Wie waren eigentlich damals…. … die Servodrive Bassboxen?

  • stell dir ein sc4 hin und der hat einen -6db Punkt bei 20hz. das sollte reichen. du wirst den ja nie Vollgas betreiben, damit wird der wahrscheinlich auch noch 18hz oder so hinbekommen.

    da so eine pfeife :)

    ja im wesentlichen nur einen ton macht, braucht es da nicht so extrem viel Luft. die Schiri pfeife wird ja auch nur von einer Lunge angetrieben und man hört sie weit.

    Ähm, ohne das jetzt hier ausufern lassen zu wollen... Aber wenn du wirklich pegelfesten Tiefbass fürs Kino und der damit verbundenen teilweise brachialen Dynamik haben möchtest ist es ein Kinderspiel auch große Subs ordentlich arbeiten zu lassen oder bis zur Kotzgrenze zu bringen. Aus aktuellem Zimmerumbau hängt mein KCS Sub gerade provisorisch an einer LD 4950, bekommt also nur 750W ab. Die Endstufe samt Sub in einem 30m² Zimmer bei gehobenem (nicht Ohr-abfall) Pegel bis zur Kotzgrenze zu fahren ist eine Kleinigkeit. Hab letztes WE nochmal spasseshalber Top Gun Maverick geguckt und war am Amp ganz knapp vorm Clipping. Meiner Meinung nach sind selbst potentere Hifi- / Heimkinosysteme hier völlig unterdimensioniert wenn man laut hören kann. Nicht umsonst bauen sich Leute DBAs in solche Räume mit ganzen Rudeln von 15" oder 18". Aber egal, Coda fällt raus da einfach zu teuer. Das kann ich mir nur in alt und gebraucht leisten. Bin aber aktuell ganz zufrieden davon ab. Aber verbessern kann man sich ja immer und ich finde die Technik halt insgesamt sehr interessant.


    Zur Orgel: Ja jede Pfeife macht nur einen Ton, wenn es aber zur Sache geht und etliche (alle) Register gezogen werden dann sind da auch schonmal 20 Pfeifen und mehr gleichzeitig in Betrieb.

  • den sc4 kann man auch kaum gebraucht kaufen. man sollte sich aber mal ernsthaft fragen, ob in einem 30qm räum 20hz sinnvoll darstellbar sind oder ob die einfach in Resonanzen untergehen. wenn du einen 750w amp ans flippen bekommst in dem kleinen räum, dann wird einfach die ganze Schallenergie durch die Interferenzen aufgezehrt. da hilft auch einfach nicht noch mehr amp Leistung. da hilft nur ein größerer raum !!

    schade das du soweit weg wohnst, sonst würde ich glatt sagen, das ich dich mal mit einem sc2 besuchen komme :)

  • Bei dermaßen tiefen Frequenzen in einem im Vergleich dazu "kleinem" Raum kann sich natürlich die Welle nicht "ausbreiten". Das ist in etwa dann vergleichbar mit der Situation in einem Auto.

    Der Raum ist gewissermaßen eine Druckkammer und kein Freifeld, also fast so, als wenn man in einem zwei Kammer Bandpass im größeren Volumen sitzt und das kleinere Volumen ist der Lautsprecher.

    Es ist also nicht so, dass man in einem 30qm Meter Raum keine 20 Hz höhren könnte, aber das Ganze muß völlig anders simuliert werden als im Freifeld.

    Von den Servodrive Boxen gab es auch nicht "die" Servodrirve Box, sondern eine ganze Reihe von Lautsprechern, die mit diesem "Motor" angetrieben wurden. Für PA Anwendungen gabe es verschiedene Hornkonstruktionen (Basstech 7, SDL-4, SDL-5 usw. und den Servodrive Contrabass mit Passivmembran der (mit geringerem Wirungsgrad als die anderen Servodrive Bässe) bis 18 Hz runter spielte.

    Die eingesetzten Motoren waren für heutige Maßstäbe nicht wahnsinnig hoch belastbar, was aber bei der zu ihrer Zeit nicht so Leistungestarken Endstufen, oft Crown Marcotec (die MAVZ5000 gab es in dieser Zeit noch nicht) vollkommend auseichend war.

    Der Frequenzgang dieser Servodrive Lautsprecher war eher wellig, aber mit einem klassischen Horn und den damaligen konventionellen Basschassis waren in den Hörnern derzeit einfach nicht so tiefe Frequenzen vernünftig abbildbar. (nein auch nicht im sehr großen Shearer Horn, das zumindest einzeln gar nicht so tief ging, wie oftmals "posthum" geschrieben wird.

