Konvertierung oder Samplerate-Conversion sind auf jeden Fall absolute No-Go's beim ernsthaften Anlegen eines Musikarchivs.

  • die Geschichte eines Bekannten vor Augen, dessen riesige Vinyl-Jazz-Sammlung

    [...]

    wo fehlt's mir?

    Dir fehlt schlichtweg (Musik-)geschmack...


    Mein aktuelles persönliches Highlight: Fredrik Vahle - Zugabe. Als Tonie. Jetzt schon kompatibel, für's Pflegeheim in (hoffentlich erst) 40 Jahren.

  • Lasst mich einen weisen Mann zitieren:

    Zitat von Onkel Uli H. aus S.-burg an der Sieg


    Jeder Andere Zuckt Zusammen


    ...im Übrigen dürftest Du, lieber guma, (ohne Dir da zu nah treten zu wollen) für mehr als die Häfte der Bevölkerung als "viel älter" gelten.... :P