    Da heute Chassis mit wesentlich größerem lineraren Hub als damals auf dem Markt erhältlich sind, hat sich die Technik der "Motorbässe" eigentlich selbst überlebt und der "Nachfolger" sind die extrem langhubigen, sehr niederohmigen Chassis mit sehr großen Schwingspulen, die mit Schwingungsaufnehmer und entsprechenden "Feedbackschleifen" in doppelt ventilierten Bandpässen für den Sublowbereich angeboten werden.


    Zum Teil wurden bei speziellen Veranstaltungen auch eine ganze Weile nach deren Erscheinen die Servodrive-Hornbässe als Sublowweg unter den m.E. sehr gelungenen Martin Audio F2B Bässen eingesetzt.

    Heutzutage hat sich das Konzept aber denke ich überlebt, und bietet keine einzigartigen Vorteile mehr.

    Viele Grüße,
    Fux

  • Heutzutage hat sich das Konzept aber denke ich überlebt, und bietet keine einzigartigen Vorteile mehr.

    Danke für die Infos! Sowas dachte ich mir schon.


    Ich rede hier auch gar nicht nur von meinem Raum. Ich beschäftige mich mit Heimkinokrempel parallel zum PA Gedöns nun auch schon seit >20 Jahren und habe in der Zeit auch so Einiges gehört, vom kleinen Hifisystem über eine Installation mit Studiomonitoren über so "Power Hifi" wie Klipsch bis hin zu kompletten PA Anlagen in Heimkinos. Und ich kann nur sagen, wenn man einen Raum mit 30m² oder mehr hat und eine lineare Wiedergabe mit Pegel bis 20Hz oder sogar noch weniger anstrebt so ist das ein nicht zu unterschätzender Aufwand an Material und Leistung die man dafür benötigt, noch ganz abgesehen von der Raumakustik. Wenn man sowas mal hört ist das ein echtes Erlebnis und übertrifft sogar noch die meisten richtigen Kinos.

  • Ein Kollege hat dafür einen Meyer Sound VLFC im heimkino liegen.

    Der freut sich immer wie ein kleines Kind wenn er eine Stelle in einem Film findet, die so gut wie niemand anderes hören/fühlen kann 8)


    Da steht aber auch Elektroschrott im mittleren fünfstelligen Bereich herum, um das Hörerlebnis adäquat linear und rauschfrei zu ermöglichen. Das Ergebnis ist tatsächlich "leider geil", es muss einem der Spaß aber auch wert sein.

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  • Und ich kann nur sagen, wenn man einen Raum mit 30m² oder mehr hat und eine lineare Wiedergabe mit Pegel bis 20Hz oder sogar noch weniger anstrebt so ist das ein nicht zu unterschätzender Aufwand an Material und Leistung

    ich will ja nix sagen, aber das ist auch schon seit ein paar jahrzehnten bekannt. ;)


    das es aber durchaus spaß bereiten kann, filme mit tiefreichenden bässen zu erleben, durfte ich mitte der 90er mal im Canton studio erleben. das war durchaus beeindruckend. für mich zuhause wäre mir der aufwand aber zu hoch - vor allem auch, weil meine frau einfach keine actionfilme mag ;)

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • das es aber durchaus spaß bereiten kann, filme mit tiefreichenden bässen zu erleben, durfte ich mitte der 90er mal im Canton studio erleben. das war durchaus beeindruckend.

    Das wird jetzt etwas oT:

    Hatte vor zwei Jahren das Vergnügen, "Schlacht um Midway" in einem richtigen Kino mit dem nachgebauten Sensurround- Verfahren zu erleben, das war in einem tschechischen Kino mit 14m Bildwand... du hättest sicher Spaß gehabt :)

  • ich will ja nix sagen, aber das ist auch schon seit ein paar jahrzehnten bekannt. ;)

    Ist es, wird aber gerne von der Hifi Fraktion wie auch der PA Fraktion komplett vergessen oder unter den Tisch gekehrt und die Personen die das durchziehen werden gerne müde belächelt und als Idioten abgestempelt. Ich will hier Niemandem irgendwas unterstellen, aber ich habe es einfach über die Jahre zu oft selbst erlebt.


    Bei mir ist es halt so, dass das PA Geraffel ja eh da ist. Da ich das nur hobbymäßig betreibe, warum das Zeug dann den Großteil des Jahres im Lager verwelken lassen? Also steht ein Teil davon im Heimkino. Klar kann ich die große Hornanlage nicht annähernd ausfahren. Wie wir aber in einem anderen Thread gerade wieder feststellen, ist eine laute klirrarme Wiedergabe auch sehr verblüffend. Ich übertreibe es nicht - will ja schließlich noch länger was von meinen Ohren haben - aber es macht einfach unglaublich Spass.


    Und darum halte ich mich mittlerweile meist geschlossen was das Thema angeht. Wie oft habe ich auch hier schon gelesen wenn sich Jemand PA Zeug ins Wohnzimmer packen wollte "kauf dir ne Hifibox :rolleyes: " - NEIN! Ich hab parallel auch noch ein Pärchen Studiomonitore in Betrieb und hätte auch noch ein Paar Canton Ergo Standboxen die gerade aus Platzgründen nicht aufgebaut sind. Mit weitem Abstand den größten Spaßfaktor hat aber das PA Zeug. Und einmal auf den Raum eingemessen klingt das sogar erstaunlich gut. Ich ertappe mich sogar immer mal wieder einfach nur Musik darüber zu hören und mich über den Sound zu freuen.


    Einzige Ausnahme war hier bislang (war schon ewig nicht mehr da) das Heimkinoforum Beisammen, da guckt man auch gerne mal über den Tellerrand und da haben dann auch Viele mal festgestellt, dass es ein "best of both worlds" gibt und haben sich einfach mal nen 8x8 Dolby Lake Controller ins heimische Kino geschraubt um mehr Möglichkeiten bei der Soundbearbeitung zu haben...nur als Beispiel. Dafür fehlt mir dann wieder das Kleingeld, aber dort sind so Einige die Heimkinos im Wert von ganzen Häusern haben mit einer kompletten Automation über z.b. Crestron inkl. Licht, Vorhängen und was weiss ich.


    Wie dem auch sei, ich wollte das eigentlich gar nicht so vertiefen, Jeder wie er mag. Ich hab jedenfalls gewaltigen Spaß daran und lasse mir den auch nicht nehmen, egal was Andere darüber denken. Und dank wohnen in der Einöde kann ich hier auch nach Herzenslust Ufftata machen :D Abgesehen davon gabs noch keinen der nicht mit großen Augen 8| hier rauskam nach einer Vorführung und mein Zeugs ist ja nichtmal so edel.

  • Ich hab jedenfalls gewaltigen Spaß daran und lasse mir den auch nicht nehmen, egal was Andere darüber denken.

    falls das missverstanden worden sein sollte:

    also ich habe überhaupt nichts gegen leute, die sich einen wirklich großen sound ins wohnzimmer holen


    meine frage wäre auch:

    kann hier jemand subwoofer für heimanwendungen empfehlen, die sehr tief gehen, aber vom pegel überschaubar bleiben?
    und die nicht so groß wie die servodrive-lösungen sind??

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • Wenn der Pegel zweitrangig ist würde ich die BR Rohre verlängern oder den Querschnitt reduzieren. Dann sollten die doch etwas tiefer gehen. Wenig Aufwand. Ich weiß ja nicht wie tief du willst bzw wie tief das Musikmaterial überhaupt geht. Ich denke 25-30 Hz ist schon ordentlich.

    Meine 4 18er im Wohnzimmer sind auf 35 Hz abgestimmt und erzeugen durchaus ein kleines Erdbeben.

    Gruß Oliver

  • falls das missverstanden worden sein sollte:

    also ich habe überhaupt nichts gegen leute, die sich einen wirklich großen sound ins wohnzimmer holen


    meine frage wäre auch:

    kann hier jemand subwoofer für heimanwendungen empfehlen, die sehr tief gehen, aber vom pegel überschaubar bleiben?
    und die nicht so groß wie die servodrive-lösungen sind??

    Da die Genelecs zwar sicher sehr gut, aber nicht unbedingt in der Preisrange jedes Heimkinoenthusiasten sind:

    Ein Ciare 15.00SW-4 in 130L Bassreflex auf 25 Hz abgestimmt ist noch relativ günstig und einigermaßen von der Größe her integrierbar. Amping & Controller kommen halt dazu, oder könnten möglicherweise bereits vorhanden sein.

    Ich habe mal das Simulationsergebnis für Aufstellung an Boden + Wand angehängt.


    Der SPL Max zeigt nur was auslenkungsmäßig und mit einer maximalen Leistung von 2000W an Pegel möglich wäre, das brauchts aber sicher nicht für die Anwendung im Heimkino.

  • ich habe noch eine alte Denon POA1500 endstufe mit 150W@8Ohm oder 240W@4ohm, dazu noch einen kleinen miniDSP... an elektronik möchte ich jetzt nicht mehr investieren.

    amps mit lüfter kommen im wohnzimmer nicht infrage ;)


    um selbstbau wird man also wohl kaum herumkommen, wenn es nicht ins geld gehen soll. na ja, mal sehen... vielleicht reitet es mich ja doch, mal wieder zur säge zu greifen... ich hab mir ja letztes jahr auch ne oberfräse gekauft... ^^

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • Ich muss nochmal zum Thema tiefst mögliche Frequenz vs. Mindestraumgröße nachhaken.

    In unserem Gewerbe ist das vollkommen richtig, jedoch gibt es noch einen zweiten physikalischen Effekt. Bei einem sehr kleinen kleinen Raum im Verhältniss zur Wellenlänge funktioniert die Wiedergabe meines Wissens sogar wieder sehr gut, da der Raum bei den Resonanzfrequenzen als Druckkammer wirkt. Mit linearer Wiedergabe oder PA hat das jedoch nix zu tun, weshalb ich mich mit der Physik jedoch noch nicht so richtig beschäftigt habe. (Fällt unter gefährliches Halbwissen)


    Grüße Wolf

  • Ich muss nochmal zum Thema tiefst mögliche Frequenz vs. Mindestraumgröße nachhaken.

    In unserem Gewerbe ist das vollkommen richtig, jedoch gibt es noch einen zweiten physikalischen Effekt. Bei einem sehr kleinen kleinen Raum im Verhältniss zur Wellenlänge funktioniert die Wiedergabe meines Wissens sogar wieder sehr gut, da der Raum bei den Resonanzfrequenzen als Druckkammer wirkt. Mit linearer Wiedergabe oder PA hat das jedoch nix zu tun, weshalb ich mich mit der Physik jedoch noch nicht so richtig beschäftigt habe. (Fällt unter gefährliches Halbwissen)


    Grüße Wolf

    Da liegst Du vollkommen richtig!

    Beim Autohifi (böses Wort... ;) sitzen die Passagie so wie von Dir beschrieben in einer "Druckkamer" und der Bass eben auch. Da sind dann für Subwoofer in Bassreflexbauweise für's Auto die klassischen Freifeldsimulationen komplett daneben.

    Für diese Anwendung werden die Bassreflexgehäuse gegenüber der Freifeldsimualtion (oder eher der Halbraumsimulation) bewußt "falsch" zu tief abgestimmt.

    Das würde dann bei einer Messung im Freien einen nach unten "absaufenden" Frequenzgang geben, mit viel zu großen Auslenkungen oberhalb der zu tiefen Abstimmung.

    Im Auto (also in der Druckkammer) plaziert passt der Frequenzgang (und auch die Auslenkung) dann aber.

    Als ersten Ansatz kann man bei dieser Autoanwenung den Tunnel gleich mal doppelt so lang machen, wie er im Freien sein müßte und sich dann schrittweise hinoptimieren.


    Mit "Resonanzfrequenzen" in der Druckkamer hat das aber nichts zu tun, da die Druckkammer hier ja relativ gesehen klein zur Wellenlänge ist. Da wirkt dann vorrangig der Effekt der Druckkammer und nicht Resonanzen mit stehenden Wellen, wie es bei Räumen mit Abmessungen in der Größenordnung der Wellenlängen der Fall ist.

    Viele Grüße,
    Fux

    Einmal editiert, zuletzt von Fux ()

  • OK wir sind im offenen Brett und ihr dürft hier fast alles aber wenn wir jetzt hier ein Heimkinoeck und eine Carfi-Theke einrichten, befürchte ich, dass das zum Dolchstoß für das bisschen PA wird, was hier noch statt findet.

    iron

  • Schlimmer… Dein Heimgedöns, welches dank Selbstbau Dein ganzes Herzblut verbraucht und Deine Frau in die Arme eine Kurschattens getrieben hat, wird öffentlich auf das Rad gespannt …! :evil:


    (Du darfst danach nach Amerika auswandern, es Leslie nennen und einen Haufen Geld damit verdienen frech*)